10 Rechtfertigungen, die Sie vergessen sollten

Sie haben einen Fehler gemacht und das Erste, was kommt, ist eine Ausrede? Waren die Kollegen daran schuld oder eher die Umstände? Es ist kein Geheimnis: Niemand will sie hören. Rechtfertigungen lassen Sie in den Augen des Chefs nicht unschuldig erscheinen, ganz im Gegenteil: Sie zeugen von der Unfähigkeit, zu eigenen Fehlern zu stehen. Auch im Privatleben sind sie fehl am Platz: eigentlich gibt es keinen Grund, die eigenen Finanzen nicht zu verbessern oder keinen Sport zu treiben. Rechtfertigungen sind destruktiv und werden Ihnen in der Zukunft keinen Vorteil verschaffen. Aus diesen Gründen sollten Sie die folgenden zehn Rechtfertigungen aus Ihrem Wortschatz streichen…

10 Rechtfertigungen, die Sie vergessen sollten

Rechtfertigungen: Warum?

Ein zielstrebiger Mensch sucht nach Möglichkeiten, wenn er etwas erreichen möchte. Ein Mensch ohne Ziele sucht nach Rechtfertigungen. Sätze wie Ich konnte nicht anders oder Es wurde von mir verlangt sind dabei typisch – der Betroffene macht sich dadurch klein und sucht die Ursache für schief gelaufene Dinge in den Umständen oder bei anderen Beteiligten. Hier liegen die Ursachen für Rechtfertigungen:

  • Geringes Selbstwertgefühl

    Selbstsichere Menschen gehen gerne Risiken ein und rechtfertigen sich nur selten. Eine Rechtfertigung ist ein Schutzschild, das sie nicht benötigen – sie sind daran gewöhnt sich zu entwickeln oder Herausforderungen anzunehmen. Am häufigsten rechtfertigen sich Menschen mit geringem Selbstwertgefühl. Sie schieben die eigene Fehler von sich selbst weg, um das Selbstwertgefühl nicht noch weiter zu belasten..

  • Schuldzuweisung

    Eine Rechtfertigung ist in der Regel eine Antwort auf eine Anschuldigung. Sind Sie als Chef damit unzufrieden sind, dass sich ein Mitarbeiter ständig rechtfertigt, sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, ob Sie ihn nicht zu häufig beschuldigen oder destruktiv kritisieren. Schuldzuweisungen dienen nicht dazu, die Ursache für ein Problem zu entdecken, sondern einen Schuldigen zu finden.

  • Fehlende Konstruktivität

    Konstruktive Menschen suchen nach einer besseren konstruktiven Entscheidung für die Zukunft, sie beschuldigen niemanden und erwarten auch keine Ausreden. Sätze wie Ich habe es nicht gewusst, sind eine reine Rechtfertigung. Sagen Sie stattdessen Ich habe es verstanden und werde in Zukunft darauf achten, treffen Sie eine zukunftsorientierte Entscheidung. Eine Rechtfertigung setzt sich mit der Vergangenheit auseinander. Um sich nach vorne zu bewegen, sollten Sie sich die Vergangenheit zwar vor Augen führen, aber mit Blick nach vorne handeln.

  • Unnötige Erklärung

    Rechtfertigungen und Erklärungen werden häufig verwechselt. Rechtfertigungen dienen zum Selbstschutz, Erklärungen dienen der Ursachenforschung. Waren Sie an einer fehlerhaften Entscheidung beteiligt, sollten Sie Ihre Beweggründe erklären, um den Fehler zu verstehen, aber keineswegs zu rechtfertigen – das ist entwürdigend und lässt Sie in einem schlechtem Licht dastehen.

Diese 10 Rechtfertigungen hindern Sie am Erfolg

Es wird viel darüber gesprochen und geschrieben: Das Universum gibt jedem Menschen eine Chance, erfolgreich, geliebt, reich und einfach glücklich zu sein – er muss nur die Zeichen erkennen und die Chance ergreifen – also das Schicksal selbst in die Hand nehmen. Häufig weigern sich aber Menschen, diese Anzeichen zu erkennen oder nehmen sie nicht wahr. Oder noch schlimmer: Sie suchen Ausreden für die eigene Passivität. Ob Sie an das Schicksal glauben oder nicht, Tatsache ist: Ihr Leben liegt in Ihrer Hand, Sie bestimmen selbst den Weg. Es liegt an Ihnen, ob Sie passiv bleiben, oder etwas Größeres im Leben erreichen wollen – schieben Sie aber den Misserfolg oder den Stillstand nicht auf die Umstände oder auf andere. Hier sind die häufigsten Rechtfertigungen, die Sie aus dem Gedächtnis streichen sollten:

  1. Die Kollegen sind schuld

    Haben Sie eine Deadline verpasst, weil ein Kollege Ihnen die nötigen Informationen nicht rechtzeitig zugespielt hat? Oder waren Sie krank, konnten an einer wichtigen Besprechung nicht teilnehmen und Ihre Vertretung hat Sie nur mäßig informiert? Mit Sicherheit bekommen Sie einiges vom Chef zu hören, wenn aufgrund von fehlenden Informationen Missverständnisse oder Fehler entstanden sind. Ihre Reaktion: Frau Schmitz ist schuld, weil…

    Es ist wichtig, sich auf Kollegen verlassen zu können. Tatsächlich ist es aber auch möglich, dass mit Absicht Informationen unterschlagen wurden. Eine Rechtfertigung ist aber auch in diesem Fall der falsche Weg: Es gibt immer eine Möglichkeit, Fehler zu vermeiden. Steht eine Deadline an, sollten Sie den Fortschritt des Kollegen überwachen und ihn womöglich etwas anspornen. Fehlen Ihnen Informationen von einer Besprechung, gibt es meistens ein Protokoll, das Sie einsehen können, oder Sie befragen mehrere Kollegen zu den Inhalten. Ist der Fehler dennoch passiert, stehen Sie dazu und vermeiden Sie ähnliche Situationen in der Zukunft.

  2. Es ist viel zu spät

    Das Leben in unserer Gesellschaft ist streng geregelt: Stereotypen bestimmen unser Leben, wir alle müssen bestimmte Entwicklungsstufen durchlaufen – Kindergarten, Schule, Universität oder soziales Jahr, fester Job, Heirat, Familie, Kinder… Kommt aber jemand nicht hinterher, durchläuft die Stufen nicht im erwarteten Zeitraum, fühlt er sich häufig als Versager oder Verlierer. Seien Sie versichert: Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Es gibt frühreife Menschen und Spätentwickler – die ersten haben schon bis zum 30. Geburtstag alles erreicht, die zweiten brauchen mehr Zeit, sind aber nicht weniger erfolgreich.

    Haben Sie also das Studium nicht in der Regelstudienzeit geschafft oder haben Sie mit 35 noch kein Kind, das Sie sich so sehnlichst wünschen, ist es kein Grund zu sagen: Es ist viel zu spät, es ist nichts mehr für mich, ich hätte es früher in Angriff nehmen sollen. Auf diese Weise nehmen Sie eine passive Haltung ein, Sie bauen sich undurchdringliche Wände – entsprechend werden Sie auch das Gewünschte nicht erreichen. Sagen Sie sich am besten: Der Moment ist gekommen, sich nach vorne zu bewegen. Noch besser ist, wenn Sie sich die Umstände vor Augen führen und das Ziel immer ständig wiederholen oder es jeden Tag aufschreiben.

  3. Ich habe kein Geld

    Dieser Spruch stammt aus dem Lexikon mittelloser Menschen, die nie viel Geld hatten, die sich mit dem Kleinsten zufriedengeben und sich nie etwas leisten. Es gibt ein schönes Sprichwort: Wie man sich bettet, so liegt man. Bestimmte Phrasen prägen sich im Unterbewusstsein ein und beeinflussen dann das Leben. Es ist also kein Wunder, dass Sie tatsächlich kein Geld haben, wenn Sie es sich immer wieder sagen.

    Vergessen Sie diese Worte, auch wenn Sie gerade kein Bargeld in der Börse haben. Sagen Sie stattdessen: Ich habe Geld, nur will ich es gerade nicht ausgeben. Und was noch wichtiger ist: Leiten Sie Schritte zur besseren finanziellen Zukunft ein: ein Nebenjob, ein Gespräch über Gehaltserhöhung oder ein besser bezahlter Job. Versuchen Sie aktiv Ihre Finanzen zu verbessern, wird diese Rechtfertigung für das Unterbewusstsein keinen Sinn mehr machen.

  4. Mir fehlt die Zeit

    Folgende Situation: Ihnen wird ein lukrativer Nebenjob angeboten, Freunde möchten Sie zum gemeinsamen Sport überreden oder Sie bekommen die Möglichkeit, eine Fortbildung zumachen. Aber statt sich über diese Angebote zur freuen, antworten Sie: Ich würde ja sehr gerne, leider fehlt mir die Zeit.

    Klar: Der Tag hat nur eine begrenzte Stundenzahl – 24 Stunden für jeden, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings schaffen einige in dieser Zeit viel, die anderen beschweren sich über den Zeitmangel. Wissen Sie, was Ihnen dabei hilft? Lernen Sie, ihre Zeit zu managen, kontrollieren Sie Ihre Freizeit. Verschwenden Sie sie nicht im Internet oder in den sozialen Medien – Sie können sich kaum vorstellen, welche Zeitreserven Sie so entdecken können.

  5. Ich bin unfähig

    Das niedrige Selbstwertgefühl ist in der Regel für junge Menschen charakteristisch. Sie sind unerfahren, sie können ihre eigenen Fähigkeiten und das eigene Potential noch nicht einschätzen – das ist aber normal. Die Zeit vergeht und sie erkennen, dass sie klüger und professioneller geworden sind. Ist aber das Selbstwertgefühl Jahre später immer noch auf demselben Niveau, dann haben Sie ein Problem. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder Sie haben einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex oder Sie lernen nicht, entwickeln sich nicht und haben entsprechend Angst vor großen Herausforderungen.


    Die gute Nachricht ist, es gibt einen Ausweg: Sie sollten an sich arbeiten und Maßnahmen ergreifen, das eigene Selbstwertgefühl zu verbessern. Können Sie keine Fortbildung am Abend besuchen? Es gibt genug Fernkurse, die Sie zuhause absolvieren können. Auch das Angebot von Online-Kursen wächst ständig – sie sind eine gute Möglichkeit, sich neues Wissen anzueignen und neue Perspektiven zu eröffnen. Vergessen Sie die Worte: Ich bin unfähig.

  6. Ich schaffe es nicht

    Ihnen wurde eine Beförderung angeboten, Sie haben die Chance für einen weiteren Abschluss bekommen oder Sie haben schon immer von einem Kind geträumt, allerdings steht gerade Ihre Karriere im Vordergrund und die Zeit ist auch so schon knapp? Sagen Sie sich dann: Ich schaffe es nicht? Toll, denn dann können Sie sich ja entspannen.

    Tatsächlich haben Sie nicht nur große Zeitreserven, sondern auch eine Menge an Kraftreserven. Die Natur hat die Menschen so geschaffen, dass sie durch starke Motivation und Leidenschaft in der Lage sind, Berge zu versetzen. Auch hier spielt das Zeitmanagement eine große Rolle: Organisieren Sie Ihren Tagesablauf und halten Sie sich immer das Ziel vor Augen – dann zapfen Sie automatisch die Kraftreserven an, die in Ihnen schlummern.

  7. Ich habe eh nur Pech

    Jedes Leben hat eine dunkle Phase – es scheint, als ob das Glück Sie für immer verlassen hat: Ein Unglück jagt das nächste, alle Rechnungen kommen auf ein Mal reingeflattert und alle Menschen wenden sich von Ihnen ab. In diesem Fall sollten Sie Ihre Taten, ihr Verhalten und Ihre Gedanken rückwirkend betrachten – haben Sie diese Missgeschicke und Fehler selbst provoziert? Wenn ja, liegt es an Ihnen, sich das Glück wieder zurückzuholen.

    Allerdings müssen Sie dafür auch zur Tat schreiten. Da bringt es nicht viel, zu sitzen und Trauer zu schieben – nach dem Motto: Ich hatte nie Glück und das bleibt auch so. Nehmen Sie das Leben in die eigene Hand, nehmen Sie Herausforderungen an, gehen Sie Risiken ein und stehen Sie zu eigenen Fehlern, anstatt sich nur rauszureden.

  8. Niemand versteht mich

    Wissen Sie, wer diese Worte meistens nutzt? Unruhige, pessimistische und an sich selbst zweifelnde Menschen. Sie brauchen Zuhörer, jemanden, der Sie ermutigt, unterstützt und beruhigt.


    Geben Sie zu: Niemand kann ständig für Sie da sein, egal, wie sehr er Sie liebt oder wie mitfühlend er ist. Jeder Mensch hat eigene Probleme, Sorgen, Krankheiten oder sie haben einfach keine Zeit, sich das nächste Leiden anzuhören. Lernen Sie also, eigene Probleme selbst zu lösen – immerhin ist es Ihr eigenes Leben.

  9. Ich kann nicht Nein sagen

    Manche Menschen können einfach nicht im entscheidenden Moment das kurze, aber starke Wort Nein sagen und leiden darunter. Sie müssen sich überwinden und über den eignen Unwillen hinwegsehen, nur um den Kollegen nicht im Stich zu lassen.

    Lernen Sie, Nein zu sagen, wenn die Bitte für Sie unbequem ist, Ihnen keinen Nutzen bringt oder kein Interesse bei Ihnen weckt. Natürlich gilt es nicht für lebensgefährliche Situationen. Sonst sollten Sie aber lernen, Nein zu sagen, anstatt Ihr eigenes Verhalten damit zu rechtfertigen, dass Sie niemandem etwas abschlagen können.

  10. Meine Eltern sind schuld

    Zugegeben, es ist ziemlich bequem: Egal was im Leben schiefgeht – die eigenen Eltern sind immer an allem schuld. Gefällt Ihnen die Arbeit nicht – die eigenen Eltern sind schuld, weil sie Ihnen zur falschen Ausbildung geraten haben. Haben Sie Probleme zuhause – die eigenen Eltern sind schuld, weil sie sich keine Wohnung für Sie leisten können. Kommen diese Worte von einem Teenager, kann man aufgrund des Alters darüber hinwegsehen. Spricht diese Worte aber ein Erwachsener aus, scheint es fast schon lächerlich. Sie selbst hatten zahlreiche Möglichkeiten, die Fehler der Eltern wiedergutzumachen: Den Abschluss nachzuholen, sich eine eigene Wohnung zu suchen oder sich fortzubilden.

    Geben Sie nicht den Eltern die Schuld für Entscheidungen, die Sie getroffen haben. Ihre Eltern haben Sie erzogen und handelten im Normalfall nach bestem Wissen und Gewissen. Sie hingegen haben auch jetzt die Möglichkeit, den eigenen Bildungsstand zu verbessern und das zu verändern, was Sie sonst noch am eigenen Leben stört.

[Bildnachweis: Borysevych.com by Shutterstock.com]
25. Februar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Kb Buch Werbung 2019
Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!