Wie funktioniert die 60-Minuten-Methode?
Viele Aufgaben oder Projekte gleichzeitig, aber wenig Zeit. Das ist der Alltag von vielen – und viele kommen dabei ins Trudeln oder verzetteln sich. Die 60-Minuten-Methode hilft Ihnen dann nicht nur dabei, Ihre Zeitplanung zu optimieren, sondern zugleich Prioritäten zu setzen oder Zeitverschwendung und Prokrastination zu verhindern. Dabei funktioniert sie auch noch erstaunlich einfach:
1. Hauptaufgabe identifizieren
Klären Sie zunächst, was Ihre Hauptaufgabe in den nächsten Tagen ist. Was hat oberste Priorität, ist wichtig und dringend? Verschaffen Sie sich dazu einen Überblick über anstehende Aufgaben oder Projekte und bringen Sie diese in eine Art Rangfolge – z.B. mithilfe einer einfachen To-do-Liste.
2. Plan erstellen
Am selben Tag ist es in der Regel nicht möglich, sich spontan eine Stunde (60 Minuten) lang zurückzuziehen. Beginnen Sie daher rechtzeitig mit der Prioritätenliste und Zeiteinteilung – spätestens aber am Tag zuvor.
3. Zeitraum festlegen
Legen Sie jetzt für die jeweiligen Aufgaben feste Zeiträume fest, in denen Sie ungestört und voll konzentriert daran arbeiten können (siehe auch: Timeboxing-Methode). Berücksichtigen Sie dabei aber unbedingt Ihre individuelle Leistungskurve! Die meisten Menschen sind morgens zwischen 10 und 12 Uhr besonders produktiv und kreativ. Hier sollte dann der Fokus auf entsprechenden Aufgaben liegen.
4. Ablenkungen ausschließen
Ein zentraler Punkt der 60-Minuten-Methode ist, dass Sie die eine Stunde voll konzentriert und frei von Ablenkungen oder Unterbrechungen durcharbeiten. Das erfordert Disziplin und striktes Fokussieren – macht die Methode aber auch so wirksam. Machen Sie sich bewusst: Der Arbeitstag hat noch weitere 7 Stunden – genügend Zeit also für andere Aufgaben. Sie arbeiten aber umso effizienter, wenn Sie diese eine Stunde für eine Aufgabe reservieren. Noch größer wird der Effekt, wenn Sie aus der 60-Minuten-Methode eine Routine machen und sich jeden Tag zur gleichen Zeit an das konzentrierte Arbeiten halten.
„Verwenden Sie später bei der Arbeit einen Timer, um die 60 Minuten wirklich einzuhalten. Um sich nicht ablenken zu lassen, sollten Sie Störquellen wie E-Mail-Eingang, Handy oder Telefon ausschalten.“ – Jochen Mai, Bewerbungsexperte mit über 20 Jahren Erfahrung und Autor zahlreicher Karrierebücher.
Welche Erfahrungen gibt es mit der 60-Minuten-Methode?
Die 60-Minuten-Methode kommt aus dem klassischen Zeitmanagement bzw. Selbstmanagement. Wir haben Sie selbst schon oft erprobt und die speziellen 60 Minuten fest im Kalender oder Tagesplan reserviert. Die Zahl „60“ dient jedoch nur als grobe Orientierung. Es dürfen natürlich auch 90 oder 100 Minuten sein. Mehr jedoch nicht, weil danach merklich die Konzentration nachlässt. Dann ist es wichtig, eine echte Pause zu machen, aufzustehen und sich für 5-10 Minuten von der Arbeit und dem Schreibtisch zu entfernen. Das macht den Kopf frei und gibt neue Energie. Ähnlich wie die Pomodoro-Technik, bei der Sie in 25-Minuten-Intervallen konzentriert arbeiten, wirkt die 60-Minuten-Methode erstaunlich effektiv. Kombiniert mit dem sog. Batching wird sie zum regelrechten Produktivitäts-Booster.
Nachteile: Wann hilft die 60-Minuten-Methode nicht?
Wie jede Methode hat auch die 60-Minuten-Methode Nachteile und Einschränkungen. Ungeeignet ist die Technik zum Beispiel bei Aufgaben, die deutlich mehr als 60 Minuten benötigen, aber dringend sind. In diesem Fall können Sie die Fortschritte nicht auf mehrere Tage verteilen, sondern müssen rechtzeitig fertig werden. Ebenso kann es an manchen Tagen schwierig sein, die Arbeitszeit so einzuteilen, dass Sie immer eine Stunde für anspruchsvolle Tätigkeiten reservieren können. Der Zeitplan wird dann teilweise von Meetings oder unvorhersehbaren Projekten durchkreuzt. Auch gibt es Menschen, die lieber in kürzeren Intervallen arbeiten. Die Methode ist daher immer abhängig von Ihren persönlichen Vorlieben und äußeren Umständen.
Der Grundsatz des Singletasking aber bleibt sinnvoll und nützlich: Wenn Sie eine wichtige Aufgabe erledigen, widmen Sie sich bitte voll fokussiert, konzentriert und rund 60 Minuten am Stück nur dieser einen Aufgabe! Sie schaffen dadurch mehr und auch qualitativ bessere Ergebnisse.
Was andere dazu gelesen haben

„Verwenden Sie später bei der Arbeit einen Timer, um die 60 Minuten wirklich einzuhalten. Um sich nicht ablenken zu lassen, sollten Sie Störquellen wie E-Mail-Eingang, Handy oder Telefon ausschalten.“ – Jochen Mai, Bewerbungsexperte mit über 20 Jahren Erfahrung und