Überflieger: 7 Anzeichen, dass Sie ein Top-Talent sind

Es gibt Menschen, die werden auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Sonntagskinder und wahre Überflieger, denen scheinbar alles gelingt: Sie haben einen tollen Job, verdienen gut, kommen viel herum, haben Familie und Freunde. Solche Überflieger dienen oftmals als Vorbild, wecken auf der anderen Seite aber auch Neid. Andere strampeln sich ihr Leben lang ab und kommen auf keinen grünen Zweig, Überflieger verwandeln alles, was sie anfassen, in pures Gold. Kein Wunder, dass man da zunächst mutlos wird. Aber kein Grund, zu verzagen. Vielleicht sind Sie selbst ein Überflieger. An diesen Anzeichen können Sie erkennen, dass Sie ein Überflieger sind – und was Sie tun können, um einer zu werden…

Überflieger: 7 Anzeichen, dass Sie ein Top-Talent sind

Überflieger: Was bedeutet das?

Überflieger Definition Bedeutung Hochbegabung WunderkindAls Überflieger wird eine Person bezeichnet, die andere Menschen in vielen Bereichen übertrifft, also andere hoch oben „überfliegt“ und einfach schneller dort ist, wo andere ebenfalls gerne wären.

Wenn ein Kind beispielsweise eine Klasse überspringt, dann ist schnell von Hochbegabung die Rede, es muss ein Wunderkind sein, anders ist nicht zu erklären, dass es leistungstechnisch einfach an den Mitschülern vorbeizieht.

Der Duden definiert Überflieger noch etwas anders:

Jemand, der begabter, intelligenter, tüchtiger – und dadurch viel schneller erfolgreich – ist als der Durchschnitt.

Darin enthalten ist ein wichtiger Punkt, der leider häufig übersehen wird: Einem Überflieger fällt nicht zwangsläufig alles in den Schoß. Oftmals sind es die Einstellung, die Arbeitsmoral, Motivation oder auch der größere Wille, der einen Menschen vom Durchschnitt abhebt und zum Überflieger macht.

Tüchtig sein ist ein Synonym für Fleiß. Eine ganz alte, pragmatische Tugend. Überflieger sind zwar manchmal durch Begabung, Talent oder auch Intelligenz im Vorteil – viel häufiger zeichnen sie sich jedoch dadurch aus, dass sie mehr investieren, mehr Einsatz zeigen und fleißiger sind, als der Rest.

Anzeichen, dass Sie ein Überflieger sind

Sehen Sie sich selbst als Überflieger? Viele antworten darauf mit Nein, selbst bei einem positiven Selbstbild stellen sich die meisten unter einem Überflieger jemand anderen vor. Dabei gibt es einige Anzeichen, dass Sie ein Überflieger sind – und es bisher vielleicht gar nicht so wahrgenommen haben.

Treffen die folgenden Punkte auf Sie zu, spricht einiges dafür, dass Sie zu den Überfliegern gehören und den Durchschnitt bereits hinter sich gelassen haben:

  • Sie fühlen sich im Job unterfordert

    Ihre Aufgaben im Job fallen Ihnen leicht, vor eine wirkliche Prüfung wurden Sie schon seit einiger Zeit nicht mehr gestellt und selbst die schwierigsten ToDos sind für Sie nicht mehr als eine Routinearbeit. Wer im Job regelmäßig unterfordert ist, gehört möglicherweise zu den Überfliegern und ist schlichtweg zu gut für die Position, die er gerade bekleidet.

  • Sie haben mehr Ideen, als Sie umsetzen können

    Überflieger haben oftmals zahlreiche Ideen – können sich aber nicht immer entscheiden, was sie verfolgen wollen. Manchmal werden deshalb gleich verschiedene Projekte gleichzeitig in die Tat umgesetzt und trotzdem gibt es weitere Ideen, die erst einmal aufgeschoben werden müssen. Dieses unausgeglichene Verhältnis von Kreativität und Tatendrang auf der einen und der verfügbaren Zeit und Ressourcen auf der anderen Seite ist häufig bei Überfliegern zu beobachten.

  • Ihr Chef hat Angst vor Ihnen

    Sie erzielen einen Erfolg nach dem anderen, übernehmen in Rekordzeit neue Projekte und mehr Verantwortung und der Aufstieg im Unternehmen ist bereits absehbar? Das ist gut für Sie, Ihr Chef bekommt es dabei allerdings mit der Angst zu tun. Sind Sie so gut in Ihrem Job, dass Ihr direkter Vorgesetzter Sie bereits als Konkurrenz wahrnimmt und fürchtet, Sie könnten ihm die Position streitig machen, sind Sie vermutlich ein Überflieger.

  • Sie werden als hochnäsig empfunden

    Von außen kann es schnell als arrogant oder hochnäsig empfunden werden, wenn Sie immer gute Leistungen bringen und es dabei auch noch so aussieht, als wäre es für Sie kinderleicht. Viele Überflieger haben mit diesem Problem zu kämpfen und haben es deshalb nicht immer leicht mit neuen Kontakten und Beziehungen.

  • Sie werden beneidet

    Ein weiteres, leider verbreitetes Problem von Überfliegern ist der Neid. Natürlich kann es für das eigene Ego schön sein, beneidet zu werden, doch kommt mit dem Neid auch die Missgunst der anderen – zum Teil sogar soweit, dass es Ihnen der Erfolg nicht gegönnt wird und durch Gerüchte oder andere schädliche Aktionen streitig gemacht werden soll.

  • Ihre Arbeit macht Ihnen von Herzen Spaß

    Schon kleine und scheinbar unwichtige Dinge können darüber entscheiden, ob Sie ein Überflieger sind. Gehen Sie beispielsweise Ihrer Leidenschaft nach, geben deshalb bei jeder Gelegenheit 120 Prozent und haben endlose Freude an Ihrem Job, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie zu den Überfliegern gehören. Sie sind motivierter, engagierter und leistungsfähiger als alle anderen, denen Ihre positive Einstellung zur Arbeit fehlt, wodurch Sie den Durchschnitt hinter sich lassen.

  • Sie sind unsicher über Ihre Fähigkeiten

    Es scheint widersprüchlich, doch tatsächlich sind es oftmals die Überflieger, die besonders an den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Damit einher geht die (vollkommen unbegründete) Angst und Unsicherheit, dass andere feststellen könnten, wie wenig man selbst eigentlich kann – dies ist das sogenannte Impostor-Syndrom. Überflieger können die eigenen Leistungen, Erfolge und Qualifikationen nicht glauben und anerkennen, stattdessen befürchten sie, ein Hochstapler oder gar Betrüger zu sein.

Akademische Herkunft: Automatisch Überflieger?

Überflieger Hochbegabung Wunderkind Definition BedeutungEs gibt viele Erklärungs- und Begründungsversuche, wie es zu Überfliegern kommt. Schnell sind alte Erklärungen zur Hand: Überflieger haben halt Talent, es wurde ihnen in die Wiege gelegt.

Oder sie haben Glück gehabt. Die Eltern haben ihr Kind entsprechend gefördert. Das stimmt vermutlich sogar in vielen Fällen. Die Grundvoraussetzungen sind nun mal nicht überall gleich. Wer aus einer bildungsfernen Familie stammt und Zuhause keinerlei Unterstützung erfährt, hat schlechtere Chancen.

Allen Lippenbekenntnissen diverser Politiker zum Trotz: In Haushalten mit wenigstens einem akademischen Elternteil beginnen 74 von 100 Kindern ein Studium. In klassischen Arbeiterhaushalten sind es hingegen gerade mal 21 von 100 Kindern. Vom späteren Studienerfolg ganz zu schweigen.

Im Hochschulbildungsreport 2020 heißt es dazu:

Eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben bereits nur etwa halb so viele Nichtakademiker- wie Akademikerkinder. Doch danach hört die soziale Selektion nicht auf: Bis zum Master steigt die Relation auf knapp 1:6, bis zum Doktortitel sogar auf 1:10. Das heißt, von 100 Akademikerkindern erwerben durchschnittlich zehn den Doktortitel, von 100 Nichtakademikerkindern nur eines.

Wissenschaftler sind sich einig: Diese Diskrepanz lässt sich nicht damit erklären, dass in Akademikerhaushalten ausschließlich Überflieger geboren würden, sondern die frühzeitige Förderung im Elternhaus eine andere ist.

10 Tipps, die Sie zum Überflieger machen

Ohne Fleiß kein Preis bedeutet, dass Sie ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Verzicht aufbringen müssen, um Entwicklungen in dem Bereich voranzutreiben, der Ihnen wichtig ist.

Die gute Nachricht ist allerdings, dass es durchaus möglich ist, zum Überflieger zu werden. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Bestimmen Sie selbst über ihre Zeit.

    Überflieger können nein sagen, andere werden von Kollegen, von äußeren Umständen getrieben. Sie begeben sich in eine Opferrolle, die völlig unnötig ist. Klar, solange Sie nicht Geschäftsführer, sondern eher ein kleines Rädchen sind, haben Sie natürlich andere Entscheidungsmöglichkeiten als ganz oben in der Hierarchie. Das heißt aber nicht, dass es nicht noch genügend Stellschräubchen gibt, an denen Sie etwas ändern können – ganz nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist.

  • Erledigen Sie das Unangenehme zuerst

    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Es gibt einen Grund, warum Sie sich den eher unangenehmen Aufgaben direkt zu Beginn des Tages widmen sollten: Dann ist Ihre Leistungskurve am höchsten. Wer entsprechend konzentriert an die Dinge herangeht, löst die Aufgabe deutlich schneller. Wenn Sie hingegen bis zum Nachmittag prokrastinieren, laufen Sie deutlich eher Gefahr, an schwierigen Aufgaben zu scheitern.

  • Strukturieren Sie Ihre Arbeitszeit

    Planen Sie im Vorfeld ein, wie viel Zeit Sie für welche Aufgaben haben. Bei der Planung gilt es immer einen Zeitpuffer zu berücksichtigen – immer können auch unvorhergesehene Dinge eintreten. Ein Anruf von einem Kunden, der Kollege mit Redebedarf oder besonders viele Mailanfragen. Zu der Strukturierung gehört ebenfalls, dass Sie beispielsweise mit To-do-Listen arbeiten, um einen Überblick über die zu erledigenden Dinge haben. Idealerweise legen Sie sich am Abend zuvor bereits die Dinge zurecht, die Sie für den nächsten Tag benötigen oder die Sie direkt als Erstes angehen wollen.

  • Fokussieren Sie Ihre Aufgaben

    Überflieger sind Meister der Selbstkontrolle. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf Ihre Aufgaben und erreichen Ihre Ziele somit häufiger. Das erreichen Sie, indem Sie Ablenkungen nach Möglichkeit ausblenden oder ganz abblocken: Schalten Sie das Telefon lautlos, leiten Sie bei wichtigen Aufgaben auf einen Kollegen um. Richten Sie feste Zeiten für Telefonate und E-Mails ein, bitten Sie Kollegen um Verständnis. Wer Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund eines lauten Umfelds hat, kann mit Ohrstöpseln oder – sofern vorhanden – in eigens eingerichteten Ruhezonen arbeiten.

  • Spezialisieren Sie sich

    Sie oben genannten Tipps kommen Ihnen in jedem Beruf zugute, gerade wenn es um Arbeitsabläufe geht. Wie sieht es mit dem Inhalt aus? Sehen Sie noch einen Sinn in Ihrer Tätigkeit oder haben sich Arbeitsinhalte oder eigene Interessen verschoben? Wer bereit ist für neue Aufgaben und mehr Entscheidungsbefugnisse, kann über Fortbildungen oder Weiterbildungen sich vertiefendes beziehungsweise neues Wissen aneignen. Sehen Sie in Ihrem derzeitigen Unternehmen wenig Chancen, kann ein anderer Weg sein, dass Sie Ihr Hobby zum Beruf machen.

  • Bleiben Sie realistisch

    Wer immer auf andere schielt, bei denen vermeintlich alles perfekt läuft, verliert nicht nur das eigene Ziel aus den Augen, sondern sitzt häufig einem Trugschluss auf: Sie können anderen Menschen nur vor den Kopf gucken, der äußere Schein trügt ganz häufig. Ihr Kollege wuppt alles, ist verheiratet, hat zwei tolle Kinder und ein Haus? Das Haus ist nicht abbezahlt. Eins der Kinder hat massive Lernschwierigkeiten. Die Ehe kriselt – alle diese Dinge sind nicht dazu angetan, sie mit jedem Kollegen en detail zu erörtern. Das heißt, wenn Sie mal hinter die Fassade schauen, dann ist Ihr Kollege vielleicht kein Supermann, sondern entpuppt sich als ganz normaler Mensch, der vielleicht in einem Teilbereich wirklich gut ist, der Ihnen besonders ins Auge fällt.

  • Planen Sie Erholung ein

    Wer viel arbeitet, braucht auch einen Ausgleich. Wie Sie den gestalten, hängt zwar von Ihren Vorlieben ab. Wichtig ist, dass dabei körperliche Ertüchtigung nicht zu kurz kommt. Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen stellen nicht nur eine gesunde Alternative zum häufigen Sitzen dar, sondern helfen massiv bei der Stressreduzierung. Regelmäßige Pausen und Erholungszeiten helfen bei der Regeneration und tragen dazu bei, dass Sie sich entspannt und mit neuer Kreativität an Ihre Aufgaben setzen können.

  • Kennen Sie Ihre Schwächen

    Wer zum Perfektionismus neigt, hat vermutlich besonders große Schwierigkeiten darin, sich seine Schwächen einzugestehen. Aber niemand kann immer 100 Prozent geben. Und nicht jede Aufgabe erfordert diese 100 Prozent. Und in manchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Eisenhower-Prinzip anzuwenden, also zu gucken: Was ist wie eilig und wichtig, was kann vielleicht an andere delegiert werden?

  • Erledigen Sie eins nach dem anderen

    Kein Mensch beherrscht wirklich Multitasking, also versuchen Sie erst gar nicht alle Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Sie sind wesentlich effektiver, wenn Sie sich voll und ganz einer Aufgabe widmen, die beenden und dann zur nächsten übergehen. Wer sich selbst herausreißt, um einer anderen Aufgabe nachzugehen, reißt sich aus dem Flow heraus, und das jedes Mal. Im Schnitt brauchen Arbeitnehmer dann jedes Mal erneut 15 Minuten, um sich gedanklich wieder voll und ganz einer Sache widmen zu können.

  • Überprüfen Sie Ihre Werte

    Halten Sie von Zeit zu Zeit inne und überprüfen Sie, ob Sie sich dem Bereich widmen, der Ihnen am wichtigsten ist und Sie sich dabei wohl fühlen. Es ergibt keinen Sinn, einem vor langer Zeit gefassten Ideal hinterher zu rennen, wenn sich zwischenzeitlich Ihre Prioritäten verschoben haben.

[Bildnachweis: Doppelganger 4 by Shutterstock.com]
24. Januar 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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