Arbeitsproduktivität: Formel, Bedeutung und Tipps zur Steigerung

Die Arbeitsproduktivität ist ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg eines Teams. Erst durch ein gutes Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis arbeitet eine Abteilung wirtschaftlich. Gleiches gilt für individuelle Mitarbeiter: Nur wenn Ihre Arbeitsproduktivität den Erwartungen entspricht – oder diese besser noch übersteigt – punkten Sie beim Vorgesetzten und positionieren sich als wertvoller Leistungsträger. Stellt sich die Frage: Wie können Sie Ihre Arbeitsproduktivität steigern? Diese Tipps helfen Ihnen dabei…

Arbeitsproduktivität: Formel, Bedeutung und Tipps zur Steigerung

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Arbeitsproduktivität: Formel und Bedeutung

Als Arbeitsproduktivität wird eine wichtige Kennzahl in Unternehmen bezeichnet. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen dem Output und der dafür eingesetzten Arbeit. Damit ist die Arbeitsproduktivität als Teil der Gesamtproduktivität einer Organisation zu verstehen. Für die Berechnung der Produktivität des Faktors Arbeit reicht eine simple Formel:

Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz

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Wie berechnet man die Arbeitsproduktivität?

Die Formel kann genutzt werden, um die Arbeitsproduktivität verschieden anzugeben – abhängig von den eingesetzten Größen. Das Ergebnis gibt wieder, welchen Output ein Mitarbeiter in einem bestimmten Zeitraum erzielt hat. Denkbar sind beispielsweise Output pro Stunde oder auch pro Arbeitstag. Möglich ist auch eine Berechnung der Arbeitsproduktivität pro Arbeitnehmer. Ein einfaches Beispiel: Ein Möbelbauer hat 100 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wurden 10.000 Schränke produziert. Die Produktivität je Mitarbeiter beträgt somit 100 Stück jährlich.

Unterschieden wird auch, welche Form des Outputs analysiert wird. Häufig genutzt werden…

  • Arbeitsproduktivität in Stückzahlen. In der Produktion wird so die Leistung eines Mitarbeiters gut mess- und vergleichbar. Mit dieser Formel wird angegeben, welche Stückzahl ein Arbeitnehmer (oder ein Team) in der gegebenen Zeit herstellt. Handelt es sich um Akkordarbeit, ist die Arbeitsproduktivität direkt mit der Bezahlung verbunden.
  • Arbeitsproduktivität in Gewicht. Nicht immer lässt sich der Output in Stückzahlen bestimmen. Durch einen Vergleich des Gewichts kann trotzdem eine Bestimmung der Arbeitsproduktivität erfolgen.
  • Arbeitsproduktivität in Umsatz. Zur Beurteilung der Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit ist das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und erzieltem Umsatz besonders interessant. Hier wird beispielsweise ermittelt, wie groß der Umsatz ist, den ein Mitarbeiter mit seiner Arbeit in der Woche generiert.

Genutzt werden die Kennzahlen vor allem im Controlling zur Erkennung von Schwachstellen und Optimierung von Prozessen. Direkte Vorgesetzte können sie aber auch zum Vergleich und zur Kontrolle der Arbeit und Leistungsfähigkeit nutzen.

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Warum sinkt die Arbeitsproduktivität?

Sinkt die Arbeitsproduktivität, braucht es Ursachenforschung. Vorgesetzte sollte sich fragen: „Was ist gerade im Team los?“, doch auch Sie selbst können reflektieren und hinterfragen, welche Gründe für den Abfall Ihrer Arbeitsproduktivität verantwortlich sind. Eine genaue Zuordnung ist nicht ganz leicht. Oft kommen auch mehrere Ursachen zusammen. Die zwei häufigsten Gründe, warum die Produktivität der Arbeit sinkt, sind die folgenden:

  • Langsamere Arbeit
    Häufig lässt sich ein Abfall der Arbeitsproduktivität auf einen Rückgang des Outputs zurückführen. Oder anders gesagt: In derselben Zeit wurde weniger Leistung erbracht, weil der beziehungsweise die Mitarbeiter langsamer gearbeitet haben. Im nächsten Schritt braucht es eine genauere Analyse, welche Ursachen dahinter stehen.
  • Probleme in der Produktion
    Stillstand von Maschinen oder Probleme in der Absprache mit Kunden führen zu Verzögerungen. Das macht sich schnell in in der Kennzahl bemerkbar. Gerade im Vergleich mit anderen Zeiträumen, in denen es weniger Probleme gab, fällt der Unterschied auf.
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So lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern

Egal ob Führungskraft oder Mitarbeiter: Beiden wollen die Arbeitsproduktivität steigern. Chefs wünschen sich ein erfolgreiches Team mit guten Leistungen – und entsprechend hohem Output. Mitarbeiter können sich aus der Masse hervortun, den eigenen Mehrwert für das Unternehmen beweisen und sich für eine Gehaltserhöhung oder mehr Verantwortung im Job empfehlen. Vorher muss eine Frage beantwortet werden: Wie kann die Arbeitsproduktivität erhöht werden? Mit den folgenden Tipps gelingt es:

  • Vermeiden Sie Ablenkungen
    Ablenkungen und unkonzentriertes Arbeiten machen produktives Arbeiten unmöglich. Stattdessen verschwenden Sie Zeit, prokrastinieren und kommen nur langsam voran. Deshalb gilt: Schluss mit Ablenkungen. Widmen Sie sich Ihrer Aufgabe mit voller Aufmerksamkeit. Sie werden nicht nur schneller, sondern auch besser arbeiten.
  • Sorgen Sie für Pausen
    Das hohe Maß an Konzentration kann nicht über acht Stunden aufrecht erhalten werden. Für die Arbeitsproduktivität sind Pausen unerlässlich. Sie können regenerieren, neue Kraft sammeln und im Anschluss erholt und konzentriert weiterarbeiten. Es ist viel produktiver, ausreichend Pausen zu machen, als ununterbrochen durchzuackern.
  • Klären Sie die Prioritäten
    Klare Prioritäten sorgen für Produktivität. Sie wissen genau, worauf es ankommt, haben ein klares Ziel und fokussieren auf die entscheidenden Aspekte. Das verhindert unnötige Zeitverschwendung mit Nebensächlichkeiten.
  • Schaffen Sie Routinen
    Wiederkehrende Abläufe und Prozesse sollten zur Routine werden. Legen Sie produktive und schnellstmögliche Abläufe für diese Aufgaben fest. Das spart Zeit und Energie. Statt sich immer wieder lange mit ein und derselben Aufgabe zu beschäftigen, durchläuft diese einfach die Routine und Sie können sofort weitermachen.
  • Verbessern Sie den Einsatz von Betriebsmitteln
    Ein weiterer Faktor für die Arbeitsproduktivität ist der Einsatz von Betriebsmitteln. Dabei ist es egal, ob es sich um Werkzeuge, Maschinen oder Arbeitsmittel wie Laptops handelt. Je besser diese genutzt werden, desto produktiver wird gearbeitet. Beherrschen Sie alle Mittel, mit denen Sie im Job arbeiten. Und überlegen Sie, ob es Methoden oder Wege gibt, die Nutzung zu vereinfachen und zu optimieren.
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Kennzahl nicht überbewerten

Die Arbeitsproduktivität als Kennzahl hat einige Vorteile. Sie ist leicht zu ermitteln, ermöglicht Vergleiche unter Mitarbeitern oder Abteilungen und kann gut über einen längeren Zeitraum kontrolliert werden. So hilft sie, die Wirksamkeit von Maßnahmen zu beurteilen. Trotzdem gilt: Die Zahl allein sollte nicht überbewertet werden. Gleich mehrere Aspekte reduzieren die Aussagekraft der Kennzahl.

So bleibt die Arbeitsqualität gänzlich unbeachtet. Aus der reinen Angabe über den Output lässt sich nicht erkennen, ob es sich um gute und fehlerfreie Ergebnisse handelt. So kann ein Mitarbeiter eine höhere Stückzahl als die Kollegen produzieren – wenn diese allesamt nachgebessert werden müssen oder aufgrund von Fehlern unbrauchbar sind, täuscht die gute Kennzahl darüber hinweg. Ähnliche Probleme treten bei der Auslastung auf. Fehlt es an Aufträgen oder kommt es zu maschinellen Schwierigkeiten, sinkt die Arbeitsproduktivität. Heißt dies gleich, dass die Mitarbeiter absolut unproduktiv sind, obwohl Sie gar keine Chance hat, ihrer Arbeit nachzukommen?

Zuletzt eignet sich die Bestimmung der Arbeitsproduktivität nur für bestimmte Branchen. Bei klaren Stückzahlen kann sie helfen, bei Denkarbeit und kreativen Ansätzen ist sie kaum einsetzbar. Soll in kreativen Berufen der Output in der Anzahl an Ideen gemessen werden? Wohl kaum. Für die Nutzung der Kennzahl müssen deshalb unbedingt die Umstände berücksichtigt werden.

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[Bildnachweis: bbernard by Shutterstock.com]
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29. September 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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