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Guter Umgangston: Bedeutung, Beispiele – was ist richtig?

Ein guter Umgangston prägt das Betriebsklima – und damit Zusammenarbeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Allerdings sind gute Umgangsformen nicht selbstverständlich. In manchen Unternehmen ist der Umgangston eher rau als freundlich und höflich. Immerhin: Als Arbeitnehmer müssen Sie einen schroffen Umgangston nicht wehrlos hinnehmen. Was Sie tun können…



Guter Umgangston: Bedeutung, Beispiele - was ist richtig?

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Definition: Was bedeutet ein guter Umgangston?

Ein guter Umgangston beschreibt ein Verhalten, das von Freundlichkeit, Höflichkeit und gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Eine allgemeine Definition wäre: Umgangsformen, die von der Mehrheit der sozialen Gruppe in der jeweiligen Situation als wünschenswert betrachtet werden.

Synonym zum Umgangston werden häufig Eigenschaften und Verhaltensweisen genannt, wie: Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Loyalität oder Taktgefühl.

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Warum ist ein guter Umgangston wichtig?

Gute Manieren und gutes Benehmen erleichtern den Umgang mit anderen Menschen. Das gilt in der Schule, im Privatleben und erst recht im Job. „Bitte“ und „Danke“ sagen, andere ausreden lassen, auch unter Stress freundlich bleiben – das will man nicht nur selbst erleben, es zeigt auch wichtige soziale Kompetenzen.

Zwar ist die Bewertung eines guten Umgangstons kulturabhängig – und von Gruppe zu Gruppe verschieden. Ein paar allgemeine Regeln gelten aber überall. Zum Beispiel ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander, bei dem alle gegenseitig Rücksicht nehmen. Wo ein solcher Umgangston herrscht, arbeiten Mitarbeiter nachweislich lieber, sind zufriedener und zeigen auch mehr Leistung.

Umgangsformen Bitte Danke Entschuldigung Fremdworte Spruch

Vorteile eines guten Umgangstons

Ein guter Umgangston hat noch mehr Vorteile – nicht nur beruflich: Ein angenehmes und harmonisches Arbeitsklima…

  • fördert den Teamgeist.
  • schafft Vertrauen.
  • senkt den Stress auf der Arbeit.
  • hebt die Stimmung.
  • steigert die Produktiviät.
  • wird auch von Kunden geschätzt.
  • steigert die Arbeitgeberattraktivität.

Umgekehrt leiden bei einem rauen Umgangston nicht nur die Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungen der Mitarbeiter. Er führt auch zu mehr Fehlern im Job. Das belegen Studien der Psychologin Rhona Flin von der schottischen Universität Aberdeen.

Schroffer Umgang ist kein Mobbing

Obwohl es sich für Mitarbeiter anders anfühlt, ist nicht jeder unhöfliche oder raue Umgangston gleich Mobbing. Dafür entscheidend sind laut Definition zwei Faktoren und Voraussetzungen:

  1. Systematisch
    Erst wenn die Schikane durch den Chef (siehe: Bossing) oder Kollegen systematisch und damit zielgerichtet erfolgt, liegt eine strafbare Handlung vor.
  2. Wiederholt
    Mobbing muss über einen längeren Zeitraum erfolgen. Nicht jeder grobe Umgang, ist schon gezielter Psychoterror. Zum Nachweis und zur Dokumentation braucht es daher einen Leidensweg. Meist 6 Monate, die Sie am besten per Tagebuch dokumentieren.


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Schlechter Umgangston – was tun?

Auch wenn sich niemand einen schroffen Umgangston wünscht – er kommt vor. Gerade sensible Menschen leiden enorm unter harschen Umgangsformen. Was tun?

In solchen Fällen haben Sie ein paar Optionen: Die ultima ratio ist natürlich kündigen und den Job wechseln. Davor können Sie entweder das Gespräch mit dem Chef suchen – oder sich ein dickeres Fell zulegen.

Ganz ehrlich: Das dickere Fell (Fachbegriff: Resilienz) schadet nie. Sie machen sich und Ihr Wohlbefinden damit freier vor äußeren Einflüssen und gewinnen obendrein mentale Stärke. Das ist deswegen immer noch kein Freifahrtsschein für toxisches Verhalten, aber ein guter Selbstschutz. So geht’s:

  • Unterstellen Sie keine Böswilligkeit
    Gehen Sie nicht davon aus, dass jeder fiese Kommentar tatsächlich so böse gemeint ist, wie er ankommt. Eine falsche Wortwahl oder ein stressbedingt falscher Ton lassen manche Kritik persönlicher wirken, als diese ist.
  • Trennen Sie berufliche und persönliche Kritik
    Nehmen Sie Kritik nicht gleich persönlich. Im Job ist Kritik vor allem beruflich und auf eine Leistung oder die Arbeit bezogen. Das bleibt zwar unangenehm. Indem Sie aber berufliche und persönliche Ebene trennen, werden Sie souveräner.
  • Steigern Sie Ihr Selbstvertrauen
    Ein gesundes Selbstvertrauen lässt sie einen schlechte Umgangston einfacher überhören oder ignorieren. Sie kennen Ihren Wert, haben ein stabiles und positives Selbstbild und lassen sich von den rauen Sitten nicht erschüttern.
  • Hinterfragen Sie die Aussagen
    Bevor Sie sich angegriffen fühlen: Hinterfragen Sie die Aussagen Ihres Gegenübers. Der Ton macht zwar die Musik, der Inhalt ist aber wichtiger. Das nüchtern-analytische Vorgehen nimmt die Emotionalität aus dem Gespräch und erlaubt Ihnen, den eigenen guten Umgangston zu bewahren.
  • Sorgen Sie für Ausgleich
    Psychische Erschöpfung lassen Sie dünnhäutiger werden. Irgendwann haben nicht mehr die mentale Kraft, auf die Negativität souverän zu reagieren. Ein dickes Fell zulegen, bedeutet daher auch: Sorgen Sie regelmäßig für Entspannung und Ausgleich in der Freizeit – oder nehmen Sie sich ein paar Auszeiten (Pausen) im Job und gehen Sie eine Runde um den Block. Das baut zusätzlich Stress ab.

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