Gehirnjogging: Informationen und Übungen

Um auch mit steigendem Alter über ausgeprägte kognitive Fähigkeiten zu verfügen, hat sich Gehirnjogging mittlerweile zu einer Art Volkssport entwickelt. Immer mehr Menschen nutzen die einen Teil ihrer freien Zeit, um die eigenen grauen Zellen durch Gehirnjogging auf Trab zu halten. Möglichkeiten gibt es in allen Bereichen, nicht nur klassische Bücher und Zeitschriften, sondern auch Apps ermöglichen Gehirnjogging immer und überall. Mit der Beliebtheit kommen immer neue Anbieter, die durch Gehirnjogging wahre Wunder versprechen. Aber funktioniert das wirklich? Was Sie zum Gehirnjogging wissen sollten und Übungen, mit denen Sie Ihren Denkapparat trainieren können…

Gehirnjogging: Informationen und Übungen

Gehirnjogging: Bringt es überhaupt etwas?

Denksport macht Spaß und eignet sich schon deshalb als Freizeitbeschäftigung. Per App gegen Freunde oder auch Fremde um die Wette quizzen, Kreuzworträtsel oder Sudokus in der Zeitung lösen – ein Großteil der Menschen geht der ein oder anderen Form des Gehirnjoggings nach. Wer regelmäßig Gehirnjogging betreibt, verspricht sich davon jedoch meist noch mehr als nur den Spaß an der Beschäftigung…

  • Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten
  • Steigerung der Gedächtnisleistung
  • Erweiterung des Allgemeinwissens
  • Vorbeugung von Demenz
  • Steigerung der Intelligenz

Anbieter von Gehirnjogging werben mit großen Effekten und wecken entsprechende Hoffnungen. Aber hält Gehirnjogging wirklich, was es verspricht?

Fest steht: Ja, Gehirnjogging bringt etwas. Befürworter des Gehirnjoggings stellen gerne den Vergleich zwischen Gehirn und Muskeln her: Genau wie ein Muskel lasse sich auch das Gehirn trainieren und die Leistung damit steigern. Wer stattdessen denkfaul ist und die grauen Zellen nicht anstrengt, lässt diese verkümmern und baut kognitive Fähigkeiten schneller ab.

Doch Wissenschaftler wissen, dass diese Annahme nur zum Teil richtig ist. In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung erklärte Lutz Jäncke, Leiter des Lehrstuhls für Neuropsychologie an der Universität Zürich, warum:

Alles, was wir intensiv üben, hinterlässt Spuren im Gehirn: Nervenzellen, die Verbindungen zwischen den Zellen oder ganze Hirnareale verändern sich dabei. […] Die Frage ist nur, ob das auch zu Transfereffekten führt. Das bedeutet, dass auch andere als die trainierten Funktionen verbessert werden.

Das zeigte beispielsweise die Online-Studie des Medical Research Councils der Universität Cambridge und des Senders BBC. Knapp 11 500 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 60 Jahren nahmen daran teil. Sechs Wochen lang mussten sie Übungen am Computer auf der Wissenschaftsseite der BBC machen. Dabei trainierten sie unter anderem logisches Denken, ihr Gedächtnis, räumliches Sehvermögen und ihre Konzentrationsfähigkeit. Ihre Gedächtnisleistung wurde vor und nach dem Training getestet.

Das Ergebnis: Die Teilnehmer konnten zwar Ihre Leistung in bestimmten Aufgaben verbessern, aber dadurch änderte sich Ihre Leistung in anderen Bereichen nicht. Das heißt also, nur weil Sie durch Gehirnjogging Ihre Merkfähigkeit verbessert haben, sind Sie nicht automatisch besser im logischen Denken. Transfereffekte werden durch das Gehirnjogging somit nicht erzielt.

Um den Vergleich zwischen Gehirn und Muskel noch einmal zu bemühen: Wenn Sie jeden Tag Hanteln stemmen, können Sie das Gewicht erhöhen und die Muskeln in den Armen wachsen – Bauchmuskeln bekommen Sie davon aber nicht.

Vorteile und Nutzen von Gehirnjogging

Gehirnjogging Vorteile Übungen Tipps Test kostenlos RätselGehirnjogging und Denksport lohnen sich trotzdem. Sie können durch Gehirnjogging positive Effekte erzielen. Alle Versprechungen kann das Gehirnjogging zwar nicht erfüllen, doch können Sie von mehreren Vorteilen profitieren:

  • Kognitive Fähigkeiten erhalten

    Mit steigendem Alter nehmen die kognitiven Fähigkeiten ab. Diesen Verlauf können Sie nicht aufhalten, aber durch Gehirnjogging lassen sich die Fähigkeiten des Gehirns länger erhalten. Ein großer Vorteil von Gehirnjogging ist somit, dass Ihre kognitiven Fähigkeiten bis in ein höheres Alter erhalten bleiben, indem der Abbau verlangsamt wird.

  • Gezielte Fähigkeiten stärken

    Auch ohne Transfereffekte hat Gehirnjogging einen spürbaren Nutzen. Sie können gezielte Fähigkeiten trainieren und stärken. Das können beispielsweise die Bereiche sein, die Sie beruflich besonders häufig brauchen oder auch Aufgaben, in denen Sie sich gerne verbessern würden.

  • Konzentriertes Arbeiten üben

    Durch Gehirnjogging üben Sie konzentriertes Arbeiten – was sich auch bei anderen Aufgaben einsetzen lässt. Sie können Ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern und Flüchtigkeitsfehler vermeiden – eine Stärke, die vielfältigen Nutzen bietet.

Tipps: So wird Gehirnjogging zum Erfolg

In den Genuss der Vorteile von Gehirnjogging kommen Sie vor allem dann, wenn Sie es richtig machen. Ob Sie sich dabei für die moderne Variante in einer App oder ganz klassisch das Papierformat in einem Buch oder einer Zeitung entscheiden, hat keinen Einfluss auf den Erfolg des Gehirnjoggings.

Um das Maximum aus dem Gehirnjogging herauszuholen, haben wir trotzdem einige Tipps, die Sie beherzigen sollen:

  • Sorgen Sie für Abwechslung

    Besonders erfolgreich und auch nützlich ist abwechslungsreiches Gehirnjogging. Da Transfereffekte ausbleiben, sollten Sie Ihren Denkapparat mit vielen verschiedenen Aufgaben herausfordern und somit zahlreiche Fähigkeiten trainieren. Sie können in Blöcken vorgehen und sich eine zeitlang einer Fähigkeiten widmen oder verschiedene Bereiche mischen.

  • Bleiben Sie am Ball

    Die Effekte von Gedächtnistraining treten nicht nach einem Tag auf, sondern erfordern Geduld und Beharrlichkeit. Erst wenn Sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig üben, macht sich das Gehirnjogging positiv bemerkbar. Im Idealfall wird Gehirnjogging zu einer langfristigen Gewohnheit, die Sie über Monate und Jahre beibehalten.

  • Vermeiden Sie übermäßigen Konkurrenzdruck

    Es mag nahe liegen, sich beim Gehirnjogging mit anderen vergleichen zu wollen – doch sollten Sie damit vorsichtig sein. Zu sehen, dass andere besser, schneller oder cleverer sind, kann frustrierend und demotivierend sein. Zudem sind die Fähigkeiten von Menschen unterschiedlich verteilt. Einer brilliert mit Zahlenverständnis, ein anderer ist besser im logischen Denken oder sprachlichen Fähigkeiten. Konzentrieren Sie sich darauf, selbst besser zu werden, statt nur den Vergleich zu suchen.

Gehirnjogging: Welche Übungen können Sie nutzen?

Um Ihnen ein abwechslungsreiches Gehirnjogging zu ermöglichen, stellen wir einige typische Übungen und Aufgaben vor, die Sie in Ihren Denksport aufnehmen können:

  • Sudokus

    Die Ziffern von 1 bis 9 in Kästchen eintragen – jeweils nur einmal pro Quadrat, Reihe und Spalte. Sudokus gehören zu den beliebtesten Aufgaben beim Gehirnjogging und sind für jeden geeignet. Sie kombinieren den Umgang mit Zahlen mit logischem Denken. Von den einfachsten Sudokus für Anfänger können Sie sich immer weiter vorarbeiten, bis Sie bei Varianten ankommen, in denen kaum noch eine Zahl vorgegeben ist.

  • Logikrätsel

    Der Mensch ist ein rationales Wesen und in vielen Situationen nutzen wir logisches Denken, um Entscheidungen zu treffen. Beim Gehirnjogging lässt sich diese Fähigkeit durch knifflige Aufgaben trainieren. Ein bekanntes Beispiel ist dabei das sogenannte Einstein-Rätsel. Dabei wird eine zunächst einfache Frage gestellt (dabei existieren verschiedene Variationen des Rätsels mit unterschiedlichen Tieren und Eigenschaften): Wem gehört das Zebra? Um die Antwort zu finden, müssen Sie Logik anwenden – wobei Ihnen eine Reihe von Informationen an die Hand gegeben wird:

    1.Der Engländer wohnt im roten Haus.
    2. Der Spanier besitzt einen Hund.
    3. Der Ukrainer trinkt ausschließlich Tee.
    4. Das grüne Haus befindet sich links neben dem Weißen.
    5. Der Bewohner des grünen Hauses trinkt Kaffee.
    6. Die Person, die Old-Gold raucht, hat eine Schnecke.
    7. Der Bewohner im mittleren Haus trinkt am liebsten Milch.
    8. Der Bewohner des gelben Hauses bevorzugt Zigaretten von Kools.
    9. Der Norweger wohnt im ersten Haus.
    10. Der Chesterfields-Raucher wohnt neben der Person, die einen Fuchs besitzt.
    11. Der Mann mit dem Pferd ist ein Nachbar der Person, die Kools raucht.
    12. Der Lucky-Strike Raucher trinkt gerne Orangensaft.
    13. Der Norweger wohnt neben dem blauen Haus.
    14. Der Japaner raucht Zigaretten der Marke Parliaments.
    15. Neben dem Chesterfields-Raucher wohnt ein Nachbar, der Wasser trinkt.

    Sehr viele Informationen, doch wem gehört denn nun das Zebra?

  • Konzentrationsaufgaben

    Auch Konzentrationsaufgaben können dem Gehirnjogging zugeordnet werden. Es trainiert das Gehirn, wenn Sie sich mit voller Aufmerksamkeit einer Aufgabe widmen, Ablenkungen ausblenden und angestrengt grübeln. Zählen Sie beispielsweise, wie oft ein Buchstabe in einem Text vorkommt oder versuchen Sie, einen Brief rückwärts zu schreiben. Das erfordert große Konzentration und trainiert die Fähigkeit.

  • Gedächtnisaufgaben

    Viel zu oft vergessen wir Dinge und ärgern uns anschließend darüber. Namen, Termine, Aufgaben, Einkäufe… Beim Gehirnjogging können Sie Ihr Gedächtnis und Ihre Merkfähigkeit trainieren. Die einfachste Möglichkeit: Merken Sie sich eine Reihe von Begriffen und versuchen Sie diese anschließend fehlerfrei in der richtigen Reihenfolge aufzusagen. Das Ganze können Sie auch spezifischer Üben, indem Sie sich beispielsweise Namen oder Gesichter merken.

  • Brainteaser

    Eine besonders gute Möglichkeit für Gehirnjogging sind sogenannte Brainteaser. Dabei handelt es sich um Aufgaben und Rätsel, die aus verschiedenen Bereichen kommen und deshalb auch ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Herangehensweisen erfordern. Mal müssen Sie ganz logisch an ein Problem herangehen, mal kommen Sie durch kreatives Denken ans Ziel.

    Abschließend haben wir einige Brainteaser zum Üben und Ausprobieren für Sie zusammengestellt – klicken Sie sich einfach durch die nachstehenden Aufgaben. Dabei gilt natürlich: Probieren Sie es erst einmal selbst, bevor Sie sich die Lösung ansehen.

Knobelaufgabe Denksport Parkplatz

Knobelaufgabe Denksport Parkplatz Lösung

Denksport Raeumliches Denken Wuerfel

Denksport Raeumliches Denken Wuerfel Loesung

Logikraetsel Symbole Vervollstaendigen

Logikraetsel Symbole Vervollstaendigen Loesung

Brainteaser Zeichnung Haus


Brainteaser Zeichnung Haus Loesung

Kreativitaetstest Kerze Wand Schachtel

Kreativitaetstest Kerze Wand Schachtel Loesung

Denksport Busrichtung Frage

Denksport Busrichtung Antwort Lösung

Knobelaufgabe Denksport 10 Kühe

Knobelaufgabe Denksport 10 Kühe Lösung

Logikraetsel Eine Linie 9 Punkte

Logikraetsel Eine Linie 9 Punkte Loesung

Knobelaufgabe Denksport 16 Punkte 1 Linie


Knobelaufgabe Denksport 16 Punkte 1 Linie Lösung 1

Knobelaufgabe Denksport 16 Punkte 1 Linie Lösung 2

Knobelaufgabe Symbole Erkennen

Knobelaufgabe Symbole Erkennen Loesung

Knobelaufgabe Denksport Mathe Rätsel

Knobelaufgabe Denksport Mathe Rätsel Lösung

Knobelaufgabe Denksport Dog Search

Knobelaufgabe Denksport Dog Lösung

Knobelaufgabe Denksport Matheaufgabe


[Bildnachweis: wowomnom by Shutterstock.com]
9. Januar 2020 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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