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Arbeiten beim Fernsehen: Jobs, Einstieg & Gehalt

Vor der Kamera stehen und berühmt werden? Für viele eine Wunschkarriere. Doch nicht alle TV-Jobs bringen Sie ins Rampenlicht. Arbeiten beim Fernsehen hat viele Facetten: Produzenten, Aufnahmeleiter, Cutter, Kameraleute, Mediengestalter, Redakteure oder Kabelträger… Aber wie schafft man es in die vermeintlich schillernde Welt des Fernsehens? Was muss ich vor einer erfolgreichen TV-Laufbahn wissen? Ein langjähriger TV-Mitarbeiter hat seine Erfahrungen öffentlich gemacht und die wichtigsten Fragen beantwortet…



Arbeiten beim Fernsehen: Jobs, Einstieg & Gehalt

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Arbeiten beim Fernsehen: Jobs und Karriere

Beim Fernsehen arbeiten? Dabei denken die meisten an Schauspieler oder Moderatoren. Das ist verständlich, weil man die bekannten Gesichter vor der Kamera sieht. Doch gibt es viele unterschiedliche Jobs, wenn Sie beim Fernsehen arbeiten und Karriere machen wollen:

  • Kameramann/-frau
  • Tontechniker/-in
  • Produzent/-in
  • Bühnenbildner/-in
  • Maskenbildner/-in
  • Regisseur/-in
  • Drehbuchautor/-in
  • Redakteur/-in
  • Produktionsleiter/-in
  • Produktionsassistent/-in
  • Ablaufplaner/-in
  • Kabelhilfe

Die Liste ist keinesfalls vollständig, zeigt aber bereits, wie vielseitig die Arbeit beim Fernsehen sein kann. Wollen Sie Karriere beim TV machen, heißt das nicht, dass Sie vor der Kamera stehen müssen. Die große Mehrheit der Tätigkeiten findet für den Zuschauer eher unsichtbar statt – muss aber nicht weniger spannend und erfüllend sein.

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Arbeiten beim Fernsehen: Wie gelingt der Einstieg?

Wollen Sie zum Fernsehen, stellt sich die Frage: Wie gelingt der Einstieg? Die Antwort darauf kann ein erfahrener Mitarbeiter geben, der auf der Plattform Reddit sein Wissen aus über 15 Jahren TV-Establishment geteilt hat. Name und Alter wurden nicht verraten, seine Identität aber verifiziert. Er arbeitete nach eigener Aussage für verschiedene Produktionsfirmen, die Soaps, Primetime-Shows oder Scripted-Reality-Formate produzieren. Seine Aufgaben: Redaktionsassistent, Redakteur, CvD, Set-Aufnahmeleiter, 1. und 2. Aufnahmeleiter und Produktionsleiter.

Auf die Frage zum Karrierestart beim Fernsehen sagte er: „Wäre ich heute 18 Jahre alt und wüsste, dass ich Karriere beim Fernsehen machen wollen würde, würde ich erst eine Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien oder zum Mediengestalter Bild und Ton machen“. Beste Ausbildungsstellen dafür sind große Sender und Produzenten – so entstehen gleich wichtige Kontakte für die spätere Arbeit.

Für die weitere Spezialisierung empfiehlt der Experte: „Und danach Medienwirtschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften oder Mediengestaltung studieren.“ Der genaue Studiengang hängt von Ihren Berufszielen ab. Wollen Sie gestalterisch und künstlerisch arbeiten, oder lieber organisieren und managen? Wichtig ist, dass Sie sich breit aufstellen.

Praktische Erfahrung ist wichtig für die Arbeit beim Fernsehen

Sein Ratschlag für die Studienzeit: „So oft es geht bei Sendern und Produzenten als studentische Hilfskraft arbeiten. Das erleichtert später den Einstieg enorm.“ Auch ein Praktikum von drei bis sechs Monaten liefert wichtige Einblicke.

Er selbst habe nach seinem Schulabschluss Multimediadesign studiert, über einen Studentenjob und kleinere Assistenzjobs bei einem Comedy-Produzenten Kontakte geknüpft. Danach habe er noch ein Studium in Informations-, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften angehängt.

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Eigenschaften: Was braucht man fürs Fernsehen?

Allgemeine Aussagen sind bei der Vielzahl an unterschiedlichen Jobs schwierig. Schauspieler brauchen andere Eigenschaften als Mediengestalter, als Tontechniker punkten Sie nicht mit denselben Stärken wie ein Redakteur. Dennoch fasst der TV-Experte in seinem Urteil zusammen: Fernsehen ist ein Betätigungsfeld für Extrovertierte.

Introvertiertheit und Zurückhaltung sieht er als Problem in der Branche. „Wer allzu schüchtern ist, der kann beim Fernsehen kaum aufsteigen“, glaubt er. Wichtig sind demnach:

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Wie groß ist die Konkurrenz beim Fernsehen?

Klare Antwort: Die Konkurrenz beim Fernsehen ist groß. Die Branche ist ein beliebter Arbeitgeber und so müssen Sie sich gegen zahlreiche Mitbewerber und Kollegen ähnlicher Qualifikation durchsetzen. Besonders schwierig ist der Einstieg bei den Öffentlich-Rechtlichen, ein Job bei Privatsendern ist etwas leichter zu bekommen – so der Experte im Internet.

Die wichtigsten Faktoren: Vorhandene praktische Erfahrung sowie ein Netzwerk und Kontakte. Beim Fernsehen öffnen sich viele Türen, wenn Sie die richtigen Leute kennen und Ihr Name bereits bekannt ist. „Oft kommt es primär nicht auf formale Qualifikationen an, sondern wie man sich im täglichen Redaktionsalltag anstellt“, berichtet der Insider.

Arbeiten beim Fernsehen als Quereinsteiger

Die gute Nachricht für alle, die sich erst später für eine TV-Laufbahn entscheiden: Quereinsteiger haben gute Chancen beim Fernsehen. Sie müssen Ihre Ausbildung nicht bereits in der Branche gemacht haben – selbst als völlig fachfremder Quereinsteiger können Sie noch beim Fernsehen erfolgreich sein.

Das hat auch der anonyme TV-Mitarbeiter erlebt: „Als Beispiel nenne ich jetzt mal einen Executive Producer eines großen Privatsenders, der eigentlich mal Germanistik studiert hat, Lehrer war und sich in gut 15 Jahren vom Redakteur einer kleinen Produktionsfirma bis zum Sender-EP hochgearbeitet hat.“

Arbeiten beim Fernsehen: Welche Perspektive bietet die Branche?

Der Einstieg und die erste Zeit beim Fernsehen können eine Herausforderung sein. Wer es aber schafft, hat gute Perspektiven für das weitere Berufsleben. Die Jobsicherheit in der Branche ist gut und Sie profitieren von Ihrem bisherigen Leistungen und Aufgaben. „Irgendwann bewirbt man sich auch nicht mehr oft auf Stellen, sondern sie werden einem angeboten oder man telefoniert ein paar Freunde und Bekannte ab.“

Ihre Erfolge und Verbindungen bringen Sie beruflich weiter. Mit jedem Projekt lernen Sie neue Leute kennen, die Sie dann bei der nächsten Produktion wieder gerne einsetzen – immer vorausgesetzt, dass die Leistungen stimmen und Sie sich gut ins Team eingefügt haben. So bauen Sie über Jahre und Jahrzehnte ein funktionierendes Netzwerk auf.

Gehalt: Wie gut wird die Arbeit beim Fernsehen bezahlt?

Als Schauspieler sind große Gagen möglich und auch als Intendant einer Rundfunkanstalt liegen die Gehälter oft zwischen 200.000 Euro und 400.000 Euro. Von solchen Summen sind andere Jobs beim Fernsehen weit entfernt. Der TV-Insider verdient nach eigenen Angaben ein Jahresgehalt von etwa 85.000 Euro. Die Planungssicherheit der Branche sei allerdings nicht sonderlich hoch. Viele Anstellungen erfolgen befristet oder produktionsbedingt. Die Bezahlung schwankt entsprechend nach Format, Firma, Position und Anstellungen.

Aber wie hoch ist das Gehalt beim Fernsehen? Die ARD veröffentlichte dazu eine Übersicht, die Informationen zu verschiedenen Jobs liefert:

  • Intendant einer ARD-Landesrundfunkanstalt: 237.000 bis 399.000 Euro jährlich
  • Direktor einer ARD-Landesrundfunkanstalt: 13.851 bis 18.500 Euro monatlich
  • Außertarifliche Mitarbeiter (z.B. Programmbereichsleiter, Hauptabteilungsleiter): 9.880 bis 12.477 Euro monatlich
  • Redakteur: 3.524 bis 9.908 Euro monatlich
  • Kameramann: 2.421 bis 7.691 Euro monatlich
  • Grafiker/Grafik-Designer: 2.421 bis 6.984 Euro monatlich
  • Produktionsingenieur/Ingenieur: 2.978 bis 8.010 Euro monatlich
  • Cutter: 2.421 bis 6.755 Euro monatlich
  • Sekretär: 2.398 bis 6.182 Euro monatlich
  • Programmvolontär: 1.438 bis 2.120 Euro monatlich
  • Auszubildender 1. bis 3. Jahr: 694 bis 1.020 Euro monatlich

Kritik: Was ist an der Arbeit beim Fernsehen schlecht?

Ist ein Job beim TV der absolute Traumjob? Für manche bestimmt, doch sollten Sie sich bewusst sein: Nicht jeder wird ein erfolgreicher Fernsehstar oder macht Karriere hinter der Kamera. „Generell würde ich niemandem mehr empfehlen, beim Fernsehen zu arbeiten. Oftmals wird einfach viel zu schlecht bezahlt in den unteren Jobs und in billigen Produktionen. Teilweise machen auch einfach Praktikanten Jobs, für die sie nicht qualifiziert sind“, sagt der anonyme TV-Mitarbeiter.

Zudem steigt die Konkurrenz durch Netflix und andere Streamingdienste. Gerade die jüngere Generation schaut kaum noch klassisches Fernsehen, was die Branche künftig verändern kann. Und: Für die Quote wird im Fernsehen fast alles gemacht. Längst nicht jedes Format ist Qualitätsfernsehen. Ob Sie an Scripted-Reality-Sendungen mitwirken wollen, müssen Sie letztlich selbst entscheiden.


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