Zielorientierung: Das Ziel fest im Blick

Ein Ziel ist der Endpunkt allen Strebens. Um dorthin zu kommen, benötigen wir eine klare Zielorientierung. Durch sie erhalten Aufgaben ihre Priorität – wir behalten unseren Fokus und langfristigen Kurs. Zugleich führt zielorientiertes Handeln zu mehr Bewusstsein: Wir reflektieren stärker, was wir tun, warum wir es tun und ob es uns unseren Zielen wirklich näher bringt. Studien zeigen: Zielorientierung ist oft wichtiger als Intelligenz und ein Schlüssel zum Erfolg. Über die Bedeutung der Zielorientierung plus Tipps, wie Sie Ihre steigern…

Zielorientierung: Das Ziel fest im Blick

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Definition: Was versteht man unter Zielorientierung?

Zielorientierung bedeutet, seine Entscheidungen und Handlungen fortlaufend an einem übergeordneten Ziel auszurichten. Wer zielorientiert ist, verfolgt eigenständig, andauernd und unbeirrbar sein Vorhaben bis das Ziel erreicht ist und lässt sich auch durch Rückschläge, Widerstände oder Einschnitte nicht davon abbringen. Damit ist die Zielorientierung eine enge Verwandte von Zielstrebigkeit und Volition.

Unsere Zielorientierung zeigt sich in verschiedenen Bereichen:

  • Lernen
    Um ein Ziel zu erreichen, kann es erforderlich sein, neue Fähigkeiten zu trainieren oder sich zusätzliches Wissen anzueignen. Das kann bedeuten, dass Sie privat in eine Weiterbildung investieren, um sich für einen Job zu qualifizieren oder einer Beförderung näherzukommen.
  • Leisten
    Selten sind hochgesteckte Ziele einfach zu erreichen. Zielorientierte Menschen zeigen daher die Bereitschaft zu mehr Leistung, um zu tun, was getan werden muss. Dazu zählt ebenfalls ein gewisses Maß an Opferbereitschaft, sowohl finanziell als auch zeitlich, um ein Ziel zu erreichen.
  • Fokussieren
    Unabdingbar für die Zielorientierung sind Disziplin, Ausdauer sowie ein anhaltender Fokus auf die eine Sache, das große Ziel. Die Konzentration darauf bündelt nicht nur Energien und Ressourcen, sondern vermeidet zugleich, sich ablenken zu lassen oder das übergeordnete Vorhaben aus den Augen zu verlieren, bevor es erreicht wurde.

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Warum ist Zielorientierung wichtig?

Ziele sind unverzichtbar für den Erfolg. Wer nichts anstrebt, kann nichts erreichen. Ohne ein festes Ziel vor Augen, können wir nie ankommen oder messen, wie nahe wir dem Ziel schon sind. Nicht einmal ein Kurs lässt sich ohne Ziel bestimmen. Daraus lässt sich ableiten:

  • Ziele geben uns Orientierung.
  • Ziele definieren eigenen Erfolg.
  • Ziele sind Ansporn und Motor zugleich.
  • Ziele zu erreichen, macht zufrieden.
  • Ziele steigern das Selbstvertrauen.
  • Ziele verlängern das Leben.

Der letzte Punkt basiert auf einer kanadischen Studie. Der Psychologe Patrick Hill von der Carleton Universität fand heraus, dass zielstrebige Menschen gesünder leben, mehr auf ihre Fitness achten und glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben sind. Das schenkte den Betroffenen regelmäßig ein paar Extrajahre – „unabhängig davon, ob sie noch im Berufsleben stehen oder schon in Rente sind.“

Umgekehrt: Haben Menschen keine Ambitionen, keine Zielorientierung (mehr), fallen Sie oft in ein tiefes Loch (siehe Midlife-Crisis). Ziel erreicht – und nun? Wer seine Ziele aus den Augen verliert, nichts mehr anstrebt, gibt de facto die Lebensführung ab und überlässt sich und seine Talente dem Zufall oder Schicksal.

Zielorientierung: Bedeutung im Job

Zahlreiche Führungskräfte wünschen sich von Mitarbeitern mehr Zielorientierung. Grund: Zielorientierte Mitarbeiter sind fokussierter, produktiver und tragen stärker zum Unternehmenserfolg bei. Kurz: Zielorientierung ist ein Indiz für einen Leistungsträger.

Zwar lassen sich hierfür Anreize schaffenZielvereinbarungen und Bonuszahlungen zum Beispiel. Sie fördern aber nur die extrinsische Motivation und müssen permanent gesteigert werden, um zu wirken. Deshalb achten Unternehmen meist schon bei der Bewerbung und Personalauswahl auf die intrinsische Motivation und Zielorientierung der Bewerber. Sie wird damit zum Erfolgsfaktor bei der Jobsuche.

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Zielorientierung ist wichtiger als Intelligenz

Wie sehr jemand am Erreichen eines Ziels arbeitet, ist keine Konstante. Die Zielorientierung ist ein variabler Teil unseres Verhaltens. Sie ist zum Teil abhängig von Motivation und Begeisterung – und vom Ziel selbst. Wer seine eigenen Ziele setzt und verfolgt ist bei der Zielerreichung deutlich leidenschaftlicher und auch erfolgreicher als bei fremden Zielen.

Manche Menschen sind von Natur aus enorm zielorientiert. Sie können sich einer Sache voll und ganz verschreiben und ihr gesamtes Denken und Handeln auf ein Ziel ausrichten. Sie besitzen: Volition. Wissenschaftler sind sich heute einig, dass dies DER Erfolgsfaktor überhaupt ist – wichtiger als Motivation oder Intelligenz. Die Fähigkeit verbindet Entschlossenheit mit unbedingtem Umsetzungswillen. Die gute Nachricht daran: Diese Willenskraft lässt sich – größtenteils – wie ein Muskel trainieren.

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Zielorientierung steigern: 5 Tipps

Laut Psychologie können Sie selbst einiges zu Ihrer Zielorientierung beitragen und diese gezielt steigern. Die folgenden Tipps helfen dabei.

  1. Verhalten hinterfragen

    Der beste Weg zu mehr Zielorientierung ist eine einfache Frage: „Bringt mich das, was ich tue, meinem Ziel näher?“ Stellen Sie sich diese Frage vor jeder wichtigen Entscheidung und Sie fördern massiv Ihr zielorientiertes Handeln.

  2. Ziele aufschreiben

    Wer seine Ziele aufschreibt, steigert die Erfolgschance auf 76 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie der Psychologin Gail Matthews an der Dominican Universität in San Rafael, Kalifornien. Das Aufschreiben erzeugt ein inneres Commitment und sendet unablässig Signale an unser Unterbewusstsein, an dem Ziel zu arbeiten. Erst recht, wenn wir den Zettel mit unseren Zielen oder ein Erfolgstagebuch lesen, schreiben und davon erinnert werden.

  3. Disziplin trainieren

    Ein Ziel ist ein Wunsch mit Datum. Zur Zielorientierung gehören daher Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen. Ziele verfolgen ist nicht immer nur Spaß, sondern teils harte Arbeit. Umso wichtiger ist, dass Sie Ihre Disziplin festigen und Versuchungen oder dem Prokrastinieren widerstehen.

  4. Meilensteine definieren

    Große Ziele wirken am Anfang wie ein unüberwindbarer Berg. Das demotiviert. Für die Zielorientierung hilfreich ist es daher, große Vorhaben in kleinere und leichter erreichbare Ziele zu zerteilen. Indem Sie sich Ziele setzen, die in kurzer Zeit umsetzbar sind, schaffen Sie viele kleine Erfolgserlebnisse. Die bestärken Sie in Ihrem zielorientierten Handeln.

  5. Perspektive wechseln

    Je positiver ein Ziel formuliert ist, desto mehr motiviert es. Gleichzeitig sollten wir uns damit identifizieren können, andernfalls sinkt irgendwann die Begeisterung – und Zielorientierung. Profis unterscheiden deshalb zwischen „Weg-von“ und „Hin-zu“-Zielen. Für letztere brennt unser Herz viel mehr und auch langfristiger. Wer beispielsweise „weg von“ seinem Übergewicht will, scheitert leichter, als jemand, der „hin zu“ einer gesunden Ernährung und einem besseren Body-Mass-Index steuert.

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[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]

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