Ernst genommen werden: 5 simple Schritte zu mehr Respekt

Sie haben etwas Wichtiges zu sagen, zu kritisieren, eine Idee? Gut. Dann haben Sie jetzt zwei Probleme: Um das Thema auf den Tisch zu bringen, müssen Sie sich zuerst trauen, Ideen oder Kritik auszusprechen. Und Sie müssen ernst genommen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen reden und gehört werden. Nur wenn Ihr Gegenüber Sie und Ihr Anliegen ernst nimmt, haben Sie die Chance, etwas zu verändern. Vor allem junge Menschen und stille Charaktere haben damit Probleme. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in Zukunft häufige ernst genommen werden und Ihrer Stimme mehr Gewicht verleihen…

Ernst genommen werden: 5 simple Schritte zu mehr Respekt

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Um ernst genommen zu werden, müssen Sie sich trauen

Den Chef oder Kollegen auf etwas anzusprechen, das in den eigenen Augen nicht so gut läuft, erfordert Mut. Für nicht wenige Arbeitnehmer stellt das eine echte Herausforderung dar. Gerade Berufseinsteiger, die frisch von der Universität oder aus der Ausbildung kommen, haben oft noch nicht das Selbstbewusstsein, um Probleme anzusprechen. Oder ihnen fehlt schlicht der nötige Rückhalt und die Reputation im Unternehmen. Wer sich seine Sporen erstmal verdient hat, dem hören viele automatisch eher zu.

Auch wenn es häufig zutrifft: Mit der Einstellung nehmen sich viele gleich zu Beginn die Chance, ernst genommen zu werden. Sie treten automatisch weniger selbstbewusst auf. Das, was sie zu sagen haben, wird zur vagen Option: Kann man machen, ist aber nicht sonderlich relevant. Schade. Dabei könnte sich hier eine Katastrophe frühzeitig vermeiden lassen oder der Erfolg des gesamten Teams steigern… „Es braucht immer einen Mutigen, der die Wahrheit ausspricht“, heißt es so richtig.

Klar, auch Sie können sich irren. Das sollten Sie stets im Hinterkopf behalten. Aber die Attitüde sollte durchaus sein: „Ich habe etwas Wichtiges zu sagen! (Sonst würde ich es nicht sagen.)“ Wer ernst(er) genommen werden will, sollte daher drei Voraussetzungen erfüllen:

  • Bleiben Sie realistisch.
    Gehen Sie nicht vom Schlimmsten aus. Niemand wird Ihnen gleich den Kopf abreißen, nur weil Sie mal eine andere Meinung haben oder einen kritischen Vorschlag machen. Sie bringen sich ein. Das ist allemal besser als schweigend mitzulaufen. Im schlimmsten Fall hören Sie ein „Nein!“. Damit ist Ihre Karriere aber nicht gleich gestorben.
  • Bereiten Sie sich vor.
    Der Punkt ist wichtig: Sie sollten sich Ihrer Sache sicher sein. Wer dauerhaft (!) ernst genommen werden will, sollte nur Vorschläge machen, die Hand und Fuß haben. Viel Unausgegorenes lässt Sie irgendwann zum Dummschwätzer mutieren. Seien Sie also im Vorfeld gründlich und selbstkritisch den eigenen Ideen gegenüber. Lieber weniger sagen, dafür mehr Kluges.
  • Glauben Sie an sich.
    Der Feind des Erfolgs ist oft die Blockade im Kopf. Im eigenen vor allem: Das bringt doch sowieso nichts! Welchen Einfluss habe ich schon?! Wer so denkt, beschränkt seinen eigenen Beitrag und zensiert sich selbst. Manchmal ist es auch eine faule Ausrede, um potenziellen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Wenn Sie aber ernst genommen werden wollen, müssen Sie sich zuerst selbst ernst nehmen.

Gehör findet nur, etwas ausspricht. Das klingt wie eine Binse. Trotzdem kostet es jedes Mal Überwindung, diese simple Erkenntnis auch umzusetzen. Wagen Sie es trotzdem. Langfristig können Sie dabei nur gewinnen: Reputation, Respekt, Renommee.

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Wer wird weniger ernst genommen?

Manche Menschen strahlen auf Anhieb eine Aura der Autorität aus. Zweifel wischen sie beiseite. Wenn sie reden, wird alles stumm. Und am Ende setzen sie sich immer durch. Klasse. Aus der Psychologie ist inzwischen bekannt, dass es einige Faktoren gibt, die das „Ernst-genommen-werden“ verstärken beziehungsweise abschwächen. Leider sind uns ein paar davon in die Wiege gelegt und kaum veränderbar. So wird jemand automatisch weniger ernst genommen, der…

  • besonders klein ist.
    Körperliche Größe hat zwar nichts mit Intelligenz, Kompetenz oder emotionaler Reife zu tun. Dennoch strahlen große Menschen sofort mehr Autorität aus als kleine. Sie schüchtern ein, blicken herab, während alle anderen zu ihnen aufsehen müssen.
  • eine hohe Stimme hat.
    Eine hohe, piepsige Stimme spricht oft das Kindchenschema an. Wir assoziieren damit unweigerlich eine unreife Persönlichkeit. Entsprechend vorsichtig werden Vorschläge aus der Ecke behandelt.
  • neu in einer Gruppe ist.
    Vertrauen ist der Anfang von allem. Um ernst genommen zu werden, brauchen wir eine grundsätzliche Glaubwürdigkeit. Die muss aber erst einmal aufgebaut und verdient werden. Im Beruf ist es daher meist schwer, als Neue(r) in einem bestehenden Team Gehör zu finden. Hier hilft nur Geduld.
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Endlich ernst genommen werden: Mit diesen 5 Tipps klappt es

Ihr Mut soll endlich Früchte tragen und nicht damit belohnt werden, dass Ihr Gesprächspartner Ihnen nur halbherzig zuhört? Sie wollen auch nicht, dass Ihnen jemand das nur Gefühl vermittelt, er würde sich für Ihre Meinung interessieren (die ihm oder ihr aber piepegal ist, sobald Sie den Raum verlassen)? Kurz: Sie wollen endlich ernst genommen werden – und zwar so richtig? Dann haben wir jetzt noch ein paar handfeste und bewährte Tipps für Sie, die Sie – natürlich – ernst nehmen, weil: „Was lesen Sie sonst bis hierher???“

1. Glauben Sie an sich

Es klang oben schon an: Der erste Schritt ist, an sich selbst zu glauben und sich selbst zu respektieren. Wenn Sie es schon nicht tun – wer soll dann tun? Machen Sie sich klar, dass Ihre Meinung oder Ihr Fachwissen genauso wichtig ist wie das der anderen. Entsprechend sollten Sie auch alle Respektlosigkeiten Ihnen gegenüber sofort parieren und kommentieren. Zeigen Sie: Ich nehme mich selbst ernst!

2. Überzeugen Sie durch Expertise

Sobald Sie etwas konstruktiv (!) kritisieren oder einen Verbesserungsvorschlag machen, unterstreichen Sie das bitte durch fundierte Fakten, Fachwissen, relevante Erfahrungen. Echte Kompetenz erzeugt Respekt. Nur wenn Ihr Gesprächspartner davon überzeugt ist, dass Sie wissen, wovon Sie reden, wird er sich den Anregungen gegenüber offen zeigen.

3. Bringen Sie Lösungen mit

Probleme aufzählen und sich darüber beschweren, kann jeder. Wollen Sie ernst genommen werden, brauchen Sie zu den Problemen auch die passenden Lösungsvorschläge. Nur so wird auch einem skeptischen Zuhörer klar, dass Sie sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt haben, einen berechtigten Einwand vorbringen, aber sich nicht bloß damit profilieren wollen. Machen Sie deshalb immer auch konkrete Vorschläge und analysieren Sie mögliche Konsequenzen. Das beweist den vorausschauenden Denker.

4. Achten Sie auf Ihre Körpersprache

Unser Körper redet, selbst wenn der Mund schweigt. Eingezogene Schultern, kaum Blickkontakt, eine gekrümmte Körperhaltung – das überzeugt keinen. Wer Seriosität und Substanz ausstrahlen will, benötigt nicht nur die richtige Kleidung, sondern auch eine professionelle Körpersprache: aufrechter Stand, Schultern gerade, fester Blick, lächeln… Und nehmen Sie die Hände aus den Hosentaschen!

5. Finden Sie Fürsprecher

Es nutzen die besten Argumente wenig, wenn man alleine dasteht. Es ist das Prinzip der geborgten Kompetenz: Suchen Sie sich vorab Fürsprecher und Unterstützer – vor allem solche, die schon ernst genommen werden. Das steigert Ihre Überzeugungskraft enorm und gibt dem Gesagten sofort mehr Gewicht.

Und nicht zuletzt: Geben Sie sich Zeit. Es heißt „ernst genommen werden„. Das ist ein Prozess. Nicht Sie entscheiden darüber, wann Sie ernst zu nehmen sind. Das tun die anderen. Das lässt sich nicht erzwingen. Nur Mut! Bedacht und Beharrlichkeit haben schon so manchen Bedenken (im Wortsinn) Gewicht gegeben.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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9. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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