25.000-Dollar-Methode: Simpel, aber wirksam

Zeitmanagementmethoden gibt es wie Sand am Meer. Wirklich umsetzbar sind sie vor allem dann, wenn sie möglichst simpel sind. Die 25.000-Dollar-Methode hat das Zeug dazu. Denn je einfacher ein neues Prinzip ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas in unseren Alltag integrieren und zur Routine machen. Womöglich wenden Sie Teile dieser Methode bereits an, ohne es zu wissen. Wir erklären, was es mit der 25.000-Dollar-Methode auf sich hat und warum so viele Menschen sie nutzen…

25.000-Dollar-Methode: Simpel, aber wirksam

25.000-Dollar-Methode: Woher kommt sie?

Ihren Namen verdankt die 25.000-Dollar-Methode einer wahren Begebenheit vor rund hundert Jahren. Der amerikanische Industrielle und Stahlmagnet Charles Michael Schwab, beschäftigte sich kontinuierlich mit Verbesserungsprozessen. Und so wie die Dinge in seinem Unternehmen liefen, war er nicht zufrieden.

Als Leiter eines Unternehmens, das sich später zum zweitgrößten Stahlkonzern der Welt entwickeln sollte, Bethlehem Steel, beauftragte er den Berater Ivy Ledbetter Lee mit der Optimierung der Arbeitsprozesse. Der Geschichte nach stellte Ivy Lee nach drei Monaten seine Vorschläge mit den Worten vor, Schwab solle ihm zahlen, was ihm die Arbeit wert sei.

Offenbar war sie wertvoll: Schwab überreichte Ivy Lee für die Entwicklung seiner Methode einen Scheck in Höhe von 25.000 Dollar, daher der Name 25.000-Dollar-Methode. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: 25.000 Dollar waren 1918 ein Vermögen und entsprächen heutzutage etwa 400.000 Dollar. Nach ihrem Erfinder wird die 25.000-Dollar-Methode übrigens auch Ivy-Lee-Methode genannt.

Wie funktioniert die 25.000-Dollar-Methode?

Wer jetzt meint, angesichts eines solchen Honorars müsste Ivy Lee Raketenwissenschaften betrieben haben, wird sich wundern. Er war einfach der Erste, der sich die Mühe gemacht hat zu überlegen, welche Abläufe zielführend sind und welche nicht – unter anderem, weil der innere Schweinehund einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

So funktioniert die 25.000-Dollar-Methode:

  1. Planung

    Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, greifen Sie zu Zettel und Stift und notieren Sie die sechs wichtigsten Aufgaben, die für den nächsten Tag anstehen.

  2. Priorisierung

    Ordnen Sie in dieser To-do-Liste die Aufgaben nach Priorität, indem Sie durchnummerieren: Was hat Vorrang, was ist weniger wichtig? Bilden Sie eine Reihenfolge, der wichtigsten Aufgabe kommt die Nummer 1 zu, dann Nummer 2 folgend und so weiter.

  3. Umsetzung

    Beginnen Sie am nächsten Tag mit Aufgabe Nummer 1. Der große Vorteil der 25.000-Dollar-Methode: Sie haben sich im Vorfeld Gedanken gemacht und Entscheidungen getroffen, Sie wissen nun, wie Sie vorgehen müssen, ohne großartig Zeit mit Grübeln verplempern zu müssen.

  4. Überprüfung

    Sie werden vielleicht nicht alle Aufgaben auf Ihrer Liste schaffen. Entscheidend ist, dass Sie die wichtigsten erledigen und vor allem mit der Umsetzung begonnen haben. Nach Erledigung der ersten Aufgabe überprüfen Sie kurz, ob die Reihenfolge Ihrer Aufgaben noch stimmig ist – manchmal kommen neue hinzu, Prioritäten verschieben sich. In diesem Fall aktualisieren Sie die Reihenfolge.

  5. Abarbeitung

    Nachdem Sie die erste Aufgabe erledigt und Ihre Reihenfolge aktualisiert haben, widmen Sie sich in diesem Punkt in der 25.000-Dollar-Methode einfach der nächsten Aufgabe und arbeiten nacheinander Ihre Liste ab.

  6. Implementierung

    Dieses Vorgehen wenden Sie Tag für Tag an, so dass eine Routine entsteht. Je häufiger Sie so vorgehen, desto schneller werden Sie werden und umso leichter wird es Ihnen fallen, den Aufgaben ihren Platz je nach Dringlichkeit und Bedeutung zuzuordnen.

Dies bei der Umsetzung beachten

Zeitmanagement Ivy-Lee-Methode SelbstorganisationDie 25.000-Dollar-Methode ist simpel, dennoch kann es im Arbeitsalltag vorkommen, dass sich Dinge nicht so realisieren lassen, wie geplant: Kollegen, die während der Arbeitszeit stören, Kunden, die anrufen oder der Chef, der neue Aufgaben für Sie hat.

Ihre Aufgabe besteht darin, die Methode für Sie anzupassen, so das sie funktioniert. Das kann beispielsweise bedeuten, dass Sie feststellen, dass Sie keine sechs Aufgaben an einem Tag schaffen. Überlegen Sie dann, woran das liegt – vielleicht sind Sie doch wieder in ein altes Muster gerutscht, haben mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt oder „mal eben“ E-Mails beantwortet, obwohl die keine Priorität hatten.

Eine andere Möglichkeit wäre zu überprüfen, ob sich Aufgaben delegieren lassen, damit Sie Ihrerseits Zeit haben, eine weitere (die sechste?) Aufgabe von Ihrer Liste streichen zu können. Womöglich überschätzen Sie die Wichtigkeit mancher Aufgaben, wenn diese ständig auf Ihrer Liste landen, gleichzeitig aber nie erledigt werden?

Was macht die Methode so erfolgreich?

Wie eingangs erläutert, ist die Umsetzung neuer Ideen und Ansätze immer abhängig von ihrer Praktikabilität. Die 25.000-Dollar-Methode erfordert keine komplizierten Zutaten, sondern besticht durch ihre Einfachheit. Das ist etwas, wovon viele Menschen täglich profitieren können, denn Zeitmanagement und Produktivität sind häufig Thema im Arbeitsalltag:

Wie kann ich meine Aufgaben schneller und besser erledigen? Dabei geht es immer auch um die eigene Organisation – an welchen Stellen tauchen Probleme auf? Welcher Art sind diese Schwierigkeiten? Denn genau genommen bedeutet Zeitmanagement Selbstmanagement, das heißt, oftmals liegen die Stellschrauben in der eigenen Person.

Diese gilt es zu erkennen. Häufig scheitert die gelungene Umsetzung an solchen Dingen:

  • Die Aufgaben werden wahllos erledigt.
  • Es werden zu viele Dinge gleichzeitig bearbeitet.
  • Störquellen werden zugelassen.
  • Ruhepausen werden nicht eingehalten.
  • Bestimmte Aufgaben werden nicht delegiert.

Zeit hat mit diesen Fehlern nur bedingt etwas zu tun – der Tag hat für jeden Menschen 24 Stunden, ganz gleich, ob Sie entspannt Ihrer Arbeit nachgehen oder hektisch Überstunden ansammeln. Und darum geht es ja letztlich bei Ideen wie der 25.000-Dollar-Methode: Mehr Effizienz, damit die anstehenden Aufgaben bewältigt werden, ohne dass Sie in Stress geraten.

Vorteile der Ivy-Lee-Methode

Die 25.000-Dollar-Methode hilft dabei, ein Bewusstsein für Fehler wie die oben genannten zu entwickeln und sie zu eliminieren. Die Vorteile im Einzelnen:

25.000-Dollar-Methode Zeitmanagement Selbstmanagement Prioritäten setzen Prokrastination vermeiden

  • Die 25.000-Dollar-Methode treibt Entscheidungen voran.

    Der wichtigste Punkt ist die Planung am Vortag – aber die droht teilweise schon im Keim zu ersticken, da vielen Menschen Entscheidungen schwerfallen. Die 25.000-Dollar-Methode zwingt Sie, Entscheidungen zu treffen, indem Sie Aufgaben benennen und ihnen ihre Relevanz zuordnen.

  • Die 25.000-Dollar-Methode fördert Monotasking.

    Schon lange ist klar, dass Multitasking ein Mythos ist. Wer immer an einer Sache etwas arbeitet und dann mit einer weiteren fortfährt, muss sich jedes Mal neu auf die Aufgabe einstellen. Untersuchungen zufolge dauert es etwa 15 Minuten, bis wir wieder völlig bei der Sache sind. So werden je nach Häufigkeit der Unterbrechung mehrmals 15 Minuten allein für die erneute Orientierung („Wo war ich stehengeblieben…?“) vergeudet.

  • Die 25.000-Dollar-Methode steigert die Effizienz.

    Dadurch, dass Sie Monotasking betreiben, sparen Sie sich zuvor vergeudete Zeit – das kommt letztlich Ihrer Freizeit zugute.

  • Die 25.000-Dollar-Methode verringert Prokrastination.

    Sie haben bereits am Vortag die Ziele für den nächsten Tag gesteckt. Der Fahrplan ist absolut klar, nun muss nur noch abgearbeitet werden.

  • Die 25.000-Dollar-Methode erleichtert die Konzentration.

    Stattdessen eins nach dem anderen zu bearbeiten, stellt sicher, dass Sie sich ausschließlich auf eine Sache konzentrieren. Das steigert die Erfolgsaussichten, diese Sache möglichst schnell und fehlerfrei zu erledigen.

  • Die 25.000-Dollar-Methode schafft Prioritäten.

    Bedingt durch die vorgenommene Priorisierung arbeiten Sie immer an der wichtigsten Aufgabe und erledigen diese eher termingetreu als wenn Sie sich wahllos die nächstbeste Aufgabe geschnappt hätten. Die richtigen Prioritäten wiederum tragen dazu bei, dass Sie deutlich gelassener den Arbeitsalltag bewältigen.

  • Die 25.000-Dollar-Methode stärkt die Motivation.

    Zu sehen, wie Dinge funktionieren, macht Spaß. Punkt für Punkt können Sie die Aufgaben Ihrer Liste abhaken und zufrieden Ihr Werk betrachten. Das steigert die Lebensqualität enorm.

[Bildnachweis: robbin lee by Shutterstock.com]
6. März 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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