Auffassungsgabe: So punkten Sie in der Bewerbung

Die Auffassungsgabe ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Bei der Bewerbung ebenso wie später im Beruf. Wer eine schnelle Auffassungsgabe hat, besitzt einen deutlichen Vorteil und Vorsprung und kann sich schneller wie flexibler auf neue Situationen oder komplexe Aufgaben einstellen. Wir zeigen, wie Sie Ihre Auffassungsgabe verbessern und damit zugleich in der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch punkten und sich positiv von der Konkurrenz abheben…

Auffassungsgabe: So punkten Sie in der Bewerbung

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Was ist eine schnelle Auffassungsgabe?

Als Auffassungsgabe wird die Fähigkeit bezeichnet, neues Wissen schnell und präzise aufzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und die Erkenntnisse daraus ebenso rasch einzusetzen oder Lösungen zu erarbeiten. Auffassungsgabe umfasst im Wesentlichen drei Prozesse: erfassen, begreifen und danach handeln. Synoyme Begriffe sind Denkvermögen, Erkenntnisfähigkeit, Fassungskraft, Problemlösungskompetenz oder gar Intelligenz.

Beurteilt und bewertet wird die Auffassungsgabe vor allem nach Geschwindigkeit, weniger nach „gut“ oder „schlecht“. Wir sprechen von „blitzgescheiten“ Menschen oder „Schnelldenkern“, wenn diese eine schnelle Auffassungsgabe haben. Wer dagegen eine langsame Auffassungsgabe besitzt, den bezeichnen viele als eingeschränkt oder gar dumm.

3 Phasen der Auffassung

In der Psychologie wird die Auffassungsgabe häufig in drei Phasen unterteilt:

  1. Aufnahme + Verständnis

    Am Anfang steht das Erfassen. Alle vorhandenen und benötigten Informationen müssen aufgenommen werden – durch aufmerksames Zuhören, durch Lesen und Zuschauen.

  2. Analyse + Einordnung

    Im zweiten Schritt der Auffassungsgabe findet die Analyse statt: Was bedeuten die Informationen? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen? Welche Handlungen werden abgeleitet? Das eigene Wissen sowie vorhandene Erfahrungen spielen eine große Rolle. Wer viel weiß oder erlebt hat, ist schneller.

  3. Umsetzung + Verinnerlichung

    Abschließend zeigt sich eine gute Auffassungsgabe in der Fähigkeit, die verarbeiteten Informationen zu nutzen. Erst so werden aus Aufgaben Lösungen, Erwartungen umgesetzt oder Know-how an andere weitergegeben.

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Warum ist die Auffassungskraft so gefragt?

Eine rasche Auffassungsgabe ist ein sogenannter Top-Skill. Wer sie besitzt, hat nicht nur einen Erkenntnisvorsprung, sondern gleich mehrere Vorteile. Bei der Jobsuche und Bewerbung wie später im Job und im Berufsleben allgemein.

Nichts ist so stetig wie der Wandel. Fachwissen veraltet schnell. Mit der Digitalisierung noch schneller. Wer eine schnelle Auffassungsgabe besitzt, kann sich früher darauf einstellen, komplexe Zusammenhänge erfassen, Veränderungen antizipieren und sich vorbereiten. Das spart nicht nur Zeit, sondern sichert die Existenz. Die eigene und die von Unternehmen. Und wer schnell kapiert, glänzt meist auch durch hohe Eigeninitiative.

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Auffassungsgabe in der Bewerbung

Für Personaler zählt die Auffassungsgabe zu den wichtigen Soft Skills. Sie steht für hohe Lernfähigkeit und strukturiertes Vorgehen.

Die Schwierigkeit für Bewerber: Es reicht nicht aus, sich selbst eine gute und schnelle Auffassungsgabe zu bescheinigen. Mit Formulierungen im Stil von „Ich verfüge über eine schnelle Auffassungsgabe und lerne schnell neue Dinge“ werden Sie kaum einen Personaler überzeugen. Behaupten kann das jede(r). Damit eine solche Aussage im Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch aussagekräftig wird, braucht es Beispiele und Belege.

Im Bewerbungsgespräch prüfen Personaler die Auffassungsgabe gerne mit Brainteasern, mit Eignungstests, Intelligenztests, mit sogenannten Fermi-Fragen oder einem Probearbeitstag. Im Anschreiben wiederum sollten Sie kleine Anekdoten aus bisherigen Positionen schildern. Also WIE Sie Ihre Auffassungsgabe bei einem Projekt genutzt und ein bestehendes Problem gelöst haben. Je konkreter und nachvollziehbarer, desto besser für die Bewerbung. Formulierungsbeispiele:

Durch meine schnelle Auffassungsgabe konnte ich das Scheitern eines wichtigen Projekts verhindern. Nachdem ich ein paar Presseberichte analysiert hatte, wurde mich klar, dass wir schnell reagieren und unser Angebot umstellen müssen. So waren wir am Ende unseren Marktbegleitern voraus und konnten 8 Prozent Marktanteile hinzugewinnen.

In meinem Beruf suche ich ständig nach neuen Informationen und arbeite mich gerne in neue Themenbereiche ein. So konnte ich etwa vor drei Jahren ein eigenes Fachblog aufbauen, das schon heute mehr als 3000 Leser am Tag hat.

Als Werkstudent konnte ich bereits nach kurzer Einarbeitung meine Aufgaben eigenverantwortlich lösen und eigene Projekte umsetzen. Weil das so gut geklappt hat, wurde mir regelmäßig die Urlaubsvertretung einiger Kollegen anvertraut.

TIPP: Am Tag des Jobinterviews sollten Sie ausgeschlafen sein, ein kräftiges Frühstück zu sich nehmen und vor allem viel Wasser trinken. Viel Flüssigkeit lässt auch den Kopf flüssiger denken.

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Auffassungsgabe verbessern: So klappt es

Die gute Nachricht: Sie können Ihre Auffassungsgabe verbessern. Sie funktioniert wie ein Muskel, der sich trainieren lässt. Oft helfen schon einfache Übungen für Arbeits-, Namen und Zahlengedächtnis, mehr Konzentration und Ausdauer, um die Auffassungsgabe nachhaltig zu steigern. Hier ein paar Anregungen für mehr mentale Fitness:

  1. Gehirnjogging praktizieren
    Trainieren Sie die sogenannte fluide Intelligenz und Ihr Gehirn, indem Sie es täglich herausfordern. Durch Knobelaufgaben, Bilderrätsel, Wortspiele, Sudokus. Zum Gehirnjogging gibt inzwischen zahlreiche Apps und Übungen, die den Denkapparat stimulieren.
  2. Anders denken
    Putzen Sie sich als Rechtshänder Ihre Zähne mal mit links. Drehen Sie den Artikel zum Lesen auf den Kopf. Oder fahren Sie bewusst einen anderen Weg zur Arbeit. Nehmen Sie die Treppe statt Aufzug. Oder laufen Sie einen anderen Weg durchs Büro. Egal, was Sie tun – machen Sie es anders! Das sorgt zwar für ein kurzfristiges Störgefühl, setzt aber ungeheure geistige Kreativprozesse in Gang und regt die grauen Zellen an.
  3. Tagträume nutzen
    Nutzen Sie regelmäßige Pausen zum Tagträumen. Lassen Sie dabei Ihre Gedanken los und abschweifen. Tagträume sind eine Art Ausgleichsmechanismus des Gehirns der dafür sorgt, dass die körpereigenen Ressourcen und Kapazitäten richtig genutzt werden. Wer sich zu lange mit einer Aufgabe beschäftigt, lenkt sein Denken in einen Tunnel und sorgt für geistige Blindheit. Es fehlt die Frischluft der freien Assoziation. Beim Tagträumen bekommt das Gehirn die nötige Zeit und Freiheit dazu.
  4. Konzentrationsübungen
    Konzentrationsaufgaben trainieren das Gehirn, sich mit voller Aufmerksamkeit einer Aufgabe zu widmen. Ablenkungen müssen Sie dazu ausblenden. Typische Übungen sind das Zählen von Buchstaben in einem Text. Oder einen Brief rückwärts zu schreiben. Das erfordert hohe Wachsamkeit und verbessert die Auffassungsgabe. Beispiel: Gehen Sie durch dieses Buchstabenraster und zählen Sie beispielsweise wie oft der Buchstabe K, D, O, Z oder V vorkommt.

    Konzentrationsübung Buchstaben Auffassungsgabe verbessern

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[Bildnachweis: Vectorium by Shutterstock.com]

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