Chaot: 10 wirksame Tipps gegen die Unordnung

Wenn Ordnung das halbe Leben ist, lebt der Chaot klar in der anderen Hälfte. Das Chaos, dass diese Person verbreitet, kann negative Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben. Das gilt für die Kollegen, aber auch für den Chaoten selbst. Warum die Unordnung Sie behindert und wie Sie ihrer Herr werden…

Chaot: 10 wirksame Tipps gegen die Unordnung

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Definition: Was ist ein Chaot?

Laut Duden ist ein Chaot (beziehungsweise eine Chaotin) eine Person, die nicht willens oder nicht fähig ist, Ordnung zu halten. Es existiert noch eine weitere Bedeutung, in welcher der Chaot eine politische Dimension hat und seine Ziele auf radikale Weise durchsetzen will. Hier soll es nachfolgend um die Bedeutung des Chaoten als unorganisierte Person gehen.

Gleichzeitig ist nicht ganz klar, was Unordnung beziehungsweise Ordnung bedeutet: Das Empfinden dafür, was schon Chaos ist und was noch als „ordentlich durchgeht“, kann abweichen. Spätestens wenn mangelnde Hygiene ins Spiel kommt, wird jemand nicht mehr als Chaot, sondern bereits als Messie gelten.

Welche Eigenschaften bringt ein Chaot mit?

Abhängig vom eigenen Ordnungssinn fällt die Bewertung aus: Ist jemand ein liebenswerter Chaot, weil er schon wieder nicht weiß, wo er den Haustürschlüssel hingelegt hat? Oder ein heilloser Chaot, weil er zum wiederholten Male den Termin fürs Meeting vergessen hat? Chaoten werden verschiedene Eigenschaften zugeschrieben: Demnach sind sie wirr, durcheinander, desorganisiert und unstrukturiert. Das treibt vor allem jene auf die Palme, die das Gegenteil eines Chaoten sind und klar und strukturiert vorgehen.

Gleichzeitig gilt der Chaot als kreativ prägte nicht Einstein den Spruch vom Genie, das das Chaos beherrsche? Chaoten haben Geistesblitze und überraschen immer wieder mit wertvollem Input. Sie gelten als abenteuerlustig und anpassungsfähig. Ihre Prioritäten liegen halt nicht im Aufräumen – viel lieber verbringen sie ihre Zeit mit anderen Dingen.

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Konsequenzen aus der Unordnung

Ob im Privatleben oder auf der Arbeit: Ein Chaot fällt im Umgang mit anderen Menschen auf. Die sind oftmals die Leidtragenden, wenn der chaotische Freund, Partner oder Kollege mal wieder einen Termin verpeilt hat. Oder beim besten Willen nicht die wichtige Liste finden kann. Aber teilweise leidet der Chaot auch selbst darunter – nicht umsonst boomen seit Jahren Ratgeber zum Minimalismus und Aufräum-Services. Und Unordnung hat spürbare Auswirkungen:

  • Zeitvergeudung
    Die wohl offensichtlichste Konsequenz ist ein erhöhter Zeitaufwand: Eine Studie des Fraunhofer-Instituts fand heraus, dass rund 27 Prozent der täglichen Arbeitszeit mit Suchen vergeudet wird! Zeit, die Sie als Freizeit für andere Aktivitäten nutzen könnten oder die Ihren Arbeitsfluss deutlich beschleunigen würde.
  • Vergesslichkeit
    Wer keinen Überblick über Deadlines hat, vergisst wichtige Termine. Oder kommt unpünktlich. Beides sehr unangenehm und weder der Freundschaft, noch der Karriere zuträglich.
  • Außenwirkung
    Je nachdem wird ein Chaot als freundlicher, aber trotteliger Büronachbar eingestuft. Das kann dazu führen, dass Ihr Chef Sie nicht ernst nimmt oder sogar unterschätzt. Traut er Ihnen nicht zu, bestimmte Aufgaben zu erledigen, bekommt die womöglich ein anderer – der sich damit profilieren kann. Auch das bremst die eigene Karriere.
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Wege aus dem Chaos

Es gibt verschiedene Tipps für Chaoten, der Unordnung Herr zu werden beziehungsweise perspektivisch Ordnung zu halten. Wir stellen nachfolgend die wichtigsten vor:

1. Unordnung beseitigen

Planung

Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Ist das gesamte Büro oder die komplette Wohnung chaotisch, sollten Sie sich nacheinander verschiedene Dinge vornehmen. Beispielsweise erst ein Zimmer oder erst das Schreibtisch-Chaos.

Aufbewahrung

Manche können sich leichter zum Aufräumen motivieren, wenn die Behälter ansprechend oder besonders praktisch gestaltet sind. Schöne Aufbewahrungsboxen oder -möbel erleichtern das Sortieren. Wichtig ist, dass Sie den Dingen einen festen Platz zuweisen – das ist im Prinzip schon die Hauptarbeit. Danach müssen Sie diese Gegenstände nie wieder suchen.

Methode

Aufräumen, sortieren und wegschmeißen kann der Chaot mit der Drei-Boxen-Methode: Nehmen Sie einen Karton für Müll, einen für das, woran Ihr Herz hängt und einen für Dinge, die Sie verschenken.

Platz

Eine volle Schublade ist ein sicheres Indiz dafür, dass etwas immer noch zu unordentlich ist. Nach dem Aufräumen sollten Sie etwa 20 Prozent des Volumens freilassen. So haben Sie Platz für neue Dinge, die Sie entsprechend kategorisieren.

Müll

Ein Chaot hat mitunter Schwierigkeiten, etwas als Müll einzustufen. Gemeint ist nicht Unrat, sondern Teile, die keine nennenswerte Funktion besitzen. Faustformel hier: Wenn Sie etwas nicht erneut kaufen würden – beispielsweise im Falle eines Diebstahls – können Sie es getrost entsorgen.

2. Ordnung halten

Monotasking

Vermeiden Sie Multitasking. Das befördert Chaotentum geradezu. So bearbeiten Sie zwar alles irgendwie gleichzeitig, aber eben nie zu 100 Prozent. Heraus kommen krude Mails, falsch notierte Namen und ratlose Gesichter. Monotasking hingegen bedeutet, sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Ist diese abgeschlossen, geht es nur nächsten Aufgabe. So bleibt nichts unbearbeitet liegen oder muss erneut überarbeitet werden, weil der Erstversuch fehlerhaft war.

Eat the frog

Hinter „Eat the frog“ verbirgt sich der Tipp, mit der schlimmsten Aufgabe zuerst zu beginnen. So vermeiden Sie Prokrastination. Die erledigte Aufgabe beschert Ihnen nicht nur ein Erfolgsgefühl, sondern buchstäblich Erleichterung und Energie. Den Schwung können Sie für andere Aufgaben nutzen.

Routine

Führen Sie bestimmte Routinen ein, beispielsweise jeden Sonntag sich eine Stunde Zeit zu nehmen, um eine Schublade aufzuräumen oder Schreiben abzuheften. Letztlich gehören auch Aktionen wie Frühjahrsputz dazu, da sie sich an einen Anlass orientieren. Rückt dieser Zeitpunkt näher, gibt er das Signal zur Aktion. Je regelmäßiger (und je kürzer die Abstände), desto eher gehen bestimmte Abläufe in Fleisch und Blut über.

2-Minuten-Regel

Ein wertvoller Tipp aus dem Bereich des Selbstmanagements ist die 2-Minuten-Regel: Alles, was Sie in zwei Minuten schaffen können, erledigen Sie sofort. Die Bürotasse kann in die Spülmaschine, Sie können kurze Mails beantworten oder Briefe frankieren.

Terminplaner

Wer einen Google-Account hat, kann sich online Termine in den Google-Kalender packen und erinnern lassen. Eine Synchronisierung mit dem Handy ist ebenfalls möglich. So vergessen Sie keine wichtigen Termine und setzen Ihrem Ruf als Chaot etwas entgegen.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]
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20. Januar 2021 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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