2-Minuten-Test: Besteht Ihre Bewerbung den?

Nicht wenige Bewerber investieren mehrere Stunden in Ihre Bewerbung, recherchieren Ansprechpartner und Infos über das Unternehmen, feilen an Formulierungen für Einstieg und Schlusssatz oder gleich noch einem Motivationsschreiben. Alles richtig – aber oft unverhältnismäßig.

Auf der anderen Seite sitzen die Personaler und nehmen sich pro Bewerbung im Schnitt weniger als fünf Minuten Zeit, in Konzernen sind es oft sogar nur zwei Minuten. Und genau das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie Ihre Bewerbung gestalten: Besteht sie diesen die 2-Minuten-Test?

2-Minuten-Test: Besteht Ihre Bewerbung den?

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Machen Sie den 2-Minuten-Test!

Zwei, maximal drei Minuten – soviel Zeit bleibt Ihnen, um aufzufallen, sich abzuheben, zu überzeugen. Gewiss, das ist noch nicht die endgültige Entscheidung, ob Sie den Job bekommen. Aber diese kurze Zeitspanne entscheidet darüber, ob Ihre Bewerbungsunterlagen sofort auf den Absagen-Stapel wandern oder ob Sie eine Runde weiter kommen. In dieser kurzen Spanne sieben die HR-Manager vor allem nach zwei Kriterien aus:

  • Typische Bewerbungskiller (trifft auf 30 bis 40 Prozent der Bewerbungen zu)
  • Persönliche oder fachliche Nicht-Eignung (40 Prozent)

Die restlichen 20 bis 30 Prozent kommen weiter. Und für ihre Bewerbungsunterlagen nehmen sich die Personaler auch wieder deutlich mehr Zeit: bis zu 20 Minuten.

Typische Fehlerquellen in der Bewerbung

Wenn Sie Ihre Unterlagen also fertig formuliert, gestaltet und zusammengestellt haben, prüfen Sie diese bitte, ob sie nicht die folgenden Fehlerquellen und Killerkriterien aufweisen. Die Top 10 der schlimmsten Bewerbungsfehler bilden zum Beispiel:

  • Adresse/Ansprechpartner/Unternehmen falsch geschrieben (69 Prozent)
  • Unangemessene Sprache/Jargon (64 Prozent)
  • Rechtschreibfehler (53 Prozent)
  • Wiederverwendete Bewerbungsunterlagen (44 Prozent)
  • Unpassendes Foto (38 Prozent)
  • Romane statt auf den Punkt zu kommen (33 Prozent)
  • Anlagen vergessen (30 Prozent)
  • Lücken im Lebenslauf (28 Prozent)
  • Uneinheitliches Schriftbild (22 Prozent)
  • Unterschrift und Datum fehlen (21 Prozent)

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Tipps & Tricks für die perfekte Bewerbung

Um auch dem zweiten Fallstrick zu entgehen, vergleichen Sie bitte noch einmal ganz genau, welche Fähigkeiten und Voraussetzungen für den Job in der Stellenanzeige genannt waren. Tatsächlich suchen viele Personaler ganz gezielt nach bestimmten Suchbegriffen, sogenannten Keywords in Lebenslauf und Anschreiben. Was bleibt ihnen auch anderes übrig, wenn sie doch kaum länger als zwei Minuten die Lektüre überfliegen?

Überlegen Sie also, worauf Ihr künftiger Chef oder der Personaler Wert legen könnte, welche Eigenschaften ihm wichtig sind und wonach er suchen könnte. Manches davon lässt sich aus der Stellenanzeige ableiten, anderes über die jeweilige Karriereseite oder Fanseite des Unternehmens. Falls Sie hierbei in Ihren Unterlagen nicht fündig werden, gehen Sie ganz systematisch Ihre Bewerbungsunterlagen durch und überlegen Sie, wo Sie entsprechende Begriffe einbauen und optimieren können:

Jobtitel

Was haben Sie bisher gemacht? Schauen Sie sich an, wie entsprechende Stellenangebote in Jobbörsen getextet und formuliert werden. Ein Beispiel: Wenn derzeit vor allem „Brand Manager“ gesucht werden, Sie selbst aber in der Vergangenheit vor allem als „Online-Marketing Manager“ fungiert haben, ist es hilfreicher seinen bisherigen Werdegang begrifflich anzupassen. Wenn Sie ganz korrekt sein möchten, können Sie in Klammern immer noch den damals tatsächlichen Titel ergänzen.

Berufserfahrung

In der Regel werden Sie Ihre beruflichen Stationen tabellarisch auflisten: „TT.JJJJ bis TT.JJJJ“ Soweit, so korrekt. Doch sucht kaum ein Personaler nach Datumsangaben, wohl aber nach einer x-jährigen Berufserfahrung. Nutzen Sie das, indem Sie beispielsweise noch in Klammern dazu schreiben: „TT.JJJJ bis TT.JJJJ (2 Jahre Berufserfahrung)“ Das sieht vielleicht erstmal ungewohnt aus, erfüllt aber seinen Zweck.

Abschlüsse

Bachelor und Master haben leider viele neue spezialisierte Abschlüsse mit sich gebracht. Erst recht, wenn Sie Ihr Studium im Ausland absolviert oder beendet haben. Stellen Sie in dem Fall sicher, dass das gesuchte (deutsche) Äquivalent in Ihrem Lebenslauf ebenfalls genannt wird.

Qualifikationen

Jetzt wird es tricky: Leider ist es so, dass Unternehmen keine einheitlichen Begriffe verwenden. Jede Branche hat da ihre eigenen Sprachcodes für sogenannte Skills und Zusatzqualifikationen. Hier hilft nur der Blick auf die Unternehmens- oder Karriereseiten der infrage kommenden Arbeitgeber. Erstellen Sie sich eine Liste der dort meistverwendeten Beschreibungen und Kompetenzbegriffe, die am ehesten auf Sie zutreffen. Die bauen Sie dann in die Bewerbung ein. So beweisen Sie nicht nur, dass Sie dieselbe Sprache sprechen, sondern eben auch die meist gesuchten Qualifikationen besitzen.

Es versteht sich von selbst, dass Sie es bei all dieser Optimierung nicht übertreiben. Das mögen Personaler gar nicht. Zugleich verliert die Bewerbung dadurch ihren authentischen Charme. Der Personaler soll am Ende ja immer noch das Gefühl haben, die echte Perle selbst herausgefischt zu haben und nicht einem noch schlaueren Fischer ins Netz gegangen zu sein.

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Besteht Ihre Bewerbung jetzt den 2-Minuten-Test?

Haben Sie die Bewerbung samt allen Bewerbungstipps optimiert? Klasse, dann unterziehen Sie Ihr Anschreiben und den Lebenslauf nun einem echten 2-Minuten-Test – mit Stoppuhr und Freunden. Lassen Sie diese Ihre Bewerbung überfliegen und Ihnen anschließend sagen, welchen Eindruck sie haben. Und natürlich, welche Eigenschaften, Fertigkeiten und Qualifikationen diese erinnern. Wird alles genannt, was Ihnen wichtig und in der Stellenanzeige gefordert ist, haben Sie den Test bestanden. Andernfalls bitte zurück zum Anfang des Artikels…

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Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
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Tipps zum Lebenslauf
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18. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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