Minimalismus am Arbeitsplatz: 10 Tipps

Minimalismus meint in der Regel Konsumverzicht. Auto, Klamotten, Gadgets – weg damit, und schon winkt das schöne Leben. Minimalismus soll befreiend sein. Das Prinzip können Sie aber auch im Büro testen und anwenden – bis zu einem gewissen Grade jedenfalls. Aber wie funktioniert Minimalismus am Arbeitsplatz – und ist weniger wirklich mehr?

Minimalismus am Arbeitsplatz: 10 Tipps

Minimalismus Definition: Das einfache Leben

Minimalismus Definition Tipps LebensstilDer Duden beschreibt Minimalismus als „bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste“.

Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das sich in verschiedenen Bereichen der Kunst, Architektur und Musik wiederfindet. Aber auch den Lebensstil hat Minimalismus beeinflusst. Er wird auch mit dem Begriff „einfaches Leben“ (oder englisch: simple living) bezeichnet.

Nicht selten verbirgt sich hinter Minimalismus Kritik am Konsum, und zwar vor allem an Konsum, der sich an Prestige und sozialem Status orientiert. Solcher Konsum wird als Materialismus angesehen.

Statt mit übermäßigem Konsum noch eine Wegwerfgesellschaft zu fördern, entscheiden sich Anhänger des Minimalismus für den bewussten Kauf von Produkten und fördern Nachhaltigkeit.

Minimalismus trägt so dazu bei, Reizüberflutung zu vermeiden und Lebensqualität – gerade auch durch Zeitgewinn – zu steigern.

Minimalismus Lebensstil: Wie viel weniger geht?

Nicht selten wird im Zusammenhang mit Minimalismus geraten, sich zu überlegen, was man wirklich im Leben brauche. Sich von Überflüssigem zu trennen. Natürlich lässt sich so eine Wohnung um etliche Quadratmeter zusammenschrumpfen, denn streng genommen braucht man vielleicht Schrank, Tisch, Stuhl und Bett als Mobiliar.

Je nach Personenanzahl im Haushalt muss dies in entsprechender Menge beziehungsweise Größe vorhanden sein. Aber mal ehrlich: Wie trist ist so eine Wohnung? Ganz ohne persönliche Gegenstände, an denen das Herz und Erinnerungen hängen? Das wäre allerdings Minimalismus in seiner extremsten Form.

Bevor Sie nun anfangen, alles wegzuschmeißen: Die japanische Minimalismus-Expertin Marie Kondo rät in ihrem Buch „Magic Cleaning“ zu einem einfachen Trick. Fragen Sie sich: „Macht es mich glücklich?“ beziehungsweise „Fühlt es sich gut an, es in der Hand zu haben?“ Dann können Sie entscheiden, was sich aufzuheben lohnt und was nicht.

Auch die Überlegung, dass eine Einzelperson eigentlich mit 800 bis 1.000 Euro monatlich auskommen müsste, wenn der ganze Konsum erst einmal wegfiele, stößt schnell an ihre Grenzen.

Wer in einer Großstadt wohnt, wer eine bestimmte Infrastruktur braucht, aber auch, wer am sozialen Leben teilhaben möchte, wird sich gehörig einschränken müssen. Lebensqualität ist nicht nur mehr Zeit, sondern vor allem Zeit, die sich angenehm gestalten lässt.

Selbst für minimalistische Hobbys wie Lesen brauchen Sie Geld; auch Bibliotheken sind nicht völlig umsonst. Eine ganz andere Problematik ergibt sich aber aus der Tatsache, dass Sie bei weniger Geld eben auch weniger Geld fürs Alter an die Seite legen können.

Minimalismus: Vorteile einer minimalistischen Haltung

Minimalismus Tipps Definition LebensstilWie ausgeführt, bedeutet Minimalismus also keineswegs, radikal alles wegzuschmeißen. Es geht mehr darum, im Sinne der Achtsamkeit zu hinterfragen, was wir benötigen.

Das kann das zwanzigste Paar Schuhe sein, aber ebenso drei Jahre alte E-Mails über irgendwelche Änderungen, die längst obsolet sind. Natürlich kann Minimalismus individuell sehr unterschiedlich sein. Gleichzeitig hilft es sich bewusst zu machen, dass Besitz immer auch Ballast bedeuten kann.

Er nimmt Platz und/oder Kapazitäten weg und kann somit zur Ablenkung beitragen. Anders beispielsweise bei einem ordentlichen Arbeitsplatz – hier bringt Minimalismus folgende Vorteile:

  • Ordnung: Ein aufgeräumter Arbeitsplatz trägt zur Übersichtlichkeit bei. Sie finden auf Anhieb, was Sie suchen und müssen weniger aufräumen, da Sie weniger besitzen.
  • Zeit: Die eingesparte Zeit können Sie für wirklich wichtige Dinge im Arbeitsfluss einsetzen. So werden Sie bei anderen Projekten schneller fertig.
  • Kreativität: Minimalismus in sozialen Netzwerken heißt, dass Sie gedanklich nicht von anderen Dingen in Beschlag genommen werden. Das bedeutet, dass Sie Ihren Gedanken freien Lauf lassen können.
  • Flexibilität: Wer sich frei von unnötigem Besitz macht, ist wesentlich schneller im Kisten packen und erst recht, wenn ein Umzug für den Job ansteht.

Minimalismus: Veränderung der Arbeitsumstände

Gerade der Gedanke einer erhöhten Lebensqualität spielt auch beim Downshifting eine Rolle. Wer sich über Jahre verausgabt und viel Verantwortung gehabt hat, spielt womöglich mit dem Gedanken, seine Führungsposition abzugeben.

Minimalismus heißt in diesem Fall: Weniger Verantwortung, weniger Überstunden, weniger Stress. So mancher Spitzenmanager hat in seiner Karrierephase Familie und nicht zuletzt die eigene Gesundheit vernachlässigt. Spätestens beim Herzinfarkt oder Burnout, beides typische Managerkrankheiten, kommen viele zur Besinnung.

Nun müssen nicht gleich massive Gesundheitsprobleme der Grund für mehr Minimalismus bei der Arbeitszeit sein. Manchmal verlagern sich schlicht die Interessen, Sie finden im Job nicht mehr die Erfüllung, die Sie sich mal erhofft hatten. Mehr Freizeit lockt zur Selbstverwirklichung.

Minimalismus kann als Downshifting betrieben werden, ebenso besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit, die Stundenzahl zu reduzieren und beispielsweise einer Teilzeitarbeit nachzugehen.

Minimalismus am Arbeitsplatz: Weniger ist mehr

Leider ergibt sich hieraus auch ein Dilemma: Weniger Arbeit bedeutet zwar mehr Freizeit. Allerdings heißt weniger Arbeit im Regelfall auch weniger Geld. Damit sind der Gestaltung der Freizeit wiederum Grenzen gesetzt, die mit mehr Geld nicht existieren würden.

Wie lässt sich der mit Minimalismus assoziierte freiwillige Verzicht noch auf die Arbeitswelt übertragen? Geld eintauschen gegen Zeit, Arbeitszeit gegen Freizeit. Neben einem Teilzeitjob oder Jobsharing könnte ein Sabbatjahr eine gute Alternative sein.

Aber muss Minimalismus unbedingt Verzicht bedeuten? Nicht unbedingt. Minimalistischer arbeiten – in dem Sinne, dass man auf Überflüssiges verzichtet, um den Arbeitstag angenehmer und effektiver zu gestalten. Karrierebibel hat 10 Vorschläge für Sie…

10 Tipps für einen minimalistischen Arbeitsplatz

Genug der Vorrede, Zeit für Praxis. Wir haben 10 Tipps für einen minimalistischen Arbeitsplatz zusammengestellt…

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
10. August 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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