Welche Bedeutung haben Fortbildungen im Lebenslauf?
Relevante Fortbildungen stärken nicht nur den Gesamteindruck der Bewerbungsunterlagen. Sie haben speziell im Lebenslauf gleich mehrere Funktionen:
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Ergänzung fachlicher Qualifikationen
Viele Fortbildungen vermitteln spezifisches Fachwissen, das über formale Abschlüsse hinausgeht. Das ist besonders wertvoll in Branchen und Berufen, in denen sich die Anforderungen schnell ändern oder wenn Sie eine hohe Expertise in gefragten Nischenthema nachweisen möchten.
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Dokumentation formaler Anforderungen
In manchen Berufen (z.B. Pflege, IT, Pädagogik, Finanzwesen) sind regelmäßige Fortbildungen sogar Pflicht oder werden stark erwartet. Ein Vermerk im Lebenslauf zeigt, dass Sie diese Anforderungen erfüllen.
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Stärkung der Soft Skills
Zusatzqualifikationen in Bereichen wie Kommunikation, Führung oder Projektmanagement zeigen, dass Sie Fähigkeiten besitzen, die über rein fachliche Qualifikationen oder neue Technologien hinausgehen. Das wertet den Lebenslauf nochmal auf.
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Nachweis kontinuierlicher Weiterbildung
Regelmäßige Fortbildungen zeigen, dass Ihr Wissen „up to date“ ist, Sie sich aktiv weiterentwickeln und bereit sind, stetig neue Kompetenzen zu erwerben. Arbeitgeber sehen das als Hinweis auf eine hohe Motivation, Lernbereitschaft und Professionalität.
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Unterstützung bei beruflicher Neuorientierung
Wenn Sie die Branche und den Beruf wechseln, passt der bisherige Werdegang kaum noch zu neuen Stelle. Fortbildungen können etwaige Defizite und Lücken im Lebenslauf ausgleichen und so den Übergang bei einer beruflichen Neuorientierung erleichtern.
Strategisch sinnvoll ausgewählte Fortbildungen können Sie deshalb noch einmal deutlich von anderen Bewerbern abheben – vorausgesetzt, diese sind aktuelle, für die angestrebte Stelle relevant und stammen von anerkannten Institutionen.
Fortbildung oder Weiterbildung – Was ist der Unterschied?
Die Begriffe Fortbildung und Weiterbildung werden häufig synonym verwendet. Es gibt jedoch ein paar Unterschiede:
1. Fortbildung
Eine Fortbildung baut in der Regel auf vorhandenem Wissen und einem bestehenden Beruf auf und wird meist für den beruflichen Aufstieg genutzt. Unterschieden werden dabei vier Arten der Fortbildung:
- Anpassungsfortbildung
Hierbei wird die bestehende Ausbildung an aktuelle und neue Gegebenheiten angepasst. - Erweiterungsfortbildung
In dem Fall wird eine fachliche Qualifikation ausgebaut und in neuen Bereichen vertieft. - Erhaltungsfortbildung
Dabei werden vorhandene Kenntnisse zur Qualitätssicherung aufgefrischt. - Aufstiegsfortbildung
Sie schafft die Grundlage für einen beruflichen Aufstieg (Beförderung).
2. Weiterbildung
Eine Weiterbildung dient hingegen dem Erwerb völlig neuer Fähigkeiten und Qualifikationen, die unabhängig vom bisherigen Beruf sein können. Dazu zählt auch ein Umschulung. Weiterbildungen sind vor allem für Berufsanfänger oder Quereinsteiger wichtig, um Ihre Eignung für den Job nachzuweisen bzw. einen noch dünnen Lebenslauf aufzuwerten.
Auswahl: Welche Fortbildung im Lebenslauf erwähnen?
Nicht jede Fort- oder Weiterbildung, die Sie in Ihrem Leben schon absolviert haben, gehört auch in den Lebenslauf. Tatsächlich müssen Bewerberinnen und Bewerber bei jeder Bewerbung neu und individuell auswählen, welche der Zusatzqualifikationen zur neuen Stelle passen und für den Arbeitgeber einen Mehrwert darstellen. Ob eine Fortbildung relevant für den Lebenslauf ist, entscheiden wiederum diese Kriterien:
- Hat die Fortbildung einen Bezug zur angestrebten Stelle?
- Entspricht mein Wissen dem erforderlichen Level?
- Sind Fortbildung und vermitteltes Know-how aktuell?
- Steigert das Zertifikat meinen Marktwert?
Orientieren Sie sich an dem Grundsatz: Qualität vor Quantität! Die Fortbildungen dürfen Ihre Vita nicht überfrachten. Viel hilft nicht viel, im Gegenteil: 2-3 wichtige und relevante Fortbildungen verlieren an Bedeutung und Aussagekraft, wenn Sie diese zwischen 10 beliebigen Kursen oder Coachings verstecken. Das Wichtigste müssen Personaler auf den erste Blick erfassen können. Oft bleiben Bewerbern dafür nur 1-2 Minuten Zeit.
Wie viele Fortbildungen sollte ich im Lebenslauf nennen?
Als Faustregel empfehlen Experten nicht mehr als maximal 2-3 relevante Fortbildungen im Lebenslauf zu nennen. Hinzu kommen ja meist noch IT-Kenntnisse bzw. EDV-Kenntnisse sowie Sprachkenntnisse im Lebenslauf sowie deren Einstufung. Damit der CV übersichtlich und aussagekräftig bleibt, sollten Sie sich auf die wirklicht wichtigsten Zertifikate fokussieren.
Je wichtiger die jeweilige Fortbildung für Ihre Bewerbung ist, desto überzeugender wirken zusätzliche Zeugnisse und Zertifikate in den Anlagen der Bewerbung. Entsprechende Kurse sollten Sie also nicht nur im Lebenslauf erwähnen, sondern auch die Nachweise und Urkunden dazu den Bewerbungsunterlagen anhängen.
Lebenslauf Formatierung – Checkliste
Bei Aufbau, Layout und Formatierung Ihres Lebenslaufs sollten Sie stets noch folgenden Regeln beachten:
- Länge: 1-3 DIN A4 Seiten
- Seitenränder: links: 2,5cm, oben, unten, rechts: 2 cm
- Schriftarten: max. 2 (Überschrift + Fließtext)
- Schriftgröße Fließtext: 11-12 Punkt
- Schriftgröße Überschriften: 13-15 Punkt
- Zeilenabstand: 1 bis 1,5fach
- Aufbau: tabellarisch
- Zeitangaben: MM/JJJJ – MM/JJJJ
- Reihenfolge: umgekehrt chronologisch
- Inhalt: Stichpunkte, Aufgaben + Erfolge
- Korrektur: Keine Rechtschreibfehler, keine Lügen!
Wohin kommen die Fortbildungen im Lebenslauf?
Der Aufbau eines modernen Lebenslaufs ist in Deutschland weitgehend standardisiert und folgt einer festen Reihenfolge nach diesem Muster:
- Titel und Überschrift (z.B. „Lebenslauf“)
- Persönliche Daten
- Kurzprofil (optional)
- Beruflicher Werdegang
- Bildungsweg
- Besondere Kenntnisse
- Interessen und Hobbys
- Ort, Datum und Unterschrift
Fortbildungen und zusätzliche Abschlüsse gehören dann in den Abschnitt „Besondere Kenntnisse“ im Lebenslauf. Das Hauptkriterium für die Erwähnung ist aber immer der Stellen- und Unternehmensbezug. Fortbildungen, in denen Sie nur selbstverständliche Grundkenntnisse erworben haben, sollten Sie weglassen. Dasselbe gilt für Zertifikate, die älter als 3-5 Jahre sind.
Haben Sie mit einer Weiterbildung hingegen eine Art Berufsabschluss erworben, gehört diese eher in den „Ausbildung“ beziehungsweise „Berufsbildung“, weil die Qualifizierung damit ein noch größeres Gewicht bekommt.
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Beispiele: Wie eine Fortbildung im Lebenslauf angeben?
Bei der richtigen Angabe kommt es darauf an, welche Bedeutung Ihre Fortbildung für die Bewerbung hat. Sie können diese Zusatzkenntnisse ganz einfach in Listenform in den Lebenslauf einbauen und erwähnen. Mit steigender Relevanz sollten Sie diese aber ausführlicher beschreiben oder ihnen sogar einen eigenen Abschnitt widmen, den Sie mit „Fort- und Weiterbildungen“, „Berufliche Qualifikationen“ oder „Seminare und Kurse“ überschreiben.
Aufbau, Inhalt und Struktur der Formulierungen zu den Fortbildungen entsprechen dem Muster im „Beruflichen Werdegang“. Bedeutet: Sie führen diese ebenfalls in antichronologischer Reihenfolge auf, mit dem aktuellsten Zertifikat zuerst. Folgende Angaben sollten Sie dazu immer machen:
- Zeitangabe (MM/JJJJ – MM/JJJJ)
- Art der Fortbildung
- Titel des Kurses
- Name des Bildungsträgers (oder internen Maßnahme)
- Ort
- Zeitlicher Umfang (z.B. „4 Wochenstunden“ – optional)
- Abschlussbezeichnung
Fortbildung im Lebenslauf Beispiel
Das Ergebnis in Ihrem tabellarischen Lebenslauf kann schließlich so aussehen:
Fort- und Weiterbildungen
| MM/JJJJ | Seminar: Rhetorik im Verkauf
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| MM/JJJJ | Beschwerdemanagement
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Sollte ich Fortbildungen auch im Anschreiben angeben?
In der Regel reichen die Angaben zu relevanten Fort- und Weiterbildungen im Lebenslauf bereits aus, sodass Sie diese im Bewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben nicht nochmal erwähnen müssen.
Bei besonders hoher Bedeutung und Relevanz für die angestrebte Stelle kann das aber sinnvoll sein. In dem Fall werden Sie aber auf keinen Fall bloß aufgelistet. Vielmehr interessieren Personaler dann konkrete Beispiele, wie Sie diese neuen Kenntnisse in der Vergangenheit und bei früheren Arbeitgebern erfolgreich eingesetzt haben und was Sie damit bewirken konnten – was ebenfalls wieder einen individuellen Unternehmensbezug haben sollte!
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