Zu selbstkritisch? Machen Sie den Test

Können Sie sich selbst fair und konstruktiv kritisieren? Oder neigen Sie dazu, sich selbst einfach nur schlecht zu machen, die eigenen Fehler und Schwachstellen ins Unermessliche zu erhöhen und gleichzeitig Ihre Stärken und Fähigkeiten nicht zu sehen oder wenigstens zu unterschätzen? Viele Menschen sind zu selbstkritisch, stehen sich und ihrem Erfolg damit selbst im Weg und verursachen durch die Einstellung zur eigenen Person gleich eine ganze Reihe an negativen Emotionen. Die übersteigerte Selbstkritik wird dabei schnell zur Normalität. Soll heißen: Sie merken gar nicht mehr, dass Sie viel zu selbstkritisch sind und zu hart mit sich ins Gericht gehen. Mit unserem kleinen Test können Sie herausfinden, Sie Selbstkritik in Maßen üben – oder ob Sie zu selbstkritisch sind, es damit vollkommen übertreiben und etwas dagegen tun sollten…

Zu selbstkritisch? Machen Sie den Test

Zu selbstkritisch: Die Folgen von falscher Selbstkritik

Die grundsätzliche Fähigkeit zu selbstkritischem Denken und Verhalten ist enorm wichtig. Nur wer eigenes Handeln reflektiert, dabei auch Fehler und Schwächen erkennt und für die Zukunft daraus lernt, kann sich weiterentwickeln. Fehlende Selbstkritik auf der anderen Seite führt zu Stillstand.

Frei nach Paracelsus gilt hier aber besonders: Die Dosis macht das Gift. Ohne selbstkritisches Verhalten findet keine Entwicklung statt, zu viel davon blockiert diese aber ebenso und macht dazu noch unglücklich. Wenn Sie zu selbstkritisch sind, werden Sie von ständigen Zweifeln geplagt und zerfleischen sich innerlich selbst.

Sie fühlen sich nicht gut genug, können aus der eigenen Perspektive in keinem Vergleich mithalten, verfallen in Minderwertigkeitsgefühle oder sogar in Depressionen.

Erfolgreich sein oder Ziele erreichen? Wer zu selbstkritisch ist, kann sich davon meist verabschieden. Sie trauen sich selbst nichts zu, haben das Gefühl unzulänglich zu sein, über keine nennenswerten Fähigkeiten zu verfügen oder einfach nutzlos zu sein. Kurz: Sie reden sich solange schlecht, bis Sie eine Herausforderung erst gar nicht annehmen oder sich selbst manipulieren. Eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung.

Je größer und destruktiver die Selbstkritik, desto schwächer das Selbstbewusstsein. Nicht nur kritische Kommentare von außen, sondern auch die eigenen Gedanken machen uns zu schaffen. Um etwas daran ändern zu können, müssen Sie jedoch zunächst einmal erkennen, dass Sie wirklich zu selbstkritisch sind und das Problem angehen sollten.

Frauen sind häufig zu selbstkritisch

Selbstkritisch Test Beispiel Definition Psychologie SynonymNatürlich kann prinzipiell jeder unter einem zu hohen Maß an selbstkritischen Denkweisen leiden, zu hart zu sich selbst sein und die Rolle des größten Kritikers an der eigenen Person übernehmen. Studien zeigen jedoch, dass gerade Frauen zu selbstkritisch sind. Demnach unterschätzten die weiblichen Teilnehmer im Berufsleben regelmäßig Ihre eigenen Stärken und Kompetenzen.

Das Umfeld nahm die Fähigkeiten der Frauen hingegen durchaus stärker und positiver wahr, was zeigt, dass eigentlich gar kein Grund zu solch harscher Selbstkritik gegeben war. Männer auf der anderen Seite zeigten in einigen Bereichen eher gegenteiliges Verhalten: Sie neigten zur Selbstüberschätzung.

Beides ist einer falschen Selbstwahrnehmung geschuldet, doch im Vergleich kann der Unterschied für Frauen in der Berufswelt schnell ein Problem darstellen. Während die männlichen Kollegen selbstbewusst auftreten, die eigenen Stärken und Fähigkeiten betonen und offensiv in den Vordergrund stellen, sind viele Frauen dabei eher zögerlich und zu selbstkritisch, wenn es um ihre Kompetenzen geht.

Vor allem Frauen können somit davon profitieren, noch einmal zu reflektieren, ob ihr selbstkritisches Verhalten möglicherweise ein gesundes Maß übersteigt.

Selbsttest: Sind Sie zu selbstkritisch?

Es ist nicht ganz leicht, die Grenze zwischen angebracht und zu selbstkritisch zu ziehen. Entscheidend ist dabei immer auch die Art und Weise, wie Selbstkritik geübt wird – solange es konstruktiv bleibt und Sie sich nicht einfach nur runter machen, können Sie noch etwas daraus mitnehmen. Wird dieser Punkt jedoch überschritten, sollten Sie erkennen, dass Sie sich mit Ihrem Verhalten selbst schaden.

Die Erkenntnis kommt aber oftmals zu spät, weil es zur Gewohnheit wird, sich selbst für alles zu kritisieren. Wir haben einen kleinen Selbsttest für Sie erstellt, der Ihnen dabei helfen kann, sich einzugestehen, dass Sie zu selbstkritisch sind. Ein erstes Indiz kann dabei sein, dass Sie ganz bewusst auf diesen Artikel und Selbsttest gestoßen sind. Vielleicht haben Sie gezielt danach gesucht, weil Sie bereits vermuten, dass Ihr kritisches Verhalten Ihnen selbst gegenüber nicht gut ist.

Unser Selbsttest hat dabei keinen wissenschaftlichen Anspruch. Er soll Ihnen lediglich bei einer besseren Selbstwahrnehmung helfen. Nehmen Sie sich dafür ein paar Minuten Zeit, um die folgenden Fragen für sich zu beantworten. Dabei geht es vor allem um Ehrlichkeit Ihnen selbst gegenüber. Versuchen Sie nicht, das Ergebnis zu verfälschen, um besser dazustehen – das bringt Sie nicht weiter.

Merken Sie sich dabei bitte, welche Antwort auf Sie zutrifft. Diese sind am Ende für die Auflösung des Selbsttests entscheidend.

1. Frage: Wie reagieren Sie auf Lob und Komplimente?

  • Ich freue mich darüber, dass jemand meine Vorzüge und Fähigkeiten richtig erkannt hat und bedanke mich mit einem Lächeln. (A)
  • Ich bin verunsichert und glaube nicht, dass der andere es ernst meint. Warum sollte ich ein Kompliment bekommen? (B)
  • Ich finde es sehr nett, wenn das Lob meiner Meinung nach gerechtfertigt ist. (C)

2. Frage: Kennen Sie Ihre größten Stärken?

  • Da fallen mir schon ein oder zwei ein, an einigem könnte ich aber sicherlich noch arbeiten. (C)
  • Aber natürlich, das sollte doch jeder. Vor allem mein Selbstbewusstsein zeichnet mich aus, aber auch meine Spontaneität, meine Geduld und mein Durchsetzungsvermögen… (A)
  • Stärken? So auf Anhieb eher nicht. Da müsste ich erstmal überlegen. (B)

3. Frage: Was essen Sie, wenn Sie mit Freunden gemeinsam zum Abendessen verabredet sind?

  • Selbst wenn ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe, belasse ich es sicherheitshalber bei einer kleinen Beilage oder einem Salat. (B)
  • Ich achte schon darauf, was die anderen bestellen. Wenn alle nur eine Kleinigkeit nehmen, passe ich mich an. (C)
  • Immer das, worauf ich gerade Hunger habe. (A)

4. Frage: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein Foto von sich selbst sehen?

  • Wenn es sich um schöne Fotos handelt, gucke ich mir diese gerne an. Auf den meisten Bildern gefalle ich mir gut. (C)
  • Ich liebe Fotos von mir und mache eigentlich ständig Selfies, die ich dann gleich poste. (A)
  • Falls möglich schaue ich mir erst gar keine Bilder von mir an. Darauf sehe ich eigentlich immer ganz grausam aus. (B)

5. Frage: Sie haben eine Idee für bessere Prozesse im Job. Schlagen Sie es Ihrem Chef vor?

  • Ich schaue mir mein Konzept noch einmal an oder halte Rücksprache mit einem Kollegen, aber dann stelle ich dem Chef vor, was ich mir überlegt habe. (C)
  • Erst einmal natürlich nicht. Wer weiß, ob die Idee wirklich etwas taugt. Ich warte lieber erst ab. (B)
  • Aber sofort! Wieso Zeit verschwenden, wenn die optimierten Abläufe schon in ein paar Tagen umgesetzt werden könnten? (A)

6. Frage: Was denken Sie, wenn Sie sich für einen neuen Job bewerben?

  • Ich weiß genau, was ich kann und wieso ich genau richtig für den Job bin. Wenn ein Personaler das nicht erkennt, dann halt der nächste. (A)
  • Natürlich gibt es viele Bewerber, aber wenn ich meine Qualifikationen und Erfahrungen gut einsetze, stehen meine Chancen ganz gut. (C)
  • Leider ist die Konkurrenz in der Bewerbung immer sehr groß und hoch qualifiziert. Das wird nicht leicht. (B)

7. Frage: Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Kollegen: Worum beneiden diese Sie?

  • Meine Büronachbarin hat einmal gesagt, dass sie es toll findet, dass ich ihr immer bei Aufgaben helfe und Projekt übernehme. (B)
  • Ich hoffe, dass sie meine Motivation und fachliche Kompetenz schätzen – und meine freundliche Art. Das sind die Dinge, die mir selbst besonders gut gefallen. (C)
  • Das dürfte vor allem mein beruflicher Erfolg und mein sicherer Umgang mit wichtigen Kunden und der Führungsetage sein. (A)

8. Frage: Sie beobachten ein Gespräch unter vier Augen. Was geht Ihnen als erstes durch den Kopf?

  • Darüber mache ich mir wirklich keine Gedanken. Wenn es um mich geht, werden sie es mir schon sagen. (A)
  • Vermutlich reden die beiden über mich. Ich hatte schon den ganzen Tag das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. (B)
  • Man kommt schon ins Grübeln, ob vielleicht gelästert wird. Aber selbst wenn: Man kann es nicht jedem recht machen. (C)

9. Frage: Ihnen ist ein dummes Missgeschick unterlaufen. Wie gehen Sie damit um?

  • Ich ärgere mich ein wenig über mich selbst. Eigentlich bin ich besseres von mir gewohnt. (C)
  • Ach, das ist jedem schon einmal passiert. Keine große Sache. (A)
  • Das ist einfach so typisch für mich. Ich kann einfach nichts richtig machen. Hoffentlich nehmen die anderen meine Entschuldigung an. (B)

10. Frage: Wie reagieren Sie auf Kritik von anderen?

  • Ich nehme mir die Aussagen sehr zu Herzen und fühle mich in meinen eigenen Zweifeln bestätigt. (B)
  • Ich schaue mir die Kritik an, analysiere das Gesagte und überlege, ob ich davon etwas für mich persönlich nutzen kann. (C)
  • Das lässt mich in der Regel kalt. Oft ist es nur Neid oder schlechte Laune, die aus anderen spricht. (A)

Zu selbstkritisch? Auflösung zum Selbsttest

Zu selbstkritisch Test Selbsttest Auswertung SelbstkritikWenn Sie sich am häufigsten für Antwort A entschieden haben, brauchen Sie sich überhaupt keine Gedanken machen, dass Sie zu selbstkritisch sind. Eher das genaue Gegenteil. Sie scheinen vor Selbstsicherheit nur so zu sprühen und sind fest von sich und Ihren Fähigkeiten überzeugt. Hin und wieder würde Ihnen ein wenig mehr Selbstkritik nicht schaden, um weiterhin offen für positive Veränderungen und Entwicklungen zu bleiben.

Haben Sie sich mehrheitlich für Antwort C entschieden, verfügen Sie über ein gutes Mittelmaß an Selbstkritik. Sie können sich selbst durchaus kritisch gegenüber stehen, übertreiben es damit aber nicht und wisse auch, was Sie gut können und dass es keinen Grund gibt, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen.

Zu selbstkritisch sind Sie in jedem Fall, wenn Sie bei den meisten Fragen Antwort B gewählt haben. Sie machen sich grundlos schlecht, sind destruktiv sich selbst gegenüber und verkennen Ihre Vorteile, Vorzüge und Kompetenzen. Bleiben Sie fair sich selbst gegenüber und machen Sie sich bewusst, dass Sie viel mehr können, als Sie sich selbst eingestehen.

[Bildnachweis: Borysevych.com by Shutterstock.com]
19. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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