Zeitdiebe: Wo verschwenden Sie Ihre Zeit?

Stellen Sie sich vor, wie viel Zeit Sie sparen könnten, wie viel schneller Sie mit Ihren Aufgaben fertig wären und wie viele zusätzliche Dinge Sie erledigen könnten, wenn Sie Ihre Zeit nicht ständig verschwenden würden… Zeitdiebe lauern überall, auch wenn wir diese nicht als solche wahrnehmen und uns deshalb unbewusst von ihnen beeinflussen lassen. Ein einzelner Zeitdieb klaut vielleicht noch nicht zuviel Arbeits- und Lebenszeit, doch über den Tag gerechnet können in der Kombination aller Zeitverschwender sogar Stunden zusammenkommen, die mit Nichtstun oder einfach purer Zeitverschwendung vergeudet werden. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Zeitdiebe und erklären, was Sie tun können, um besser mit Ihrer Zeit umzugehen und so am Ende mehr von Ihrem Tag zu haben…

Zeitdiebe: Wo verschwenden Sie Ihre Zeit?

Was sind Zeitdiebe?

Zeitdiebe Definition Beispiele Zeitdiebe im Büro Zeitdiebe im AlltagZeitdiebe sind knifflige kleine Biester. Sie machen sich fast unbemerkt im Alltag und im Büro breit, klauen hier einige Minuten, da eine Viertelstunde und dort noch ein paar weitere Minuten, ohne dass wir selbst mitbekommen, wie die Zeit verfliegt. Zeitdiebe sind Aufgaben, Verhaltensweisen, Tätigkeiten und Eigenschaften, die viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen, ohne das wirklich etwas Sinnvolles oder gar Produktives dabei herumkommt.

Sie sind somit das Gegenteil von Effizienz. Dass Zeitdiebe in Ihrem Leben einen zu großen Platz einnehmen, erkennen Sie daran, dass Sie sich regelmäßig fragen Wie kann der Tag schon wieder um sein, ich habe doch kaum etwas geschafft? oder auch Wieso habe ich so viel länger für die Aufgabe gebraucht, als ich eigentlich gedacht habe?

Durch Zeitdiebe kommen Sie einfach nicht voran und verschwenden im wahrsten Sinne des Wortes Ihre Zeit auf viele verschiedene Dinge, die entweder absolut unwichtig oder sogar vollkommen unnötig sind und Sie trotz großem Zeitaufwand keinen einzigen Schritt weiterbringen. Frustration pur, weshalb es umso wichtiger ist, den Zeitdieben auf die Spur zu kommen, um ihnen den Kampf anzusagen.

Ignorieren Sie Ihre Zeitdiebe nicht!

Zeitdiebe im Büro Zeitdiebe im Alltag Ich habe kein Problem mit Zeitdieben, ich achte sehr genau darauf, wie ich mir meine Zeit einteile… Eine weit verbreitete Reaktion, wenn es um das Thema Zeitverschwendung geht. Bevor sich überhaupt weiter damit auseinandergesetzt wird, geht es sofort in eine Verteidigungshaltung. Das allein ist allerdings schon Indiz genug, dass Sie unterbewusst wahrscheinlich bereits ahnen – oder bewusst genau wissen – dass Ihnen Zeitdiebe sowohl im Job als auch im Privatleben wertvolle Minuten oder gar Stunden rauben.

Die eigene Verteidigung mag verständlich sein, schließlich will sich niemand vorwerfen lassen, er würde schlecht mit der eigenen Zeit umgehen oder sogar zum trödeln neigen, doch ist es ein großer Fehler, sich selbst einfach grundsätzlich von jedem Problem freizusprechen und sich so etwas vorzumachen. Das schützt zwar das fehlerfreie Selbstbild, führt aber nur zu immer neuen und weiteren Schwierigkeiten.

Je länger und hartnäckiger Sie Zeitdiebe ignorieren, desto mehr Zeit werden diese verschwenden. Zusätzlich entwickeln sich immer weiter schlechte Gewohnheiten, die Sie nur sehr schwer wieder los werden, nachdem diese sich erst einmal etabliert haben.

So schwer es auch ist: Reflektieren Sie kritisch und fassen Sie sich an die eigene Nase. Bei anderen fällt Zeitverschwendung schnell auf, wir selbst reden uns das eigene Handeln hingegen schön. Die Selbstkritik lohnt sich, wenn Sie erkennen, wie viel Zeit Sie Tag für Tag aus dem Fenster werfen, anstatt sie sinnvoll zu nutzen.

Vorsicht vor diesen Zeitdieben

Leider lauern Zeitdiebe tatsächlich überall. Besonders gravierend sind sie natürlich im Berufsleben, denn hier ist Zeit bekanntlich Geld. Zeit ist aber auch eine Ressource, die Sie bestmöglich nutzen sollten, um sich selbst das Leben zu erleichtern. Je besser Sie mit Ihrer Zeit umgehen und lernen, diese zu managen, desto weniger Stress haben Sie und desto erfolgreicher können Sie werden.

Dieser Aspekt wird aber gerne geflissentlich ignoriert und so wird schludrig mit der eigenen Zeit jongliert, wodurch diese an vielen Stellen regelrecht verplempert wird. Wir stellen Ihnen die häufigsten Zeitdiebe vor und geben Tipps, wie Sie diese auskontern können:

  • Kunden, Kollegen und der Chef

    Es ist der falsche Ansatz, die Schuld für Zeitdiebe nur bei anderen zu suchen. In den meisten Fällen sind Sie dafür mehr oder weniger selbst verantwortlich. Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass gerade am Arbeitsplatz Zeitdiebe oftmals in Form von Kollegen oder auch dem Chef kommen. Die netten Büronachbarn stehen unangekündigt im Büro, der Chef setzt das dritte unnötige Meeting der Woche an und die Zeit vergeht, ohne dass Sie irgendetwas erreicht haben.

    Werden Kollegen zu Zeitdieben, hilft oft nur ein Gespräch und klare Regeln. Das muss nicht unfreundlich sein, bitten Sie bestimmt darum, Gespräche für die Pause aufzuheben. Dabei ist es völlig legitim zu sagen, dass Ihnen sonst die Zeit fehlt. Auch beim Chef hilft Offenheit gegen die Zeitverschwendung. Konstruktive Kritik gegen zeitfressende Meetings kann ein Denkanstoß sein, am besten kombiniert mit einem Vorschlag, wie es besser funktionieren kann.


  • Ablenkungen

    Die Möglichkeiten, sich bei der Arbeit ablenken zu lassen, sind wahrlich endlos. Minütlich können neue Status-Updates von Freunden gelesen werden, der Tratsch am Arbeitsplatz ist immer ganz besonders spannend und zur Not gibt es noch ungefähr eine Milliarde Katzen-, Reise- oder Foodvideos, die nur darauf warten, angeklickt zu werden. Es mag vielleicht immer nur ein paar Minuten dauern, doch addiert sich dies sehr schnell auf und plötzlich haben Sie eine Stunde nur im Internet gesurft.

    So hart es klingt: Hier hilft nur eiserne Disziplin und manchmal müssen Sie es auch auf die harte Tour lernen. Wer sich so sehr ablenken lässt. dass er nicht mehr mit seinen Aufgaben hinterher kommt und deshalb sogar Überstunden einlegen muss, überlegt sich in Zukunft genauer, ob er diesem Zeitdieb noch einmal nachgeben wird.


  • E-Mails

    Der vielleicht größte Zeitdieb im Job und im Alltag, der viel zu oft unterschätzt wird: E-Mails. Sie sind aus der modernen Kommunikation nicht wegzudenken und täglich erhält ein Arbeitnehmer zig elektronische Nachrichten mit mehr oder weniger wichtigem Inhalt. Beim Lesen, Überdenken und Bearbeiten geht dabei eine unglaubliche Zeit verloren, ohne dass es Ihnen bewusst ist. Selbst wenn Sie nur 20 Mails am Tag erhalten (was unter dem Durchschnitt liegt), reichen fünf Minuten pro Mail, ganze 100 Minuten nur mit E-Mails beschäftigt zu sein.

    Wirklich erledigt haben Sie dann noch nichts, lediglich die Informationen erhalten, Bestätigungen bekommen oder Details weitergeleitet. Versuchen Sie sich selbst zu zügeln und legen Sie konkrete Zeiten fest, die Sie Ihren Mails widmen. So öffnen Sie nicht bei jedem Klingeln den Posteingang, sondern können konzentriert, in kurzer Zeit und vor allem gezielt Ihre E-Mails bearbeiten.


  • Hilfsbereitschaft

    Kannst du kurz… oder Ich bräuchte Mal eben deine Hilfe… Wer sagt da schon Nein? Hilfsbereitschaft ist eine wünschenswerte Eigenschaft, allerdings kann sie auch schnell zum Zeitdieb werden. Wenn Sie mehr Zeit damit verbringen, die Aufgaben anderer zu erledigen, bleibt automatisch eigene Arbeit liegen und Sie fragen sich, warum Sie kaum etwas geschafft haben.

    Sie müssen nicht gleich jeder freundlichen Anfrage die kalter Schulter zeigen, doch sollten Sie lernen, sich Ihre eigene Zeit besser einzuteilen und auch Nein zu sagen, wenn Sie keine freien Kapazitäten mehr haben, um anderen unter die Arme zu greifen.


  • Perfektionismus

    Hohe Ansprüche und Erwartungen an sich selbst können antreiben und motivieren, sie sind aber auch ein enormer Zeitdieb. Perfektionismus lässt Sie Stunde um Stunde in jedes noch so kleine Detail stecken, obwohl Sie eigentlich längst das Projekt hätten abschließen können.

    Versuchen Sie Ihre Einstellung zu ändern: Vollkommene Perfektion ist fast nie zu erreichen. Gut ist vollkommen ausreichend und es müssen nicht immer 150 Prozent sein. Wenn Sie lernen, mit Ihrer eigenen Leistung zufrieden zu sein, können Sie den Zeitdieb ausschalten und eine ganze Menge Zeit einsparen.


  • Unkonzentriertheit

    Sie sitzen an einer Aufgabe, doch Ihre Gedanken schweifen immer wieder ab. Sie schaffen es einfach nicht, sich langfristig zu konzentrieren. Ein Zeitdieb, der gleich mehrere Facetten hat. Zum einen brauchen Sie länger, um ein ToDo abzuschließen und alle damit verbundenen Aufgaben zu erledigen. Zum anderen machen Sie durch Unkonzentriertheit Fehler, die Sie später ausbessern müssen – wobei wieder Zeit verloren geht.

    Ein häufiger Grund für Unkonzentriertheit sind fehlende Pausen und Überarbeitung. Irgendwann brauchen Kopf und Körper Erholung, bleiben diese aus, sinkt die Leistungsfähigkeit in den Keller. Denken Sie daran, regelmäßig und über den Tag verteilt Pausen einzulegen, um Ihre Konzentration zu fördern.


  • Prokrastination

    Das kann ich auch später noch erledigen… Prokrastination – oder auch Aufschieberitis genannt – ist ein enormer Zeitdieb. Nichts wird erledigt, stattdessen schieben Sie alles auf die lange Bank und stehen am Ende vor einem riesigen Berg an Aufgaben, der nicht mehr zu bewältigen ist. Erst gar nichts tun und Zeit verschwenden und dann alles auf einmal, das funktioniert einfach nicht.

    Diesen Zeitdieb bekommen Sie in den Griff, indem Sie sich klare Prioritäten setzen und diese auch einhalten. Gehen Sie Ihre Aufgaben und Projekte der Reihe nach an und beginnen Sie mit dem wichtigsten. Aufgeschoben wird nichts, höchstens die Prioritäten können sich ändern – dann wird eben eine andere Aufgabe als nächstes erledigt.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
6. Juni 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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