Teamfähigkeit ist für die meisten Unternehmen eine Grundvoraussetzung, um einen Bewerber überhaupt in die engere Auswahl für einen freien Job zu nehmen. Wenn es nicht gelingt, den Personaler zu überzeugen, dass Sie in einer Gruppe zusammenarbeiten und funktionieren können, landet die Bewerbung sehr schnell in der Ablage P. Dennoch findet man Einzelkämpfer bei jedem Arbeitgeber, ja sogar in jeder Abteilung. Und auch unter den Selbstständigen finden sich viele Berufstätige, die keine Mitarbeiter haben und sich nur auf sich selbst verlassen. Aber kann es wirklich funktionieren, sich im Job nur als Einzelkämpfer durchzuschlagen?

Einzelkämpfer: Woran können Sie einen erkennen?

Jirsak/shutterstock.comBeim Wort Einzelkämpfer denken viele zunächst an Szenen aus Hollywood-Klassikern, in denen sich der Protagonist auf eigene Faust bis tief hinter die feindlichen Linien durchschlägt und am Ende des Tages in einem größtmöglichen Spektakel die Welt rettet. Sollten Sie nicht gerade als Spion tätig sein, hat die schöne Filmfantasie leider absolut nichts mit der Realität gemeinsam.

Dennoch werden Ihnen auch in einem - im Vergleich zum Spion - normalen Berufsleben immer wieder Einzelkämpfer über den Weg laufen. Da sich viele Arbeitgeber jedoch Teamfähigkeit auf die Fahnen geschrieben haben, fallen Einzelkämpfer in der Regel nicht gleich mit der Tür ins Haus. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die Ihnen zeigen, dass Sie es mit einem zu tun haben:

  • Sie fragen nicht nach Hilfe. Egal, um welche Aufgabe es sich handelt: Wahre Einzelkämpfer halten es nicht für nötig, einen Kollegen um Hilfe zu fragen. Dies liegt daran, dass Einzelkämpfer davon überzeugt sind, es selbst besser zu können. Selbst wenn der Kollege ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist, macht es der Einzelkämpfer doch lieber alleine. Gleiches gilt übrigens auch anders herum: Sie halten es nicht für nötig, anderen zu helfen. Stattdessen finden sie immer eine Ausrede, warum es gerade nicht passt.
  • Sie geben keine Fehler zu. Wer sich selbst für überlegen hält, kann dieses Bild natürlich nicht dadurch zerstören, dass er einen eigenen Fehler zugibt. Also versuchen Einzelkämpfer das Image eines perfekten Mitarbeiters zu wahren, indem sie die Fehler nur bei anderen Suchen.
  • Sie fügen sich nicht in die Gruppe ein. Mit der Zeit ergeben sich am Arbeitsplatz Freundschaften und Kontakte zwischen den Mitarbeitern. Schließlich verbringt man mit seinen Arbeitskollegen unter der Woche oft mehr Zeit, als mit der eigenen Familie. Einzelkämpfer halten sich jedoch zurück. Sie gehen nicht mit den Kollegen in die Mittagspause, beteiligen sich nicht am Gespräch in der Kaffeeküche und verabreden sich auch nicht zu einem gemeinsamen Feierabendbier.

Die Vorteile eines Einzelkämpfers

Es gibt zwei verschiedene Wege, um ein Einzelkämpfer zu werden: Die einen folgen ihrer Persönlichkeit und wurden sozusagen dazu geboren. Es liegt ihnen im Blut, die Dinge lieber alleine anzupacken und in Teams fühlen sie sich einfach nie wirklich gut aufgehoben.

Die anderen werden erst mit der Zeit mehr und mehr zum Einzelkämpfer, weil sie sich dadurch Vorteile ausrechnen. Vielleicht haben sie ein Vorbild, dessen Erfolg sie nacheifern wollen oder sind für sich zu dem Schluss gekommen, dass es sich für sie die bessere Wahl ist, die Teamfähigkeit hinten an zu stellen.

  • Erfolge werden nicht geteilt. Wer alleine etwas erreicht, muss weder die damit verbundene Anerkennung, noch die Belohnung mit jemand anderem teilen.
  • Kompromisse werden überflüssig. Einzelkämpfer können viele Dinge so angehen, wie sie es wollen, ohne sich einem Kompromiss beugen zu müssen.
  • Ziele können verfolgt werden. Sich nicht in die Gemeinschaft eines Teams einzufügen, macht es leichter, seine eigenen Ziele im Blick zu behalten und zu verfolgen.

Einzelkämpfer: Es geht nicht immer alleine

So schön einige Vorteile des Einzelkämpfertums auch sein mögen, müssen wir noch einmal zurück zur anfänglichen Frage kommen. Ist es wirklich möglich, sich als Einzelkämpfer zu behaupten? Die Antwort darauf ist leider nicht vollkommen eindeutig. Zum einen lautet sie: Ja, natürlich können Sie sich alleine durchschlagen. Auf der anderen Seite ist die Antwort aber auch ein Nein, denn wer es immer und überall alleine schaffen will, wird schnell feststellen, dass er an seine Grenzen kommt. Je nach Beruf und Unternehmen können Einzelkämpfer zwar unterschiedlich gut abschneiden, doch früher oder später kommt immer der Moment, in dem Teamarbeit die bessere Lösung wäre.

  1. Niemand kann alles

    Jeder hat seine eigenen, ganz persönlichen Stärken und Schwächen. Das gilt beruflich, genauso wie privat. Auch Einzelkämpfer bilden von dieser Regel keine Ausnahme, nur sind diese sehr darauf bedacht, nur die eigenen Stärken zu sehen und zur Schau zu stellen. In vielen Fällen würde es aber zu einem besseren Ergebnis führen, wenn man sich an einen Kollegen oder externen Berater wendet, um dessen Expertise zu nutzen - die man selbst vielleicht nicht besitzt.

  2. Teams schaffen mehr

    Viele Hände, schnelles Ende. Vielleicht kennen Sie diese Redewendung, die treffend beschreibt, warum Teamarbeit einem Einzelkämpfer in Sachen Schnelligkeit meist deutlich überlegen ist. Eine Person allein kann einfach nicht all die Dinge gleichzeitig erledigen, die ein funktionierendes Team auf die Beine stellt.

  3. Fehler werden vermieden

    Grundsätzlich sind Fehler ein notwendiges Übel, um darauf zu lernen und einen Schritt nach vorne zu machen. Viele Einzelkämpfer müssen diese Lektion mühsam erlernen und einige Rückschläge verkraften. Wer jedoch im Team arbeitet und Kontakte knüpft, kann von deren Erfahrungen und Wissen profitieren, Fehlerquellen vorzeitig identifizieren und den Lerneffekt erzielen, ohne den Fehler selbst machen zu müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

[Bildnachweis: max sattana, Jirsak by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...