Gesprächstechnik: Klarer kommunizieren

Die richtige Gesprächstechnik kann sich maßgeblich auf Ihren Erfolg auswirken: Wirken Sie auf Ihre Gesprächspartner souverän? Konnten Sie Zweifel beseitigen? Fragen beantworten? Zwar kann jeder irgendwie reden, aber spätestens seit Schulze von Thuns 4-Ohren-Modell wissen wir, dass längst nicht jede Nachricht so ankommt, wie sie vom Absender intendiert war. Und dann gibt es noch die Zeitgenossen, die ein Interesse daran haben, Sie aus der Reserve zu locken oder in Verlegenheit zu bringen, um scheinbare Inkompetenz zu demonstrieren. Welche Möglichkeiten Sie haben und welche Gesprächstechnik sich für welche Situation eignet…

Gesprächstechnik: Klarer kommunizieren

Gesprächstechniken Definition: Mit dem Instrument umgehen lernen

Gesprächstechniken Definition paraphrasieren spiegeln Mitarbeitergespräch Psychologie 4 PDFTechnik klingt im ersten Moment so mechanisch – wie soll das mit Gesprächstechnik zusammenpassen? Tatsächlich geht es aber um das Erlernen und Beherrschen bestimmter Fertigkeiten, die Ihnen in der Kommunikation mit anderen eine Hilfe sind.

Ganz allgemein gesprochen geht es darum, für eine optimale Kommunikation zwischen Vortragendem und Teilnehmern oder auch im Mitarbeitergespräch zu sorgen.

Beispielsweise kommt es vor, dass jemand etwas missverständlich formuliert. Die richtige Gesprächstechnik zu beherrschen kann in solchen Situationen Konflikte vorbeugen. Es geht aber noch um viel mehr; bei Vorträgen und Antworten auf Fragen geht es um Wissenstransfer und Informationsaustausch, es geht um Beziehungspflege.

Es kommt also darauf an, die jeweilige Gesprächstechnik situationsbedingt anzuwenden. Das ermöglicht Ihnen eine gelungene Gesprächsführung, in der Unklarheiten beseitigt und Vorbehalte abgebaut werden können.

4 Gesprächstechniken

Gesprächstechniken Definition paraphrasieren spiegeln Mitarbeitergespräch Psychologie 4 PDFIn Gesprächen kommt immer eine Fülle verschiedene Mittel zum Einsatz wie Lautstärke, Mimik oder Gesprächstechniken aus der klientenzentrierten Gesprächsführung.

Bevor wir auf die inhaltlichen Techniken kommen, sollen vier Sprechtechniken vorgestellt werden, die die Art und Weise betreffen.

  • Lautstärke

    Je nach Umfeld müssen Sie Ihre Lautstärke anpassen. In einem Saal mit 100 Leuten brauchen Sie Unterstützung durch die Technik, dennoch empfiehlt es sich auch vor einem kleineren Publikum nicht zu leide zu sprechen – je nach Beschaffenheit des Raumes kann die vorletzte Reihe Ihnen bereits deutlich schlechter folgen. Am besten ist, Sie vergewissern sich kurz zuvor, ob jeder Sie hören kann.

  • Artikulation

    Sprechen Sie deutlich, nuscheln Sie nicht und vermeiden Sie Umgangssprache. Die verleitet noch stärker, einzelne Silben zu verschlucken. Reden Sie in einem mäßig schnellen Tempo. Je nach Raumbeschaffenheit können wiederum Probleme wie Hall oder Ähnliches auftauchen.

  • Kunstpause

    Arbeiten Sie mit rhetorischen Pausen. Zu Beginn eines Vortrags können Sie somit die Aufmerksamkeit der Anwesenden gewinnen. Mittendrin lässt sich so Spannung erzeugen.

  • Variation

    Deutliche Abwechslung bringen Sie in einen Vortrag, wenn Sie Ihre Stimme variieren. Sie können das Sprechtempo an der einen oder anderen Stelle anziehen, mit Betonung an Stellen arbeiten, die Ihnen besonders wichtig sind oder die Lautstärke variieren. Allerdings sollten Sie wissen, wie diese Techniken zum Einsatz gebracht werden, im Zweifelsfalle lieber etwas langsamer und lauter sprechen, damit alle Informationen beim Zuhörer ankommen.

6 Tipps für die richtige Gesprächstechnik

  • Gesprächstechniken: Zuhören

    Wichtiger Bestandteil ist das aktive Zuhören. Es geht darum, das Gesagte vollständig aufzunehmen und sich auf den Gesprächspartner einzulassen. Das gibt die Möglichkeit, seinen Standpunkt zu erfahren und die eigene Argumentation entsprechend aufzubauen.

    Viel zu oft will ein Gesprächsteilnehmer lediglich seine Meinung kundtun und in der Folge reden beide aneinander vorbei. Durch aktives Zuhören ist ein gegenseitiges Verstehen möglich. Wir nehmen eine wertschätzende Haltung ein, fangen an, die eigene Meinung zu hinterfragen und uns auf den anderen einzulassen.

    Sie erfahren etwas über die Motive und Wünsche des anderen. Das erfordert natürlich eine geistige Präsenz, die sich körperlich widerspiegelt: Nebenbei aufs Smartphone gucken oder bei einer Präsentation dann den Rücken zudrehen, auf den Boden starren oder schon einmal die Unterlagen zusammenzupacken vermittelt eher das Gegenteil.

    Stattdessen sollten Sie den Blickkontakt halten und höchstens hin und wieder einige Notizen machen.

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  • Gesprächstechniken: Paraphrasieren

    Das Paraphrasieren von Fragen oder Gesprächsinhalt ist ebenfalls eine beliebte Gesprächstechnik. Dabei geben Sie mit Ihren eigenen Worten das zuletzt Gehörte wieder. Diese Gesprächstechnik hat mehrere positive Effekte.

    Zum einen ermöglicht es Ihnen Zeit zu gewinnen, während Sie noch nach einer Antwort für die eben geäußerte Frage suchen. Zum anderen beugen Sie Missverständnisse vor, wenn der Inhalt anders formuliert wird. Ihr Gesprächspartner hat so ebenfalls die Möglichkeit, in dieser Zeit Unklarheiten zu beseitigen, bestimmte Aspekte zu ergänzen oder zu korrigieren.

    Gleichzeitig entschärft dieses Vorgehen das Gesagte in Konfliktsituationen, indem Dinge richtig gerückt werden. So wird ein Thema von der zwischenzeitlich emotionalen Ebene wieder auf die Sachebene geholt. Mit diesem Vorgehen signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie sich auf ihn und sein Thema einlassen, demonstrieren Wertschätzung.

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  • Gesprächstechniken: Analysieren

    Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen. Manche Menschen werden versuchen, Sie mittels Manipulation in die Irre zu führen. Beispielsweise indem Ihnen Dinge unterstellt werden, die Sie nie gesagt haben, um auf deren Basis auszuführen, warum ein Projekt nur scheitern kann.

    In solchen Fällen handelt es sich häufig um Killerphrasen, die Sie entsprechend kontern können. Sofern Sie damit zu tun haben, gibt es verschiedene Optionen zu reagieren. Kommen unqualifizierte Äußerungen während eines Vortrags, können Sie diese ignorieren oder auf später verweisen.

    In manchen (hartnäckigeren) Fällen ist es sinnvoll, sich einer Konfrontation zu stellen, weil der andere Ihr Verhalten sonst als Schwäche auslegen könnte. Dann geht es darum, das Vorgehen zu entlarven: Sie haben etwas formuliert, das so ungenau ist. Lassen Sie mich daher erneut ausführen… Oder: Ich teile diese Ansicht nicht, denn im vorgenannten Beispiel ging es um etwas anderes, nämlich…

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  • Gesprächstechniken: Spiegeln

    Bei gegenseitiger Sympathie passiert es automatisch, um Sympathiepunkte zu sammeln, können Sie sich den Chamäleon-Effekt, besser bekannt auch als Spiegeltechnik, zunutze machen. Menschen mögen Symmetrie und Harmonie. Mit kleinen Gesten lässt sich das äußerlich darstellen.

    Körpersprache ist ein wichtiger Bestandteil jeglicher Gespräche, da Sie mit einer offenen, zugewandten Körperhaltung bereits Aufmerksamkeit und Zustimmung signalisieren können. Ebenso lässt sich das Spiegeln als Gesprächstechnik einsetzen. Wenn jemand beispielsweise mit eher leiser, schüchterner Stimme redet, kann es sinnvoll sein, sich auf einen ähnlichen Tonfall einzulassen – natürlich an Ihre Person angepasst.

    In Kombination mit dem Paraphrasieren geben Sie dann den Inhalt einer Äußerung wieder. So können Sie sich vergewissern, dass Sie das Gesagte richtig verstanden haben.

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  • Gesprächstechniken: Überbrücken

    In einigen Fällen kann es sein, dass Sie nicht auf Anhieb die passende Antwort auf eine Frage geben können. Das ist nicht weiter tragisch, Sie verschaffen sich Zeit, wenn Sie mit den folgenden vier Möglichkeiten darauf reagieren:

    • Sie überbrücken mit einem Kommentar bis zur eigentlichen Antwort auf die Frage, zum Beispiel: Schön, dass Sie das fragen. Oder: Diese Frage ist absolut berechtigt.
    • Sie stellen eine Gegenfrage, die zusätzlich eventuelle Unklarheiten beseitigt: Könnten Sie erläutern, was Sie mit… meinen? Oder: Definieren Sie bitte…
    • Sie bitten um Bedenkzeit: Ich möchte keine voreilige Antwort darauf geben, sondern die entsprechenden Fakten berücksichtigen, daher lassen Sie mich kurz überlegen…
    • Sie reichen Informationen nach, zum Beispiel: Das ist ein komplexes Thema, dazu müsste ich mich selbst noch einmal informieren, ich reiche Ihnen die Antwort nach.

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  • Gesprächstechniken: Zusammentragen

    Tragen Sie sämtliche Fragen zusammen und gehen Sie am Ende darauf ein. So können Sie ungestört Ihren Vortrag halten und gleichzeitig am Ende in der Reihenfolge die Fragen beantworten, die Ihnen genehm ist. Zum Beispiel können Sie sagen: Ich würde gerne am Ende des Vortrags auf Ihre Fragen eingehen, das Eine oder Andere klärt sich vielleicht schon vorher. Und tatsächlich können viele Fragen erspart werden, wenn die Teilnehmer bis zum Schluss zuhören.

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[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
28. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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