Entscheidungsfindung: Die besten Methoden

Der Großteil der Entscheidungen ist ein Kinderspiel, läuft im Bruchteil einer Sekunde und vollkommen unbewusst. Leider kann die Entscheidungsfindung für die großen und wichtigen Beschlüsse umso schwieriger sein. Manch Unentschlossener schwankt Tage, Wochen oder gar Monate zwischen den Alternativen – und ist am Ende immer noch unsicher. Hier erfahren Sie, warum die Entscheidungsfindung ein solches Problem ist, in welchen Phasen eine Entscheidung gefunden wird und mit welchen Methoden Ihre Entscheidungsfindung zum Erfolg wird…

Entscheidungsfindung: Die besten Methoden

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Probleme bei der Entscheidungsfindung

Niemand kommt um die großen und wichtigen Entscheidungen im Leben herum – doch fallen diese ungemein schwer. Studieren oder doch Ausbildung? Welcher Beruf soll es überhaupt werden? Für die meisten Menschen ist die Entscheidungsfindung bei wegweisenden Punkten ein großes Problem. Langes Grübeln, Ratschläge von Freunden und Familie, Informationen sammeln – nur um kein Stück weiterzukommen.

Unsere Entscheidungsfindung wird von mehreren Faktoren sabotiert. So wird es fast unmöglich, eine Wahl zu treffen:

  • Perfektionismus
    Übertriebener Perfektionismus steht der Entscheidungsfindung im Weg. Oft gibt es nicht die Option, die zu 100 Prozent passt. Die eierlegende Wollmilchsau suchen Sie unter den Alternativen vergeblich. Wer trotzdem danach sucht, wird nicht fündig und kommt nie zu einer Entscheidung.
  • Angst
    Angst vor Konsequenzen führt zu einer Entscheidungsblockade. Im Vorfeld lassen sich nur selten die genauen Auswirkungen vorhersagen – mit einem Restrisiko müssen Sie umgehen. Sonst treten Sie nur auf der Stelle und kommen in der Entscheidungsfindung keinen Schritt voran.
  • Überangebot
    Dies gilt gleich doppelt: Zum einen ist ein Überangebot an Optionen eine Hürde für die Entscheidungsfindung. Bei wenigen Alternativen kann meist leicht ein Favorit ermittelt werden – bei zehn potenziellen Möglichkeiten wird es deutlich schwerer. Auch zu viele Informationen sind hinderlich. Sie verlieren den Überblick und wissen irgendwann gar nichts mehr.

5 Phasen der Entscheidungsfindung

Die Entscheidungsfindung ist sehr individuell, jeder geht anders damit um. Bei dem einen funktioniert es schneller, bei anderen dauert es deutlich länger bis zu einem Ergebnis. Dennoch verläuft die Entscheidungsfindung fast immer nach dem gleichen Schema. Das sind die fünf Phasen der Entscheidungsfindung:

1. Prioritätensetzung

Jede Entscheidungsfindung beginnt mit der Analyse der eigenen Situation und Prioritäten. Was wollen Sie? Was erwarten Sie? Dabei können auch die Erwartungen von Freunden oder des Partners eine Rolle spielen. In diesem ersten Schritt wird festgelegt, wonach Sie in einer Alternative suchen und was diese erfüllen muss, um in Betracht gezogen zu werden.

2. Recherche

Die Recherche ist ein großer Teil der Entscheidungsfindung. Hier suchen Sie die verschiedenen Optionen raus, die Ihnen zur Verfügung stehen und die Ihren Prioritäten entsprechen. Dabei muss nicht jede Alternative gleichermaßen alle Kriterien erfüllen, am Anfang wird etwas weiter gesucht, um die Auswahl danach Schritt für Schritt einzuschränken.

3. Abwägung

Sie haben viele verschiedene Alternativen vor sich. Das können drei, fünf oder auch zwanzig sein, abhängig davon, worauf sich Ihre Entscheidungsfindung bezieht. Nun müssen Sie die einzelnen Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Was passt am besten? Wovon versprechen Sie sich den größten Erfolg? Worauf legen Sie mehr Wert? Worauf können Sie verzichten?

4. Unsicherheit

Am Ende der Abwägung kommen Sie zu einem Ergebnis. Dies ist allerdings fast nie endgültig, denn es wird von Unsicherheit überschattet. Es sind Selbstzweifel, ob wirklich alles richtig durchdacht wurde. Niemand möchte im Nachhinein feststellen, dass er mit seiner Entscheidung unglücklich wird. So wird die letztliche Wahl hinausgezögert.

5. Entscheidung

Spätestens wenn die Zeit für die endgültige Entscheidung abgelaufen ist, muss eine Wahl getroffen werden. Dies kostet oft eine große Portion Überwindung, da die Unsicherheit weiterhin besteht.

Nicht immer läuft die Entscheidungsfindung dabei gradlinig durch die Phasen. Gerade bei Entscheidungen, die große Auswirkungen haben, springen viele noch einmal zu vorherigen Stufen zurück. Gerade die Phase der Unsicherheit kann noch einmal zu einer neuen Recherche führen.

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Die besten Methoden zur Entscheidungsfindung

Die Probleme mit der Entscheidungsfindung haben die Entwicklung der verschiedensten Methoden und Tipps angeregt, um die ewige Qual der Wahl zu erleichtern. Das stellt Sie gleich vor die nächste Entscheidung: Sie können wählen, welche Methode der Entscheidungsfindung für Sie die Beste ist. Zur Orientierung haben wir verschiedene Methoden aufgelistet, die allesamt geeignet sind, Ihnen bei der nächsten Entscheidung zu helfen:

  • Schreiben Sie eine Pro-Contra Liste

    Ein Klassiker, aber eine sehr nützliche Hilfe für die Entscheidungsfindung. Um sich festzulegen, müssen es schließlich nicht immer innovative Methoden sein. Die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Alternativen bringt Sie einer Entscheidungsfindung deutlich näher. Wichtig ist: Suchen Sie gleichermaßen nach Pro und Contra Argumenten für jede Option, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

    Entscheidungsfindung Pro Contra Liste

    Beim Vergleich sollten Sie dann nicht nur auf die Anzahl der Argumente achten. Auch deren Qualität entscheidet! Eine Option mit nur einem einzigen Nachteil – der aber ein Ausschlusskriterium ist – ist schlechter als eine Alternative mit fünf kleinen Nachteilen.

  • Werfen Sie eine Münze

    Die Entscheidungsfindung dem Zufall überlassen? Nein, darum geht es nicht hier! Der Trick: Es geht nicht darum, die Entscheidung per Münzwurf zu treffen oder auch nur auf das Ergebnis zu achten. Entscheidend ist allein, welches Ergebnis Sie sich wünschen, während die Münze in der Luft ist und sich noch dreht.

    Horchen Sie in sich selbst hinein: Wollen Sie, dass Kopf oder Zahl auftaucht? Das ist die Entscheidung, die Sie unbewusst längst getroffen haben.

  • Erstellen Sie eine Entscheidungsmatrix

    Mit der Entscheidungsmatrix können Sie sich der Entscheidungsfindung ganz rational nähern. Listen Sie alle Optionen und die Kriterien, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen, auf. Nun vergeben Sie Punkte – und zwar so ehrlich und neutral wie möglich.

    Entscheidungsfindung Matrix

    Die so entstehende Matrix zeigt Ihnen genau, welche Alternative in welchem Bereich am besten abschneidet und welche in der Gesamtpunktzahl am höchsten liegt. Sinnvoll kann es sein, die Kriterien mit einer Gewichtung zu versehen, die mit der Punktzahl multipliziert wird. So entspricht das Ergebnis eher Ihren Prioritäten.

  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl

    Es klingt wie eine Floskel, doch wird dieser Punkt von vielen bei der Entscheidungsfindung einfach übergangen. Anstatt auf das eigene Intuition zu hören, werden die Dinge regelrecht zerdacht, bis die anfängliche Klarheit verloren geht. Sie grüblen solange, bis Sie nicht mehr wissen, was richtig oder falsch ist und was Sie selbst überhaupt wollen.

    Ihr Bauchgefühl weiß meist sehr genau, welche Entscheidung zu Ihnen passt. Lernen Sie, dieses zu nutzen und einfach auf Ihren Bauch zu hören. Das können andere vielleicht nicht immer nachvollziehen, das müssen sie aber auch gar nicht. Ihre Intuition trifft in Sekundenbruchteilen Entscheidungen basierend auf Ihrer Persönlichkeit und Ihren Erfahrungen – Sie müssen diesen nur vertrauen.

  • Denken Sie an den Weg zurück

    Ein Irrglaube der Entscheidungsfindung ist die Endgültigkeit. Mit einer Wahl entscheiden Sie sich nur für etwas, sondern gegen zahlreiche Alternativen. Das Gefühl, nicht mehr zurückzukönnen, wenn sich die Entscheidung als falsch herausstellt, blockiert enorm. Lösen Sie sich deshalb von dem Gedanken – oft ist er schlichtweg falsch.

    Kaum eine Entscheidung ist absolut unumstößlich. Sie können sich später umentscheiden, einen Schritt zurück machen und die Wahl wiederholen. Falscher Studiengang? Dann wechseln Sie. In einem unglücklichen Job gelandet? Suchen Sie sich einen neuen. Dieses Wissen nimmt großen Druck aus der Entscheidungsfindung. Sie gehen diese lockerer, schneller und erfolgreicher an.

  • Nutzen Sie einen Entscheidungsbaum

    Der Entscheidungsbaum stellt verschiedene Alternativen paarweise gegenüber. Am Ende gewinnt die Möglichkeit, die allen anderen überlegen ist. Ihre Entscheidungsfindung funktioniert dabei wie ein Sportturnier: Zwei Optionen treten gegeneinander an, der Gewinner schafft es in die nächste Runde.

    Entscheidungsfindung Entscheidungsbaum

    Sie übernehmen die Aufgabe des Schiedsrichters und entscheiden, wer gewinnt, ins Finale einzieht und schließlich im Endspiel gewinnt. Einfaches Prinzip, die Herausforderung liegt darin, sich in den einzelnen Duellen auf einen Sieger festzulegen.

  • Malen Sie sich den schlimmsten Fall aus

    Bei der Entscheidungsfindung fürchten wir unangenehme Konsequenzen, mit denen wir uns auseinandersetzen und leben müssen. Tatsächlich sind diese jedoch viel weniger gravierend, als wir annehmen und uns einreden. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und schreiben Sie auf, was wirklich im absoluten Worst-Case passieren könnte. Verlieren Sie Geld? Verpassen Sie eine andere Chance? Geht einige Zeit verloren?

    Fast immer werden Sie feststellen: Selbst der schlimmste Fall ist kein Weltuntergang. Diese Erkenntnis erleichtert die Entscheidungsfindung ungemein und nimmt die Angst, die Ihnen sonst im Weg steht.

Lesetipp: Mehr Entscheidungstechniken finden Sie in unserem großen Dossier zum Thema!

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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