Nach einem langen Arbeitstag sind wir abgekämpft, erschöpft, hundemüde. Das trifft auch auf die Augen zu. Je länger der Tag, desto müder die Augen - insbesondere dann, wenn sie stundenlang auf einen Monitor gerichtet waren. Allerdings klagen längst nicht nur Screenworker über müde Augen. Wie wird man sie los? Diese 6 Übungen helfen gegen müde Augen...

Muede Augen Symptome Augenbrennen

Müde Augen: Wie entstehen sie?

Bei Müdigkeit fährt der Körper viele Aktivitäten zurück. Auch die Tränendrüsen produzieren weniger Flüssigkeit. Folge: Der schützende Tränenfilm auf der Hornhaut wird dünner und reißt auf. Und sobald die Augen trocken sind, jucken sie.

Doch sind die Augen bisweilen auch müde, angestrengt und gereizt, wenn des Rest des Körpers hellwach ist. Als Folge dessen, was Augenärzte als Blickmonotonie bezeichnen. Der konzentrierte Blick nach vorne führt dazu, dass die Lidschlagfrequenz sinkt und die Augen austrocknen.

Das passiert zum Beispiel bei:

Mit anderen Worten: Bei genau den Tätigkeiten, die typisch sind für das 21. Jahrhundert. Was hilft müden Augen auf die Sprünge?

Müde Augen: Symptome

Vor allem im Büro zählen müde Augen - im wahrsten Sinne des Wortes - zu den Dauerbrennern. Auch der Begriff digitaler Augenstress fällt in dem Zusammenhang manchmal. Büro, Bildschirm, Sehorgane - eine unglückselige Dreiecksbeziehung.

Welche Beschwerden sind damit verbunden?

  • Brennen
  • Schmerzen und/oder Druckgefühl
  • Fremdkörpergefühl
  • Probleme, den Blick zu fokussieren
  • Trockene oder tränende Augen
  • Verschwommene oder doppelte Sicht
  • Rötungen
  • Schwere Augenlider
  • Lichtempfindlichkeit
  • Nacken- und Kopfschmerzen

10 Tipps gegen müde Augen

Wer als Bildschirmarbeiter durchs Leben geht (bzw. sitzt), ohne Probleme mit den Augen zu bekommen, kann von Glück reden. Was aber, wenn die Augen unentwegt tränen, jucken - einfach nur müde sind?

10 Tipps gegen müde Augen:

  • Schlaf

    Im Schlaf regeneriert sich der Körper, ohne hinreichende Ruhephase keine Gesundheit. Darum ist Schlaf nun mal die beste Medizin - auch für müde Augen. Tipp: das gute alte Mittagsschläfchen - sofern möglich.

  • Licht

    Leuchten sie Ihren Arbeitsplatz gut aus. Denn auch starke Kontraste zwischen hell und dunkel belasten die Augen. Darum ist es auch so augenschädlich - wenngleich romantisch - den Roman nachts mit der Taschenlampe im Bett zu lesen.

  • Monitor

    Säubern Sie den Screen regelmäßig von Staub, Fingerabdrücken und anderen Schmutzspuren. Flecken können den Kontrast verringern, dadurch Reflektionen erzeugen oder blenden - zusätzlicher Stress für die Augen. Und: Der Monitor sollte dreh- und kippbar sein, damit Sie ihn optimal an Ihre Sitzposition anpassen können.

  • Sehschärfe

    Schmerzende und müde Augen können auf falsch eingestellte oder veraltete Sehhilfen hindeuten. Oder darauf, dass Ihr besseres Auge die komplette Arbeit übernimmt. Ein Sehtest gibt Aufschluss darüber, ob Ihre Augen überfordert oder unterfordert werden - und ob Sie eine neue Brille brauchen.

  • Ergonomie

    Schreibtisch und Stuhl im Büro sind höhenverstellbar. Die Oberkante vom Bildschirm ist nicht höher als die Augenhöhe. So sollte es sein. Die richtige Ergonomie im Büro macht Sie produktiver - und schont übrigens auch Ihren Rücken.

  • Durchzug

    Sollte vermieden werden. Trockene und brennende Augen werden begünstigt, wenn es zieht. Setzen Sie sich also im Büro nicht in die Zugluft der Klimaanlage. Pendler sollten zudem die Klimaanlage im Auto nicht überstrapazieren. Aber: Trotzdem im Büro regelmäßig durchlüften. Trockene Heizungsluft - gerade im Winter - ist Gift für die Augen.

  • Kompressen

    Augenpflege für Fortgeschrittene: Sie befeuchten zwei Wattepads mit lauwarmem Wasser, drücken beide ein wenig aus und legen sie für ungefähr zehn Minuten auf die Augen. Das soll Wunder wirken - und können Sie auch in der Mittagspause mal ausprobieren.

  • Finger

    Das passiert intuitiv. Bei müden Augen wandert die Hand automatisch ins Gesicht. Man reibt und reibt und reibt. Linderung aber verschafft das nicht. Im Gegenteil, es können Keime vom Finger ins Auge gelangen und die gereizten Augen erst recht entzünden.

  • Pausen

    Ununterbrochen auf den Monitor starren - das hält kein Auge auf Dauer aus. Darum sinnvoll: Zwischen den einzelnen Teilaufgaben öfter hin- und herwechseln, die Bildschirmarbeit also regelmäßig durch "analoge" Tätigkeiten unterbrechen. Zum Beispiel durch: Telefonieren, Unterlagen sortieren etc.

  • Frischluft

    In der Mittagspause einen Spaziergang machen - das ist für Ihren Körper ein Win-win. Der Kreislauf freut sich, aber auch die Augen. Noch besser: Viel Bewegung an der frischen Luft auch vor und nach Feierabend.

Müde Augen: Kein Avatar schauen!

Müde Augen: Kein Avatar schauen!Wer nach einem langen Arbeitstag vorm Bildschirm noch ins Kino möchte, sollte vielleicht auf den angesagten 3D-Film verzichten. Dass dreidimensionale Filme zu Kopfschmerzen führen können, wollen auch Berkeley-Forscher schon herausgefunden haben.

Grund: Die Augen müssen sich ständig auf neue Entfernungen einstellen. Grundsätzlich würden die Augen bei einem kleinen Monitor oder Display und bei geringer Entfernung durch alles, was aus dem Bild heraus auf den Betrachter zukommt, besonders stark anstrengt.

Müde Augen: 6 Übungen fürs Büro

Augen beruhigen, entlasten, befeuchten - das geht sogar ohne Schlaf. Probieren Sie doch mal diese 6 Übungen aus:

  1. Blinzeln

    Der Augenschlag befeuchtet Hornhaut und Bindehaut. Normalerweise blinzeln Menschen ungefähr 18 Mal pro Minute. Sitzen sie aber vor dem Monitor, schrumpft es in etwa auf die Hälfte zusammen. Wer ab und zu bewusst blinzelt, wirkt deshalb trockenen Augen entgegen. Wichtig vor allem, wenn man lange vor dem Bildschirm sitzt und Kontaktlinsen trägt. Tipp: Ein Post-it an den Monitor kleben mit der Aufschrift: "Blinzeln!"

  2. Schließen

    Die praktikablere Alternative zum Powernap. Mehrmals täglich die Augen für einige Minuten schließen. Das beruhigt - und befeuchtet - sie. Eine Alternative: Die Hände auf die Augen legen (nicht reiben).

  3. Gähnen

    Beim beherzten Gähnen schießen einem die Tränen in die Augen. Das dürften die meisten schon bemerkt haben. Gähnen regt aber nicht nur die Tränenproduktion an. Auch sollen die Körperzellen dadurch neuen Sauerstoff gewinnen, der zur Entspannung der Augen beiträgt. Überdies werden Muskeln im Gesicht und Nacken sowie das Zwerchfell gelockert. Tun Sie sich also keinen Zwang an, erst recht nicht im Home Office. Wer im Großraumbüro ständig gähnt, könnte dagegen schiefe Blicke auf sich ziehen...

  4. Schweifen

    Wer seinen Blick gar nicht mehr vom Bildschirm wegbewegt, riskiert nicht nur müde Augen, sondern auch Kurzsichtigkeit. Darum: Maximal 30 Minuten auf den Monitor schauen und danach mit dem Blick bewusst in die Ferne schweifen - am besten für eine oder zwei Minuten. Übrigens auch dann, wenn Sie ein Buch lesen. Angelsächsische Augenärzte empfehlen gerne die 20-20-20-Regel. Alle 20 Minuten für 20 Sekunden 20 Fuß in die Ferne gucken. 20 Fuß entsprechen ungefähr sechs Metern.

  5. Uhr stellen

    Stellen Sie sich eine Uhr vor, direkt vor Ihnen. Fokussieren Sie Ihren Blick auf den Mittelpunkt der Uhr. Dann auf die 1-Uhr-Markierung auf dem Ziffernblatt, ohne den Kopf zu bewegen. Wieder zurück und den Blick auf eine andere Stundenmarkierung richten. Das Ganze zehn Mal wiederholen.

  6. Brief schreiben

    Schreiben Sie einen Brief auf eine Wand, die weiter entfernt von Ihnen ist - und benutzen Sie dafür nur Ihre Augen. Den Kopf dabei stillhalten. Oder malen Sie Zahlen in die Luft. Zum Beispiel eine 1, eine 3 oder die 8. Noch eine andere Möglichkeit: Nacheinander in alle vier Himmelsrichtungen schauen.

[Bildnachweis: Syda Productions by shutterstock]

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