Überflieger: So werden Sie einer

Es gibt Menschen, die werden auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Sonntagskinder, denen scheinbar alles gelingt: Sie haben einen tollen Job, verdienen gut, kommen viel herum, haben Familie und Freunde – echte Überflieger. Anders ist das nicht zu erklären. Andere strampeln sich ihr Leben lang ab und kommen auf keinen grünen Zweig. Kein Wunder, dass man da mutlos wird. Aber kein Grund, zu verzagen. Auch Überflieger kochen nur mit Wasser. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Leben in die gewünschte Richtung drehen…

Überflieger: So werden Sie einer

Überflieger Definition: Hochbegabung hoch drei

Überflieger Definition Bedeutung Hochbegabung WunderkindAls Überflieger wird eine Person bezeichnet, die andere Menschen in vielen Bereichen übertrifft, also andere hoch oben „überfliegt“ und einfach schneller dort ist, wo andere ebenfalls gerne wären.

Wenn ein Kind beispielsweise eine Klasse überspringt, dann ist schnell von Hochbegabung die Rede, es muss ein Wunderkind sein, anders ist nicht zu erklären, dass es leistungstechnisch einfach an den Mitschülern vorbeizieht.

Der Duden definiert Überflieger noch etwas anders:

Jemand, der begabter, intelligenter, tüchtiger – und dadurch viel schneller erfolgreich – ist als der Durchschnitt.

Nur was ist Begabung, was Intelligenz? Forscher streiten bis heute darüber, wie sich Intelligenz definieren lässt. Eine häufige Definition davon ist, dass intelligente Menschen eine schnelle Auffassungsgabe haben. Aber schnelle Auffassungsgabe worin? Manche Wissenschaftler wollen nicht weniger als neun Arten von Intelligenz ausgemacht haben.

Überflieger wären demnach also versiert in allen diesen Bereichen. Logisches Denken ist ein anderes Kriterium. Festgemacht wird es in Intelligenztests häufig an mathematischen Aufgaben.

Heißt das im Umkehrschluss, dass Menschen mit schlechten Mathematikkenntnissen nicht logisch denken können und nicht intelligent sind? Wohl kaum. Aber der Duden bringt noch ein Kriterium in die Definition von Überflieger: Tüchtiger seien diese Menschen.

Tüchtig sein ist ein Synonym für Fleiß. Eine ganz alte, pragmatische Tugend.

Akademische Herkunft: Automatisch Überflieger?

Überflieger Hochbegabung Wunderkind Definition BedeutungSchüler, die Überflieger sind und später auch Kollegen, wecken natürlich den Neid vieler: Da ist ja Hochbegabung hoch drei im Spiel: Erfolgreich im Job, eine tolle Familie und bei sämtlichen Kunden und Kollegen auch noch beliebt – wie soll das denn zu schaffen sein?!

Schnell sind alte Erklärungen zur Hand: Überflieger haben halt Talent, es wurde ihnen in die Wiege gelegt.

Oder sie haben Glück gehabt. Die Eltern haben ihr Kind entsprechend gefördert. Das stimmt vermutlich sogar in vielen Fällen. Die Grundvoraussetzungen sind nun mal nicht überall gleich. Wer aus einer bildungsfernen Familie stammt und Zuhause keinerlei Unterstützung erfährt, hat schlechtere Chancen.

Allen Lippenbekenntnissen diverser Politiker zum Trotz: In Haushalten mit wenigstens einem akademischen Elternteil beginnen 74 von 100 Kindern ein Studium. In klassischen Arbeiterhaushalten sind es hingegen gerade mal 21 von 100 Kindern. Vom späteren Studienerfolg ganz zu schweigen.

Im aktuellen Hochschulbildungsreport 2020 – Bericht 2017/18 heißt es dazu:

Eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben bereits nur etwa halb so viele Nichtakademiker- wie Akademikerkinder. Doch danach hört die soziale Selektion nicht auf: Bis zum Master steigt die Relation auf knapp 1:6, bis zum Doktortitel sogar auf 1:10. Das heißt, von 100 Akademikerkindern erwerben durchschnittlich zehn den Doktortitel, von 100 Nichtakademikerkindern nur eines.

Wissenschaftler sind sich einig: Diese Diskrepanz lässt sich nicht damit erklären, dass in Akademikerhaushalten ausschließlich Überflieger geboren würden, sondern die frühzeitige Förderung im Elternhaus eine andere ist.

Überflieger Bedeutung: Was es braucht, ein Überflieger zu sein

Wenn bei Überfliegern von Hochbegabung die Rede ist, lohnt es sich zu verdeutlichen, was die Ursachen dafür sein können: In der Forschung besteht weitestgehend Konsens darüber, dass es eine Kombination verschiedener Faktoren ist.

Die Genetik spielt dabei zwar auch eine Rolle, aber längst nicht die einzige. Die soziale Herkunft und erst recht der sozioökonomische Status der Eltern haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung einer Hochbegabung. Nichts von alledem können Menschen beeinflussen.

Was Sie allerdings beeinflussen können, sind Ihre fluide Intelligenz, die gerade mal zu 40 Prozent feststeht, Ihre Ernährung und die eigene Motivation.

Jeder gute Plan braucht ein Ziel. Damit Sie wissen, was Sie wie als nächstes anzugehen haben, ist im Vorfeld zu überlegen, in welchem Bereich Sie Überflieger werden wollen. Oft gibt es Bereiche, in denen Menschen bereits viel erreicht haben und mit denen sie zufrieden sind.

Bei Ihren Überlegungen sollten Sie berücksichtigen, dass Sie sich anfangs kleinere, realistische Ziele setzen und möglichst konkret formulieren. Ein Ziel wie Ich will erfolgreich sein ist toll, aber leider sehr unkonkret – was bedeutet für Sie Erfolg und in welchem Bereich?

Die höchstmögliche Stufe oder kann es auch die nächste Stufe sein? Schließt Erfolg private Bereiche aus oder können auch Verbesserungen im sportlichen Bereich oder sozialem Umfeld dazugehören? Wenn Überflieger zu sein bedeutet, dass Sie fleißig sein müssen, ist mit Entbehrungen zu rechnen.

10 Tipps, die Sie zum Überflieger machen

Ohne Fleiß kein Preis bedeutet, dass Sie ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Verzicht aufbringen müssen, um Entwicklungen in dem Bereich voranzutreiben, der Ihnen wichtig ist.

  • Bestimmen Sie selbst über ihre Zeit.

    Überflieger können nein sagen, andere werden von Kollegen, von äußeren Umständen getrieben. Sie begeben sich in eine Opferrolle, die völlig unnötig ist. Klar, solange Sie nicht Geschäftsführer, sondern eher ein kleines Rädchen sind, haben Sie natürlich andere Entscheidungsmöglichkeiten als ganz oben in der Hierarchie. Das heißt aber nicht, dass es nicht noch genügend Stellschräubchen gibt, an denen Sie etwas ändern können – ganz nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist.


  • Erledigen Sie das Unangenehme zuerst.

    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Es gibt einen Grund, warum Sie sich den eher unangenehmen Aufgaben direkt zu Beginn des Tages widmen sollten: Dann ist Ihre Leistungskurve am höchsten. Wer entsprechend konzentriert an die Dinge herangeht, löst die Aufgabe deutlich schneller. Wenn Sie hingegen bis zum Nachmittag prokrastinieren, laufen Sie deutlich eher Gefahr, an schwierigen Aufgaben zu scheitern.


  • Strukturieren Sie Ihre Arbeitszeit.

    Planen Sie im Vorfeld ein, wie viel Zeit Sie für welche Aufgaben haben. Bei der Planung gilt es immer einen Zeitpuffer zu berücksichtigen – immer können auch unvorhergesehene Dinge eintreten. Ein Anruf von einem Kunden, der Kollege mit Redebedarf oder besonders viele Mailanfragen. Zu der Strukturierung gehört ebenfalls, dass Sie beispielsweise mit To-do-Listen arbeiten, um einen Überblick über die zu erledigenden Dinge haben. Idealerweise legen Sie sich am Abend zuvor bereits die Dinge zurecht, die Sie für den nächsten Tag benötigen oder die Sie direkt als Erstes angehen wollen.


  • Fokussieren Sie Ihre Aufgaben.

    Überflieger sind Meister der Selbstkontrolle. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf Ihre Aufgaben und erreichen Ihre Ziele somit häufiger. Das erreichen Sie, indem Sie Ablenkungen nach Möglichkeit ausblenden oder ganz abblocken: Schalten Sie das Telefon lautlos, leiten Sie bei wichtigen Aufgaben auf einen Kollegen um. Richten Sie feste Zeiten für Telefonate und E-Mails ein, bitten Sie Kollegen um Verständnis. Wer Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund eines lauten Umfelds hat, kann mit Ohrstöpseln oder – sofern vorhanden – in eigens eingerichteten Ruhezonen arbeiten.


  • Spezialisieren Sie sich.

    Sie oben genannten Tipps kommen Ihnen in jedem Beruf zugute, gerade wenn es um Arbeitsabläufe geht. Wie sieht es mit dem Inhalt aus? Sehen Sie noch einen Sinn in Ihrer Tätigkeit oder haben sich Arbeitsinhalte oder eigene Interessen verschoben? Wer bereit ist für neue Aufgaben und mehr Entscheidungsbefugnisse, kann über Fortbildungen oder Weiterbildungen sich vertiefendes beziehungsweise neues Wissen aneignen. Sehen Sie in Ihrem derzeitigen Unternehmen wenig Chancen, kann ein anderer Weg sein, dass Sie Ihr Hobby zum Beruf machen.


  • Bleiben Sie realistisch.

    Wer immer auf andere schielt, bei denen vermeintlich alles perfekt läuft, verliert nicht nur das eigene Ziel aus den Augen, sondern sitzt häufig einem Trugschluss auf: Sie können anderen Menschen nur vor den Kopf gucken, der äußere Schein trügt ganz häufig. Ihr Kollege wuppt alles, ist verheiratet, hat zwei tolle Kinder und ein Haus? Das Haus ist nicht abbezahlt. Eins der Kinder hat massive Lernschwierigkeiten. Die Ehe kriselt – alle diese Dinge sind nicht dazu angetan, sie mit jedem Kollegen en detail zu erörtern. Das heißt, wenn Sie mal hinter die Fassade schauen, dann ist Ihr Kollege vielleicht kein Supermann, sondern entpuppt sich als ganz normaler Mensch, der vielleicht in einem Teilbereich wirklich gut ist, der Ihnen besonders ins Auge fällt.


  • Planen Sie Erholung ein.

    Wer viel arbeitet, braucht auch einen Ausgleich. Wie Sie den gestalten, hängt zwar von Ihren Vorlieben ab. Wichtig ist, dass dabei körperliche Ertüchtigung nicht zu kurz kommt. Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen stellen nicht nur eine gesunde Alternative zum häufigen Sitzen dar, sondern helfen massiv bei der Stressreduzierung. Regelmäßige Pausen und Erholungszeiten helfen bei der Regeneration und tragen dazu bei, dass Sie sich entspannt und mit neuer Kreativität an Ihre Aufgaben setzen können.


  • Kennen Sie Ihre Schwächen.

    Wer zum Perfektionismus neigt, hat vermutlich besonders große Schwierigkeiten darin, sich seine Schwächen einzugestehen. Aber niemand kann immer 100 Prozent geben. Und nicht jede Aufgabe erfordert diese 100 Prozent. Und in manchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Eisenhower-Prinzip anzuwenden, also zu gucken: Was ist wie eilig und wichtig, was kann vielleicht an andere delegiert werden?


  • Erledigen Sie eins nach dem anderen.

    Kein Mensch beherrscht wirklich Multitasking, also versuchen Sie erst gar nicht alle Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Sie sind wesentlich effektiver, wenn Sie sich voll und ganz einer Aufgabe widmen, die beenden und dann zur nächsten übergehen. Wer sich selbst herausreißt, um einer anderen Aufgabe nachzugehen, reißt sich aus dem Flow heraus, und das jedes Mal. Im Schnitt brauchen Arbeitnehmer dann jedes Mal erneut 15 Minuten, um sich gedanklich wieder voll und ganz einer Sache widmen zu können.


  • Überprüfen Sie Ihre Werte.

    Halten Sie von Zeit zu Zeit inne und überprüfen Sie, ob Sie sich dem Bereich widmen, der Ihnen am wichtigsten ist und Sie sich dabei wohl fühlen. Es ergibt keinen Sinn, einem vor langer Zeit gefassten Ideal hinterher zu rennen, wenn sich zwischenzeitlich Ihre Prioritäten verschoben haben.

[Bildnachweis: Lightspring by Shutterstock.com]
8. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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