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Leonardo da Vinci: Steckbrief, Berufe + 5 geniale Lektionen

Fällt sein Name, denkt jeder sofort an „Genie“: Leonardo da Vinci wird oft in einem Atemzug mit anderen Größen wie Michelangelo oder Albert Einstein genannt. Manche nennen ihn liebevoll den „Steve Jobs der Renaissance“. Seine Biographie ist einmalig, seine Kunstwerke und Erfindungen waren ihrer Zeit voraus. Kann man von einem solchen Universalgenie der Geschichte heute noch etwas lernen? Aber sicher! Alleskönner Leonardo da Vinci hinterließ nicht nur zahlreiche Rätsel, sondern auch fünf wichtige Lektionen…

Leonardo da Vinci: Steckbrief, Berufe + 5 geniale Lektionen

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Leonardo da Vinci Steckbrief: Biographie, Werke, Erfindungen

Leonardo da Vinci ist eine Ausnahmeerscheinung. Ein Multitalent. Hochbegabt. Ein Genie. Als uneheliches Kind geboren am 15. April 1452 im toskanischen Anchiano bei Vinci (sein Vater war Notar, die Mutter eine arabische Magd oder Sklavin) avancierte Leonardo da Vinci schnell zum spleenigen Universalgelehrten.

Sein eigentlicher Name lautet Leonardo di ser Piero da Vinci – der Zusatz „da Vinci“ ist nicht der Familienname, sondern die Herkunftsbezeichnung. Doch auch er selbst nutzte den Namen Leonardo da Vinci und so bürgerte sich diese Variante schnell ein.

Leonardo da Vinci Berufe

In der Biographie des Leonardo da Vinci finden sich Berufe wie: Maler, Bildhauer, Goldschmied, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur, Naturphilosoph. Die Beschreibung als Genie und Universtaltalent hat er sich durch seine Arbeiten in vielen verschiedenen Bereichen verdient.

Leonardo da Vinci Werke

Der Schöpfer der „Mona Lisa“, des berühmten Gemäldes „Das Abendmahl“ und der ersten Müllabfuhr in Mailand war allerdings auch ein Workaholic. Immer neugierig und vielseitig interessiert, arbeitete er pausenlos. Er konstruierte nicht nur Kunstwerke oder architektonische Meisterwerke, sondern auch zahlreiche Kriegsgeräte, die er für adelige Herrscher anfertigen musste. Darunter einen Fallschirm, einen Taucheranzug oder einen Panzer. Am Ende hinterließ er der Welt tausende Manuskriptseiten – verfasst in Spiegelschrift oder einer Art Geheimschrift, die der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgibt („Da-Vinci-Code“). Sigmund Freud schrieb einmal über ihn: „Er glich einem Menschen, der in der Finsternis zu früh erwacht war, während die anderen noch alle schliefen.“

Sein größter Traum war das Fliegen. Angeblich kaufte er auf dem Markt regelmäßig Vögel, ließ sie frei und studierte anschließend deren Flug. In der Folge konstruierte er zahlreiche Zeichnungen und Modelle von Flugmaschinen, von denen einige tatsächlich flugtauglich waren.

Leonardo da Vinci Zeichnungen

Nicht nur seine Gemälde, gerade auch die Zeichnungen von Leonardo da Vinci zeigen seine Fähigkeiten. Allen voran „Der vitruvianische Mensch“ (sieht Bild am Anfang des Artikels) ist weltberühmt. Aber auch sein Selbstbildnis oder seine detaillierten Zeichnungen zu Pferden zeigen sein künstlerisches Ausnahmetalent und gleichzeitig seinen Wissensdrang, weil er die Anatomie und Bewegung der Tiere erforschte.

Leonardo da Vinci Kindheit

Über die Zeit vor den großen Meisterleistungen ist weniger bekannt. Es wird vermutet, dass er bei der Familie seines Vaters aufwuchs und im Haus des seines Großvaters die Kindheit verbrachte. Da er in einfachen Verhältnissen geboren wurde, machte er nur eine schulische Grundausbildung. Eine Lateinschule, die für gehobene Bildung üblich war, besuchte er nicht. Bereits in jungen Jahren – vermutlich zwischen 14 und 17 – begann er aufgrund seines außerordentlichen Talents seine Ausbildung bei Andrea del Verrochhio, einem der bedeutendsten Bildhauer, Maler und Goldschmied seiner Zeit.

Leonardo da Vinci Todesursache

Leonardo da Vinci wurde 67 Jahre alt. Er starb am 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé im französischen Amboise. Seine genaue Todesursache ist bis heute ungeklärt. Es gibt aber zwei Theorien dazu: Weil Leonardo da Vinci schon zwei Jahre vor seinem Tod seine rechte Hand nicht mehr richtig bewegen konnte, vermuten viele als Todesursache einen Schlaganfall, der sich schon früh ankündigte. Die zweite Theorie geht von einer Vergiftung aus, weil Leonardo da Vinci bei seinen Experimenten immer wieder tote Tiere ausnahm und es in der Zeit mit der Hygiene nicht allzu weit her war.

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Warum schrieb Leonardo da Vinci rückwärts?

Bis heute weiß man nicht, warum da Vinci seine Texte in Spiegelschrift niedergeschrieben hat. Einige Forscher vermuten, dass er Linkshänder war und ihm deshalb das Schreiben in Spiegelschrift leichter gefallen ist. Andere Forscher vermuten, dass Leonardo da Vinci die Spiegelschrift als eine Art Geheimschrift einsetzte. Diese These gilt allerdings als überholt. So finden sich schon Aufzeichnungen aus seiner Jugend, die er rückwärts niederschrieb. Zudem dürfte ein Universalgenie wie Leonardo da Vinci in der Lage gewesen sein, eine echte Geheimschrift zu entwickeln, die für seine Umwelt nicht zu entschlüsseln ist. Spiegelschrift scheint dazu zu simpel.


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Die 5 Lektionen des Leonardo da Vinci

Leonardo beobachtete seine Umwelt akribisch, saugte alles auf, schrieb alles auf, verarbeitete es in Gemälden, Notizen, Diagrammen, Zeichnungen. Dieser unbändige Drang nach Wissen saß tief in ihm und ließ ihn zeitlebens niemals los.

Und da ich von unbändigem Verlangen dorthin gezogen wurde, stets begierig, die ungeheure Fülle von allerlei seltsamen Formen zu schauen, welche die findige Natur geschaffen, so gelangte ich, nachdem ich eine Weile zwischen den düsteren Klippen umhergewandert war, zum Eingang einer großen Höhle, vor der ich staunend eine Zeitlang stehenblieb, weil ich nichts davon wußte.

Und nachdem ich eine Weile so davor gestanden hatte, regten sich plötzlich zwei Gefühle in mir, nämlich Furcht und Begierde: Furcht vor der düster drohenden Höhle und Begierde, zu erforschen, ob dort drinnen etwas Wunderbares sei.

Das sollen die Worte Leonardo da Vincis sein. So hat es Charles Nicholl in seiner Leonardo-Biographie niedergeschrieben. Und das ist vielleicht schon die erste wichtige Lektion von Leonardo da Vinci für uns: Sei gierig – auf Wissen, Erfahrungen, die Welt und das Leben. Es ist bei Weitem nicht die einzige. Hier sind fünf weitere Lektionen…

1. Sei ein guter Beobachter!

„Saper vedere“ war so etwas wie das Leitmotiv Leonardos. „Lerne zu sehen“, ließe sich das übersetzen. Oder „Wissen, wie man sieht“. In der Natur sah er so etwas wie Vollkommenheit, allerdings nicht im rein spirituellen Sinne.

Er ließ sich von ihr inspirieren, animieren, übertrug seine Beobachtungen in die Praxis. Als Ingenieur und Architekt griff er Grundlagen der Natur auf, verarbeitete sie in der Mechanik. Prägnantes Beispiel: seine Zeichnungen für den berühmten Ornithopter, die Flugmaschine.

Ein Künstler war in seinen Augen jemand, der die Welt genau studierte und die eigenen Beobachtungen in seine Werke einfließen ließ. Kunst und Wissenschaft bilden eine Synthese, so seine Überzeugung, gute Beobachtungsgabe ist für einen Künstler daher eine Voraussetzung.

Analogie zur Gegenwart: Die Menschen beobachten, ihre Körpersprache, ihr Verhalten, ihre Gewohnheiten und daraus Rückschlüsse ziehen. Das hilft auch heute enorm, zum Beispiel, um Bedürfnisse zu identifizieren, neue Geschäftsideen zu entwickeln. Leonardo wäre bestimmt ein erfolgreicher Gründer im Silicon Valley.

Ein Zitat Leonardo da Vincis aus seinen Notizbüchern dazu:

Beobachte das Schwimmen der Fische im Wasser, und Du wirst den Flug des Vogels durch die Luft begreifen.

2. Suche dir einen Mentor!

Leonardos Mentor hieß Andrea del Verrocchio. Der florentinische Künstler nahm ihn früh unter seine Fittiche, brachte ihm in seiner Werkstatt Techniken des Malens und Bildhauens bei. Gleich nebenan in der Werkstatt von Bildhauer Antonio Pollaiuolo arbeitete Leonardo ebenfalls für einige Zeit.

1472, im Alter von 20 Jahren, wurde Leonardo in die Malergilde von Florenz aufgenommen – arbeitete dennoch weiter bei seinem Lehrmeister. Erst fünf Jahre später löste er sich und arbeitete in Florenz fortan selbstständig. Später ging er nach Mailand, wieder zurück nach Florenz und wurde Militärberater und Ingenieur im Dienste des berüchtigten Herzogs Cesare Borgias.

Analogie zur Gegenwart: Mentoren können die Karriere befeuern und erleichtern. Für Einzelkämpfer dagegen ist es oft schwierig. Leonardo verstand es, Wissen von anderen auf- und anzunehmen und zugleich Netzwerke zu bilden – und sich stets das richtige Umfeld für seine vielen Betätigungen zu suchen.

Ein Zitat Leonardo da Vincis aus einem Notizbucheintrag dazu:

Lasse dir vom Abakus-Meister zeigen, wie ein Dreieck zu quadrieren ist. Lasse dir von Messer Fazio die Proportionen zeigen. Bringe den Mönch aus Brera dazu, dir „De ponderibus“ (einen Text zur Mechanik) zu zeigen. Frage Giannino, den Geschützfabrikanten danach, wie man den Turm von Ferrara fugenlos aufgemauert hat.

3. Blicke über den Tellerrand!

Da Vinci ist die historische Personifikation des Universalgelehrten und das Gegenteil des – um sprachlich wieder in die Neuzeit zu wechseln – Fachidioten. Vermeintliche Gegensätze zogen sich bei bei ihm an: Mensch und Maschine, Kunst und Wissenschaft, Anatomie und Malerei.

Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Ingenieur, Anatom und Berater, lernte Sprachen, widmete sich den Naturwissenschaften, der Mathematik, Philosophie und Geschichte. Heute würde man sagen: Er war Generalist, kein Spezialist. Das trifft es nicht ganz: Tatsächlich war er Spezialist – allerdings auf mehr als einem Gebiet. Peter Fisk, Autor des Buches „Creative Genius“, beschreibt es so:

Es sagt sich so leicht, dass jemand seiner Zeit voraus ist, aber selten war jemand seiner Zeit so weit voraus wie er. Er konnte in die Zukunft sehen, seine Einsichten regten neue Möglichkeiten an, seine Vorstellungskraft war ungestört vom Heute.

Analogie zur Gegenwart: Zusammenhänge herstellen und analysieren können, Wissen disziplinübergreifend verbinden, kreative Lösungen für Probleme finden – das sind Fähigkeiten, die Experten regelmäßig als Schlüsselkompetenzen der Zukunft nennen. Der Wert generalistischen Wissens und Denkens könnte also sogar steigen, trotz immer und überall verfügbarer Informationen via Smartphone und Wikipedia.

4. Nutze dein Alter!

Leonardo genoss eine solide Bildung – mehr aber auch nicht. Latein, Mathematik und Arithmetik zählten anfangs nicht zu seinen Spezialgebieten – bis er 30 Jahre alt war. Dann widmete er sich vor allem der Geometrie und Arithmetik mit Feuereifer.

Als er schon über 50 Jahre alt war, entwickelte er herausragendes Interesse für Anatomie. Gemeinsam mit dem damals berühmten Professor Marcantonio della Torre sezierte er als fast 60-Jähriger Dutzende toter Körper, fertigte unzählige anatomische Zeichnungen über das menschliche Skelett an, legte gar Pläne für die genaue Abbildung des menschlichen Körpers und seiner Organe vor.

Analogie zur Gegenwart: Leonardo ist ein Paradebeispiel für lebenslanges Lernens. Ein Credo, das von Jahr zu Jahr vehementer gepredigt wird – und angesichts steigender Lebenserwartung und älter werdender Belegschaften gar nicht zu Unrecht. Altersforscher betonen immer wieder, wie wichtig es gerade für Ältere sei, regelmäßig neue Impulse auszulösen, frische Stimuli zu geben, wechselnde Tätigkeiten auszuüben.

5. Versuche nicht perfekt zu sein!

Die Lobeshymne auf den großen Meister wäre nicht perfekt, ohne zum Schluss auf seine Verfehlungen hinzuweisen. Sein (zweit)größtes Werk entpuppte sich schnell als (handwerkliches) Debakel: Als er Jesus und seine zwölf Apostel würdig auf die Wandmauer im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie bringen wollte, war er sich über die richtige Maltechnik unklar, entschied sich letztlich für Temperafarben. Diese mischte er selbst. Ein Fehler!

Schon früh entstanden Risse, im Laufe der Zeit blätterte die Farbe von der Wand. Das Bild war schon zu seinen Lebzeiten eher eine Ruine. Das Abendmahl-Gemälde hat es trotzdem zu Weltruhm gebracht. Allerdings sind Restaurateure in Mailand bis heute damit beschäftigt, den Verfall des Meisterwerks aufzuhalten.

Analogie zur Gegenwart: Versuche gar nicht erst, perfekt zu sein, alles richtig zu machen. Klappt nicht. Und Perfektionismus hält nur auf.

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Leonardo da Vinci Lebenslauf: Heute noch ein Genie

Bis heute sind zahlreiche Menschen von der Biographie Leonardo da Vincis fasziniert. Der amerikanische Autor und Keynote-Speaker Michael J. Gelb ist einer von ihnen. Und er sagt: Der Lebenslauf von Leonardo da Vinci sei der eines typischen Erfolgsmenschen. Vielfach herrsche der Irrglaube, dass manchen Menschen alles zufliegt: Glück, Karriere, Erfolg. Dahinter steckt die alte Streitfrage, ob einen Talent oder harte Arbeit weiterbringen. In seinem Buch „How To Think Like Leonardo Da Vinci“ (deutsch: „Das Leonardo-Prinzip“) zeigt Gelb anhand von Leonardo da Vincis Lebenslauf, wie wir uns von dem Tausendsassa heute noch eine Scheibe abschneiden und sogar kreativer und intelligenter werden können.

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Die 7 Erfolgseigenschaften von Leonardo da Vinci

Als Analogie dienen Gelb sieben Eigenschaften, die viele Erfolgsmenschen bis auf den heutigen Tag auszeichnen. Bei Leonardo da Vinci hätten sie diese Namen getragen:

1. Neugier (Curiosità)

Dahinter verbirgt sich Interesse, Neugier, ja regelrechter Wissensdurst. Für Leonardo da Vinci gab es kein Thema und kein Gebiet, das ihn nicht interessierte. Und es war längst nicht nur ein oberflächliches Interesse, sondern der Wunsch, Dinge zu durchdringen und zu verstehen. Bekannt sind seine Leichensezierungen, anhand derer er die Anatomie und den Aufbau des menschlichen Körpers bis ins kleinste Detail nachvollziehen konnte. Wo Muskeln, Sehnen und Fettgewebe sitzen, wie das Gehirn des Menschen aussieht, wie innere Organe. Heutzutage ist die Wissenschaft anhand der detaillierten Beschreibungen von Versuchsaufbauten davon überzeugt, dass Leonardo da Vinci sogar bereits nachvollziehen konnte, wie das menschliche Herz funktioniert.

Mehr zum Thema: Neugier: Die unterschätzte Erfolgseigenschaft

2. Lernwille (Dimostrazione)

Der Begriff „Dimostrazione“ lässt sich am ehesten mit der Fähigkeit beschreiben, sich mit seinen Fehlern auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Dafür bedarf es einer anderen Herangehensweise an Fehler und eines hohen Maßes an Selbstreflexion. Oftmals ist alles auf Perfektion ausgerichtet. Aber sich mit einem existierenden Problem auseinanderzusetzen, ist die Keimzelle der Kreativität. Nicht umsonst wird in der Unternehmenskommunikation häufig von Herausforderungen statt Problemen gesprochen. Denn wenn irgendwo etwas nicht reibungslos funktioniert, ist das der Antrieb, um nach neuen Wegen und Lösungen zu suchen. Genau das praktizierte Leonardo da Vinci, als er beispielsweise hydraulische Anlagen zur Bewässerung und Kanalisation baute.

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3. Achtsamkeit (Sensazione)

Dieses Prinzip beschäftigt sich mit dem Schärfen der Sinne. Die verkümmern in der heutigen Zeit mitunter. Beispielsweise, wenn wir permanentem Lärm und Stress ausgesetzt sind und dadurch einen Tunnelblick einnehmen. Oder weil der Körper in der Freizeit nur noch vor dem Fernseher geparkt wird. So wird zwar der visuelle Sinn in irgendeiner Form bedient, aber nicht gefordert oder gar gefördert. Andere Sinne wie das Schmecken gehen im Zuge von Fast Food und Nikotin unter. Sinne wie Riechen, Hören, Schmecken, Fühlen, Tasten lassen sich wieder trainieren.

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4. Toleranz (Sfumato)

Wer sich mit Innovationen und neuartigen Wegen beschäftigt, muss Unsicherheiten, Zweifel und auch Widersprüchlichkeiten aushalten können. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Ambiguitätstoleranz“. Kreative Geister wie Leonardo da Vinci haben dabei häufig nicht nur mit den eigenen Erwartungen, Wünschen und Zielen zu kämpfen, sondern häufig auch mit denen der Umgebung. Gerade dann, wenn jemand wie da Vinci von Auftraggebern abhängig ist, entsteht ein gewisser Erfolgsdruck. Gepaart mit dem Wissensdrang setzte sich Leonardo da Vinci nicht nur über eigene Ängste, sondern auch über die Tabus der Kirche hinweg, als er menschliche Leichen und Tierkadaver zum besseren Verständnis untersuchte und sezierte.

Mehr zum Thema: Ambiguitätstoleranz lernen: Beispiele, Test + Übungen

5. Balance (Arte/Scienza)

Für Leonardo da Vinci gab es kein „Entweder-Oder“, sondern nur ein „Und“. Er schätzte nicht nur das Phantasievolle, Künstlerische, sondern widmete sich vor allem im Alter besonders der Mathematik und Anatomie. Und dafür steht das Prinzip „Arte/Scienza“: die Balance zwischen Logik und Phantasie, zwischen Kunst und Wissenschaft. Der Künstler selbst setzte in seinen Notizen beispielsweise Mindmaps ein, um Informationen zu sortieren und Verknüpfungen zu verdeutlichen.

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6. Fitness (Corporalità)

„Mens sana in corpore sano“ – „ein gesunder Geist soll in einem gesunden Körper wohnen“. Das wussten schon die Römer der Antike. Leonardo da Vinci hielt sich gut 1300 Jahre später an diesen Spruch. Er machte Sport und achtete auf ausgewogene Ernährung. Seine Überlegungen gingen noch weiter: Da Vinci praktizierte Beidhändigkeit (siehe Kasten oben) – eine antike Form des Gehirnjoggings, das ihn bis ins Alter fit gehalten hat. Es ist erwiesen, dass sich die fluide Intelligenz, die normalerweise mit Mitte 20 beständig abnimmt, trainieren lässt, indem Routinehandlungen unterbrochen und stattdessen neue Wege beschritten werden.

Mehr zum Thema: Fitness: Schon der Gedanke an Sport macht fit

7. Kombination (Connessione)

Das letzte Prinzip beschreibt die Verbundenheit aller Dinge und Phänomene miteinander. Alles ist irgendwie miteinander vernetzt. Radikal ausgedrückt bedeutet das, dass alles bereits einmal da war. Der Mensch kann nichts denken, was es nicht in irgendeiner Form bereits irgendwo gegeben hat. Auch absolute Innovationen arbeiten schließlich mit dem, was bereits vorhanden ist und fügen Dinge in ungewöhnlicher Kombination zusammen. Allerdings setzt das ein systemisches Denken voraus. Das und die unglaubliche Beobachtungsgabe von Leonardo da Vinci haben ihn unglaubliche Erfindungen und Entdeckungen machen lassen.

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[Bildnachweis: ARCHITECTEUR by Shutterstock.com]

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