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Kündigung ohne neuen Job: 4 gute Gründe + 4 Tipps

Wer uns schon länger liest, kennt unsere Haltung: Niemals kündigen, bevor die Tinte unter dem neuen Arbeitsvertrag trocken ist! Aber: Keine Regel ohne Ausnahmen. Es kann durchaus gute Gründe geben, warum Sie einen bestehenden Job kündigen sollten, obwohl Sie (noch) keinen neuen haben. Die Kündigung ohne neuen Job ist oft ein Befreiungsschlag, bleibt aber riskant. Wir zeigen Ihnen daher, was Sie dabei beachten müssen, welche Gründe einen solchen Schritt rechtfertigen und wie Sie anschließend Ihre Jobchancen verbessern…


Kündigung ohne neuen Job: 4 gute Gründe + 4 Tipps

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Kündigung ohne neuen Job: Eine Lösung für den Notfall

Gehen oder bleiben? Berufliche Veränderungen können großen Einfluss auf das weitere Leben haben. Eine Kündigung und der damit verbundene Jobwechsel stehen weit oben auf der Liste dieser einflussreichen Ereignisse. Die größte Sorge gilt dabei natürlich dem Risiko, am Ende ohne Job und Einkommen dazustehen.

Auch nicht gut: Die Jobsuche zieht sich über viele Monate hin. So entsteht eine erklärungsbedürftige Lücke im Lebenslauf. Mit dem steigenden Rechtfertigungsdruck sinken zugleich die Jobchancen. Bei vielen Bewerbern nagt das am Selbstbewusstsein und sie verfallen in eine ungünstiger Opferhaltung oder Bittstellerrolle. Auch das steigert das Risiko einer längeren Arbeitslosigkeit.

Die Kündigung ohne neuen Job sollte daher immer nur eine Lösung für den Notfall bleiben – die „ultima ratio“. Erst wenn Sie alle Alternativen ausgeschöpft haben und die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist, sollten Sie über eine ungesicherte Eigenkündigung nachdenken.

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Gute Gründe für die Kündigung ohne neuen Job

Für die unsichere Variante einer beruflichen Neuorientierung kann es gute Gründe geben, die einen Aufschub der Kündigung unmöglich machen. In diesen Fällen kann es sinnvoll und richtig sein, zu kündigen, selbst wenn Sie noch keine Position in Aussicht haben:

  • Die Gesundheit leidet
    Es gibt Jobs, die machen krank: Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger. Wenn sich bei Ihnen Symptome wie Schlafstörungen oder körperliche Beschwerden häufen, ist das ein Alarmzeichen, das mitunter keinen Aufschub verträgt.
  • Sie sind unglücklich
    Wir unterscheiden hier zwischen gelegentlichem Frust, den es in jedem Job gibt. Und dauerhaftem Trübsinn. Wenn Sie spüren, wie sehr Sie das Arbeitsumfeld nach unten zieht, weder Erfüllung noch Perspektiven bietet, wird es ebenfalls Zeit, sich beruflich zu verändern. Chronischer Jobfrust kann in einem Burnout oder einer Depression münden. Bevor Sie sich weiterhin jeden Tag zur Arbeit quälen, lieber gehen.
  • Sie werden ausgenutzt
    Täglich zwei Überstunden – und das seit Monaten? Bezahlt wird davon aber nichts? Von einer Gehaltserhöhung spricht sowieso niemand? Sie werden ganz offensichtlich ausgenutzt. Gegen Ausbeutung sollten Sie sich wehren: Entweder, Sie sagen etwas – oder Sie ziehen die Reißleine und bemühen sich anschließend sofort um einen besseren Arbeitgeber und Job.
  • Ihre Sicherheit ist gefährdet
    Nicht umsonst gibt es in Deutschland den Arbeitsschutz. Mancher Arbeitgeber nimmt den allerdings nicht allzu ernst. Schwere Unfälle oder gar eine Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit sollten Sie nicht riskieren. In dem Fall können Sie die Missstände beim Arbeitgeber anzeigen oder Aufsichtsbehörden melden. Reagiert der Arbeitgeber nicht, ist sogar eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer zulässig.
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Folgen der Kündigung ohne neuen Job

Falls Sie sofort das Handtuch werfen wollen und jeder weitere Arbeitstag nur eine Belastung darstellt, sollten Sie sich zumindest die Folgen einer Kündigung ohne neuen Job bewusst machen:

  • Arbeitsamt-Sperre
    Wer kündigt, hat de jure seine Arbeitslosigkeit selbst verursacht. Deshalb kann die Arbeitsagentur eine bis zu 3-monatige Sperrfrist beim Arbeitslosengeld verhängen. Eine Ausnahme besteht, falls Sie kündigen mussten, weil Ihre Gesundheit in Gefahr war oder Sie zum Beispiel sexuell belästigt wurden.
  • Umfeld
    Nicht jeder in Ihrem Umfeld wird die Kündigung verstehen oder nachvollziehen, warum Sie nicht noch bis zur neuen Stelle warten konnten. Sprechen Sie daher rechtzeitig mit Familie und Freunden über diesen Schritt. Je mehr Rückhalt Sie finden, desto weniger Selbstzweifel bekommen Sie.
  • Verhandlungsposition
    Sobald Sie arbeitslos sind, bringt Sie das bei neuen Arbeitgebern automatisch in eine schlechtere Verhandlungsposition. Etwa bei den Gehaltsvorstellungen und der Gehaltsverhandlung. Es kann also passieren, dass Sie nachher weniger verdienen als vorher – bei gleicher Position.
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Wichtige Fragen vor der Kündigung ohne neuen Job

Eine Kündigung ohne neuen Job sollte niemals voreilig passieren. Überlegen und analysieren Sie, was dieser Schritt für Sie bedeutet. Diese wichtigen Fragen sollten Sie sich stellen und ehrlich beantworten:

  1. Haben Sie versucht, Verbesserungen in Ihrem aktuellen Job zu erreichen?
  2. Welche finanziellen Auswirkungen hat eine möglicherweise längere Jobsuche?
  3. Wissen Sie genau, was der Grund für Ihren Wechselwunsch ist?
  4. Sind Sie bereit, Ihrer Familie / Ihren Freunden den Schritt zu erklären?
  5. Wollen Sie wirklich den bisherigen Job endgültig aufgeben?
  6. Gibt es auf dem Arbeitsmarkt aktuell überhaupt passende Jobs?
  7. Haben Sie die Entscheidung gut überlegt oder aus kurzfristigem Frust getroffen?

Einige Fragen – und deren Antworten – können durchaus unangenehm sein. Das ist aber auch notwendig, um die Entscheidung kritisch zu hinterfragen.

Tipps: So klappt die Kündigung ohne Job

Eine Kündigung ohne neuen Job ist schwierig, aber alles andere als unmöglich. Vor die Wahl gestellt würde wohl jeder Arbeitnehmer lieber erst mit einem neuen Job in der Hinterhand kündigen, doch wenn dies keine Option ist, kann es auch ohne durchaus erfolgreich funktionieren. Sollten Sie in eine Situation kommen, in der Sie kündigen, ohne einen neuen Job zu haben, können Ihnen die folgenden Tipps dabei helfen, das Beste aus der Situation zu machen:

Verschwenden Sie keine Zeit

Zeit ist der entscheidende Faktor, wenn Sie bereits gekündigt, aber noch keinen neuen Job haben. Heißt: Beginnen Sie sofort damit, Ihre Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren und Kontakte zu aktivieren. Je früher Sie mit Bewerbungen beginnen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht so lange auf den neuen Job warten müssen.

Nutzen Sie Ihre Kündigungsfrist

Eine lange Kündigungsfrist kann bei einem anstehenden Jobwechsel problematisch sein. Wenn Sie aber noch keine neue Stelle in Aussicht haben, profitieren Sie davon. Während der Kündigungsfrist bewerben Sie sich noch aus einer Position der Stärke: Sie sind es, der/die einen strategischen, beruflichen Schritt macht. Das erlaubt Ihnen, (noch) wählerisch zu sein. Und es macht Sie im Arbeitsmarkt attraktiver.

Entwickeln Sie die passende Einstellung

Noch bevor Sie die Kündigung ohne neuen Job einreichen, sollten Sie sich die richtige Attitüde zulegen: Konzentrieren Sie sich nicht auf Ihre Ängste und reden Sie sich nicht ein, dass Sie keinen Job finden. Bleiben Sie optimistisch und besinnen Sie sich auf Ihre Stärken. Erst recht bei Initiativbewerbungen. Das wirkt sich immer positiv auf den Bewerbungserfolg aus.

Begründen Sie Ihre Kündigung

In der Bewerbungsphase werden Sie erklären und begründen müssen, warum Sie sich für die Eigenkündigung entschieden haben. Bereiten Sie sich darauf gedanklich vor und legen Sie sich kluge Argumente zurecht. Grundsätzlich überzeugt Personaler bei der Begründung keine Rückschau, sondern die sogenannte Hin-zu-Motivation (siehe Video):

Wir unterstützen Sie bei diesem Schritt gerne – mit unseren zahlreichen Bewerbungstipps und kostenlosen Bewerbungsvorlagen sowie unserer Jobbörse Karrieresprung.de:

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[Bildnachweis: Sentavio by Shutterstock.com]

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