Ernst genommen werden: So geht’s

Sie haben eine Idee, einen Verbesserungsvorschlag oder auch einen Kritikpunkt, der Ihnen auf dem Herzen liegt. Der beste Plan liegt auf der Hand: Zum Chef oder Kollegen gehen und das Thema auf den Tisch bringen. Dazu müssen jedoch zwei Probleme gelöst werden: Als erstes müssen Sie sich überhaupt trauen, Ideen oder Kritik zu äußern, was nicht jedem leicht fällt. Zum anderen gibt es leider einen wichtigen Unterschied, zwischen reden und gehört werden. Nur wenn Ihr Gegenüber Sie und Ihr Anliegen auch ernst nimmt, kann Ihr Vorhaben am Ende von Erfolg gekrönt werden. Aber wie kann man es schaffen, von anderen ernst genommen zu werden? Wir haben einige Tipps gesammelt, die Ihnen dabei helfen können…

Ernst genommen werden: So geht’s

Um ernst genommen zu werden, müssen Sie sich zunächst trauen

Den Chef oder Kollegen auf etwas ansprechen, dass in den eigenen Augen nicht so läuft, wie es sollte. Für viele Arbeitnehmer klingt das wenig dramatisch und geschieht auf diese Weise unzählige Male an deutschen Arbeitsplätzen. Für viele selbstverständlich, für andere eine echte Herausforderung. Gerade Berufseinsteiger, die frisch von der Universität oder aus der Ausbildung kommen, haben oft nicht das Selbstbewusstsein, um Kritik oder Ideen anderen gegenüber offen zu äußern.

So nimmt man sich selbst gleich zu Beginn jede Möglichkeit, ernst genommen zu werden, weil man sich versteckt. Viele gute Ideen oder wichtige Kritikpunkte bleiben unausgesprochen, anstatt Änderungen anzuregen, die vielleicht den Erfolg des gesamten Teams steigern könnten. Aber wie schaffen Sie es, sich zu überwinden?

  • Bleiben Sie realistisch. Oft traut man sich nicht, den Chef auf ein Problem anzusprechen, weil man gleich vom Schlimmsten ausgeht. Niemand wird Ihnen aber in der Realität den Kopf abreißen, wenn Sie einen Vorschlag machen. Erinnern Sie sich also daran, dass im schlimmsten Fall ein Nein auf Sie zukommt – und damit lässt sich umgehen.
  • Bereiten Sie sich vor. Ein weiterer Grund, warum viele sich nicht trauen, etwas anzusprechen, ist die Angst, nicht die richtigen Worte zu finden. Plötzlich steht man da und weiß einfach nicht mehr, was man sagen soll. Hier hilft Vorbereitung oder gegebenenfalls eine E-Mail, die Ihr Anliegen schildert. Der persönliche Kontakt ist aber in der Regel professioneller und verspricht auch mehr Erfolg.
  • Glauben Sie an sich selbst. Leider machen viele den Fehler, sich selbst von Anfang an keine Chancen einzuräumen. Es bringt doch sowieso nichts ist dann eine häufige Ausrede, sich nicht überwinden zu müssen. Aber was, wenn doch? Gehen Sie stattdessen davon aus, dass Ihre Idee einen wichtigen Beitrag leisten kann und deswegen unbedingt Gehör finden sollte.

Haben Sie den Mut gefunden und wollen sich aktiv einbringen, steht die zweite Herausforderung an: Sie müssen ernst genommen werden, um wirklich etwas erreichen zu können. Sie haben sich ein Herz gefasst, da ist es umso frustrierender, wenn Sie nur ein Ja, alles klar… zu hören bekommen.

Nun könnte man meinen, dass schon der professionelle Umgang im Unternehmen gebietet, dass jeder ernst genommen wird und keine Meinung mehr oder weniger übergangen wird. In der Realität sieht es aber leider oft anders aus.

Wer wird weniger ernst genommen?

Nicht jeder hat Schwierigkeiten damit, ernst genommen zu werden. Manche Menschen scheinen regelrecht eine Aura der Autorität auszustrahlen, durch die es ihnen gelingt, Zweifel beiseite zu wischen, sich durchzusetzen und eigene Anliegen und Meinungen deutlich zu machen.

Aber wer wird ernst genommen – und wer auf der anderen Seite eher belächelt? Grundsätzlich haben Frauen häufiger Probleme als Männer. Das hat nichts mit unterschiedlicher Kompetenz zu tun. Vielmehr sind andere Faktoren entscheidend, die bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern. So wird jemand weniger ernst genommen, der…

  • besonders klein ist. Körperliche Größe hat zwar nichts mit Wissen, Kompetenz oder geistiger Reife zu tun, doch fühlen große Menschen sich gegenüber kleineren schneller überlegen und nehmen diese daher nicht so ernst, wie es vielleicht angebracht wäre.
  • eine hohe Stimme hat. Eine sehr hohe Stimme spricht oftmals das Kindchenschema an, was dazu führt, dass der Betroffene zwar vorsichtig behandelt wird, sich aber nicht durchsetzen kann und Probleme hat, ernst genommen zu werden.
  • neu in einer Gruppe ist. Gerade im Beruf kann es schwer sein, als Neuer in ein bereits bestehendes Team zu kommen. Nicht nur, weil alle anderen sich bereits kennen, sondern weil es nicht leicht ist, mit Vorschlägen ernst genommen zu werden.

Ernst genommen werden: Mit diesen Tipps klappt es

Ihr Mut soll Früchte tragen und nicht damit belohnt werden, dass Ihr Gesprächspartner Ihnen halbherzig zuhört und Sie am Ende mit einer Antwort abfertigt, die alles andere als zufriedenstellend ist. Kurz gesagt: Sie wollen ernst genommen werden – und zwar wirklich. Es reicht nicht aus, dass Ihnen jemand das Gefühl vermittelt, er würde sich für Ihre Meinung interessieren, nur um es dann gleich wieder zu vergessen, sobald Sie den Raum verlassen haben. Wir haben deshalb einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können, ernst genommen zu werden.

  1. Überzeugen Sie mit Fachwissen

    Gerade wenn Kritik oder ein Verbesserungsvorschlag geäußert wird, ist es wichtig, die eigene Kompetenz zu unterstreichen. Wenn Ihr Gesprächspartner überzeugt ist, dass Sie wissen, wovon Sie reden, wird er sich Ihren Anregungen gegenüber offen zeigen. Machen Sie deshalb konkrete Vorschläge und erklären Sie mögliche Konsequenzen, an die Sie bereits gedacht haben. Je höher Ihr Fachwissen eingeschätzt wird, desto eher ist Ihr Gegenüber bereit, Ihnen wirklich zuzuhören und Ihre Ansichten ernst zu nehmen.

  2. Bringen Sie Lösungen mit ein

    Probleme aufzählen und sich darüber beschweren, kann jeder. Wollen Sie aber ernst genommen werden, brauchen Sie zu den Problemen auch die passenden Lösungsvorschläge. Auf diese Weise wird auch einem skeptischen Zuhörer klar, dass Sie sich bereits ausgiebig mit dem Thema beschäftigt haben und einen berechtigten Einwand vorbringen.

  3. Setzen Sie auf die richtige Kleidung

    Es ist ein wenig oberflächlich, aber die Methode dress to impress funktioniert tatsächlich. Das richtige Outfit kann dafür sorgen, dass Sie ernst genommen werden, weil beispielsweise Business-Kleidung mit größerer Seriosität verbunden wird. In Hemd und Blazer werden Sie einfach ernster genommen als in kurzer Hose und T-Shirt.

  4. Nehmen Sie sich selbst ernst

    Was wie eine Binsenweisheit klingt, hat einen wichtigen Wert: Die Einstellung, die Sie von sich selbst haben, überträgt sich auch nach außen. Wenn Sie sich nicht selbst ernst nehmen und an Ihre Ideen glauben, wird es auch kein anderer tun.

  5. Finden Sie Fürsprecher

    Wenn es mit der eigenen Überzeugungsarbeit nicht so klappt, wie Sie es sich erhofft haben, kann es helfen, wenn Sie einige Fürsprecher für Ihre Sache finden. Wollen Sie mit Ihrem Vorschlag beispielsweise etwas an der Arbeitsatmosphäre im Büro ändern, verleihen weitere Kollegen, die diese Idee unterstützen, Ihrem Vorhaben gleich eine höhere Priorität und mehr Gewicht beim Vorgesetzten.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
10. August 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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