Übersetzer: Einfach online übersetzen

Irgendwann ist jeder mit seinem Latein am Ende – gut, wenn es dann einen zuverlässigen Übersetzer gibt. Und das meinen wir wörtlich: Die meisten sprechen neben Deutsch (oder ihrer Muttersprache) vielleicht noch Englisch, aber das seltenst auf muttersprachlichem Niveau. Und dann hört es meist auf. Für den Urlaub, den beruflichen Umgang mit Kunden oder Kontakten im Ausland kommt es immer wieder vor, dass Texte übersetzt werden müssen. Dann ist es gut, wenn Sie einen Übersetzer zur Hand haben. Wir haben uns einige Tools angeschaut: Auf welche Übersetzer Sie zurückgreifen können und worauf Sie dabei unbedingt achten sollten…

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Übersetzer: Einfach online übersetzen

Definition: Was sind Übersetzer?

Nein, die Rede ist hier nicht vom Dolmetscher oder Lexikon. Mit Übersetzer meinen wir ein digitales Programm zur Übersetzung von Vokabeln oder Texten.

Selbst sprachbegabte Menschen brauchen hin und wieder einen Übersetzer. Dank der vielen digitalen Übersetzer, die online zur Verfügung stehen, ist das auch gar nicht so schwierig. Mit wenigen Klicks lässt sich eine Vielzahl von Übersetzern im Internet finden, die Wörter, Sätze oder ganze Texte in eine andere Sprache übertragen.

Sich mühelos verständigen zu können, ist ein alter Menschheitstraum. Immer wieder hat es Ansätze dazu gegeben – Englisch als Weltsprache oder Esperanto als fair gedachte Alternative sind nur zwei Beispiele dafür. Computerisierung und mehr noch Digitalisierung haben dazu beigetragen, die ursprünglich linguistische Herangehensweise durch die technische zu ergänzen.

Es war vor allem das amerikanische Militär, das in den sechziger Jahren verstärktes Interesse an Übersetzungsprogrammen hatte. Nach einigen Rückschlägen wurden maschinelle Übersetzungen (MÜ beziehungsweise MT für englisch machine translation) von deutschen und japanischen Forschern in den achtziger Jahren wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.

Moderne Übersetzer arbeiten heutzutage mit künstlicher Intelligenz (KI – auch AI für englisch artificial intelligence genannt)

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Große Auswahl verschiedener Anbieter und Services

Die Anbieter haben erkannt, dass es eine große Zielgruppe für Übersetzer gibt und reagieren mit entsprechenden Services, die alle sowohl kostenlos (zumindest in den Grundfunktionen) als auch einfach in der Handhabung sind.

Welche Übersetzer gibt es und was können sie? Angesichts der Vielzahl ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Wir haben für Sie eine Liste verschiedener Übersetzer erstellt und zeigen, wo die jeweiligen Stärken und mögliche Schwächen liegen:

  • Übersetzer: Google Translate

    Der größte und sicherlich bekannteste Übersetzer im Internet ist Google Translate und gehört zum gleichnamigen Konzernriesen. Google arbeitet ständig daran, die Übersetzungen zu verbessern und neue Funktionen hinzuzufügen. So können – wenn ein Mikrofon vorhanden ist – auch Spracheingaben übersetzt werden. Außerdem können Sie sich die Übersetzungen gleich anhören, um an Ihrer Aussprache zu arbeiten.

    Mit rund 100 Sprachen gibt es außerdem kaum etwas, was Sie mit Google Translate nicht übersetzen können. Der Übersetzer kann zudem Sprachen erkennen – wenn Sie also einen Satz haben und nicht wissen, aus welcher Fremdsprache dieser stammt, weiß Google die Antwort und hat eine passende Übersetzung parat. In weiten Teilen überzeugen auch die Ergebnisse, fast alle normalen Wörter und Sätze werden zielsicher in die gewünschte Sprache übertragen. Und mit 5.000 Zeichen sind durchaus längere Passagen kein Problem.

  • Übersetzer: DeepL

    DeepL beschreibt sich selbst als Unternehmen, das sich auf die Entwicklung für künstlicher Intelligenz für Sprachen spezialisiert hat. Der DeepL Übersetzer braucht sich dabei keineswegs vor dem großen Konkurrenten Google verstecken. Schnell und sehr genau werden Texte übersetzt und es können sogar ganze Dateien hochgeladen, übersetzt und wieder heruntergeladen werden. Wollen Sie die übersetzten Textdateien bearbeiten, brauchen Sie jedoch das kostenpflichtige DeepL Pro.

    Ein großer Pluspunkt sind auch die Alternativen, die zu jeder Übersetzung angezeigt werden. Statt einem einzelnen Ergebnis können Sie so zwischen verschiedenen sprachlichen Varianten wählen. Durch einen Klick auf einzelne Wörter können zudem andere Formulierungen gewählt werden, um die Übersetzung anzupassen. Kleiner Wermutstropfen eines sehr guten Übersetzers: Bisher unterstützt dieser nur 11 Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch (nebst brasilianischem Portugiesisch), Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Japanisch und eine vereinfachte Variante des Chinesischen.

  • Übersetzer: Lingenio

    Hinter Lingenio verbirgt sich ein Unternehmen der Sprachtechnologie, das mit wwwtranslate auch einen Online-Übersetzer anbietet. Hier erhalten Sie zusätzlich zur Übersetzung noch einige sprachliche Informationen und grammatikalische Hinweise – etwa dass es sich um ein Adverb oder ein Personalpronomen handelt.

    Während andere Übersetzer bereits während der Eingabe damit beginnen, eine Übersetzung zu erstellen, müssen Sie bei Lingenio zunächst auf Go drücken. Das ist zwar kein großer Aufwand, verzögert das Ergebnis aber zumindest etwas, wobei sich dieser Übersetzer im Test insgesamt etwas langsamer zeigte. Auch gibt es kleine Punktabzüge, da es nur einige mögliche Sprachkombinationen aus Deutsch, Englisch, Französisch und Chinesisch gibt.

  • Übersetzer: Pons

    Pons ist vielen wohl vor allem als Wörterbuch bekannt, sowohl online als auch in gebundener Form. Auf ihrer Internetseite bieten sie aber auch Übersetzungen an. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine eigene Software, vielmehr nutzt Pons den Service anderen Anbietern, unter anderem auch DeepL oder Lingenio.

    Somit decken sich die Vor- und Nachteile mit den jeweiligen Anbietern. Sollten Sie ohnehin das Online-Wörterbuch nutzen, ist der Übersetzer ein guter Zusatzservice. Ansonsten können Sie auch direkt auf die Seite der eigentlichen Anbieter gehen. Nervig auch die viele Werbung, wenngleich verständlich: So finanziert sich kostenloser Service in der Regel.

  • Übersetzer: Reverso

    Der Reverso Übersetzer macht einen guten Eindruck, die Seite ist übersichtlich und die Sprachauswahl mit 15 Sprachen durchaus überdurchschnittlich. Auch im Praxistest hat Reverso einige Fortschritte gemacht.

    Scheiterte es früher bereits an einfachen Übersetzungen, (aus einem Wie geht es Ihnen wurde ein verwirrendes How it is to you), liefert der Reverso Übersetzer mittlerweile nicht nur korrekte Übersetzungen für solche Sätze, sondern schlägt gleichzeitig weitere Formulierungen und Erwiderungen vor, die zumindest einen Smalltalk ermöglichen.

  • Übersetzer: Cambridge Dictionary

    Auch das Cambridge Dictionary bietet einen Übersetzer als Service an. Dieser ist jedoch auf eine Textlänge von maximal 160 Zeichen begrenzt. Zudem erlaubt dieser Übersetzer nur maximal 2000 Zeichen am Tag, für kurze Übersetzungen zwischendurch also gut geeignet, für längere Texte oder viele kleine Übersetzungen aber wenig zu gebrauchen.

    Auf der Pro-Seite kann das Cambridge Dictionary mit zusätzlichen Informationen punkten. So erhalten Sie zu jedem einzelnen Wort eines Satzes eine eigene Übersetzung sowie eine Einordnung nach Wortart, also Nomen, Adjektiv, Verb, Pronomen…

  • Übersetzer: Leo

    Ursprünglich aus einem Projekt der Fakultät für Informatik der Technischen Universität München hervorgegangen, bietet das Online-Wörterbuch Leo mittlerweile Übersetzungen aus acht verschiedene Sprachen, darunter Englisch-Deutsch, Französisch-Deutsch, Spanisch-Deutsch, Italienisch-Deutsch, Chinesisch-Deutsch, Russisch-Deutsch, Portugiesisch-Deutsch und Polnisch-Deutsch. Auch dabei: Englisch-Spanisch.

    Allerdings handelt es sich hierbei weniger um ein Übersetzungstool wie die die oben genannten, es sei daher nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Feststehende Sätze und Phrasen findet Leo, auch werden Alternativen vorgeschlagen. Ein weiterer Pluspunkt: Sie können sich die korrekte Aussprache sowohl in Britischem Englisch als auch Amerikanischen Englisch vorsagen lassen. Wollen Sie jedoch frei formulierte Texte oder längere Passagen übersetzen lassen, ist Leo eher ungeeignet.

Vorsicht bei falschen Übersetzungen!

Allerdings gibt es immer noch einige Tücken und qualitative Unterschiede. Unabhängig davon, für welchen Übersetzer Sie sich letztlich entscheiden, sollten Sie unbedingt daran denken, dass es keine Garantie für die Korrektheit der Ergebnisse gibt. Selbst die besten Programme für Übersetzungen machen Fehler und da Sie die Sprache nicht sprechen, besteht das Risiko, dass Sie diese übernehmen.

Probleme bekommen fast alle Übersetzer dann, wenn es zu umgangssprachlich wird oder wenn Idiome übersetzt werden sollen. Dabei handelt es sich um feststehende Phrasen und Redewendungen, die es so in anderen Sprachen oftmals nicht gibt. Eine wortwörtliche Übersetzung ergibt einfach keinen Sinn und sorgt höchstens für Verwirrung.

Beispiel: Aus einem flapsig dahingesagten Ich drehe am Rad wird mithilfe eines Übersetzers I am turning the wheel, womit Sie wohl vor allem dafür sorgen, dass Ihr Gesprächspartner nur noch Bahnhof versteht. Ähnliche Probleme tauchen bei sehr komplizierten und verschachtelten Sätzen auf.

Auch funktionieren die Übersetzer umgekehrt nicht immer ganz zufriedenstellend – wer beispielsweise einen fremdsprachigen Text ins Deutsche übersetzen möchte, weil er bei einer mehrdeutigen Vokabel scheitert, hat auch hier mit idiomatischen Redewendungen zu kämpfen.

Tipps im Umgang mit digitalen Übersetzern

Ob Sie nun Ihre Bewerbung auf Englisch vorbereiten oder einen Brieffreund im Ausland haben: Für den Hausgebrauch und einzelne Begriffe sind solche Übersetzer zu empfehlen. Allerdings kommt es auch immer auf Ihre Sprachkompetenz dabei an.

Was manchmal unfreiwillig komisch ist (wenn der eigene Sprachschatz ausreicht zu erkennen, dass etwas falsch ist), kann unter Umständen zu peinlichen Situationen führen.

Wer also tatsächlich für wichtige Geschäftskontakte im Ausland mit einem Übersetzer arbeiten möchte, sollte sich gut absichern, dass seine Übersetzung auch tatsächlich das in der jeweiligen Sprache wiedergibt, was gewünscht ist.

Um das zu gewährleisten, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Gegencheck machen

    Sie können mit mehreren Übersetzern gegenprüfen. Das ist dann zeitlich etwas aufwändiger, aber kann oben genannte Situationen ersparen. Alternativ können kostenpflichtige Lösungen solcher Tools eine Möglichkeit sein, da hier weitere Funktionen freigeschaltet werden.

  • Hilfe beanspruchen

    Eine andere Möglichkeit ist, einen Muttersprachler Korrektur lesen zu lassen. Genau so jemand steht einem natürlich nicht immer zur Verfügung oder hat die zeitlichen Kapazitäten.

  • Übersetzer beauftragen

    Haben Sie niemanden zur Hand, bleibt Ihnen nur die professionelle Unterstützung durch ein Übersetzungsbüro oder langfristig, selbst die jeweilige Fremdsprache zu lernen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
4. Mai 2020 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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