Pharmareferent: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Wie finden Medikamente und Gesundheitsprodukte ihren Weg zum Patienten beziehungsweise Konsumenten? Dieser Aufgabe nimmt sich ein Pharmareferent an. Ständig werden Rezepturen verfeinert, neue Medikamente entwickelt und allerhand weitere Produkte aus dem Gesundheitsbereich auf den Markt gebracht. Ärzte und Apotheker sind darauf angewiesen, darüber auf dem Laufenden gehalten zu werden, um etwaige Neuentwicklungen nicht zu verpassen. Das ermöglicht ihnen, Patienten gemäß ihrer Bedürfnisse ein neues Medikament verordnen oder Empfehlungen zu Produkten aussprechen zu können. Wie der Arbeitsalltag eines Pharmareferenten aussieht und welche Karrierechancen Sie haben…

Pharmareferent: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Pharmareferent?

Meist wird sprachlich nicht genau zwischen Pharmareferent und Pharmaberater unterschieden, obwohl es einen Unterschied gibt:

  • Pharmareferent

    Als Pharmareferent haben Sie in der Regel eine Ausbildung aus dem medizinischen
    naturwissenschaftlichen oder heilberuflichen Bereich
    absolviert, beispielsweise als Pharmazeutisch-Technischer Assistent (PTA) oder Medizinisch-Technischer Assistent (MTA). Möglich ist aber ebenso eine kaufmännische Ausbildung.

    Auf diese duale Ausbildung kann eine Weiterbildung zum geprüften Pharmareferenten angeschlossen werden. Diese wird von Pharmaunternehmen oder Privatschulen unter Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer angeboten. Diese Weiterbildung ist meist an einschlägige Berufserfahrung und einen Führerschein der Klasse B geknüpft. Außerdem sind Kenntnisse in diesen Bereichen erforderlich:

    • Arzneimittelgesetz
    • Gesundheitsmanagement und -ökonomie
    • Kommunikation
    • Krankheitsbilder
    • Naturwissenschaften und Medizin
    • Pharmakologie und Pharmakotherapie
    • Pharmamarkt und Pharmamarketing

    Die Weiterbildung wird meist kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen: Wird sie in Vollzeit besucht, dann dauert sie je nach Bildungsträger zwischen drei und vier Monaten. Berufsbegleitend in Teilzeit müssen Sie mit einer Dauer von 12 Monaten rechnen. Am Ende dieser Weiterbildung wird eine bundesweit einheitlich geregelte Prüfung abgelegt. Verpflichtend ist diese Weiterbildung aber nur, wenn Sie keinen Ausbildungsberuf nebst zweijähriger Berufserfahrung aus den genannten Bereichen haben. Anderenfalls können Sie direkt die Prüfung ablegen.

  • Pharmaberater

    Als Pharmaberater übernehmen Sie letztlich dieselben Aufgaben wie ein Pharmareferent. Der entscheidende Unterschied: Sie haben in der Regel ein Studium absolviert. Üblich sind vor allem naturwissenschaftliche und inhaltlich verwandte Studienfächer wie:

    • Pharmazie
    • Biologie
    • Biochemie
    • Chemie
    • Ernährungswissenschaft
    • Medizin
    • Physik
    • Tiermedizin
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Berufsbild: Was macht ein Pharmareferent?

Als Pharmareferent nehmen Sie eine Vermittlerrolle ein. Sie stehen zwischen den produzierenden Pharmaunternehmen auf der einen Seite und informieren und beraten zu deren Produkten Ärzte, Apotheken, Kliniken, Krankenkassen und Verbände auf der anderen Seite.

Einen Großteil der Zeit sind Sie unterwegs, besuchen in einem festen Gebiet Ihre Kunden. Daran anschließend dokumentieren Sie die besprochenen Inhalte. Kommunikation ist das A und O in diesem Beruf. Allerdings geht es keineswegs darum, potenziellen Abnehmern einfach nur etwas „anzudrehen“. Unmittelbar etwas verkaufen werden Sie ohnehin nicht, mehr als ein paar Gratismuster werden Sie nicht dort lassen.

Vielmehr geht es darum, eine gehörige Portion Menschenkenntnis zu besitzen und individuell auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können. In der Regel haben Ärzte einen knapp getakteten Zeitplan, weshalb eine gute Vorbereitung unumgänglich ist. Das bedeutet, Sie müssen Termine absprechen und die Touren entsprechend sinnvoll planen, um vergebliche Besuche oder großen Leerlauf zu vermeiden.

Man erwartet von Ihnen, dass Sie auf dem neusten Stand sind, was nicht nur die eigenen, sondern auch vergleichbare (Konkurrenz-)Produkte anbelangt. Sie wissen die Antworten auf Zusammensetzung und Wirkungsweise, Neben- und Wechselwirkungen der Medikamente, die in Ihrem Portfolio sind.

Das bringt ein Pharmareferent mit: Professionalität und Seriosität sind in diesem Bereich unverzichtbar. Ein gepflegtes Äußeres mit Anzug und Krawatte sollte Ihnen selbstverständlich sein. Sie vertreten nicht nur das Unternehmen nach außen.

Sie bewirken im besten Fall, dass die Nachfrage Ihrer Produkte steigt, weil sie fortan häufiger verschrieben werden. Und das wirkt sich am Ende positiv auf mögliche Bonuszahlungen aus.

Das setzt folgende Fähigkeiten voraus:

  • Gutes Allgemeinwissen
  • Analyse von Verkaufszahlen
  • Flexibilität und Organisationsfähigkeit
  • Starke Leistungsbereitschaft
  • Intensive Netzwerkarbeit
  • Sicheres Auftreten und Verkaufstalent
  • Besuch von Weiterbildungen
  • Fähigkeit zur Selbstmotivation
  • Präsentations- und Kommunikationsstärke
  • Selbständige Arbeitsweise

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Gehalt: Was verdient ein Pharmareferent?

Wer auf seinen Ausbildungsberuf noch mit einer Weiterbildung zum geprüften Pharmareferenten aufsatteln will, muss dafür in der Regel selbst Geld in die Hand nehmen oder bekommt einen Bildungsgutschein.

Aber diese Investition kann sich lohnen. Der Beruf des Pharmareferenten ist durchaus lukrativ. Sie können ohne Weiteres mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto monatlich rechnen. Regionale Unterschiede, die Größe des Unternehmens sowie zusätzliche Qualifikationen Ihrerseits wirken sich natürlich auf das Gehalt aus.

So liegen die durchschnittlichen Gehälter eines Pharmareferenten in Süddeutschland laut Gehalt.de bei knapp 6.000 Euro im Monat, in Norddeutschland hingegen müssen Sie mit 1.000 Euro weniger liegen. Allerdings können Sie zusätzlich zu Ihrem Stammgehalt mit Erfolgsbeteiligung und geldwerten Vorteilen wie etwa Firmenwagen und Diensthandy rechnen.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Pharmareferent?

Die Chancen und Aussichten als Pharmareferent lassen sich nicht uneingeschränkt als positiv bezeichnen. Einerseits sind die Verdienstmöglichkeiten für viele verlockend und der Beruf als Pharmareferent war auch lange Zeit sehr vielversprechend. Andererseits lässt sich seit einigen Jahren beobachten, dass Pharmakonzerne immer seltener selbst einstellen.

Vielmehr wird Outsourcing betrieben und für projektbezogene Jobs ein Pharmareferent gesucht. Auch dadurch, dass viele Krankenkassen über lange Zeiträume Verträge mit der Pharmaindustrie über Nachahmerprodukte abschließen, ist der Bedarf an Pharmareferenten zurückgegangen.

Die klassische Karriere als Pharmareferent findet im Außendienst in Gesprächen mit Ärzten statt. Liegt Ihr Hauptaugenmerk auf Kliniken, werden Sie als Klinikreferent bezeichnet. Wer im Außendienst arbeitet, kann in diesen Positionen tätig werden:

Daneben ist jederzeit eine Spezialisierung möglich etwa zum Produktmanager oder zur Marketingleitung. Das bietet sich vor allem an, wenn Sie als Quereinsteiger Pharmareferent geworden sind und zuvor ein betriebswissenschaftliches Studium absolviert haben.

Ebenso können Sie sich auf bestimmte Produkte eines medizinischen Gebiets spezialisieren, etwa auf Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier kommt es vor allem darauf an, den Markt gut im Blick zu haben.

Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.
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Bewerbung als Pharmareferent: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Die Tätigkeit als Pharmareferent ist nicht nur vielseitig, sondern sehr anspruchsvoll. Immer noch kämpft die Branche teilweise mit dem „Vertreter-Image“. Und es stimmt ja auch: Durch Ihre Arbeit nehmen Sie Einfluss darauf, wie viele der Produkte und in welcher Häufigkeit Ärzte zukünftig verordnen.

Da schwerpunktmäßig neue Produkte im Fokus stehen, müssen Sie sehr gut erklären können. Es kommt auf eine ausgeprägte Mischung von Hard und Soft Skills an – denn ohne das notwendige Fachwissen zu medizinischen und juristischen Themen (etwa Fragen der Zulassung) werden Sie nicht erfolgreich beraten können.

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Gleichzeitig braucht es enorme Sozialkompetenz. Beides glaubhaft in einer Bewerbung herauszuarbeiten, ist die große Herausforderung. Denn erforderliche Qualifikationen einfach zu behaupten, ohne sie belegen zu können, wird meist nicht überzeugen.

Das kann zum Beispiel so aussehen:

Das Verkaufen liegt mir im Blut. Schon während meines Pharmaziestudiums habe ich nebenbei einen Promotionjob für einen namhaften Hersteller von Gesundheitsprodukten ausgeübt. Ich konnte unsere monatlichen Umsätze um 30 Prozent steigern.

Oder:

In meinem derzeitigen Job als Pharmazeutisch-Technische Assistentin bin ich den Umgang mit anspruchsvoller Kundschaft nicht nur gewohnt – ich habe die andere Seite kennengelernt. Ich weiß, wie ich auf Apotheker zugehen muss.

Um sich selbst einen Eindruck darüber zu verschaffen, wie eine Bewerbung als Pharmareferent aussehen könnte, stellen wir Ihnen nachfolgend dieses kostenlose Muster sowohl als Word-Dokument als auch als PDF-Datei zur Verfügung. Bedenken Sie dabei bitte, dass Formulierungen nie übernommen werden sollten, sondern lediglich der Inspiration dienen.

[Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

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22. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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