Arbeitstypen: Welcher davon sind Sie?

Was auf privater Ebene funktioniert, muss auf der Arbeit noch längst nicht passen: Der eine liebt und braucht das kreative Chaos, der nächste ist ein absoluter Pedant und die Dritte will alles Neue ausprobieren. Die Menschen sind verschieden, und so gibt es unterschiedliche Arbeitstypen. Wichtig ist, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Herangehensweisen zu verstehen und zu akzeptieren. So ist ein Berufsalltag ohne unnötige Konflikte möglich. Die häufigsten Arbeitstypen und wie Sie damit umgehen…

Arbeitstypen: Welcher davon sind Sie?

Arbeitstypen im Büro: Der Weg ist das Ziel

Bereits seit Urzeiten versucht die Wissenschaft herauszufinden, was einen Menschen ausmacht. Dass es unterschiedliche Typen gibt, erkannten bereits die alten Griechen. So verschieden Menschen charakterlich sind, so verschieden ist auch ihre Arbeitsweise.

Das macht die Zusammenarbeit nicht immer einfach. Viele Menschen neigen wenig selbstkritisch zur Egozentrik und halten sich und ihre Vorgehensweise für das Maß aller Dinge. Dabei führen viele Wege nach Rom: Nur weil etwas immer schon auf die eine Art und Weise gemacht wurde, heißt das nicht, dass es anders nicht auch funktioniert.

Je nachdem sind allerdings Konflikte vorprogrammiert, wenn unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinanderprallen: Da zeichnet der eine Kollege sich durch besondere Gewissenhaftigkeit aus, während ein anderer eher oberflächlich arbeitet. Und beide wähnen sich im Recht.

Zeit, mal verschiedene Arbeitstypen mit der eigenen Arbeitsweise zu vergleichen und so herauszufinden, welche Schwächen oder Vorzüge Sie selbst eigentlich mitbringen…

Unterschiedliche Arbeitstypen: Vor- und Nachteile

  • Der Planer

    Gut geplant ist die halbe Miete – das ist Ihre Devise. Sie planen und organisieren, was das Zeug hält. To-do-Listen abzuhaken betreiben Sie als Sport. Darin steckt natürlich ein großer Vorteil: Ihnen kann der Chef völlig sorglos die Planung des nächsten Betriebsausflugs übertragen ohne befürchten zu müssen, dass alles im Chaos endet. Bei diesem Arbeitstyp ist im Vorfeld klar, dass er pünktlich zum Meeting seine Präsentation fertig und sogar genügend Zeit für Fragen eingeplant haben wird.

    Nachteil

    Sobald etwas Unvorhergesehenes passiert, wird es schwierig, Nervosität macht sich breit. Denn der Planbarkeit sind Grenzen gesetzt, alle Eventualitäten können nicht bedacht werden. Planern ist es wichtig, dass ihr Plan aufgeht, denn das vermittelt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Das kann mangelnde Flexibilität zur Folge haben, daher sollten Planer lernen gelassener zu reagieren, wenn etwas mal nicht nach Vorschrift läuft. Auch ein Blick auf andere Kollegen lohnt sich, die sich häufig auf diesen Arbeitstyp verlassen: Unter Umständen werden unliebsame Aufgaben gerne bei Ihnen abgeladen.

  • Der Chaot

    Das absolute Gegenteil ist dieser Arbeitstyp. Sein Motto: Das Genie beherrscht das Chaos. Er ist so ein bisschen wie der Klassenclown zu Schulzeiten, sein Humor und seine Ideen können eine echte Bereicherung sein. Mit Neuerungen hat er weniger Probleme, weshalb er anderen an dieser Stelle zur Seite springt. Seine Vorgehensweise wird vom Lustprinzip diktiert: Das was interessant zu sein scheint, wird neugierig erkundet – dringendere Dinge können so nach hinten fallen.

    Nachteil

    Und darin liegt bereits das Problem; der Chaot hat eher Schwierigkeiten, Deadlines einzuhalten. Seine Zuverlässigkeit ist insgesamt etwas ausbaufähig, denn vergesslich ist er ebenfalls hin und wieder. Das bringt nicht nur ihn in die Bredouille, sondern andere Kollegen ebenfalls.

  • Der Macher

    Jung, dynamisch, erfolgreich – das ist die Kurzbeschreibung dieses Arbeitstyps. Der Macher packt alles sofort an, er sieht die Arbeit. Eine sorgfältige Planung braucht er dafür nicht, gerne packt er mit großem Engagement auch neue Aufgaben an. Taten statt Worte, bloß keine Zeit verschwenden. Mit diesem Schwung kann er andere Kollegen mitreißen, die kurz zuvor noch völlig lethargisch waren.

    Nachteil

    Andere Kollegen fühlen von diesem Arbeitstyp möglicherweise überrumpelt und dann demotiviert. Da der Macher ständig in action ist, läuft er Gefahr, sein Privatleben zu vernachlässigen. Besser wäre es daher, wenn er lernen würde, Aufgaben mal an andere zu delegieren.

  • Der Trödler

    Das Gegenstück zum Macher ist der Arbeitstyp des Trödlers. Statt sich auf die Arbeit zu stürzen, werden die Dinge in aller Gemütsruhe angegangen. Der Trödler ist ein Tagträumer. Das macht ihn zu einem Genussmenschen, der sich entspannen kann. Das kommt ihm in stressigen Zeiten zugute, denn er teilt sich seine Kräfte meist so gut ein, dass er seine Aufgaben auch dann noch in aller Ruhe macht, wenn andere bereits in Panik ausbrechen.

    Nachteil

    Der Trödler neigt allerdings auch zur Prokrastination, was weniger interessante Aufgaben anbelangt. Dadurch gerät er dann zumindest kurzfristig doch unter Zeitdruck und Stress.

  • Der Perfektionist

    Alles wird erledigt, und zwar tausendprozentig! Gut, das geht offiziell nicht, aber dieser Arbeitstyp würde es tun, gäbe man ihm die Möglichkeit dazu. Er ist wie geschaffen für Behörden und Berufe, in denen es auf Genauigkeit und Sorgfalt ankommt. Der Perfektionist hat hohe Ansprüche und steht für Qualität, denn er erledigt alle Aufgaben gründlich. Diese Sorgfalt macht den Perfektionisten außerdem zu einem sehr verlässlichen Mitarbeiter.

    Nachteil

    Der hohe Anspruch bewirkt, dass Ihre Laune in den Keller rauscht, sobald Sie mal nicht die Muße haben, ein Ihrer Meinung nach angemessenes Ergebnis abzuliefern. Auch ist dieser Perfektionismus angesichts des Zeitaufwandes nicht immer effizent. So schwer es auch fällt: Nicht alles muss perfekt sein, manches kann auch gut genug sein.

  • Der Skeptiker

    Dieser Arbeitstyp weist Parallelen zum Planer und Perfektionisten auf, da er die Sache analytisch und gleichzeitig kritisch angeht. Bevor ein Schritt in die falsche Richtung getan wird, müssen alle Konsequenzen abgewägt werden: Wie wirkt sich welche Entscheidung aus? Was könnte hier schief gehen? Der Skeptiker ist nicht grundsätzlich gegen alles Neue, aber er mag sich auch nicht völlig kopflos irgendwelchen naiven Träumen hingeben, ohne die Risiken zu beachten. Er sieht vielmehr das große Ganze und denkt lieber etwas länger nach, um größeren Schaden zu vermeiden.

    Nachteil

    Diese Herangehensweise merzt zwar etliche Gefahren aus, aber hundertprozentige Sicherheit kann es nie geben. Genau die wünscht sich jedoch der Skeptiker, was im Umkehrschluss dazu führen kann, dass er lange braucht, um Entscheidungen zu treffen und sich dennoch unwohl dabei fühlt. Besser wäre es, wenn er sich einfach mal ohne große Vorüberlegungen auf eine Aufgabe stürzen würde um dann festzustellen, dass es funktionieren kann und die Welt nicht untergeht, wenn zuvor nicht unendlich geprüft wurde.

Test: Welcher Arbeitstyp bin ich?

Die Frage danach, welcher Arbeitstyp Sie sind, hat ganz viel mit der eigenen Persönlichkeit und persönlichen Kompetenzen zu tun: Liegen Ihre Fähigkeiten eher im analytischen Bereich?

Sind Sie ein Teamplayer oder eher jemand, der sich selbständig macht?

Mit diesen beiden Selbsttests können Sie sich selbst auf die Spur kommen:

Arbeitstypen: Meist eine Mischform

Die oben beschriebenen Arbeitstypen stellen keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Allgemeingültigkeit dar. Vielmehr sind sie etwas überzeichnet. Und dennoch, hier und da werden Sie sicherlich den einen oder anderen Kollegen wiedererkannt, an sich selbst etwas beobachtet haben.

Es geht auch gar nicht darum, irgendwelche Vorurteile zu zementieren, so nach dem Motto: Kollege Meyer ist immer so und so! Die vorgestellten Arbeitstypen zeigen, dass jede Eigenart ihre zwei Seiten hat. Das zeigt sich auch bei Persönlichkeitmodellen wie etwa dem bekannten Big Five.

Es kommt immer darauf an, wie stark etwas ausgeprägt ist. Und nicht selten mag eine Eigenart – etwa das chaotische Vorgehen – bei einer Person dominieren. Das muss aber nicht bedeuten, dass die anderen Arbeitsweisen überhaupt nicht vorkommen oder nicht erlernt werden können.

Wer beispielsweise eher zum chaotischen Arbeitstypen neigt und davon genervt ist, ständig unter Zeitdruck zu geraten, könnte sich verstärkt mit Methoden des Selbstmanagements auseinandersetzen.

Wichtig ist, sich und seinen (vorrangigen) Arbeitstyp zu erkennen, um die eigenen Stärken und Schwächen zu wissen.

So können Sie einerseits stolz auf Ihre Stärken sein und daraus Selbstbewusstsein ziehen. Andererseits liegt es an Ihnen, eigenständig in den Bereichen etwas ändern, in denen Sie noch Handlungsbedarf sehen. Beides sind jedenfalls gute Voraussetzungen für Erfolg, sowohl mit Blick auf Ihre Arbeitsinhalte, als auch auf Ihre Kollegen.

[Bildnachweis: Hanna Kuprevich by Shutterstock.com]
28. Februar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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