Objektive Entscheidungen: 6 Strategien für bessere Entscheidungen

Wer Entscheidungen trifft, möchte dies möglichst gut tun. Fehler lassen sich nicht ausschließen, doch objektive Entscheidungen haben eine hohe Trefferquote. Warum entscheiden wir dann nicht alle stets objektiv? Weil das gar nicht so leicht ist! Subjektive Sicht- und Denkweisen lassen sich nur schwer ausstellen. Wir beurteilen nach eigenem Empfinden – nicht notwendigerweise neutral. Trotzdem sind objektive Entscheidungen möglich. Diese Tipps und Strategien helfen…

Objektive Entscheidungen: 6 Strategien für bessere Entscheidungen

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Definition: Was ist eine objektive Entscheidung?

Allgemein werden objektive Entscheidungen als beste Möglichkeit gesehen, um eine richtige Wahl zu treffen. Bei objektiven Entscheidungen spielt die individuelle Persönlichkeit des Entscheiders keine Rolle. Es werden möglichst neutral alle grundlegenden Fakten für die Auswahl berücksichtigt, eigene vorgefasste Meinungen, Emotionen oder Erfahrungen bleiben jedoch außen vor.

Hier zeigt sich auch die Schwierigkeit einer objektiven Entscheidung. Menschliches Denken und Handeln wird eben von diesen persönlichen Faktoren bestimmt und maßgeblich beeinflusst. Oft fällt es deshalb schwer, die nötige Objektivität zu bewahren.

Warum fallen Entscheidungen so schwer?

Das Prinzip von Entscheidungen scheint sehr einfach: Ja oder Nein, rechts oder links, schwarz oder weiß. Die große Mehrheit der täglichen Entscheidungen ist tatsächlich so simpel. Es geht um Kleinigkeiten, unwichtige Dinge, die unterbewusst entschieden werden.

Kompliziert wird es, wenn Sie vor einer wirklich wichtigen Wahl stehen. Für welchen Studiengang oder welche Ausbildung Sie sich entscheiden, kann das gesamte Leben beeinflussen. Gleiches gilt für wichtige finanzielle Entscheidungen. Hier fühlen sich viele hilflos und unentschlossen. Doch warum fällt es so schwer, Entscheidungen zu treffen? Schuld daran ist Angst – und das gleich mehrfach:

  • Angst vor Neuen
    Mit einer Entscheidung geht immer auch eine Veränderung einher, die sich in den meisten Fällen vorher nicht genau bestimmen lässt. Sie können beispielsweise vorher nicht zu 100 Prozent wissen, wie sich Ihre Situation durch einen Jobwechsel verändert.
  • Angst vor Verlust
    Wer sich für das eine entscheidet, verzichtet dadurch automatisch auf etwas anderes. Vor einer Entscheidung steht daher immer auch die Angst, durch eine falsche Wahl die bessere Alternative zu verlieren.
  • Angst vor Verantwortung
    Wer eine Entscheidung getroffen hat, kann nicht mehr davor weglaufen. Das bedeutet auch, dass er die Verantwortung für die Konsequenzen tragen muss – positiv und negativ gleichermaßen.

Völlig überwinden lassen sich diese Angst nur selten. Es gibt zwar verschiedene Wege, um die Entscheidungsangst abzuschwächen, aber ein Rest Unsicherheit bleibt meist bestehen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich die meisten Ängste im Nachhinein als unbegründet herausstellen, besonders dann, wenn es gelingt, trotz flauem Magen möglichst objektive Entscheidungen zu treffen.

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6 Strategien für objektivere Entscheidungen

Zu hundert Projekt objektive Entscheidungen sind nicht zu realisieren. Der Mensch denkt nicht wie ein Computer. Emotionen, Erinnerungen, persönliche Vorlieben und Ansichten können nicht komplett ausgeblendet werden. Im Hinterkopf spielen diese Faktoren immer eine Rolle, selbst wenn wir uns möglichst objektiv verhalten wollen. Am Ende spielt die eigene Perspektive trotzdem eine Rolle.

Durch geeignete Strategien lassen sich aber objektivere Entscheidungen treffen. Diese Methoden und Strategien helfen dabei:

  • Erstellen Sie Pro und Contra Listen

    Es ist der Klassiker, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen. Dennoch hat die Entscheidungstechnik der Pro-Contra-Liste nichts an ihrer Effektivität verloren. Sie ist sehr simpel in der Umsetzung und bringt die Fakten der Vor- und Nachteile in den Fokus.

    Pro und Contra Listen

    Dabei sollten Sie nicht nur nach der Anzahl der Argumente gehen, sondern auch eine Art Wertigkeit der einzelnen Punkte einführen. Ein sehr starkes Pro-Argument sollte also beispielsweise mehr zählen als ein schwacher Punkt auf der Contra-Seite.

  • Konzentrieren Sie sich auf wichtige Faktoren

    Je komplizierter und schwieriger eine Entscheidung ist, desto mehr Faktoren müssen bei dieser in Betracht gezogen werden. Diese Vielfalt kann allerdings zu schlechteren Entscheidungen führen, wenn der Überblick über mögliche Folgen verloren geht. Können Sie die Kriterien hingegen auf einige Kernpunkte reduzieren, können Sie die Qualität Ihrer Entscheidungen erhöhen.

    Für objektive Entscheidungen sollten zwar möglichst alle Fakten berücksichtigt werden – aber eben nur die, die wirklich zählen. Oft verstrickt man sich in Nebensächlichkeiten oder denkt über Kleinigkeiten nach, die kaum Relevanz besitzen. Legen Sie klare Kriterien fest, nach denen Sie Ihre objektive Entscheidung treffen.

  • Betrachten Sie die Situation von außen

    Wenn der Kopf schwer wird und Argumente für beide Seiten einer Entscheidung in Ihren Gedanken tanzen, kann es helfen, die Situation von einem neuen Standpunkt aus zu betrachten. Stellen Sie sich vor, ein guter Freund hätte die gleiche Entscheidung zu treffen. Welchen Ratschlag würden Sie ihm geben? Ein solcher Perspektivwechsel ist nicht ganz einfach, lässt die eigene Entscheidung aber viel klarer werden.

    Die so gewonnene Neutralität hilft zudem bei wirklich objektiven Entscheidungen. Sie erhöhen die Distanz zur Frage, blenden Ihre persönliche Gefühlswelt aus und geben sich selbst einen objektiven Ratschlag.

  • Entwickeln Sie ein Punktesystem

    Sie können sich einfach nicht zwischen mehreren Alternativen entscheiden? Dann legen Sie ein Punktesystem fest, das Ihnen eine einfache objektive Entscheidung ermöglicht. Vergeben Sie Punkte danach, wie gut eine Entscheidung die wichtigsten Kriterien erfüllt. So kann beispielsweise ein Jobangebot mit mehr Gehalt, aber schlechterer Arbeitsatmosphäre und weiterer Anfahrt die schlechtere Alternative sein, obwohl die Bezahlung höher ist.

    Wie bei der Pro-Contra-Liste sollte auch hier eine Gewichtung stattfinden. So kann ein sehr wichtiger Faktor mehr zählen als andere, kleinere Entscheidungsmerkmale.

  • Hinterfragen Sie Ihre eigene Objektivität

    Je mehr Gefühle und Erfahrungen eine Entscheidung beeinflussen, desto weniger objektiv fällt diese aus. Bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen, hinterfragen Sie daher noch einmal kritisch, ob Sie tatsächlich objektiv geblieben sind.

    Wie gut kennen Sie die Personen, die von der Entscheidung betroffen sind? Welche Erfahrungen könnten beeinflussen, dass Sie die Entscheidung subjektiv beeinflussen? Sollten Sie feststellen, dass es sich um eine eher subjektive Entscheidung handelt, können Sie diese noch einmal überdenken.

  • Fragen Sie Außenstehende

    Sie schaffen es einfach nicht, Ihre Subjektivität zu überwinden und objektive Entscheidungen zu treffen? Dann bitten Sie Familie, Freunde oder Kollegen um deren Meinung. Hier erhalten Sie ganz unabhängig von Ihren persönlichen Ansichten ein Bild der Fakten.

    Fragen Sie gezielt nach, wo andere die Vor- und Nachteile sehen. Wie würden sich diese entscheiden? Je mehr Input Sie bekommen, desto objektiver können Sie letztlich Ihre Entscheidung treffen.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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3. Februar 2021 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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