Dickes Fell zulegen: Souverän bleiben bei Kritik

Im Job oder privat kann der Ton schon mal rauer sein. Ein dickes Fell ist dabei hilfreich. Es schützt uns davor, Kritik oder böse Worte persönlich zu nehmen. Sensible und empfindliche Menschen haben aber genau damit ein Problem. Wir geben Ihnen Tipps, wie sich ein dickes Fell zulegen können – und welche weitreichenden Folgen das hat…

Dickes Fell zulegen: Souverän bleiben bei Kritik

Anzeige

So können Sie sich ein dickes Fell zulegen

Einige Menschen haben von Natur aus ein dickes Fell. Sie besitzen das nötige Selbstbewusstsein und lassen negatives Feedback nicht an sich heran. Vielen fällt dies aber schwer. Sensibel zu sein, ist nicht grundsätzlich schlecht – aber gerade im Job oft problematisch. Je nach Beruf, Branche und Team müssen Sie mit einem rauen Umgangston zurecht kommen. In stressigen Situationen noch mehr.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, wenn Sie sich ein dickes Fell zulegen wollen:

  • Unterstellen Sie keine Böswilligkeit
    Einige Aussagen sind schmerzlich, doch sollten Sie nicht davon ausgehen, dass jeder Kommentar tatsächlich so böse gemeint ist. Eine falsche Wortwahl oder ein stressbedingt falscher Ton lassen die Kritik fieser und persönlicher wirken, als diese ist. Unterstellen Sie nicht automatisch Böswilligkeit. Schon dieser erste Schritt sorgt für ein dickeres Fell.
  • Trennen Sie berufliche und persönliche Kritik
    „Das war total schlampig…“ Harte Worte vom unzufriedenen Chef. Beziehen Sie diese aber nicht auf sich und Ihre Person. Kritik im Job ist rein beruflich. Es geht um eine Aufgabe, bei der Sie sich einen Fehler geleistet haben. Sie werden nicht als Person angegriffen, sondern für Ihre Arbeit kritisiert. Solch eine negative Kritik ist weiterhin unangenehm – durch die Trennung von beruflicher und persönlicher Ebene können Sie aber souverän darauf reagieren.
  • Sorgen Sie für Erholung und Entspannung
    Körperliche und psychische Erschöpfung lassen Sie dünnhäutiger werden. Sie haben nicht die mentale Kraft und die Nerven, sich mit Negativität auseinanderzusetzen. Stattdessen nehmen Sie diese sofort persönlich und reagieren entweder sehr empfindlich oder sofort selbst aggressiv. Beides keine empfehlenswerten Wege. Ein dickes Fell zulegen benötigt deshalb Entspannung und Erholung. Nehmen Sie sich Auszeiten und lassen Sie es sich gut gehen. Ausgeruht ist es leichter, Kritik zu ertragen.
  • Steigern Sie Ihr Selbstvertrauen
    Ein gesundes Selbstvertrauen bringt ein dickeres Fell mit sich. Kennen Sie Ihren Wert, vertrauen Sie auf sich und Ihre Fähigkeiten und akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind. Mit großem Selbstvertrauen kommen Kritik und Angriffe nicht an Sie heran. Ihr positives Selbstbild kann nicht erschüttert werden und Sie lernen, die Meinung anderer nicht überzubewerten.
  • Hinterfragen Sie die Aussagen
    Bevor Sie sich angegriffen fühlen: Analysieren und hinterfragen Sie die Aussagen Ihres Gegenübers. Das hat gleich mehrere Vorteile: Sie schaffen eine größere Distanz und können die Kritik besser reflektieren. Zudem erkennen Sie, wie groß der Anteil von Wahrheit und unberechtigter Kritik in der Aussage stecken. Das analytische Vorgehen nimmt die Emotionalität und die Sensibilität aus der Situation.
Anzeige

Dickes Fell: Darum brauchen Sie es

Als dickes Fell wird die Fähigkeit und Eigenschaft eines Menschen bezeichnet, bei Kritik nicht empfindlich zu reagieren und schwierige Situationen ertragen zu können. Genau wie Tiere, die durch ihr dickes Fell vor äußeren Einflüssen – Wind und Wetter – geschützt sind. Diese Widerstandsfähigkeit brauchen Sie im Job. Kritik ist hier an der Tagesordnung. Nicht immer positiv und leider auch nicht immer so konstruktiv, wie sie sein sollte.

Wer bei jedem schlechten Feedback empfindlich reagiert, kommt schnell an seine persönlichen Grenzen. Umso wichtiger, dass Sie sich schnell ein dickes Fell zulegen. Die innere Abwehrkraft hat mehrere Vorteile im Job:

  • Sie sind weniger gestresst
    Jede Kritik ist ein großer Stressfaktor, wenn Sie zu dünnhäutig sind. Rückmeldungen vom Chef werden als Belastung wahrgenommen und im schlimmsten Fall entwickeln Sie Angst vor der eigenen Arbeit. Ein dickes Fell reduziert den empfundenen Stress. Sie haben einen entspannteren Arbeitstag, bringen bessere Leistungen und spüren weniger Druck.
  • Sie fühlen sich nicht angegriffen
    Wenn Sie sich kein dickes Fell zulegen, nehmen Sie alles persönlich. Jede Kritik ist ein direkter Angriff, jeder Kommentar eine offene Beleidigung. Ein solches Umfeld ist sehr anstrengend – selbst wenn die Kritik gar nicht persönlich gemeint war. Fehlt ein dickes Fell, werden Aussagen schlimmer wahrgenommen, als sie sind.
  • Sie sind selbstsicherer
    Eine empfindliche Reaktion wirkt sich negativ auf das Selbstbewusstsein aus. Sie sind unsicher, weil Sie Kritik und Kommentare zu nah an sich heranlassen. Sie zweifeln an sich und Ihren Leistungen. Mit einem dicken Fell treten Sie selbstsicherer auf und lassen sich nicht so leicht aus der Bahn werfen.
  • Sie sind zufriedener im Job
    Indem Sie sich ein dickes Fell zulegen sorgen Sie allgemein für mehr Zufriedenheit im Job. Sie empfinden Betriebsklima und Arbeitsatmosphäre als angenehmer, haben einen besseren Draht zu den Kollegen sowie zum Chef und die Arbeit macht mehr Spaß, wenn Sie sich nicht ständig angegriffen fühlen.
Anzeige

Sie müssen sich nicht alles gefallen alles

Bei aller Notwendigkeit für ein dickes Fell sei auf der anderen Seite gesagt: Sie müssen – und sollten – sich nicht alles gefallen lassen. Dass Sie nicht jede Kritik persönlich nehmen und mit Gegenwind umgehen können, ist kein Freifahrtschein für toxisches Verhalten, offene Beleidigungen, Anfeindungen oder Mobbing.

Solche Umstände gilt es zu unterbinden, egal ob Sie ein dickes Fell haben oder nicht. Sprechen Sie Ihren Chef darauf an, wenn das Umfeld im Job fast ausschließlich negativ ist. Führungskräfte sollten einschreiten, das Verhalten ansprechen und dafür Sorge tragen, dass sich der Umgang ändert. Geschieht dies nicht – oder ist der Chef vielleicht selbst Teil des Problems – kann es notwendig und sinnvoll sein, sich nach einem anderen Arbeitgeber umzuzusehen. Ansonsten leidet nicht nur Ihre Arbeit, sondern Ihre Gesundheit unter der Situation.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
Anzeige
2. Oktober 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


Ebenfalls interessant:
Weiter zur Startseite