Skandalkonzern: Schadet das meinem Lebenslauf?

Nicht jedes Unternehmen hat einen guten Ruf. Manche Arbeitgeber geraten durch öffentliche Skandale erst ins Zwielicht, dann in die Krise. Auch für die Arbeitnehmer ist das unschön: Wollen sie so einen Skandalkonzern verlassen und sich woanders bewerben, könnte das schlechte Image auf sie abfärben. Die Frage ist berechtigt: Schadet es meinem Lebenslauf für ein Skandalunternehmen zu arbeiten? Sehen wir uns das genauer an…

Skandalkonzern: Schadet das meinem Lebenslauf?

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Wird ein Skandalkonzern Mitarbeitern zum Verhängnis?

Firmenpleiten und -skandale gibt es nahezu regelmäßig. Gefälschte Zahlen, frisierte Bilanzen, Bestechung oder miese Behandlung von Arbeitnehmern… Die Liste ist lang, mit der sich Unternehmen und Konzerne das Image und die Reputation gehörig ramponieren können. Das Problem daran: Wer hier „mitarbeitet“ (im Wortsinn) gerät dabei schnell in Sippenhaft. Mitgefangen – mitgehangen!

Ob man bei dem Machenschaften mitgewirkt und tatsächlich mitgemacht hat, ist gar nicht mal entscheidend. Solange man noch für den Laden arbeitet, bedeutet das, dass oft ein privater Spießrutenlauf beginnt. Permanente Rechtfertigungen inklusive. Die Mitarbeiter werden zu Konzernsprechern – ob sie wollen oder nicht.

Der aktuelle Arbeitgeber in der Bewerbung

Von der moralischen Bewertung und dem eigenen schlechten Gewissen mal abgesehen: Wer sich in dem Fall entscheidet, das Unternehmen zu verlassen (auch weil er oder sie die krummen Geschäfte nicht weiter mittragen will), steht vor einem Problem: Ausgerechnet der Skandalkonzern steht jetzt als aktuellste Position und letzte Stelle ganz oben im tabellarischen Lebenslauf.

Damit entsteht in der Bewerbung ein noch stärkerer Rechtfertigungszwang. Warum haben Sie gekündigt? Warum wollen Sie den Job wechseln? Warum bewerben Sie sich bei uns? – Das sind die klassischen Fragen im Vorstellungsgespräch. In ihnen schwingt jetzt aber noch mehr mit als sonst:

  • Haben Sie mitgemacht?
  • Gehören Sie zum Kreis der passiven Täter und stillen Mitwisser?
  • Würden Sie es wieder tun?
  • Wo liegen Ihre moralischen Grenzen?
  • Was, wenn auch bei diesem Arbeitgeber nicht alles astrein ist?

Auch wenn der Täterkreis bei einem Wirtschaftsskandal meist klein ist: Etwas davon bleibt an einem kleben – oder wirft zumindest (berechtigte) Fragen von Personalern auf. Damit sollten Sie sich frühzeitig und eingehend auseinandersetzen, um vorbereitet zu sein. Selbst wenn Ihre Weste strahlend weiß ist.

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Wie Sie mit einem Skandalkonzern im Lebenslauf umgehen

Die gute Nachricht für alle aktuellen (oder ehemaligen) Mitarbeiter eines Skandalkonzerns: Der Ruf eines Unternehmens ist in erster Linie ein Problem des Arbeitgebers – kein persönliches. So groß die negativen Schlagzeilen auch sind: Je weiter unten Sie in der Hierarchie stehen, desto besser für Ihre Bewerbungschancen. Das bedeutet allerdings auch: Für Führungskräfte wird die Luft mit jeder Etage nach oben immer dünner.

Trotzdem kann sich der Skandal auf die Jobsuche auswirken: Schwierig wird die Bewerbung bei ehemaligen Kunden, Partnern oder Marktbegleitern, die unter den Praktiken des Skandalkonzern leiden. Hier könnten Bewerber und Jobwechsler auf starke Vorbehalte stoßen. Noch schlimmer ist es, wenn Sie genau aus der Abteilung kommen, die in den Skandal verwickelt ist. Hier wird es zunehmend nebensächlich, ob Sie dafür verantwortlich waren oder nicht.

Tipps für die Bewerbung

Wie Sie im Zweifelsfall mit der Situation umgehen, hängt stark von Ihrer Persönlichkeit ab. Oft gibt es hierfür nur zwei Optionen:

  1. Flucht nach vorn
    Belegen Sie glaubhaft, dass Sie nichts damit zu tun hatten und mit dem Unternehmen auch nichts mehr zu tun haben wollen. Mit der Bewerbung ziehen Sie die Reißleine – nur etwas spät. Den Fehler lassen Sie sich zurechnen.
  2. Läuterung
    Sie haben einen Fehler begangen – ohne wenn und aber. Übernehmen Sie dafür die Verantwortung. Erklären Sie die Umstände – aber nicht als Rechtfertigung oder Schuldzuweisung, sondern als Beleg dafür, was Sie daraus gelernt haben. Bitten Sie um eine zweite Chance und machen Sie glaubhaft, warum Ihnen der Fehler kein zweites Mal passieren wird.

Ehrlichkeit währt noch immer am längsten. In den meisten Fällen wird der neue Arbeitgeber das zur Kenntnis nehmen und nicht weiter thematisieren. Solange die Qualifikationen und Arbeitseinstellung stimmen, hat es dauerhaft keine negativen Konsequenzen, wenn Sie bei einem Skandalkonzern beschäftigt waren.

Umso wichtiger ist, dass Sie selbstbewusst ins Vorstellungsgespräch gehen, solange Ihre Weste rein ist. Alles andere macht Sie nur verdächtig und säht neuen Zweifel an Ihrer Darstellung.

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[Bildnachweis: studiostoks by Shutterstock.com]

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