Erfolgsbeteiligung: Vor- und Nachteile, Beispiele + Berechnung

Die Erfolgsbeteiligung von Mitarbeitern ist eine beliebte Maßnahme: Sie motiviert, bindet ans Unternehmen und wirkt als Werbebotschaft nach außen. Es gibt jedoch verschiedene Arten, wie Angestellte am Erfolg beteiligt werden können. Mitarbeiter sollten entsprechend genau hinschauen, wann ihnen welcher Bonus zusteht. Für Arbeitgeber gilt: Neben einigen Vorzügen kann die Erfolgsbeteiligung auch Nachteile haben. Wir erklären, was Sie wissen sollten…

Erfolgsbeteiligung: Vor- und Nachteile, Beispiele + Berechnung

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Definition: Was ist eine Erfolgsbeteiligung?

Die Erfolgsbeteiligung ist eine Form der Mitarbeiterbeteiligung an der Performance des gesamten Unternehmens. Angestellte partizipieren dabei unmittelbar finanziell unmittelbar am Erfolg ihres Arbeitgebers. Wird ein vorher festgelegtes Ziel erreicht, erhält der Mitarbeiter einen Bonus. Gute Arbeit wird dadurch besonders belohnt.

Es handelt sich um ein variables, erfolgsabhängiges Einkommen, das zusätzlich zum Gehalt gezahlt wird.

Wie erfolgt die Beteiligung?

Eine Erfolgsbeteiligung kann einmalig ausgeschüttet, in die betriebliche Altersvorsorge investiert oder in Unternehmensaktien ausgegeben werden. Häufig finden sich auf gemischte Modelle, bei denen ein gewisser Teil bar ausgezahlt und ein anderer in die Altersvorsorge investiert wird.

Wie hoch ist eine Erfolgsbeteiligung?

Werden Mitarbeiter am Erfolg eines Unternehmens beteiligt, stellt sich natürlich die Frage: Wie hoch fällt ein solcher Zuschlag aus? Allgemein lässt sich das jedoch nicht beantworten. Es gibt keine Vorgaben oder gesetzlichen Regelungen über die Höhe der Beteiligung. So unterscheidet letztlich jeder Arbeitgeber individuell, wie groß der finanzielle Anteil ist, der an Mitarbeiter ausgeschüttet wird.

Die Zahlung kann 100 Euro, aber auch mehrere tausend Euro betragen.

Erfolgsbeteiligung bei BMW, Audi, VW & Daimler

Wie sehr sich eine Erfolgsbeteiligung lohnen kann, zeigt sich bei großen Autobauern. Hier dürfen sich Mitarbeiter regelmäßig über einen lukrativen Zuschuss freuen.

  • Volkswagen
    Im vergangenen Jahr haben Tarifbeschäftigte der Volkswagen AG eine Erfolgsbeteiligung von circa 2.700 Euro brutto erhalten.
  • Audi
    Bei Audi bekommen Mitarbeiter in den Werken in Deutschland 1.080 Euro. Hinzu kommt ein Sonderbonus für Tarifbeschäftigte von 1.200 Euro für den Einsatz in Zeiten der Corona-Pandemie.
  • BMW
    Durchschnittlich 2.160 Euro erhalten Facharbeiter bei BMW, hinzu kommt ein zusätzlicher Beitrag von 450 Euro für die Betriebsrente.
  • Daimler
    Beschäftigte bei Daimler erhalten für das noch laufende Jahr eine Rekordsumme für das Unternehmen: Bis zu 6.000 Euro bekommen die Beschäftigten.

In den letzten Jahren gab es sogar noch deutlich mehr. So hat BMW auch schon Gewinnbeteiligungen von durchschnittlich mehr als 9.000 Euro pro Facharbeiter ausgezahlt.


Erfolgsbeteiligung: Beispiele und Arten

Durch eine Erfolgsbeteiligung profitierten Mitarbeiter, wenn es im Unternehmen gut läuft. Allerdings können unterschiedliche Faktoren als Maßstab für den Erfolg herangezogen werden. So gibt es verschiedene Arten von Erfolgsbeteiligungen:

  • Gewinnbeteiligung
    Ausschlaggebend ist hier der Gewinn des Unternehmens. Dieser wird aus der Bilanz ermittelt und bildet die Grundlage für die Berechnung der Gewinnbeteiligung.
  • Umsatzbeteiligung
    Bei dieser Art wird der Umsatz als Indikator für die Beteiligung genutzt. Selbst wenn ein Unternehmen keinen Gewinn erzielt, kann bei einer Umsatzbeteiligung eine finanzielle Leistung an Mitarbeiter gezahlt werden. Diese Form wird auch in einzelnen Abteilungen oder Teams genutzt.
  • Leistungsbeteiligung
    Konkrete Erfolge einzelner Mitarbeiter werden durch die Leistungsbeteiligung belohnt. Hier kann etwa eine bestimmte Stückzahl oder auch eine geringe Fehlerquote als Ziel gewählt werden.

Welche Messgrößten gewählt werden, entscheidet jedes Unternehmen anders. Oft orientieren sich Erfolgsbeteiligungen neben den oben genannten zum Beispiel auch an:

  • Wertsteigerung
  • Anzahl der Neukunden
  • Leistungskriterien (individuelle oder gruppenbezogene)
  • Marktanteile
  • Rendite (Kapitalrendite, Umsatzrendite)
  • Produktivität
  • Ausschuss


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Wer bekommt eine Erfolgsbeteiligung?

Geregelt ist die Erfolgsbeteiligung im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung. Ohne eine entsprechende Regelung haben Sie als Beschäftigter keinerlei Anspruch.

Wer eine Erfolgsbeteiligung erhält, ist letztlich von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Manche beziehen alle Mitarbeiter ein, andere nur einzelne Unternehmensbereiche. Vor allem in kundennahen Abteilungen wie dem Vertrieb sind Erfolgsbeteiligungen üblich. Eine Erfolgsbeteiligung kann sich nach diesen Faktoren richten:

  • Dauer der Betriebszugehörigkeit
    Nur die Mitarbeiter partizipieren, die eine bestimmte Betriebszugehörigkeit erreicht haben, zum Beispiel drei Jahre.
  • Pro Kopf
    Jeder Mitarbeiter erhält dann etwa ein zusätzliches Monatsgehalt.
  • Abteilungen
    Einzelne Bereiche werden anhand bestimmter Kriterien beteiligt. Innerhalb der Abteilung gilt die Regelung dann üblicherweise für alle Beschäftigten.
  • Zielvereinbarungen
    Dabei kann es sich um individuelle oder gruppenbezogene Zielvereinbarungen handeln. Die Erfolgsbeteiligung fließt nur, wenn die Absprachen der Vereinbarung erreicht werden.

Wie groß Ihre Chancen auf eine Erfolgsbeteiligung sind, hängt auch davon ab, wie groß Ihr Arbeitgeber ist. Schon vor einigen Jahren kam eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zu dem Ergebnis, dass 37,2 Prozent der befragten Unternehmen eine Erfolgsbeteiligung ausschütten. Bei Aktiengesellschaften und Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern sind es sogar 50 Prozent.

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Erfolgsbeteiligung: Die Vor- und Nachteile

Das Modell der Erfolgsbeteiligung ist bei Mitarbeitern beliebt – schließlich winkt eine bessere Bezahlung. Auf der anderen Seite wird sie von Unternehmen gezielt eingesetzt, um einige Vorteile zu erreichen.

Vorteile einer Erfolgsbeteiligung

Eine Erfolgsbeteiligung soll die Beschäftigten…

Das klingt einleuchtend: Wer einen Bonus bekommt, ist happy und dankbar. Kein schlechtes Argument für Unternehmen, die sich in Zeiten schwindender Fachkräftepools als attraktive Arbeitgeber präsentieren wollen.

Erfolgsbeteiligungen werten die Mitarbeiter zudem auf. Sie sind nicht mehr nur ausführendes Organ, sondern Mitunternehmers und haben direkten Anteil am Erfolg oder Misserfolg. So wird größere Verantwortung übernommen, eigenständiger gearbeitet und entschieden.

Nachteile einer Erfolgsbeteiligung

Bei den vielen Vorzügen dürfen potenzielle Nachteile einer Erfolgsbeteiligung nicht ignoriert werden. Denn trotz der Pluspunkte ist sie kein Zaubermittel für Unternehmen. Diese möglichen Nachteile bestehen:

  • Sinkender Wert

    Mit fortlaufender Dauer besteht die Gefahr, dass die Beteiligung an Wert verliert. Mitarbeiter entwickeln womöglich ein Gefühl der Berechtigung, ein Anspruchsdenken, durch das die Erfolgsbeteiligung zur Selbstverständlichkeit wir. Mitnahmeeffekt statt Motivationsschub.

  • Fairness

    Eine wichtige Frage: Ist die Erfolgsbeteiligung gerecht? Nicht jeder Mitarbeiter hat gleichermaßen zum Erfolg beigetragen, aber alle bekommen denselben Bonus. Das kann sich für einige unfair anfühlen und eher demotivieren und frustrieren.

  • Neid

    Neben der Fairness kann ein Gefühl von Neid ein Nachteil sein. Bekommt nicht jeder die Erfolgsbeteiligung, kann es zu Streit sinkender Zufriedenheit und weniger Vertrauen ins Management kommen.

  • Leistungsabfall

    Von der Masse der Kollegen mitgezogen werden und am Ende trotzdem den Bonus der Erfolgsbeteiligung kassieren? Ein klassischer Fall von Moral Hazard. Manche fahren das Engagement herunter und schwimmen mit, statt selbst Leistungsträger zu werden.

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Berechnung der Erfolgsbeteiligung

Die Berechnung der Erfolgsbeteiligung sollte möglichst transparent sein. So können Mitarbeiter nachvollziehen, wovon die Höhe der Bonuszahlung abhängt. Wir haben die wichtigsten Schritte der Berechnung einfach für Sie erklärt:

  1. Ausgangswert festlegen

    Zunächst muss festgelegt werden, welcher Ausgangswert der Erfolgsbeteiligung zugrunde liegt. Das kann der Gewinn des Unternehmens oder auch ein anderer Wert sein.

  2. Verteilungsfähigen Gewinn ermitteln

    Es kann nicht der gesamte Gewinn eines Unternehmens an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Deshalb muss der verteilungsfähige Gewinn ermittelt werden. Dieser Betrag kann tatsächlich an die Mitarbeiter gehen.

  3. Individuelle Faktoren anwenden

    Zuletzt können individuelle Faktoren beeinflussen, wie hoch die Beteiligung einzelner Mitarbeiter ausfällt. Je nach Position im Unternehmen, Betriebszugehörigkeit oder anderen Aspekten kann eine andere Verteilung erfolgen. Es ist aber auch möglich, den Betrag durch die Gesamtzahl der Mitarbeiter zu teilen und alle gleichermaßen zu beteiligen.

Erfolgsbeteiligung Steuer: Wie wird sie versteuert?

Mitarbeiter freuen sich über eine Erfolgsbeteiligung, doch leider muss diese versteuert werden. Aus steuerrechtlicher Sicht ist eine solche Zahlung durch den Arbeitgeber wie eine Prämie oder Bonuszahlung zu werten. Die Folge: Der Betrag wird auf Ihr Bruttogehalt angerechnet und erhöht damit die Grundlage für die Berechnung Ihrer Steuer.

Eine Erfolgsbeteiligung ist nicht steuerfrei, wenn diese jährlich oder auch monatlich ausbezahlt wird. Alternativ können Unternehmen geldwerte Vorteile anbieten. Diese können zum Teil innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei bleiben. Allerdings handelt es sich dabei nicht mehr um eine klassische Erfolgsbeteiligung.

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[Bildnachweis: Doloves by Shutterstock.com]

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