Die Frage selbst ist schon ein bisschen affig. Man möchte sofort zurückfragen: Welcher Küchenpsychologe hat Sie eigentlich beraten, solche Fragen zu stellen? Da das aber im Vorstellungsgespräch selten gut ankommt und den Hautgout eines Spielverderbers besitzt, der sich vor einer gescheiten Antwort drücken will, machen wir einfach mal gute Miene zum dämlichen Spiel: Sollte Ihnen jemals ein Personaler im Bewerbungsgespräch die Frage stellen: Was wären Sie als Tier? Das wären die Antworten...

Bewerberfrage Was fuer ein Tier Antwort

Tierfrage als Persönlichkeitstest

Zunächst einmal: Die Katze in mir war neugierig genug, um nach einigen Recherchen im Social Web festzustellen, die Frage wird öfter gestellt, als man meint. Schade. Meist im Rahmen eines sogenannten Persönlichkeitstests.

In dem Zusammenhang begegnen einem dann auch gleich einige Facetten und Variationen der Frage:

  • Was wären Sie für ein Tier?
  • Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das?
  • Welches Tier wären Sie gerne?

So oft sie aber auch gestellt wird, ihre Aussagekraft ist mehr als umstritten. Nicht zuletzt dank solcher Artikel wie diesem, die dafür sorgen, dass Bewerber auf die Frage die erwünschten und vorbereiteten Antworten geben. Insofern dürfen Sie den Artikel aus zweierlei Perspektive lesen:

  • Als Ratgeber für optimale Antworten.
  • Als Fragenkiller, der zugleich solche zweifelhaften Tests obsolet macht.

Aber gut, setzen wir uns mal ernsthaft damit auseinander...

Wenn Sie ein Personaler wären, warum stellen Sie dann diese Frage?

Warum wird die Bewerberfrage überhaupt gestellt?

Mit Tieren verbinden wir spezifische Eigenschaften, nicht zuletzt dank einiger Redewendungen ("blöde Ziege", "schlauer Fuchs", "graue Maus", etc.) und diverser Fabeln. Entsprechend sind mit ihnen zahlreiche Stereotype verknüpft. Und getreu dem Bonmot Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul, verrät angeblich auch die Antwort auf die Frage nach dem Wunschtier mehr über den Bewerber als dieser vermeintlich ahnt. So soll die Wahl des Tieres etwa hinweisen auf...

  • Teamgeist

    Einige Tiere sind starke Herdentiere: zum Beispiel Pferde, Wölfe, Fische. Sie agieren im Rudel beziehungsweise Schwarm und leiten hieraus ihre Stärke ab. Wer diese Tiere wählt, könnte sich gut in Teams integrieren lassen und Mannschaftsspieler sein.

  • Dominanz

    Löwen oder Tigern wird - wie vielen anderen Raubtieren auch - große Stärke, Selbstbewusstsein und Mut, aber auch der Trieb zur Macht sowie hoher Eigensinn nachgesagt. Angeblich die Wahl von Menschen mit Führungsanspruch.

  • Fleiß

    Schon bei dem Begriff denkt jeder sofort an - genau: die Biene. Ameise ginge aber auch. Die ist zudem gewohnt, bis zum Umfallen zu schuften und keine dummen Fragen zu stellen. Überdies gelten diese Insekten als wahre Großorganisationskünstler, das perfekte Konzerntier.

  • Loyalität

    Wohl kaum ein Tier gilt als derart treu wie der Hund. Er ordnet sich gerne unter, ist ebenfalls ein Rudeltier und loyal bis in die Schwanzspitze. Allerdings wird dem Hund auch nachgesagt, konflikt- und problemscheu zu sein.

  • Ausdauer

    Geduld und Gewissenhaftigkeit sind die Stärken von Elefanten. Sie gelten zudem als Gedächtnisgroßmeister im Tierreich. Aber Achtung: Er gilt manchen auch als Blockierer.

  • Gute Laune Bären indes werden die Eigenschaften zugeschrieben, besonders oft gutgelaunt und gesellig zu sein. Manche sehen in dieser Wahl allerdings auch einen Besserwisser.

Gewiss, die Antworten und Klischees aus dem Tierreich ließen sich beliebig Fortsetzen. Manche Tiere wiederum sind so negativ behaftet, dass Sie diese bitte niemals wählen sollten:

  • Faultier (selbsterklärend)
  • Zecke (überhaupt alle Parasiten)
  • Ratte (verräterisch, Krankheitsüberträger)
  • Seestern (zu passiv)
  • Fliege (nervt nur)
  • Maus (schüchtern, unbedeutend)

Sie sehen schon: Einerseits gibt es ohnehin nicht allzu viele Tiere, die überhaupt in die engere Auswahl gelangen. Andererseits sind die wählbaren Optionen relativ durchschaubar und banal, dass Sie die ideale Antwort letztlich daraus ableiten können, was das Zielunternehmen vermutlich hören will.

Gute Antworten: Wenn Sie ein Tier wären, welches Tier wären Sie dann?

In der Regel kommt es daher auch weniger auf die Tierwahl an, sondern auf die dazugehörige Begründung - nach der Bewerber im Vorstellungsgespräch natürlich ebenfalls gefragt werden. Schließlich will der Personaler ja wissen: Was hat sich der Kandidat dabei bloß gedacht?

Daher hier ein paar Antwort-Optionen, mit denen Sie je nach Lust und Laune punkten können:

Ambitioniert:

Ich wäre ein Gepard! Die verfügen über hohe Motivation, Schnelligkeit und großes Leistungspotenzial wenn es drauf ankommt.

Devot:

Pferd! Denn Pferde sind gut zu dressieren und ackern können sie auch lange und ausdauernd.

Kreativ:

Ich wäre gern ein fliegender Fisch! Zwar fasziniert mich die Unterwasserwelt, ich möchte aber auch gern die Erde von oben betrachten, um mir einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

Die beste Rückfrage auf die Frage nach dem Tier wäre übrigens diese:

Welche Zahl im Alphabet ist Ihre Lieblingsfarbe?

Na, wissen Sie's?

[Bildnachweis: Anton Watman by Shutterstock.com]

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