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Kontrollwahn: Lernen Sie loszulassen

Hand aufs Herz: Müssen Sie ständig alles im Griff haben und jedes Detail kontrollieren? Das können Anzeichen von Kontrollwahn sein! Wissen zu wollen, was um einen herum passiert, ist normal und nachvollziehbar. Nimmt das aber übertriebene Züge an, ist es Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Wir zeigen, was Sie tun können, um einen Kontrollzwang zu überwinden…



Kontrollwahn: Lernen Sie loszulassen

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Definition: Wie zeigt sich Kontrollwahn?

Kontrollwahn ist der fast schon krankhafte Wunsch, immer und überall über alles und jeden informiert sein zu wollen. Betroffene wollen alles kontrollieren, jedes Detail kennen, jeden Vorgang mitbekommen und Einfluss auf jede einzelne Entscheidung nehmen.

Arten von Kontrollwahn

Dabei zeigt sich der Kontrollwahn in verschiedenen Formen, je nach Situation:

  • Kontrollwahn in Beziehungen

    In Beziehungen äußert sich Kontrollzwang oft dadurch, dass Betroffene ständig wissen wollen, was der andere gerade macht, mit wem er oder sie sich trifft oder unterhält. Hinzu kommt großes Misstrauen und die ständige Angst davor, dass der Partner etwas verbirgt.

    Kontrollwahn und Eifersucht gehören in Beziehungen oft zusammen: Eifersucht führt dazu, dass jeder Schritt des Partners überwacht wird. Sobald die Kontrolle ausbleibt, wird angenommen, dass der andere etwas verheimlicht oder eine Affäre hat. Es kommt zur Kontrolle von Smartphones oder zu Kontrollanrufen, um sicherzugehen, wo sich der Partner gerade aufhält. An dieser Kombination zerbrechen Beziehungen innerhalb kürzester Zeit.

  • Kontrollwahn im Job

    Im Berufsleben ist die Kontrollsucht weit verbreitet. Sie zeigt sich meist dadurch, dass alle Aufgaben der Kollegen kontrolliert werden oder der Chef immer über alle Abläufe informiert sein will. Kontrollsüchtige Menschen neigen im Job zu Wutausbrüchen, wenn etwas schiefgeht.

    Wenn der Chef unter Kontrollwahn leidet (siehe: Mikromanagement), ist es für Mitarbeiter ein großes Problem. Die ständige Kontrolle vernichtet das Betriebsklima und belastet die Arbeit schwer.

Kontrollwahn Grafik

Synonyme für Kontrollwahn

Synonym zum Kontrollwahn sind die Begriffe: Kontrollzwang, Kontrollsucht, Kontrollbedürfnis oder auch Kontrollwut.


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Kontrollwahn: Warum wird der Chef zum Kontrollfreak?

Einige Menschen haben von Natur aus ein hohes Kontrollbedürfnis. Es fällt ihnen schwer, Entscheidungen und Verantwortung abzugeben. Findet sich ein solcher Charakter in einer Führungsposition, wird er oder sie den Mitarbeitern kaum Freiräume lassen. Für einen Kontrollfreak gibt es vor allem drei Ursachen:

  1. Druck

    Der Chef trägt Verantwortung für große Projekte, wichtige Aufgaben und den Erfolg einer ganzen Abteilung. Das Management erwartet gute Ergebnisse und positive Entwicklungen. Der Druck von oben kann dazu führen, dass Vorgesetzte diesen in Form von häufigen Kontrollen an Mitarbeiter weitergeben, um die Qualität der Arbeit zu sichern.

  2. Schlechte Erfahrungen

    Gebranntes Kind scheut das Feuer. – Hat eine Führungskraft mit weniger Kontrollen und abgegebener Verantwortung schlechte Erfahrungen gemacht, neigt sie eher zu Kontrollwahn. Um zu verhindern, dass sich eine ähnliche Pleite wiederholt, wird jeder Schritt kontrolliert.

  3. Unsicherheit

    Auch Führungspersönlichkeiten haben Zweifel, ob wichtige Aufgaben und Projekte auf dem richtigen Weg sind. Die enge Kontrolle der Mitarbeiter soll dann dazu dienen, die eigene Unsicherheit zu bekämpfen. Regelmäßige Rückmeldungen über Ergebnisse vertreiben Sorgen, dass etwas nicht nach Plan läuft.

Kontrollzwang lässt Mitarbeiter leiden

Die Gründe hinter dem Verhalten des Chefs können zwar nachvollziehbar sein. Das ändert aber nichts daran, dass Kontrollfreaks in Führungspositionen ihren Mitarbeiter das Leben schwer bis unerträglich machen.

Mitarbeiter leiden unter einem Kontrollfreak als Chef. Das permanente „Bericht erstatten“ und die Überwachung bei jedem Schritt sind auf Dauer erschöpfend. Die anstrengendsten Punkte sind:

  • Fehlendes Vertrauen
    Betroffene Mitarbeiter klagen über das Gefühl, ihr Chef würde ihnen bei der Erledigung ihrer Aufgaben nicht genügend Vertrauen entgegenbringen. Sie fühlen sich unterschätzt und würden gerne mehr Verantwortung tragen.
  • Fehlende Bestätigung
    Bei der ständigen Kontrolle findet der Chef immer das ein oder andere Haar in der Suppe. Für die Mitarbeiter entsteht das Gefühl, nie etwas richtig zu machen. Es gibt kein Lob oder Bestätigung, sondern nur Kritik und Korrektur.
  • Fehlende Motivation
    Da die eigenen Aufgaben ohnehin beim Chef landen, fehlt bald die Motivation, um sein Bestes zu geben. Getreu dem Motto „Der Chef wird es schon verbessern“ wird nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht.
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So gehen Sie mit einem kontrollsüchtigen Chef um

Mit einem Kontrollfreak als Chef umzugehen, ist nicht einfach. Das Gefühl der Überwachung kostet Mitarbeiter viele Nerven. Die gute Nachricht: Der Umgang und das richtige Verhalten lassen sich lernen. Dadurch haben Sie weniger Stress und erleben eine bessere Arbeitsatmosphäre.

Gleichzeitig helfen Sie Ihrem Chef dabei, den Überblick zu behalten und das Gefühl der Kontrolle nicht zu verlieren. Mit diesen Tipps klappt die Arbeit mit einem kontrollsüchtigen Chef:

  • Bringen Sie Verständnis auf

    Verständnis für die Situation des Chefs ist der erste Schritt, um richtig mit ihm umzugehen. Versetzen Sie sich in seine Lage und fragen Sie sich, wieso er viel Wert auf Kontrolle legt. Je besser Sie sein Verhalten nachvollziehen können, desto weniger fühlen Sie sich selbst davon angegriffen. Sie erkennen, dass die Kontrolle nichts mit Ihrer Arbeit zu tun hat.

  • Vertreten Sie Ihre Meinung selbstbewusst

    Kontrollfreaks mischen sich in die Aufgaben ihrer Mitarbeiter ein. Mit Sätzen wie „Wollen Sie nicht lieber…“ oder „Es wäre besser, wenn Sie…“ greifen sie ein und geben die Richtung vor. Berechtigte und konstruktive Kritik sollten Sie annehmen. Kompetenz zeigen Sie aber auch, wenn Sie an eigenen Ansichten festhalten und diese selbstbewusst vertreten.

  • Erstellen Sie regelmäßige Berichte

    Wenn Sie es mit einem Extremfall von Kontrollwahn zu tun bekommen, wird er Sie regelmäßig um Informationen zu aktuellen Projekten und Entwicklungen bitten. Diese immer spontan auf Abruf bereitzustellen, ist purer Stress und ruiniert die Konzentration. Besser: Vereinbaren Sie einen Rhythmus mit Ihrem Chef, in dem Sie die wichtigsten Informationen zusammenfassen und ihn auf den aktuellen Stand bringen.

  • Sprechen Sie Ihren Chef darauf an

    Sollten alle anderen Versuche keine Besserung bringen, bleibt noch ein offenes Gespräch. Vereinbaren Sie einen Termin und bereiten Sie diesen vor. Bringen Sie Beispiele der Kontrolle mit und erklären Sie (ohne Vorwürfe und Beschuldigungen), wie Sie sich dabei fühlen. Haben Sie das Gefühl, mehr leisten zu können, ist nun die Gelegenheit, Ihren Chef um mehr Verantwortung zu bitten.

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Kontrollwahn: So können Sie ihn überwinden

Wer lernen möchte, seinen Kontrollzwang zu überwinden, darf die Aufgabe nicht unterschätzen. Das Verhalten hat sich über Jahre etabliert und ist tief in der eigenen Persönlichkeit verwurzelt. Mit einem simplen „Dann höre ich eben auf, andere zu kontrollieren“ ist es leider nicht getan.

Trotzdem sollten Sie etwas tun, um Ihre Kontrollsucht zu überwinden. Sie führt nicht nur zu großem Stress, sondern kann auch Beziehungen zu anderen ruinieren. Die Einsicht und der Wille, etwas zu ändern, sind der erste Schritt in die richtige Richtung. Diese Tipps helfen zusätzlich, um Kontrollwahn in den Griff zu bekommen und ihn nach und nach abzulegen.

Lernen Sie, anderen zu vertrauen

Fehlendes Vertrauen ist einer der Hauptgründe für Kontrollwahn. Sie sind felsenfest überzeugt, dass Dinge schiefgehen, wenn Sie sie nicht selbst in die Hand nehmen. Damit nehmen Sie anderen jegliche Chance, das Gegenteil zu beweisen. Schenken Sie Ihren Mitmenschen mehr Vertrauen. So können Sie erkennen, dass auch ohne Ihre ständige Kontrolle alles gut geht.

Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl

Wer von sich selbst überzeugt ist und an sich glaubt, braucht keine Kontrolle, um sich sicher zu fühlen. Steigern Sie Ihr Selbstwertgefühl und den Glauben in Ihren Fähigkeiten, statt diese mit Kontrollwahn zu ersetzen.

Bitten Sie andere um Hilfe

Alleine ist es umso schwieriger, seinen Kontrollwahn zu überwinden. Größere Chancen haben Sie, wenn Sie sich einem guten Freund oder Kollegen anvertrauen. Dieser kann Sie unterstützen, wenn alte Gewohnheiten wieder aufkommen. Genauso wichtig ist es, dass Sie jemanden haben, mit dem Sie reden können. Manchmal reicht bereits ein Gespräch aus, um die Dinge in einem neuen Licht zu sehen.

Geben Sie Verantwortung ab

Gerade im Beruf können Sie ihren Kontrollwahn am besten besiegen, wenn Sie ganz bewusst Verantwortung abgeben und Aufgaben delegieren – ohne jeden Schritt zu überprüfen! Wenn Sie Aufgaben delegieren, haben Sie weniger zu tun. Sie können sich um wichtigere Dinge kümmern und können sich so Stück für Stück und Aufgabe für Aufgabe von Ihrem Kontrollwahn lösen.

Die positiven Seiten der Kontrolle

Kontrollwahn in übersteigerter Form ist keine wünschenswerte Eigenschaft. Dies gilt besonders, wenn er sich bei Führungskräften oder innerhalb einer Beziehung ausbreitet. Jedoch ist Kontrolle nicht per se etwas Negatives. Wer ein wenig offen bleibt und auch die andere Seite der Medaille sieht, findet durchaus positive Aspekte in der Kontrolle.

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle kann sich in leidenschaftlichen Kollegen zeigen, die sich mit Herz und Hirn voll ihren Aufgaben widmen. Auch Manager, die mit emotionalem Eifer ihr Unternehmen nach vorne bringen, können begeisternd und anspornend sein. Gibt sich hingegen jemand völlig unkontrolliert seinen Gefühlsausbrüchen hin – von Euphorie bis hin zu Wut – wirkt er destruktiv. Selbstbeherrschung und Lebenskontrolle sind daher positiv.

Realitätskontrolle

Ständige Bedenkenträger mag keiner. Schon Friedrich Schiller räsoniert in „Wilhelm Tell“: „Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.“ Gesunde Skepsis hat aber auch gute Seiten. Es braucht die Kontrolle, ob Ziele und Vorgehensweisen überhaupt sinnvoll und realistisch sind. Das verhindert Zeitverschwendung und kostspielige Fehler.

Lernkontrolle

Lernkontrolle ist nicht nur in der Schule wichtig. Im Beruf gibt es zwar keine Noten, aber wir alle lernen täglich dazu: durch Ausprobieren, durch Beobachten, durch Fehler. Begehen wir Fehler, ist es wichtig, diese im Nachgang gründlich zu analysieren. Nur dann können wir aus ihnen lernen und vermeiden, sie nochmals zu machen. Dasselbe gilt auch für unsere Erfolge.

Qualitätskontrolle

Qualitätskontrolle ist eine persönliche Sorgfaltspflicht als auch eine Managementaufgabe. Hier geht es jedoch nicht um Kontrollzwang. Vielmehr sollen Mitarbeiter anhand der Ergebnisse motiviert und zu Verbesserungen ermutigt werden. Durch die Kontrolle der Qualität können sie sich entwickeln und wachsen. Eine positive Qualitätskontrolle lässt immer genug Freiräume für Kreativität. Sie zeichnet sich durch Respekt und den Wunsch aus, anderen dabei zu helfen, erfolgreicher zu werden.


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