Silvesterbräuche weltweit: Skurrile Bräuche aus aller Welt

Silvester! Und wieder ist ein Jahr vorüber. In Deutschland lassen wir traditionell in der letzten Nacht des Jahres die Korken knallen, stoßen mit Sekt an und schießen Raketen in den Himmel. Einige gleiten gemütlich bei Fondue und Raclette mit der Familie ins neue Jahr. Andere werfen sich in Schale und feiern bis in die frühen Morgenstunden. Silvesterbräuche können unterschiedlicher nicht sein. Was machen Sie? Bleigießen oder Feuerwerk? Weltweit haben sich die unterschiedlichsten Silvesterbräuche etabliert – lustige, skurrile, abergläubische und amouröse. Wir stellen Ihnen die bemerkenswertesten Silvesterbräuche aus aller Welt vor…

Silvesterbräuche weltweit: Skurrile Bräuche aus aller Welt

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Bräuche und Rituale: Warum feiern wir Silvester?

Ursprünglich war „Silvester“ ein männlicher Vorname. Der 31. Dezember ist nach Papst Silvester I. benannt, weil dieser im Jahr 355 genau an diesem Tag starb. Wahrscheinlich wüsste das heute keiner mehr, wenn nicht im 17. Jahrhundert der gregorianische Kalender eingeführt worden wäre. Damit änderte sich der Jahresbeginn auf den 1. Januar. Von da an wurde an Silvester das alte Jahr verabschiedet und das neue gefeiert.

Seit jeher begegnen wir Übergängen, wie Schulabschlüssen oder Geburtstagen, mit einer Mischung aus Freude und Furcht. Auch der Jahreswechsel stellt einen solchen Übergang dar. Deswegen haben sich über die Zeit verschiedene Silvesterbräuche und Rituale entwickelt. Die sollen vor allem böse Geister vertreiben, Unsicherheiten bannen und für Glück sorgen. Na, Prost!

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Silvesterbräuche in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Silvesterbräuche. Hier eine Auswahl und Übersicht der beliebtesten:

  • Bleigießen

    Das Bleigießen mit Blei ist hierzulande seit 2018 zwar aus gesundheitlichen Gründen verboten. Der Brauch findet dafür aber mit Zinn oder Wachs seine Fortsetzung und ist bei Kindern beliebt. Eine kleine Zinnfigur wird über einer Kerze geschmolzen und in kaltes Wasser gegossen. Mit der Form, die sich im Wasser bildet, wird ein Schatten an die Wand geworfen und damit die Zukunft für das kommende Jahr gedeutet.

  • Glücksbringer

    Hufeisen, Glücksschweine oder Schornsteinfeger werden gerne als Talisman verschenkt und sollen das neue Jahr gut einleiten.

  • Fondue

    Das Fondue gilt neben Raclette als klassisches Silvesteressen. Gemeinsam mit Familie und Freunden sitzt man an einem Tisch, in der Mitte ein Topf mit heißem Fett, in dem Speisen frittiert werden. Anders als an Heiligabend hat man an Silvester Zeit. Es muss nicht schnell gehen, sondern man wartet und lässt das Jahr gemütlich ausklingen.

  • Dinner for One

    Oder auch „Der 90. Geburtstag“ ist eine Fernsehproduktion des NDR aus dem Jahr 1963. Dabei handelt es sich um einen Sketch, bei dem der Geburtstag von Miss Sophie, gespielt von May Warden, gefeiert wird. Diesen feiert Sie jedes Jahr auf die gleiche Art und Weise und mit den gleichen Gästen. Doch sind all ihre Freunde verstorben und so muss der alte Butler James, gespielt von Freddie Frinton, einspringen. Der wohl bekannteste Satz des Sketches: „The same procedure as last year?“

  • Anstoßen

    Drei, zwei, eins – der Countdown ist beendet und pünktlich um Null Uhr stößt man mit einem Glas Sekt und den Worten „Prosit Neujahr“ an. Doch was bedeutet „Prosit“ eigentlich? Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt: „Es möge gelingen“. Und wie stößt man richtig an? Das Glas wird am Stiel gefasst, nur so klingt es. Stoßen Sie die Gläser aber nie am oberen Rand zusammen – das ist der schwächste Punkt, sozusagen die Sollbruchstelle. Die Gefahr, dass es Scherben gibt, ist hier zu groß. Optimal ist es, die Gläser in einem Winkel von 10 Grad zu halten und am Bauch mit einem sanften *Ding* anzustoßen.

  • Neujahrs-Krapfen

    Sobald das neue Jahr begonnen hat, gibt es hierzulande gerne Süßes – in Form von Neujahrs-Berlinern oder -Krapfen. Die werden traditionell mit Konfitüre, Fruchtmus oder Likör gefüllt. Es hat sich aber auch der Brauch gebildet, manche davon mit Senf zu füllen. Kein gutes Omen, falls man die fiese Marmeladen-Alternative erwischt.

Warum lassen wir es an Silvester ordentlich knallen?

Das Schwarzpulver und damit der Ursprung des Feuerwerks liegt in China, wo es bereits seit dem 8. Jahrhundert genutzt wurde um Feuerpfeile, also Raketen, abzufeuern. Erst 500 Jahre später kam das Schwarzpulver durch niederländische Seefahrer nach Europa. Das erste wirkliche Feuerwerk wird auf das Jahr 1506 datiert, welches Maximilian I. während des Reichstags zu Konstanz über dem Bodensee entzünden ließ.

Dass wir an Silvester Raketen und Böller zünden, geht auf einen Brauch der Germanen zurück. Diese vertrieben zur Jahreswende mit großem Lärm böse Geister und Dämonen. Damals benutzten sie noch Rasseln oder Peitschen. Ab dem 15. Jahrhundert wurde auch Schwarzpulver genutzt, um Gewehrschüsse abzufeuern. In den folgenden Jahrhunderten nutzen Adelshäuser die frühen Formen des Feuerwerks, um ihren Reichtum und ihre Macht zu demonstrieren. Erst im 19. Jahrhundert wurde Feuerwerk durch die fortgeschrittene Pyrotechnik für die Normalbevölkerung zugänglich. Trotz dieser alten Tradition des Feuerwerks, ist es erst seit dem frühen 20. Jahrhundert Brauch, Silvester mit Raketen und Böllern zu feiern.

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Silvesterbräuche aus aller Welt: So feiern andere Neujahr

Fondue und Bleigießen? Hier in Deutschland gehören diese Bräuche selbstverständlich zum Silvesterabend dazu. Doch in Griechenland oder Tschechien und zahlreichen anderen Ländern stehen ganz andere Silvesterbräuche auf dem Programm. Hätten Sie gewusst, dass die Tschechen das Apfelorakel an Silvester befragen, um Ihre Zukunft zu deuten? Wir haben eine Liste mit lustigen und skurrilen Silvesterbräuchen aus aller Welt zusammengestellt und erläutern, wie dort ins neue Jahr gefeiert wird. Manche der Bräuche sind zur Nachahmung sogar zu empfehlen…

Silvesterbräuche in Argentinien

Die Argentinier haben eine besonders originelle Art, sich alter Unterlagen zu entledigen: Sie machen daraus am letzten Jahrestag Papierschnipsel und werfen das Konfetti in der Silvesternacht aus dem Fenster – und damit symbolisch auch alle Altlasten. Blöd nur, wenn darunter zufällig das Sparbuch war. Harmloser ist der Brauch an Silvester zwölf Weintrauben zu essen (machen Spanier und Portugiesen auch). Dazu treffen sich die Menschen meist auf öffentlichen Plätzen. Die Trauben werden dann um 24 Uhr Traube für Traube mit jedem Glockenschlag verzehrt.

Silvesterbräuche in Australien

Die Aussies gönnen sich das längste Feuerwerk der Welt. Es wird an der weltberühmten Oper im Hafen gezündet und dauert stolze zwölf Minuten. Jede Minute steht für einen der vergangenen Monate.

Silvesterbräuche in Brasilien

Unter den Brasilianern ist der Aberglaube weit verbreitet. An der Copacabana werfen die Einwohner Rio de Janeiros in der Silvesternacht deshalb Blumen ins Meer. Gehen die im Meer unter, geht der Wunsch für das nächste Jahr in Erfüllung, spülen die Wellen die Stängel an den Strand zurück, gilt die Bitte als abgelehnt. In Sachen Unterwäsche halten es die körperbetonten Südamerikaner übrigens ähnlich wie die Italiener – nur lieben sie (es) noch etwas bunter: Wer rote Dessous trägt, wünscht sich mehr Leidenschaft im Bett, Rosa steht für mehr Liebe, Gelb für mehr Geld und Weiß für Ruhe und Harmonie.

Silvesterbräuche in Bulgarien

Die Bulgaren prügeln sich ins neue Jahr – wörtlich. Mit Schlägen auf den Rücken wird dem neuen Jahr sch(m)erzhaft eingepeitscht. Dazu wird erst ein Ast des Kornelkirschbaums geschmückt und dann in eine Rute („Surwatschka“) verwandelt. Mit der gehen zum Jahreswechsel die Kinder von Tür zu Tür und ziehen den dankbaren Nachbarn damit eins über. Die hegen dann die Hoffnung, dass ihnen die infantilisierte Auspeitschung im neuen Jahr Reichtum und Gesundheit bescheren möge. Meist macht die aber nur Aua.

Silvesterbräuche in China

Die Chinesen feiern an Silvester: nichts. Ihr Neujahr beginnt nämlich erst im Februar. Dann aber wird das Haus mit Bambuszweigen von bösen Geistern gereinigt und alles erneuert: Bettwäsche wie Kleidung. Das Haus wird noch mit roten Papierstreifen und goldenen Glückssymbolen geschmückt, und an manchen Orten werfen die Alleinstehenden Mandarinen ins Meer – damit sie nicht länger Single bleiben und einen Ehepartner finden (oder angespülte Mandarinen). Kurz vor Neujahrsbeginn, ab 23 Uhr, werden alle Fenster geöffnet, um das neue Jahr hineinzulassen. Und den Smog.

Silvesterbräuche in Dänemark

Die Dänen zerscheppern an Silvester zuerst altes Geschirr. Das ausgediente Porzellan werfen sie vor die Haustür der Person, denen sie Glück wünschen wollen. Zum Jahreswechsel springen sie schließlich vom Stuhl. Kein Witz! Punkt Mitternacht und mit dem ersten Uhrenschlag springen die Dänen von einem Stuhl und damit symbolisch ins neue Jahr. Im TV gibt es dazu die Neujahrsansprache der Königin.

Silvesterbräuche in Ecuador

Bei den Südamerikaner ist der Silvesterbrauch besonders skurril: Sie füllen um Mitternacht Puppen mit Knallerkörpern und zünden diese an. Meist zeigen die Puppen Hexen oder böse Geister. Teilweise aber auch Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens, die dann explodieren um sie loszuwerden. Erinnert ein bisschen an Voodoo-Puppen vom Chef.

Silvesterbräuche in Frankreich

Der gemütliche Franzose lässt es eher ruhig angehen. Feuerwerk gibt es hierzulande kaum, allenfalls auf der Pariser Champs-Elysées. Dafür treffen sich die Franzosen in der Silvesternacht mit Freunden zum Abendessen, trinken Champagner und erfreuen sich an Foie gras (Gänsestopfleber) und Austern. Bon apetit!

Silvesterbräuche in Griechenland

Hier wird am Neujahrstag das sogenannte Basiliusbrot gereicht. Als Glücksbringer hat der Bäcker vorher eine Münze eingebacken. Wer die Münze findet, darf auf Geldsegen im neuen Jahr hoffen. Die Griechen sind auch leidenschaftliche Spieler und Zocker. Dabei sind Karten- und Würfelspiele zu Hause mit Freunden, Verwandten und Familie ebenso beliebt wie ein Besuch im Casino. Und das hat einen Grund: Die Griechen glauben, dass wer an diesem Abend gewinnt, auch das weitere Jahr Glück hat.

Silvesterbräuche in England

Die Briten lassen es zwar auch knallen – jedoch weniger privat, sondern organisiert durch Großfeuerwerke, etwa am Riesenrad „London Eye“. Der eigentliche Feuerwerkstag ist auf der britischen Insel der 5. November. An dem Tag versuchte seinerzeit der Offizier Guy Fawkes ein Attentat auf König Jakob I. „Hogmanay“ dagegen heißt Silvester in Schottland. Wer hier mit Whiskey, Rosinenbrot und einem Stück Kohle unterm Arm an der Tür klopft, muss ins Haus gelassen werden. Auch das bringt angeblich Glück und Gäste sowieso.

Silvesterbräuche in Israel

„Rosh Ha Shana“ heißt der Jahresbeginn in Israel und wird mit lautem Tuten eines Widderhorns eingeleitet. Der durchdringende Hornschall soll die Menschen zur Buße und Umkehr mahnen. Versüßt wird das Getöse durch Äpfel mit Honig, Honigkuchen oder ein süßes Möhrengericht, das auf jiddisch „Meren“ heißt.

Silvesterbräuche in Italien

Die feurigen Italiener machen in der Silvesternacht ihrem Ruf alle Ehre: Hier wird unbedingt rote Unterwäsche getragen. Egal ob als Spitzenhöschen, Seidenpanty oder Baumwolltanga – rote Dessous sind für Frauen wie für Männer ein Muss. Das soll Glück, vor allem aber Liebesglück bringen. „Bunga Bunga“ eben. Nach Mitternacht werden traditionell noch Linsen gegessen – die wiederum stehen wegen ihrer Form für reichen Geldsegen. Ob die Kombination aus Linsen und sexy Wäsche dem Liebesleben so zuträglich ist, ist nicht überliefert.

Silvesterbräuche in Japan

Ähnlich wie die Chinesen putzen auch die Japaner ihre Häuser kurz vor Silvester auf Hochglanz. Punkt Mitternacht schlagen im ganzen Land die Tempelglocken genau 108 Mal – um die 108 Übel der Menschen und des alten Jahres zu vertreiben. An Silvester selbst werden zudem Klöße aus Klebreis („Mochi“) geformt und am Neujahrsmorgen gegessen. Das soll ein langes Leben bewirken – tut es aber nicht immer: Weil die Reisklöße so klebrig sind, bleiben sie immer wieder einigen Pechvögeln im Halse stecken, die daran ersticken. 1998 war diesbezüglich ein Rekordjahr: Es gab 21 Kloßtote.

Silvesterbräuche in Holland

Den Abend über wird in den Niederlanden traditionell eine Kabarett-Sendung im Fernsehen angesehen. Das nennt sich „Oudejaarsconference“. Die Sendung ist durchaus politisch: Was hier gesagt wird, steht am nächsten Tag in allen Zeitungen. Dazu gibt es „Oliebollen“ (Krapfen mit oder ohne Rosinen) und „Appelflappen“ (frittierte Apfelkrapfen), beides sehr fettig und sehr köstlich. Zum Jahreswechsel gibt es dann drei Wangenküsse von jedem, dem man begegnet. Geballert wird ähnlich wie in Deutschland und – natürlich – auch ordentlich gesoffen.

Silvesterbräuche in Österreich

Weiter nordöstlich, in Wien wird traditionell getanzt – und zwar, na klar: Walzer. Selbst in den Clubs und Diskotheken ertönt um 12 Uhr der Donauwalzer. Vor dem Stephansdom werden die Böller gezündet, leckere Käsekrainer gegessen und Sekt getrunken. Dumm ist nur, dass die Wiener auch den Brauch pflegen, die leeren Flaschen anschließend auf den Pflastersteinen zu zerdeppern – statt Knaller. Und zwar vor den Füßen der Mitfeiernden. Das sorgt nicht nur für jede Menge angeblich Glück bringende Glasscherben, sondern für erhöhte Verletzungsgefahr für all jene, die wegen Trunkenheit auf einen der Scherbenhaufen stürzen. Frauen sollten in dem Umfeld daher keine feinen Stilettos tragen.

Silvesterbräuche in Portugal

Die Portugiesen hoffen mit dem neuen Jahr vor allem auf finanzielles Glück. Dazu halten sie um Mitternacht eine Münze in der Hand. Manche werfen den Groschen auch in den Hauseingang. Aber nur in den eigenen! Sonst geht der Geldsegen ins andere Haus. Die letzte Mahlzeit des Jahres darf übrigens kein Geflügel sein. Das Gute des neuen Jahres könnte davonfliegen.

Silvesterbräuche in Rumänien

In Rumänien glauben die Menschen daran, dass es Glück bringen soll ein Lämmchen, auch „Vasilica“ genannt, zu streicheln. Deswegen sieht man zu Silvester in den Straßen und auf den Märkten Rumäniens viele Kinder mit Lämmchen unterm Arm, die man gegen ein kleines Entgeld streicheln darf.

Silvesterbräuche in Russland

Russen können Feste feste feiern. Aber hallo! Den Beweis dafür treten sie jedes Silvester eindrucksvoll an: Unser schnöder nächtlicher Jahreswechsel ist für die Russen Auftakt für eine zehntägige Sause, bei der sich alle gegenseitig beschenken. Die orthodoxe Kirche richtet sich nämlich nicht nach dem gregorianischen, sondern nach dem julianischen Kalender – und bei dem fällt Weihnachten auf den 7. Januar und Neujahr auf den 13. Januar. Deswegen auch zehn Tage. Und die können Russen locker durchfeiern.

Silvesterbräuche in der Schweiz

In der Schweiz knallen zum Jahreswechsel Böller und Korken. Dazu kommen laute Umzüge mit vermummten Gestalten, Trommeln, Schellen und Peitschenknallen. Denn der Silvesterbrauch will, dass zum Jahreswechsel böse Geister und Dämonen mit allerlei Krach vertrieben werden – mit dem sogenannten „Archetringele“. An Neujahr wiederum verwandeln sich die jungen Männer eines Dorfes in die Figuren „Chindlifrässer“, „Blätzibub“ und „Huttefroueli“. Auch sie ziehen von mittags bis abends lärmend durch die Gassen, um das Böse abzuwehren.

Silvesterbräuche in der Slowakei

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava steht eine noch recht junge Veranstaltung auf dem Programm. Vor rund 26 Jahren führte die Stadt den Silvesterlauf über die Brücken der Stadt ein. Die 10 Kilometer lange Strecke des Silvesterlaufes führt über alle zugänglichen Brücken und am Donauufer entlang.

Silvesterbräuche in Spanien

Zurück nach Europa: Die Spanier essen um Mitternacht exakt zwölf Weintrauben – zu jedem Glockenschlag der Kirchenuhr eine. Aber wehe einer verzählt sich dabei – der hat im nächsten Jahr angeblich Pech. Deshalb bieten Supermärkte kurz vor dem Jahreswechsel Dosen mit abgezählten zwölf Trauben an. Bevor die Spanier dann im neuen Jahr mit Sekt anstoßen, legen sie noch einen goldenen Ring ins Glas – auch das soll Glück bringen (insofern man das gute Stück nicht verschluckt). Und wie die Italiener und Brasilianer tragen auch die Spanier – Männer wie Frauen – an Silvester rote Unterwäsche.

Silvesterbräuche in Südafrika

In Südafrika gleicht das Neujahrsfest einer bunten Karnevalsfeier. Der Höhepunkt ist ein Umzug mit Trommeln, Kostümen, Tänzern, Chören und Musikern. Diese Tradition geht auf den „Emancipation Day“ zurück, an dem 1834 die Sklaven freigelassen wurden.

Silvesterbräuche in Tschechien

Bei den abergläubischen Tschechen wird traditionell Blei gegossen. Verbreitet ist aber auch, Äpfel zu teilen und aus der Lage der Kerne seine Zukunft zu deuten: Bilden die Kerne eine Sternform, wird alles gut – bilden sie ein Kreuz, droht Unheil.

Silvesterbräuche in den USA

Die Amerikaner, insbesondere die in den Südstaaten, essen an Silvester Linsen, beziehungsweise Linsensuppe – als Geld- und Glücksbringer (wie die Italiener). Andere pflegen am Neujahrstag eine Art selbst auferlegten Hausarrest: Unter dem Motto „Nothing Goes Out“ darf niemand das Haus verlassen – auch nicht, um die kalte Linsensuppe vom Vortag zu entsorgen. Wer es trotzdem wagt, dem droht ein Jahr voller Pech. Oder eine muffige Bude.

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Warum wünscht man sich einen guten Rutsch?

Einen guten Rutsch! – das wünschen einem derzeit viele zum Jahreswechsel. Man ist ja zunächst geneigt, darin eine besonders perfide Form der vorauseilenden Schadenfreude zu entdecken. Schließlich wird der deutsche Jahreswechsel gerne mal von Schneematsch oder Glatteis begleitet und von erhöhtem Alkoholkonsum.

Gemeint ist allerdings eine Art Hineingleiten in das neue Jahr. Das geht wohl auf das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm zurück. Darin findet sich auch eine Erklärung für das Verb rutschen. Rutschen – das sei, wenn sich jemand gleitend bewegt, freiwillig oder unfreiwillig. Wer also ins neue Jahr rutscht, der gleitet mehr oder weniger willentlich in ein neues Zeitalter.

Tatsächlich gibt es noch eine Reihe weiterer Erklärungen für den rutschigen Neujahrsgruß. Überzeugend sind die alle nicht wirklich. Nur diese: Das Wort „Rutsch“ geht dabei auf das hebräische „Rosch Ha Schanah“ zurück, das im Jiddischen oder Rotwelchen auf „Rosch“ verkürzt wurde, was wiederum dem deutschen „Rutsch“ recht ähnlich klingt und übersetzt „Anfang des Jahres“ bedeutet. Wer einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht, wünscht einander also schlicht einen guten Jahresanfang.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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