Die 8 Management-Regeln von Jack Welch

Was muss ein guter Manager können? Jack Welch glaubt, die Antwort zu kennen. Nach Meinung des legendären Ex-Chefs von General Electric muss man, will man erfolgreich sein, in seiner Persönlichkeit wachsen. Sobald man aber ein Leader ist, werde man erfolgreich, indem man andere wachsen lasse. Hier kommen die 8 Management-Regeln von Jack Welch…

Die 8 Management-Regeln von Jack Welch

Management-Regeln nach Jack Welch

General Electric geht es mies. Der glorreiche US-Konzern ist einer der großen Verlierer des Börsenjahres 2017. Die Dividende gestrichen, die Gewinnerwartung für 2018 gekürzt, ein großer Stellenab- und Konzernumbau angekündigt.

Die glorreichen Zeiten liegen – Stand jetzt – hinter dem Mega-Mischkonzern. Das sind die Zeiten, in denen Jack Welch das Unternehmen führte. 20 Jahre lang war Welch CEO von General Electric, von 1981 bis 2001, verhalf dem Unternehmen zu immensem Wachstum. Um die Jahrtausendwende kratzte der Aktienkurs von GE die 60-Dollar-Marke, heute liegt er deutlich unter 20 Dollar.

Was können Manager von Jack Welch lernen? Das sind die 8 Management-Regeln des US-Managers, niedergeschrieben in seinem Buch Winning von 2009…

Die 8 Management-Regeln von Jack Welch

  1. Leader versuchen, ihr Team immer und überall zu verbessern

    Das Team mit den besten Spielern gewinnt. Deshalb müsse man ständig aufs Neue versuchen, das Beste aus seinen Mitarbeitern herauszuholen. „Personalentwicklung sollte ein tägliches Unterfangen sein, das in jeden Aspekt Ihrer ganz normalen Aktivitäten integriert ist“, schreibt Welch. „Leader versuchen unermüdlich, ihr Team zu verbessern, indem sie jedes Treffen als Möglichkeit ansehen, zu evaluieren, zu coachen und Selbstvertrauen aufzubauen.“

    „Nutzen Sie jede Möglichkeit, um denen Selbstvertrauen zu geben, die es verdient haben. Verteilen Sie viel Lob: Je konkreter, desto besser.“ Wer lobt, macht andere besser – und damit auch das Unternehmen. Das kann man wohl als Win-win bezeichnen.


  2. Leader haben den Mut für unpopuläre Entscheidungen

    „Ganz offensichtlich rufen harte Entscheidungen Kritik und Widerstand hervor“, schreibt Welch. „Ihr Job ist es, zuzuhören und alles genau zu erklären, aber dabei nach vorne zu schauen. Zaudern oder betteln Sie nicht!“

    Effektive Manager wüssten, wann es an der Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen. Man könne sie nicht endlos nach hinten verschieben, nicht ewig auf etwas herumkauen. Das gelte im Übrigen auch dann, wenn man nicht über vollständige Informationen verfügt. Kaum etwa sei schlimmer als ein Manager, der sich nicht von etwas trennen kann.

    Seine klare, wenngleich hammerharte Ansage: „Unternehmen sind erfolgreich, wenn ihre Manager klar und sinnvoll trennen zwischen Top-Performern und Low-Performern, was Geschäfte und Personen betrifft; wenn sie die Starken pflegen und die Schwachen aussondern. Unternehmen leiden, wenn jedes Geschäft und jede Person gleich behandelt wird und wenn die Wetten so gleich verteilt sind wie Regen über dem Ozean.“


  3. Leader stellen Vertrauen her

    Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit – die wünscht sich wohl jeder. Aber wie stellt man Vertrauen her? „Vertrauen erwächst, wenn Leader transparent und offen sind und ihr Wort halten„, meint Welch.

    „Ein Mangel an Offenheit und Ehrlichkeit führt dazu, dass smarte Ideen, schnelles Handeln blockiert und gute Mitarbeiter daran gehindert werden, alles zu geben, was sie haben. Es ist ein Killer!“


  4. Leader strahlen eine positive Grundhaltung und Optimismus aus

    Das Leben ist hart – auch das Arbeitsleben. Das sollte einen Leader aber nicht davon abhalten, seine schönen Seiten zu betonen. „Unglückliche Stämme können nur schwer gewinnen“, sagt Welch. Man müsse zusammen klar kommen, an etwas glauben und dürfe sich nicht von anderen herunterziehen lassen – sei es von einem brutalen Wettbewerber oder der schlechten Konjunktur.

    Ein Leader müsse Enthusiasmus versprühen. Sein Jobbeschreibung: Teils Coach, teils Cheerleader. Das müsse von innen kommen, denn: „Wenn ein Job dich nicht auf die eine oder andere Weise begeistert, dann mache etwas anderes.“


  5. Leader vermitteln ihre Vision so, dass ihr jeder folgen kann

    Eine Vision ist eine Zukunftswette. Die Aufgabe eines Leaders ist es, so viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen, diese Wette einzugehen. Dazu können selbstverständlich auch Köder wie Gehaltserhöhungen, Boni oder andere Belohnungen beitragen.

    „Keine Vision ist es wert, auf Papier gedruckt zu werden, wenn sie nicht beständig kommuniziert und mit Belohnungen verstärkt wird“, rät Welch. Ein Leitbild sage genau, wohin man will, und die Werte beschreiben das Verhalten, das einen dort hinbringt.

    Welchs Regel: „Leader stellen sicher, dass ihre Leute die Vision nicht nur sehen, sondern sie auch leben und atmen.“


  6. Leader stellen Fragen

    Führungskräfte müssen nicht alles selber machen und auch nicht alles besser wissen. „Wenn Sie eine Führungskraft sind, ist es Ihr Job, Fragen zu stellen. Sie müssen sich in der Rolle wohlfühlen, wie die dümmste Person im Raum auszusehen. Jedes Gespräch, das Sie über eine Entscheidung, einen Vorschlag oder ein Stück Marktinformation führen, muss von Ihnen gefüllt werden mit Fragen wie Was, wenn?, Warum nicht? und Wie kann es sein?.

    Prinzip Sesamstraße: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Fragen seien dabei gleichbedeutend mit Herausforderungen für die Mitarbeiter. Von ihnen wird erwartet, dass sie sie beantworten. Jedem Mitarbeiter müssen die Fragen indes anders gestellt werden, um den unterschiedlichen Charakteren gerecht zu werden.


  7. Leader ermutigen dazu, Risiken einzugehen

    „Gewinner-Firmen“, so Welch, „gehen Risiken ein und lernen dazu.“ Deshalb sollten Führungskräfte ihre Mitarbeiter ermutigen, zu experimentieren, ohne permanent Angst vor Fehlern haben zu müssen. Experimentierfreude sei ein Schlüssel für Wachstum.

    „Wenn Sie etwas Neues auf den Weg bringen, dann müssen Sie voll dahinter stehen„, meint er und weiter: „Spielen, um nicht zu verlieren darf niemals eine Option für Sie sein.“


  8. Leader feiern

    Leader arbeiten zwar hart, aber sie feiern nicht genug, glaubt Welch. Darum sollten sie, so sein Rat, auch aus kleinen Siegen eine große Sache machen. Denn „wenn sie feiern, fühlen sich Menschen wie Sieger.“

    Außerdem sorgen Feiern für eine Atmosphäre von Anerkennung und positiver Energie. Mehr feiern: Eine Management-Regel, zu der man kaum nein sagen kann…

[Bildnachweis: Prometheus72 by Shutterstock.com]
22. Dezember 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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