Verspätung: Und jetzt?

Es ist das, was niemandem passieren sollte, in der Realität aber doch immer wieder vorkommt: Man schaut auf die Uhr und denkt mit Schreck Eigentlich müsste ich schon seit mindestens einer halben Stunde unterwegs sein… An rechtzeitiges Ankommen ist nicht mehr zu denken und um eine Verspätung kommt man nicht drum herum. Nun kann man sich schwarz ärgern, den Umständen die Schuld geben, riskanterweise mit dem Auto rasen und versuchen, noch einige Minuten rauszuholen. – All das ändert aber nichts daran, dass man zu spät ist. Und jetzt? So tun, als wäre nichts passiert und hoffen, dass es kein anderer merkt oder zumindest niemand das Thema anspricht? Möglich vielleicht, aber auch sehr feige und definitiv nicht hilfreich, um das Beste aus der Situation zu machen. Wir zeigen, wie es besser geht und was Sie tun sollten, wenn eine Verspätung droht…

Verspätung: Und jetzt?

Eine Verspätung ist nicht gleich ein Weltuntergang

Im Laufe des Berufslebens kommt wohl kaum jemand drum herum. Irgendwann ist jeder einmal zu spät. Verschlafen, Auto springt nicht an, ein nerviger Stau, den Bus verpasst, die Bahn fällt aus oder streikt… Mögliche Gründe und Ursachen für eine Verspätung gibt es viele. Sie alle haben gemeinsam, dass sie sofort eine Frage aufwerfen: Was mache ich jetzt?

Zunächst einmal sollte man klären, wie man denn jetzt zur Arbeit kommt. Wenn man einfach nur spät dran ist, stellt das keine Hürde da. Man setzt sich ins Auto oder nimmt den nächstmöglichen Zug in Richtung Arbeitsplatz und versucht die Verspätung so gering wie möglich zu halten. In den anderen Fällen gilt: Geduldig bleiben, nicht die Nerven verlieren und nicht sofort vom Schlimmsten ausgehen.

Chef, Kollegen oder auch Kunden werden nicht vor Freude in die Luft springen, aber es wird Ihnen auch nicht gleich der Kopf abgerissen, wenn Sie sich einmal verspäten. Auch Ihr Ruf am Arbeitsplatz ist nicht automatisch ruiniert und niemand stempelt Ihnen ein großes IMMER VERSPÄTET auf die Stirn, nur weil Sie eine halbe Stunde zu spät im Büro aufgeschlagen sind.

Trotzdem gilt: Überspielen Sie Ihre Verspätung nicht einfach und vergessen Sie auch jegliche Einstellung von Die anderen merken schon, wenn ich noch nicht da bin… Mit einem solch unprofessionellen Verhalten richten Sie vermutlich viel mehr Schaden an als mit der eigentlichen Verspätung selbst. Besser ist es, nicht nur die Verantwortung zu übernehmen, sondern gleichzeitig auch alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Auswirkungen der eigenen Verspätung so gering wie möglich zu halten.

Sehr amüsant lösen das übrigens diese Youtuber – zur Nachahmung natürlich nicht empfohlen:

Vorsicht bei chronischer Verspätung

Extra-Tipp-IconJeder kann – und wird – sich wahrscheinlich früher oder später einmal verspäten. Kein Grund zur Sorge. Anders sieht es aus, wenn jemand immer und immer wieder zu spät kommt. Leider gibt es auch von diesem Schlag genügend Menschen. Gefühlt kommen sie jede Woche mindestens einmal zu spät und haben entweder eine eher halbherzige Erklärung parat oder verhalten sich gleich so, als wäre es das normalste auf der Welt, erst 30 Minuten nach Beginn der Arbeitszeit einzutrudeln.

Wer unter solch chronischer Verspätung leidet, sollte sich größere Sorgen machen und vorsichtig sein. Der Chef muss sich ein solches Verhalten nicht gefallen lassen. Regelmäßiges Zuspätkommen bedeutet am Ende nichts anderes, als eine Nichteinhaltung der Arbeitszeiten. Damit droht bei wiederholtem Fehlverhalten eine Abmahnung – und im Anschluss die Kündigung.

Bleiben die arbeitsrechtlichen Konsequenzen aus, können Sie dennoch sicher sein, dass Ihr Chef und ebenfalls die Kollegen genau mitbekommen, wie Sie sich regelmäßig verspäten. Die daraus gezogenen Schlüsse können unterschiedlich sein, fallen jedoch in jedem Fall zu Ihren Ungunsten aus. Entweder erwecken Sie den Eindruck, vollkommen unmotiviert oder sogar faul zu sein und sich vor der Arbeit drücken zu wollen. Oder Sie wirken schlecht organisiert, was nicht für Ihre Arbeitsweise und die damit verbundenen Leistungen spricht.

Ganz zu schweigen vom Arbeitsklima, dass leidet, da die Kollegen wohl kaum glücklich darüber sind, dass Sie sich scheinbare Sonderrechte in der Arbeitszeit herausnehmen.

Verspätung: Was tun, wenn ich zu spät bin?

Doppelganger4/shutterstock.comJe nach Ursache Ihrer Verspätung ist es durchaus nachvollziehbar, wenn Sie erst einmal genervt und völlig bedient sind. Niemand braucht am frühen Morgen die Durchsage Dieser Zug fällt heute leider aus… und der Stau auf der Autobahn trägt ebenso wenig zur Stimmung bei. Fluchen und Schreien bringt im Moment vielleicht ein wenig Erleichterung, ist aber nur von kurzer Dauer und löst nicht das tieferliegende Problem: Sie werden sich verspäten.

Dabei ist es erst einmal unerheblich, ob Sie 15, 30, 45 Minuten oder eine noch nicht absehbare Zeit zu spät kommen werden. Auf die einzelnen Minuten kommt es im Zweifelsfall nicht an – weshalb an dieser Stelle auch noch einmal davon abgeraten wird, die Verkehrsregel ein wenig zu erweitern und möglichst schnell mit dem Auto ans Ziel zu kommen. Ob 15 oder 30 Minuten Verspätung spielt keine Rolle und schon gar nicht sollten Sie Ihre Gesundheit dafür aufs Spiel setzen.

Entscheidend ist, wie Sie mit der Situation umgehen und was Sie tun, um dafür zu sorgen, dass Ihre Verspätung möglichst keine Auswirkungen auf die Arbeit hat. Damit das gelingt, haben wir einige Tipps gesammelt, die Ihnen bei einer drohenden oder bereits sicheren Verspätung helfen können.

  1. Informieren Sie Ihre Chef

    Es sollte selbstverständlich sein, wird aber regelmäßig vergessen oder für nicht so wichtig befunden. Gleich aus mehreren Gründen ein Fehler: Wenn Sie nichts sagen, vermitteln Sie sofort das Gefühl, als wäre es Ihnen nicht so wichtig, dass Sie zu spät kommen. Nicht die Einstellung, die Sie Ihrem Chef gegenüber zeigen wollen.

    Noch schlimmer ist, dass Sie Ihrem Vorgesetzten jede Möglichkeit nehmen, um zu reagieren. Sobald er weiß, dass Sie sich verspäten, kann er neu planen, möglicherweise Aufgaben anders verteilen, Termine umlegen oder anderen Beteiligten wenigstens Bescheid geben, dass es zu einer Verspätung kommt. Sagen Sie einfach nichts, kann auch nicht frühzeitig gehandelt werden.

    Daher gilt an dieser Stelle auch: Bleiben Sie ehrlich. Verständlicherweise wollen Sie möglichst schnell ankommen, doch dem Chef sagen, dass Sie in 30 Minuten da sind, wenn Sie genau wissen, dass Sie mindestens 45 Minuten – wenn nicht mehr – brauchen, macht die Situation auch nicht besser.

  2. Sprechen Sie mit den Kollegen

    Stehen ausgerechnet an dem Tag, an dem Sie sich verspäten, wichtige Aufgaben an, die möglichst pünktlich erledigt werden müssen? Anstatt in Panik zu verfallen und zu befürchten, dass Sie Deadlines nicht einhalten können, rufen Sie Ihre Kollegen an und erklären Sie Ihre Lage. Falls möglich können Sie diesen Schritt im Vorfeld auch schon kurz mit Ihrem Chef besprechen.

    Geben Sie die wichtigsten Informationen und Eckpunkte durch, die Ihre Kollegen wissen müssen. um sich beispielsweise bei einem Kunden zu melden und ihn über die aktuellen Entwicklungen eines Projekts zu informieren.

    Auf diese Weise können Sie aus einer Verspätung sogar noch etwas Gutes machen, wenn Sie Ihrem Chef zeigen, dass Sie trotz Stress den Überblick behalten und es meistern, von unterwegs alles in die Wege zu leiten, um dafür zu sorgen, dass Prioritäten erledigt werden und die Kunden zufrieden sind.

  3. Entschuldigen Sie sich

    Ja, es ist wahrscheinlich unangenehm, doch auch das gehört zu einer Verspätung dazu. Sobald Sie dann doch im Büro angekommen sind, sollten Sie sich beim Chef melden und sich für Ihr Zuspätkommen entschuldigen. Außerdem gilt: Verzichten Sie auf ausweichende Erklärungen oder Rechtfertigungen. Sie können kurz den Grund angeben, aber versuchen Sie nicht, die Verantwortung von sich zu weisen.

    Dabei muss man die Zähne möglicherweise zusammenbeißen, da man in vielen Fällen tatsächlich nichts für die Verspätung kann, aber den besten Eindruck macht es, zu seiner Verspätung zu stehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen.

    Spätestens wenn sich eine Verspätung wiederholt, sollten Sie außerdem deutlich machen, dass Sie nun daraus gelernt haben und sich in Zukunft noch eher auf den Arbeitsweg machen werden, um eine weitere Verspätung zu verhindern.

  4. Holen Sie die Arbeit auf

    Versuchen Sie so gut wie möglich die verlorene Arbeitszeit aufzuholen. Holen Sie Telefonate nach, die Sie eigentlich schon hinter sich haben wollten und machen Sie sich konzentriert an die Arbeit. Kunden gegenüber sollte die Verspätung am besten unerwähnt bleiben, um keinen unprofessionellen Eindruck zu machen.

    Der beste Weg, um dafür zu sorgen, dass der Chef eine Verspätung schnell wieder vergisst, ist, mit Leistung und Ergebnissen zu überzeugen. Zeigen Sie, dass der verschobene Arbeitsbeginn Sie nicht aus der Bahn geworfen hat und Sie trotzdem alle Aufgaben das Tages in gewohnter Qualität erledigen können.

[Bildnachweis: Doppelgange4 by Shutterstock.com]
8. November 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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