Juwelier: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt + Bewerbung

Der Umgang mit Schmuck, die edlen sowie wertvollen Materialien sowie der Kontakt zu Kunden macht den Beruf als Juwelier zu einer interessanten Karriere. Dabei sollte ein Juwelier nicht mit einem Goldschmied verwechselt oder gleichgesetzt werden. Während sich ein Goldschmied um die Herstellung und Verarbeitung kümmert, ist der Juwelier für die Vermarktung und den Verkauf verantwortlich. Wer sich dafür interessiert, kann als Juwelier eine spannende und auch aussichtsreiche Laufbahn einschlagen. Hier erfahren Sie, was Sie zur Ausbildung, zum Beruf und zum Gehalt als Juwelier wissen müssen…

Juwelier: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt + Bewerbung

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Aufgaben: Was macht ein Juwelier?

Ein Juwelier übt einen kaufmännischen Beruf aus. Zu seinen Hauptaufgaben gehören vor allem das Verkaufen von Schmuck und die direkte Beratung von Kunden. Gerade beim hochwertigem Schmuck sind Käufer oftmals unsicher, kennen sich selbst nicht gut aus oder wissen nicht genau, was zu ihnen und ihren Vorstellungen passt. Juweliere stehen hier mit ihrem Wissen und ihrem Gespür für Ästhetik zur Seite. Sie stellen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten oder Alternativen vor und besprechen dabei die Unterschiede in Materialien. Als Juwelier ist es deshalb wichtig, sich mit möglichst allen Produkten gut auszukennen – angefangen von Ringen und Ketten, über Uhren, Armbänder, Ohrringe bis hin zu Broschen oder auch Schmuck für Piercings.

Wichtig ist ein stets freundlicher Umgang mit den Wünschen von Kunden sowie ein Verständnis, welche Art von Schmuck zu welchem Anlass und in welcher Kombination zusammenpasst. Hier helfen ein gutes modisches Gespür, aber auch die Erfahrung im Beruf. Als Juwelier sind Sie zudem für einen ansprechenden Verkaufsraum verantwortlich, der nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch den Umsatz steigern soll. Weiterhin zählt zu Ihren Aufgaben, benötigte Produkte nachzubestellen, Schmuckstücke für den Verkauf mit Preisen zu versehen und einen Überblick über Ein- und Ausgänge im Lager zu behalten. Kleinere Arbeiten oder Reparaturen an den Schmuckstücken nehmen zum Teil ebenfalls Juweliere selbst vor. Für größere Änderungen, Anpassungen oder die allgemeine Herstellung hingegen arbeitet der Juwelier mit einem Goldschmied zusammen.

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Juwelier Ausbildung

Wer Schmuck oder Uhren kaufen möchte, ob für sich selbst oder als schönes Geschenk, geht zum Juwelier. Hier finden sich die passenden Schmuckstücke und das nötige Wissen. Allerdings ist die Berufsbezeichnung Juwelier in Deutschland nicht geschützt. Somit existieren auch keine festen Regelungen, welche Kenntnisse Sie mitbringen müssen, um sich selbst als Juwelier zu bezeichnen. Wie genau die Vorbildung und Erfahrung aussieht, ist entsprechend unterschiedlich.

Die meisten Einsteiger zum Juwelier wählen dabei eine kaufmännische Ausbildung mit entsprechender Spezialisierung. So können Sie beispielsweise eine duale Ausbildung als Einzelhandelskaufmann beziehungsweise -kauffrau für Schmuck, Uhren, Gold- und Silberwaren machen. In dieser dreijährigen Ausbildung lernen Sie an der Berufsschule die nötige Theorie, während Sie im Ausbildungsbetrieb Einblicke in die praktische Umsetzung und tägliche Arbeit im Einzelhandel und speziell im Schmuckbereich bekommen. Zu den Inhalten und Kompetenzen, die Sie in der Ausbildung erwerben, zählen unter anderem…

  • Einkauf und Bestellung von Waren
  • Erfassung und Kontrolle von Warenein- und ausgängen
  • Professioneller Umgang mit Kunden
  • Gestaltung und Pflege des Warensortiments
  • Annahme und Umgang mit verschiedenen Zahlungsmitteln
  • Erstellung von Abrechnungen an der Kasse
  • Erstellung von Kalkulationen
  • Verständnis und Aufbau einer Wertschöpfungskette
  • Platzierung und Gestaltung des Warenangebots
  • Werbemöglichkeiten zur Kundengewinnung
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Juwelier Gehalt

Juweliere haben täglich hochwertige Schmuckstücke in der Hand, verkaufen Ringe oder Uhren für teilweise vierstellige Beträge. Gemäß dem luxuriösen Produkt vermuten einige auch eine sehr hohen Bezahlung. Hier ist jedoch zu unterscheiden:

Selbständigkeit
Wer als Juwelier selbständig ein eigenes Ladenlokal eröffnet und dieses erfolgreich leitet, kann durch die hochpreisigen Produkte viel Geld verdienen. In diesem Fall sind dem möglichen Verdienst nahezu keine Grenzen gesetzt, doch ist dies nur eine Ausnahme für Juweliere.

Angestelltenverhältnis
Die meisten Juweliere arbeiten in einem Angestelltenverhältnis, beispielsweise in Kaufhäusern oder in Juwelierfachgeschäften. Wie hoch das Gehalt letztlich ist, hängt dabei von der Berufserfahrung, dem Unternehmen sowie dem Standort ab. Während der Ausbildung gibt es drei Stufen je Ausbildungsjahr.

Ausbildungsgehalt Juwelier Einzelhandelskaufleute

Weitere Einflussfaktoren sind das Bundesland und ob ein Betrieb an den Tarifvertrag gebunden ist.

  • Im ersten Ausbildungsjahr können je nach Ausbildungsbetrieb durchschnittlich zwischen 755 Euro und 900 Euro verdient werden.
  • Die Ausbildungsvergütung im zweiten Jahr liegt im Schnitt bei 805 Euro und 1.005 Euro.
  • Das letzte Jahr in der Ausbildung bringt Ihnen 935 Euro bis 1.150 Euro.

Gehaltsvergleich Aehnliche Branche Juweliere

Nach der Ausbildung können Juweliere abhängig von den oben genannten Faktoren zwischen 1.800 und 2.550 Euro brutto als Einstiegsgehalt verdienen. Mit zunehmender Berufserfahrung, größerer Verantwortung und höherer Position sind dann auch zwischen 3.530 und 4.120 Euro brutto monatlich möglich.

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Arbeitgeber: Wer sucht Juweliere?

Je nach Vorbildung kommen verschiedene Branchen beziehungsweise Arbeitgeber für Sie infrage. Wer zuvor eine Ausbildung als Goldschmied oder Uhrmacher absolviert hat, kommt in handwerklichen Gold- und Silberschmieden beziehungsweise Uhrmacherwerkstätten unter. Mit dem handwerklichen Background ist ebenfalls die industrielle Uhren- oder Schmuckwarenherstellung ein mögliches Betätigungsfeld.

Wer hingegen eine kaufmännische Ausbildung mitbringt, kommt vorrangig im Einzelhandel unter, also in Juwelierfachgeschäften sowie großen Kaufhäusern mit eigener Schmuckwarenabteilung. Abhängig sind die Einsatzorte von den persönlichen Qualifikationen. Jemand, der eine Einzelhandelsausbildung in einem Juwelierfachgeschäft absolviert, bringt sehr wahrscheinlich detailliertere Kenntnisse zur Uhren- und Schmuckwarenherstellung mit als jemand mit einer Ausbildung in einem Schuhfachgeschäft.

Juwelier Jobs: Karrierechancen + Aussichten

Wenn Sie sich eine Ausbildung und Karriere als Juwelier vorstellen können, dürfen Sie sich über grundsätzlich gute Chancen und auch Aussichten freuen. Für den Einzelhandel, zu dem Juweliergeschäfte zählen, werden für die kommende Jahre durchaus positive Entwicklungen erwartet – auch wenn der steigende Anteil von Online-Käufen beachtet werden muss.

Juweliere beziehungsweise Juwelierfachgeschäfte zählen jedoch zu den Geschäften, die sich weiterhin über viel Kundschaft freuen dürfen. Die Beratung und die Möglichkeit, ein teures und edles Schmuckstück vor dem Kauf an sich selbst sehen zu können, locken Interessenten ins Juweliergeschäft, statt über das Internet zu bestellen. Zudem können Sie als Juwelier weitere Schritte planen und Ihre Karriere gestalten. So können Sie zum Verkaufsleiter aufsteigen oder zum Filialleiter werden. Wenn Sie der Drang nach einem eigenen Geschäft antreibt, können Sie sich auch selbstständig machen und ein eigenes Juweliergeschäft eröffnen.

Bewerbung als Juwelier: Tipps + Vorlagen

Wollen Sie sich für eine Ausbildung zum Juwelier bewerben, erwarten die meisten Betriebe einen erfolgreichen mittleren Schulabschluss, eine feste Voraussetzung ist dies jedoch nicht. Auch mit Hauptschul– oder sogar ohne Schulabschluss ist die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Bereich Schmuck möglich. Bei der Bewerbung für eine Festanstellung als Juwelier – gleichermaßen natürlich auch bei einer Ausbildung – sind zudem die folgenden Fähigkeiten und Qualifikationen gefragt:

  • Interesse an Schmuck
  • Kaufmännische Fähigkeiten
  • Seriöses und freundliches Auftreten
  • Guter Umgang mit Kunden und anderen Menschen
  • Gute sprachliche Fähigkeiten
  • Lernfähigkeit
  • Merkfähigkeit

Für die Bewerbung selbst kommt es auf eine in sich schlüssige Darstellung Ihrer Qualifikationen im Anschreiben und im Lebenslauf an. Selbstverständlich sollten diese sich nicht widersprechen. Ihr Anschreiben sollte gegenüber dem tabellarischen Lebenslauf einen Mehrwert bieten: Zählen Sie nicht einfach nur die Stationen Ihrer Ausbildung auf, sondern überzeugen Sie mit Ihrer Motivation. In einer Branche, die Ästhetik besonders schätzt, sollten Sie außerdem erst recht auf eine fehlerfreie und ansprechende Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen achten.

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[Bildnachweis: dotshock by Shutterstock.com]
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23. Februar 2021 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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