Die Managergehälter sind ein ewiges Streitthema im deutschen Mainstream. Ob die immensen Vergütungen gerechtfertigt sind oder nicht, entscheiden Sie bitte selbst. Wir präsentieren Ihnen lediglich die Fakten: Was verdienen Manager in Deutschland? Und wie stehen sie damit im internationalen Vergleich da? Und in welchen Branchen verdienen Manager eigentlich am besten? Ein Überblick über die Managergehälter in Deutschland und anderswo...

Managergehaelter Deutschland Liste verdienen

Was ist eigentlich ein Manager?

Grundsätzlich zeichnet sich der Manager durch diese vier Verantwortlichkeiten aus: Planung, Führung, Organisation und (finanzielle) Kontrolle. Manager - das ist allerdings kein klar definierter Beruf, eher ein Gattungsbegriff.

Die Spanne derer, die einen Manager im Namen tragen, ist so lang wie ihre tägliche To-do-Liste. So hat beispielsweise der Berufsalltag eines Social Media Managers mit dem eines Risikomanagers herzlich wenig zu tun.

Zum Beispiel gibt es da den ...

  • Projektmanager
  • Key Account Manager
  • Supply Chain Manager
  • Produktmanager
  • Eventmanager
  • Sales Manager
  • Marketingmanager
  • Compliance Manager
  • Tax Manager
  • Risikomanager
  • HR Manager
  • Business Development Manager
  • Immobilien-Asset-Manager
  • Showroom Manager
  • E-Sport-Manager


Wenn öffentlich vom Manager die Rede ist, dann ist aber meist der Top-Manager im DAX-Konzern gemeint. Und wenn wir von Managergehältern sprechen, dann meist im Zusammenhang mit der politisch aufgeladenen Frage: Verdienen Manager zu viel?

Die Frage nach dem Ja und Nein klammern wir an dieser Stelle dezent aus. Uns geht es ganz nüchtern um die Frage: Was verdienen eigentlich Top-Manager? In welchem Land verdienen sie am meisten? Und in welcher Industrie?

Die Bewertungsplattform Glassdoor spuckt für den Manager per se ein bundesweites Durchschnittsgehalt von 78.000 Euro aus. Die Gehaltsplattform gehalt.de zeigt Werte zwischen 5.100 und 9.600 Euro an. Aber: Ob man Manager der unteren, mittleren oder oberen Führungsebene ist - das macht selbstverständlich einen gewaltigen Unterschied.

Manager Gehälter: Das verdienen die DAX-Chefs

Die Gehälter der DAX-Manager sind im Jahr 2016 lediglich um ein Prozent gestiegen - und damit deutlich langsamer als die Unternehmensgewinne.

Das zeigt die jährliche Studie der Deutschen Schutzvereinigung Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München (TUM), die im April 2017 vorgestellt wurde. Hintergrund: Die Vergütungen der Manager werden zusehends an den langfristigen Erfolg gekoppelt.

So verdienten die Vorstände der DAX-Unternehmen im Jahr 2016 im Durchschnitt 3,376 Millionen Euro jährlich. Das ist noch immer das 50-fache eines Mitarbeiters.

Die Grundgehälter stiegen um zwei Prozent. Gleichzeitig legte der Wert der Aktien, Optionen und Anteilsrechte, die den Vorständen gewährt wurden, um 17,6 Prozent zu. Die Vorstände bekamen allerdings weniger sogenannte variable Barvergütungen zugewiesen, die überwiegend an die Jahresbilanz geknüpft sind.

"Wenn es um absolute Größen geht, erkennen wir, dass sich immer stärker 10 Millionen Euro als obere Grenze der Vorstandsvergütung herauskristallisieren", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler bei der Vorstellung der Gehaltsstudie.

Oberhalb dieser Schwelle befindet sich mit Bill McDermott nur ein einziger DAX-Manager. Der SAP-Chef Bill McDermott verdiente im vergangenen Jahr insgesamt 13,77 Millionen Euro. Davon fallen allerdings "nur" drei Millionen Euro in die Rubrik Fixvergütung, mehr als acht Millionen Euro waren aktienkursbasiert.

Auf Platz zwei folgt VW-Manager Matthias Müller mit 9,62 Millionen Euro. Daimler-Boss Dieter Zetsche liegt mit 7,72 Millionen Euro auf Rang drei. Über die höchste Fixvergütung (3,8 Millionen Euro) konnte sich John Cryan von der Deutschen Bank freuen.

Die geringste Gesamtvergütung geht auf das Konto von Linde-Chef Aldo Belloni (196.000 Euro). Im Schnitt erhielten die DAX-Vorstandsvorsitzenden 5,52 Millionen Euro.

Manager Gehälter: Das waren die Top-Verdiener unter den DAX-Vorstandsvorsitzenden 2016...

  1. Bill McDermott (SAP): 13,7 Millionen Euro
  2. Matthias Müller (Volkswagen): 9,6 Millionen Euro
  3. Dieter Zetsche (Daimler): 7,7 Millionen Euro
  4. Harald Krüger (BMW): 7,6 Millionen Euro
  5. Bernd Scheifele (Heidelberg Cement): 7,2 Millionen Euro


Als Finanzvorstand verdient man demnach in einem DAX-Konzern im Durchschnitt 2,95 Millionen Euro.

Im M-Dax beträgt die Gesamtvergütung eines Vorstandsvorsitzenden 3,26 Millionen Euro. Die Spanne reicht hier von über 19 Millionen Euro (Springer-Manager Mathias Döpfner) bis zu 422.000 Euro (Aurubis-Chef Jürgen Schachler). Die fixe Barvergütung für einen Vorstandsvorsitzenden liegt im M-Dax bei etwas mehr als einer Million Euro im Schnitt.

Mananager Gehälter: Das verdienen Top-Manager in den USA

Im Vergleich mit ihren US-Kollegen müssen sich die deutschen Top-Manager wie Kirchenmäuse fühlen.

Einen gewaltigen Vermögenssprung machte im letzten Jahr vor allem Thomas M. Rutledge von Kabelnetzbetreiber Charter Communications. Seine Vergütung stieg - zum Großteil aufgrund von Aktien und Optionen - um 499 Prozent auf rund 98 Millionen Dollar. Das ergibt eine Equilar-Auswertung der CEO-Vergütungen der 200 größten US-Aktienunternhemen aus dem Mai 2017.

CBS-Manager Leslie Moonves kommt mit rund 68,5 Millionen Dollar auf Platz zwei vor David O'Connor vom Madison Square Garden mit 54 Millionen Dollar. In den Top Ten ist auch eine Frau vertreten: Oracle-Managerin Sara A. Catz verdiente fast 41 Millionen Dollar - mehr als jeder männliche DAX-Manager.

Manager Gehälter: So viel verdienten die Top-Manager der USA 2016...

  1. Thomas M. Rutledge (Charter Communications): 98 Millionen Dollar
  2. Leslie Moonves (CBS): 68,5 Millionen Dollar
  3. David O'Connor (Madison Square Garden): 54 Millionen Dollar
  4. Fabrizio Freda (Estee Lauder): 47,6 Millionen Dollar
  5. Mark G. Parker (Nike): 47,6 Millionen Dollar


Manager Gehälter: Das sind die bestbezahlten Manager Europas

Die Vergütungen europäischer CEOs sind im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gefallen - auf durchschnittlich sechs Millionen Euro jährlich.

Im Jahr 2016 hatten sie noch ein Gehaltsniveau von durchschnittlich 6,3 Millionen Euro erreicht - der höchste Stand seit der Finanzkrise. Das zeigt eine Auswertung der Unternehmensberatung HKP von europäischen Aktiengesellschaften aus dem Juni 2017.

Während die Grundgehälter konstant blieben, fielen vor allem die Boni für die Manager geringer aus. Die durchschnittliche Vergütung eines europäischen Vorstandsvorsitzenden lag demnach bei 0,89 Millionen Euro.

Am meisten verdienen Manager in der Schweiz und in Großbritannien. Unter den Top Ten der bestbezahlten Manager Europas befinden sich je vier aus der Schweiz und Großbritannien sowie jeweils einer aus Frankreich und Deutschland (McDermott).

Fazit aus Manager-Sicht: Im europäischen Vergleich sind die Manager-Gehälter in Deutschland zwar keineswegs Spitzenklasse, aber konkurrenzfähig.

Im Branchenvergleich verdienen Manager insbesondere in der Pharma- sowie der Konsumgüterindustrie prächtig. Die Vergütungen von CEOs in der Finanzbranche bleiben dagegen unter dem Durchschnitt.

Auf Platz eins liegt momentan Roche-Manager Severin Schwan mit einer Jahresvergütung von insgesamt 13,2 Millionen Euro. UBS-Chef Sergio Ermotti folgt knapp dahinter mit 12,2 Millionen Euro.

SAP-Chef Bill McDermott liegt in dieser Rangliste mit 11,8 Millionen Euro auf Rang drei. Während die DSW-Studie McDermott bei über 13 Millionen Euro verortet, erhält er laut HKP-Berechnung also mehr als eine Million Euro weniger.

Die geringsten Gehälter bezogen die CEOs von Finanzdienstleister ING Groep (2,0 Millionen Euro) und Telekommunikationsdienstleister Orange (1,9 Millionen Euro).

Manager Gehälter: Das verdienen Manager in der Schweiz

Die Eidgenossenschaft ist innerhalb Europas das Manager-Paradies.

Nirgendwo sonst auf dem Kontinent (und auch nicht auf der britischen Insel) werden Manager so üppig entlohnt wie in der Schweiz. Und das, obwohl die Vergütungen der CEOs in den führenden börsennotierten Unternehmen der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr teilweise rückläufig waren.

Bei den größten Unternehmen aus dem Leitindex SMI sieht HKP einen Rückgang der durchschnittlichen Direktvergütung ganzjährig tätiger CEOs um rund 14 Prozent auf 7,0 Millionen Schweizer Franken.

Krösus ist auch in dieser Liste Roche-Chef Severin Schwan. Zweistellige Millionengehälter gibt es zudem in den Chefetagen von UBS, Credit Suisse und Novartis. Und auch bei den Mid-Caps aus dem SMIM-Index reichen die Gehälter schon bis fast an die Zehn-Millionen-Marke heran.

So verdiente der Chef von Duty-Free-Händler Dufry, Julian Diaz, 7,06 Millionen Schweizer Franken. Das sind nach jetzigem Stand umgerechnet ca. 6,4 Millionen Euro. Damit wäre er auch im DAX-Vergleich unter den Top Ten.

[Bildnachweis: Leremy by Shutterstock.com]

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