Kündigung ohne neuen Job: Gründe und Tipps

Der neue Arbeitsvertrag ist bereits unterschrieben, der nächste Job schließt sich fast nahtlos an die kommende Kündigungsfrist an, doch erst dann reichen Sie wirklich die Kündigung ein und beenden das aktuelle Arbeitsverhältnis. So wird gerne der optimale Weg bei einem Jobwechsel beschrieben. In der Realität lässt sich das aber längst nicht immer umsetzen, was für Angst und Zweifel bei beruflichen Veränderungen sorgt. Vor allem eine Kündigung ohne neuen Job hat einen besonders schlechten Ruf und der erste Ratschlag lautet immer gleich: Falls möglich, sollten Sie erst kündigen, wenn die Position im Anschluss schon gesichert ist. Doch kann es auch gute Gründe für eine Kündigung ohne neuen Job geben – riskant ist es aber in jedem Fall, weshalb der Schritt gut durchdacht und nicht völlig unvorbereitet sein sollte…

Kündigung ohne neuen Job: Gründe und Tipps

Kündigung ohne neuen Job: Eine Lösung für den Notfall

Berufliche Veränderungen können einen großen Einfluss auf das weitere Leben haben, das gilt in erster Linie natürlich für den Job, macht sich aber auch im Privatleben bemerkbar. Eine Kündigung und der damit verbundene Jobwechsel steht auf der Liste dieser einflussreichen Ereignisse ganz oben. Die größte Sorge gilt dabei dem Risiko, das mit dem Ende einer Beschäftigung verbunden ist.

Ein laufender Arbeitsvertrag bedeutet Sicherheit. Jeden Monat kommt ein festes Gehalt aufs Konto, es kann längerfristig geplant werden und der Job gibt dem gesamten Leben eine geregelte Struktur. All das kommt dem menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit und Routine entgegen. Auch bei einer anstehenden Kündigung wählen viele daher den sichersten Weg: Erst Jobsuche, Vorstellungsgespräch und klare Zusage für die neue Stelle, bevor tatsächlich gekündigt wird.

Wenn alles in trockenen Tüchern ist, kann bei Kündigung und Jobwechsel auch nichts mehr schiefgehen. Anders bei einer Kündigung ohne neuen Job. Hier sticht vor allem ein Risiko heraus und macht vielen Beschäftigten Angst: Die Möglichkeit einer längeren Arbeitslosigkeit.

Im schlimmsten Fall zieht sich die Jobsuche über viele Monate hin, selbst wenn diese gut organisiert ist und Sie sich größte Mühe geben. Eine Garantie für einen schnellen Erfolg gibt es leider nicht. Bei einer Kündigung ohne neuen Job drohen daher finanzielle Probleme und auch im Lebenslauf sticht eine größere Lücke irgendwann heraus.

Muss eine Kündigung ohne neuen Job deshalb unbedingt und um jeden Preis vermieden werden? Nein, wer das versucht, schadet sich möglicherweise selbst. Eine Alternative ist diese Vorgehensweise auf jeden Fall, allerdings sollte es nicht die erste Wahl sein, da eine vorherige Jobsuche mit bestehender Zusage die Gefahren auflöst und so einen Jobwechsel besser und einfacher gestaltet.

Gibt es gute Gründe, die einen Aufschub der Kündigung unmöglich machen, kann es hingegen durchaus sinnvoll und richtig sein, zu kündigen, selbst wenn Sie noch keine Position in Aussicht haben.

Gute Gründe für eine Kündigung ohne neuen Job

Kündigung ohne neuen Job Gründe Tipps Burnout Arbeitsvertrag Krank ArbeitsamtEine Kündigung ohne neuen Job ist zwar nicht optimal und vermutlich würden Sie lieber die sichere Variante wählen. Manchmal machen die Umstände es aber leider unmöglich und dann bleibt nur noch eine Entscheidung: So schnell wie möglich kündigen und sich anschließend um das weitere Vorgehen kümmern, um die Zeit bis zur nächsten Anstellung so kurz wie möglich zu halten.

Ist natürlich mit mehr Risiko verbunden und klingt zunächst wenig durchdacht, doch es kann einige gute Gründe für eine Kündigung ohne neuen Job geben:

  • Ihre Gesundheit leidet

    Sobald Ihre Gesundheit unter der aktuellen beruflichen Situation leidet, sollten Sie sich erst um Ihr Wohlbefinden kümmern, bevor Sie an einen neuen Job denken. Sollte Ihr Job die Ursache für Schlafstörungen oder körperliche Beschwerden sein, können Sie nicht warten, bis Sie einen Job für den Anschluss gefunden haben. Handeln Sie frühzeitig, kümmern Sie sich um Ihre Gesundheit und widmen Sie sich dann dem Jobwechsel.

  • Sie sind unglücklich und unzufrieden

    Längst nicht jeder Job ist die ersehnte berufliche Erfüllung. Leider werden viele Arbeitnehmer unglücklich und bekommen ernsthafte Probleme. Großer Stress, Mobbing oder ein Arbeitsumfeld, das nicht Ihren Vorstellungen entspricht, kann den Jobfrust auf die Spitze treiben. Bevor Sie sich jeden Tag quälen, kann eine frühzeitige Kündigung angebracht sein.

  • Sie werden ausgenutzt

    Täglich mindestens zwei Überstunden – und das seit Monaten. Bezahlt werden diese nicht und auch ein anderer Ausgleich für all die zusätzliche Arbeit ist nicht in Sicht. Von einer Gehaltserhöhung brauch erst gar nicht gesprochen werden. Werden Sie im Job offensichtlich ausgenutzt, müssen Sie sich das nicht gefallen lassen. Falls Sie es durchhalten können, ist es natürlich schön, wenn Sie bereits einen neuen Job in Aussicht haben. Ansonsten gilt: Nichts wie weg.

So klappt die Kündigung ohne neuen Job

Eine Kündigung ohne neuen Job ist schwierig, aber alles andere als unmöglich. Vor die Wahl gestellt würde wohl jeder Arbeitnehmer lieber erst mit einem neuen Job in der Hinterhand kündigen, doch wenn dies keine Option ist, kann es auch ohne durchaus erfolgreich funktionieren.

Sollten Sie in eine Situation kommen, in der Sie kündigen, ohne einen neuen Job zu haben, können Ihnen die folgenden Tipps dabei helfen, das Beste aus der Situation zu machen:

  • Verschwenden Sie keine Zeit

    Zeit ist der entscheidende Faktor, wenn Sie bereits gekündigt, aber noch keinen neuen Job als nächste Station gefunden haben. Das heißt für Sie: Beginnen Sie möglichst zeitnah mit der Planung und Umsetzung Ihres nächsten Karriereschritts. Das Prinzip ist simpel. Je früher Sie mit den Bewerbungen beginnen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht so lange auf den neuen Job warten müssen.

  • Nutzen Sie Ihre Kündigungsfrist

    Eine lange Kündigungsfrist kann bei einem anstehenden Jobwechsel problematisch sein – wenn Sie aber noch keine neue Position gefunden haben, kommt Ihnen diese Zeit sehr entgegen. Während Ihrer Kündigungsfrist sind Sie zwar noch beruflich eingebunden und können sich nicht nur auf die Jobsuche konzentrieren, doch verschafft die Regelung Ihnen auch mehr Zeit, damit die Lücke zwischen den beiden Jobs nicht zu groß wird.

  • Entwickeln Sie die passende Einstellung

    Schon bevor Sie die Kündigung ohne neuen Job einreichen und auch während der folgenden Suche sollten Sie über die richtige Einstellung und Denkweise verfügen. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf Ihre Ängste und reden Sie sich nicht ein, dass Sie in die Arbeitslosigkeit rutschen und keinen neuen Job finden. Eine Kündigung ist heute längst keine Seltenheit mehr und muss Ihrer weiteren Karriere nicht im Weg stehen. Bleiben Sie optimistisch, besinnen Sie sich auf Ihre Stärken – das wird sich auch positiv auf den Bewerbungserfolg auswirken.

  • Begründen Sie Ihre Kündigung

    In der Bewerbungsphase werden Sie früher oder später erklären und begründen müssen, warum Sie sich für diesen Schritt entschieden haben. Bereiten Sie sich darauf vor und legen Sie sich passende Argumente zurecht, um Personaler davon zu überzeugen, dass es die beste Wahl für Sie und Ihre berufliche Situation war.

[Bidnachweis: Undrey by Shutterstock.com]
23. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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