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Entscheidungsblockade: Nehm' ich das Jobangebot an oder lass ich die Finger davon? Entscheide ich mich für das eine oder das andere? Ob große und langfristige Wahl oder scheinbar Belanglose Entscheidung. Ein Satz, den jeder schon gesagt oder gedacht hat, lautet: Ich kann mich einfach nicht entscheiden... Wenn die Wahl bisweilen zur Qual wird, rückt die richtige Entscheidung in scheinbar unerreichbare Ferne. So viele Aspekte, die gut überlegt sein wollen. Wir haben acht Tipps, wie Sie ihre Entscheidungsblockade lösen können, um endlich eine der Alternativen wählen zu können - und dabei die richtige Option zu wählen...

Entscheidungsblockade: Linke Ecke, rechte Ecke

Ein Klassiker beim Fußball, wie er jede Woche vorkommt: Der Schiedsrichter pfeift Elfmeter, der Spieler macht sich zum Schuss bereit. Er läuft an, schielt dabei nach links, der Torhüter bleibt wie angewurzelt auf der Linie stehen. Der Schütze macht noch einen Schritt, und noch einen, der Torwart fängt plötzlich an zu zappeln.

Während des Anlaufs kommt der Spieler ins Grübeln, will eigentlich nach links schießen, jetzt doch lieber nach rechts. Oder baller ich die Pille einfach Vollspann in die Mitte? Zu spät, vorbei, der Ball fliegt über die Latte in den Himmel.

Das kann passieren, wenn man innerlich hin- und hergerissen ist. Wenn man sich nicht entscheiden kann. Entscheidungsblockaden sind mehr als hinderlich, nicht nur im Sport, sondern auch privat und ganz besonders im Berufsleben. Wer keine Entscheidung trifft, setzt sich damit meist ganz automatisch einigen Nachteilen aus.

  • Andere treffen die Entscheidung für Sie.

    Entscheidungen werden immer getroffen - die Frage ist letztlich nur, ob von Ihnen oder jemand anderem. Während Sie in einer Entscheidungsblockade stecken, steht die Zeit nicht still, sondern die Dinge entwickeln sich weiter. Heißt: Entscheidungen werden im schlimmsten Fall auch ohne Ihr Zutun getroffen. Dann haben Sie nicht nur die Entscheidung aus der Hand gegeben, sondern müssen sich mit einer Entscheidung arrangieren, die über Ihren Kopf hinweg getroffen wurde.


  • Sie verlieren den Zeitvorteil.

    Es kann von Vorteil sein, den ersten Zug zu machen und anderen damit einen Schritt voraus zu sein. Je länger Ihre Entscheidungsblockade jedoch andauert, desto mehr Zeit geben Sie anderen, um aufzuholen und vielleicht selbst die Nase vorn zu haben.


  • Chancen verstreichen ungenutzt.

    So schön es auch wäre: Türen, die sich öffnen, bleiben nicht für immer offen, sondern schließen sich nach einiger Zeit wieder. Es wäre sehr schade und ärgerlich, wenn Sie Chancen einfach vorbeiziehen lassen, weil Sie sich nicht entscheiden können. Denken Sie auch daran: Wenn Sie eine Entscheidung aufschieben, weil Sie nicht weiter wissen, wird es sicherlich jemand anderen geben, der ohne zu Zögern die Chance ergreift und Ihnen zuvor kommt.

Dies soll nicht heißen, dass es immer leicht wäre, Entscheidungen zu treffen. Ganz im Gegenteil. Um noch einmal zum obigen Beispiel des Elfmeters zurückzukommen: Ein solches Missgeschick passiert selbst den Besten, besonders dann, wenn die Nerven flattern und eine Menge auf dem Spiel steht.

Auch ist es keine Schande, manchmal einen Moment zu zögern, um sicher zu sein, die richtige Wahl zu treffen. Stecken Sie jedoch regelmäßig in einer Entscheidungsblockade fest, sollten Sie lernen, wie Sie sich aus dieser Starre befreien.

Entscheidungsblockade: Gründe für die Unentschlossenheit

Entscheidungsblockade Gründe Tipps UrsachenAngst ist eine wahre Entscheidungsbremse. Sobald wir uns vor einer Entscheidung fürchten, wird diese immer weiter aufgeschoben, um der eigenen Furcht so lang wie möglich zu entkommen. Eine zwar nachvollziehbare, aber wenig nützliche Reaktion. Verstecken löst in der Regel keine Probleme, sondern führt in eine veritable Entscheidungsblockade, bis es vollkommen unmöglich wird, sich zwischen mehreren Optionen zu entscheiden.

Die Unfähigkeit eine Wahl zu treffen hat fast jeder schon einmal erlebt, doch welche Gründe sind dafür verantwortlich? Dies sind häufige Ursachen für eine Entscheidungsblockade:

  • Unsicherheit über die Konsequenzen. Im Vorfeld ist nie vollkommen sicher, ob eine Entscheidung tatsächlich die richtige ist. Unerwartetes lässt sich eben nicht einplanen und so bleibt ein Restrisiko. Diese Unsicherheit über die Konsequenzen lässt manche jedoch in eine regelrechte Schockstarre verfallen, in der sie entscheidungsunfähig sind.
  • Unsicherheit über die eigene Situation. Ich weiß nicht, was ich will... Eine oft genutzte Phrase, die allerdings in vielen Fällen genau den Kern des Problems trifft und ein Hauptgrund für die Entscheidungsblockade ist. Kaum jemand ist sich der eigenen Prioritäten wirklich bewusst und so kann keine Entscheidung getroffen werden, da die Grundlage fehlt.
  • Zu wenige Informationen. Vor einer Entscheidung wollen wir wissen, was es mit den einzelnen Optionen auf sich hat. Dies kennt jeder beispielsweise beim Kauf von Elektrogeräten. Man nimmt nicht einfach das erste Angebot, sondern möchte sich informieren, um Bescheid zu wissen, bevor man eine teils erhebliche Menge Geld investiert. Sind die nötigen Informationen nicht vorhanden, droht eine Entscheidungsblockade.
  • Zu viele Informationen. Klingt merkwürdig, doch auch das genaue Gegenteil führt dazu, dass keine Entscheidungen mehr möglich sind: Wenn Sie sich immer weiter informieren, unzählige Testberichte und Meinungen einholen, wissen Sie irgendwann nicht mehr, wo Ihnen der Kopf steht. ZU jeder Option gibt es einfach zu viele Vor- und Nachteile, dass SIe den Überblick verlieren und zu absoluter Unsicherheit zurückkehren.
  • Angst vor dem Verlust. Jede Entscheidung FÜR etwas ist immer auch eine Entscheidung GEGEN viele andere Alternativen. Wenn es darum geht, sich endgültig festzulegen, beginnen viele Menschen damit, zu bereuen, was Sie nicht haben können, anstatt sich über die eigene Wahl zu freuen. Die Entscheidung wird so immer schwieriger, weil das Gefühl entsteht, man würde eine Menge verpassen.
  • Angst vor der Verantwortung. Wer eine Entscheidung trifft, muss auch die damit verbundenen Konsequenzen tragen. Vor dieser Verantwortung würden viele sich jedoch lieber drücken und schieben die Entscheidung deshalb auf die lange Bank. Motto: Wenn ich mich nicht entscheide, bin ich auch nicht schuld, wenn die Wahl sich als falsch entpuppt.

Entscheidung: Blockiert

Ein erster Trost bei all den Schwierigkeiten einer Wahl: Manchmal ist es überhaupt nicht schlimm, wenn Sie die falsche treffen. Längst nicht jede Kreuzung, an der Sie sich wiederfinden, hat langfristige Folgen - Zufriedenheit und weiterer Lebensweg bleiben davon schlichtweg unberührt. Manche Entscheidungen sind einfach nur unbequem, unangenehm, geradezu banal, aber getroffen werden müssen sie trotzdem. Andere können hingegen ernsthafte Auswirkungen nach sich ziehen.

Entscheide ich mich für Jobangebot X oder für Jobangebot Y? Für welche Wohnung entscheide ich mich? Schreibe ich dem Abteilungsleiter diese Beschwerde-Mail oder verkneife ich sie mir? Welches Auto ist das perfekte für mich? Gehe ich hier mitten im Nirgendwo einfach mal bei Rot über die Ampel?

Je größer und wichtiger die Entscheidung, desto schwieriger wird es, die Entscheidungsblockade zu überwinden. Gerade bei bedeutsamen Angelegenheiten ist es jedoch umso notwendiger, eine Wahl zu treffen, mit der man zufrieden ist. Wir haben einige Tipps und Wege gesammelt, mit denen sich die Blockade lösen lässt.

Entscheidungsblockade: 8 Tipps für Unentschlossene

  1. Nicht überanalysieren

    Wir wollen meist eine Entscheidung treffen, die auf Grundlage aller verfügbaren Informationen die beste ist. Die perfekte Entscheidung eben. Überanalysieren hat also etwas mit Perfektionismus zu tun. Klingt vernünftig, ist in der Praxis aber schwer umsetzbar. Es gibt oft einfach zu viele Faktoren, als dass man sie alle berücksichtigen könnte.

    Um noch ein letztes Mal auf das Elfmeter-Beispiel zurückzukommen: Wenn der Kicker bei einem Elfmeter auch die Lichtverhältnisse, die Windrichtung, die Luftfeuchtigkeit und mögliche Laserpointer im Publikum genau mit einkalkulieren wollte, dann zeigt sich schnell, dass eine Entscheidung kaum noch umsetzbar wäre - und besser machen würde sie das Ergebnis höchstwahrscheinlich auch nicht.

    Deshalb der Tipp: Nehmen Sie nur die wichtigsten Parameter in die eigene Gleichung auf. Mit jedem weiteren Faktor machen Sie es sich selbst nur unnötig schwer.


  2. Erwartungen anpassen

    Eng mit einer Entscheidungsblockade verbunden sind oft viel zu hohe Erwartungen, die nahezu nie zu erfüllen sind. Immer soll es der perfekte Job sein, die Wohnung, die wirklich ALLES hat, was man sich nur erträumen könnte, der Fernseher mit jedem Extra und gleichzeitig dem allerbesten Preis.

    Klingt toll, klappt aber eben in der Realität nicht. Wollen Sie Entscheidungen schneller treffen und eine Blockade lösen, müssen Sie Ihre Erwartungshaltung anpassen und bereit sein, den ein oder anderen Kompromiss einzugehen. Nur weil es nicht absolut perfekt ist, heißt noch lange nicht, dass es nicht dennoch sehr gut und überaus zufriedenstellend ist.


  3. Automatisieren

    Den Terminus der automatisierten Entscheidung kennt man eher aus der Datenverarbeitung, von Kreditbewertungen zum Beispiel. Wenn etwa der Score-Wert die Bonität eines potenziellen Kreditnehmers massiv in Frage stellt, bekommt er keinen Kredit. Fertig. Dieses technokratische Prinzip kann man sich aber auch ganz menschlich zu Nutze machen.

    Denn nicht jede Entscheidung muss Tag für Tag aufs Neue getroffen werden. Esse ich zum Frühstück das Müsli oder doch zwei Roggenbrötchen? Wann sortiere ich heute meinen Posteingang - um 9 Uhr oder in der Mittagspause? Setze ich mich heute Abend auf den Crosstrainer oder morgen? Derartige Entscheidungen können Sie - wenn Sie wollen - einfach automatisieren.

    Montags immer Müsli, dienstags immer Brötchen, Ende der Diskussion. Posteingang immer sofort als Erstes leeren, basta. Sport jeden Mittwoch, keine Ausnahmen. Das erfordert einige Disziplin, keine Frage, doch hat es auch seine Vorteile. Routinen spielen sich ein und geben dem Tag eine geordnete Struktur, außerdem wird es Ihnen mit der Zeit immer leichter fallen und Sie können sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren..


  4. Deadline setzen

    Was bei Projekten im Job funktioniert, klappt auch bei Entscheidungsblockaden: Sie schieben eine schwierige oder unangenehme Entscheidung immer wieder auf, können sich einfach nicht festlegen oder suchen sogar nach Ausreden? Dann legen Sie einen klaren Termin fest, an dem die Entscheidung fällig wird.

    Um zu verhindern, dass Sie sich dabei selbst betrügen und die Frist immer weiter aufschieben, sollten Sie diese möglichst verbindlich machen. Informieren Sie Freunde, Kollegen oder auch den Chef, bis wann Sie sich entscheiden werden. So müssen Sie zu Ihrem Wort stehen und endlich eine Wahl treffen.


  5. Instinkten vertrauen

    Golf-Profis spielen dann am besten, wenn sie keine Zeit haben, über ihren Schlag nachzudenken. Bei Anfängern ist genau andersherum. Das will die Psychologin Siea Leah Beilock von der Uni Chicago herausgefunden haben. Bedeutet: Das Bauchgefühl ist ein guter Ratgeber.

    So wie beim Sprung vom Drei-Meter-Brett: Wer hier zu lange hadert, steigt womöglich wieder von der Leiter hinab statt einmal laut "Augen zu und durch" zu rufen - und zu springen. Analyse und Vorbereitung sind gut, Intuition aber auch nicht unwichtig. Vertrauen Sie Ihrem Verstand, aber - im Zweifel - auch Ihrem Bauch.

  6. Entscheidungsblockade Tipps Bauchgefuehl

  7. Worst-Case-Szenario entwerfen

    Von Suzy Welch stammt das 10-10-10-Modell. Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in 10 Tagen? Welche in 10 Monaten? Und welche in 10 Jahren? Vom Ende her denken kann eine Entscheidung erleichtern. Dieser Trick lässt sich aber noch ergänzen - beziehungsweise der Einfachheit halber vollständig ersetzen. Nämlich mit dieser Frage: Welche Auswirkung ist die schlimmste, die ich mit meiner Entscheidung theoretisch hervorrufen könnte?

    Wem hier ein inakzeptables Szenario droht, kann die Entscheidung entsprechend ausrichten - oder sich alternativ schon einmal vorab überlegen, was im Worst-Case-Fall zu tun ist. Auch das hilft mental, sich mit einer Entscheidung zu arrangieren und die Blockade zu überwinden.


  8. Folgefehler vermeiden

    Dass man Fehler nie zweimal machen darf, haben Sie definitiv schon einmal gehört. Daher sinnvoll: Vor einer Entscheidung noch mal alte Episoden aus seinem Leben Revue passieren lassen. Gab es Parallen? Ähnliche Situationen? Eine Entscheidung, die ich so ähnlich schon einmal treffen musste? Es mag sich so anfühlen, aber viele Entscheidungen - oder zumindest sehr ähnliche - hat man bereits früher einmal treffen müssen.

    Wer eine große Erfahrungsschatztruhe hat, kann hier Verbindungen herstellen - und diesmal nicht nur eine bessere Entscheidung treffen, sondern auch schneller die Blockade im Kopf überwinden. Fragen Sie sich, wie es beim letzten Mal ausgegangen ist und was Sie hätten anders machen können, um noch mehr aus der Situation zu machen.


  9. Wählerisch sein

    Auch hilfreich für Entscheidungsunfreudige: Setzen Sie einen Standard fest, der nicht unterschritten werden darf. Beispiel: Sie wohnen im Ruhrgebiet und wollen von dort auch nicht weg. Ein neues Jobangebot, das mehr als 50 Kilometer von Ihrem Wohnort entfernt liegt, kommt für Sie nicht in Frage. Sie legen die Regeln fest, nach denen Ihre eigenen Entscheidungen getroffen werden - halten Sie sich daran und es wird Ihnen viel leichter fallen, eine Entscheidungsblockade zu überwinden oder ganz zu verhindern.

    Dann gibt es aber auch kein Wenn und Aber. Ihre Kriterien werden nicht erfüllt, dann lautet die Antwort Nein. Fertig, aus, Entscheidung getroffen, so toll die Stelle in Frankfurt sonst auch sein mag. Nach klaren Kriterien respektive Untergrenzen lässt sich eine Entscheidung gleich viel einfacher ausrichten.

Der Gun-Test

Entscheidungsblockade überwinden Wahl treffen Gun TestWenn es nach Bernard Roth geht, braucht es nicht mehr als 15 Sekunden, um zu einer guten Entscheidung zu kommen. Roth, Professor am Hasso-Plattner-Institute of Design in Stanford, schlägt in seinem Buch "The Achievement Habit" die Anwendung des so genannten Gun-Tests vor.

Und der geht so: Steht jemand vor einer großen, möglicherweise lebensverändernden Entscheidung, richtet Roth einfach seine Finger in Form einer Pistole auf ihn und sagt: OK, Du hast 15 Sekunden, um dich zu entscheiden oder ich drücke ab. Laut Roth weiß daraufhin nahezu jeder die richtige Antwort.

In dieser Situation falle einfach der riesige Druck vom Entscheider ab, den er zuvor selbst aufgebaut habe. Aber: Nicht die Entscheidung selbst sei dabei wesentlich, sondern die Gewissheit, diese Entscheidung tatsächlich treffen zu können. Ein, so Roth, befreiendes Gefühl - und das Ende jeder Entscheidungsblockade.

[Bildnachweis: ImageFlow by Shutterstock.com]

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