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Arbeitsproduktivität steigern: Formel + Vor- und Nachteile

Die Arbeitsproduktivität ist ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg von Teams. Durch ein gutes Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis arbeitet eine Abteilung wirtschaftlich. Gleiches gilt für einzelne Mitarbeiter. Tatsächlich können Sie die Arbeitsproduktivität per Formel berechnen und damit Leistungsträger identifizieren. Aber welche Aussagekraft hat die Kennzahl? Welche Vor- und Nachteile besitzt die Messgröße und wie lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern? Hier alle Antworten und Tipps…

Arbeitsproduktivität steigern: Formel + Vor- und Nachteile

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Was ist Arbeitsproduktivität – einfach erklärt?!

Die Arbeitsproduktivität ist eine wichtige Kennzahl in Unternehmen. Sie beschreibt die durchschnittliche Arbeitsleistung von Mitarbeitern innerhalb eines festen Zeitraums. Einfach erklärt: das Verhältnis zwischen dem Arbeitseinsatz (Input) und dem Ergebnis (Output). Die Arbeitsproduktivität ist allerdings nur ein Teil der Gesamtproduktivität einer Organisation. Andere Bereiche können zum Beispiel die Maschinenproduktivität sein.

Laut Statistik lag die Arbeitsproduktivität in Deutschland zuletzt bei 101,08 Punkten (Indexwert) pro Erwerbstätigen. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie damit um rund einen Prozentpunkt an. Förderlich hierfür sind unter anderem der technische Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung. Hierdurch wurden viele Prozesse und Arbeitsabläufe optimiert oder automatisiert.

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Arbeitsproduktivität Formel: Wie wird sie berechnet?

Für die Berechnung der Arbeitsproduktivität (von Beschäftigten) reicht eine simple Formel:

Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz

Oder als mathematischer Bruch:

Arbeitsproduktivität Formel Bruch Berechnung Einfach Erklärt

Das Ergebnis gibt wieder, welchen Output ein oder mehrere Mitarbeiter in einem bestimmten Zeitraum erzielen. Berechnet werden kann mit der Formel beispielsweise der Output pro Stunde oder pro Arbeitstag. Möglich ist auch eine Berechnung der Arbeitsproduktivität pro Arbeitnehmer.

Ein einfaches Beispiel: Ein Möbelbauer hat 100 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wurden 10.000 Schränke produziert. Die Produktivität je Mitarbeiter beträgt somit 100 Stück jährlich.

Arbeitsproduktivität Formel Beispiele Berechnen

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Arbeitsproduktivität Beispiele

Unterschieden wird bei der Produktivität auch die Form des Outputs. Häufig genutzt werden dazu:

  • Arbeitsproduktivität in Stückzahlen
    In der Produktion wird so die Leistung eines Mitarbeiters gut mess- und vergleichbar. Mit dieser Formel wird angegeben, welche Stückzahl ein Arbeitnehmer (oder ein Team) in der gegebenen Zeit herstellt. Handelt es sich um Akkordarbeit, ist die Arbeitsproduktivität direkt mit der Bezahlung verbunden.
  • Arbeitsproduktivität in Gewicht
    Nicht immer lässt sich der Output in Stückzahlen bestimmen. Durch einen Vergleich des Gewichts kann trotzdem eine Bestimmung der Arbeitsproduktivität erfolgen.
  • Arbeitsproduktivität in Umsatz
    Zur Beurteilung der Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit ist das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und erzieltem Umsatz besonders interessant. Hier wird beispielsweise ermittelt, wie groß der Umsatz ist, den ein Mitarbeiter mit seiner Arbeit in der Woche generiert.

Genutzt werden die Kennzahlen vor allem im Controlling – um Schwachstellen zu erkennen oder Prozesse zu optimieren. Vorgesetzte können sie aber auch zum Vergleich und zur Kontrolle der Arbeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter nutzen.

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Wie lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern?

Egal, ob Führungskraft oder Mitarbeiter: In der Regel wollen beide ihr Arbeitsproduktivität steigern. Chefs wünschen sich ein erfolgreiches Team mit guten Leistungen und entsprechendem Output; Mitarbeiter können sich so von anderen abheben, den eigenen Mehrwert beweisen und oft eine Gehaltserhöhung durchsetzen. Wie aber lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern? Ein paar Tipps…

1. Ablenkungen vermeiden

Ablenkungen und unkonzentriertes Arbeiten senken die Produktivität. Dabei verschwenden Sie nur Zeit, prokrastinieren und kommen langsam voran. Widmen Sie sich stets voll und ganz Ihrer Aufgabe und vergessen Sie Multitasking – funktioniert nicht!

2. Mehr Pausen machen

Klingt widersprüchlich, erklärt sich aber durch das sogenannte Pausen-Paradox: Wer öfter Pausen macht, schafft mehr. Kein Mensch kann sich über acht Stunden am Stück konzentrieren. Pausen dagegen helfen, sich zu regenerieren, neue Kraft zu sammeln – dafür schaffen Sie im Anschluss deutlich mehr.

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3. Klare Prioritäten setzen

Prioritäten sorgen für mehr Arbeitsproduktivität. Erst dadurch wissen Sie genau, worauf es ankommt, haben ein klares Ziel und fokussieren auf die entscheidenden Aspekte. Das verhindert unnötige Zeitverschwendung mit Nebensächlichkeiten und wieder Ablenkungen.

4. Routinen schaffen

Wiederkehrende Abläufe und Prozesse sollten zur Routine werden. Legen Sie für diese Aufgaben produktive und schnellstmögliche Abläufe fest. Das spart Zeit und Energie. Statt sich immer wieder lange einarbeiten zu müssen, durchlaufen Sie Ihre Tagesroutinen und sind schneller fertig. Profis praktizieren übrigens das sogenannte Batching: Hierbei werden gleichartige Aufgaben gebündelt und am Tag in einem Block zusammengelegt. Die Methode steigert nochmal Effektivität und Effizienz.

5. Einsatz verbessern

Ein weiterer Faktor für die Arbeitsproduktivität ist der Einsatz von Betriebsmitteln. Dabei ist es egal, ob es sich um Werkzeuge, Maschinen oder Arbeitsmittel wie Laptops handelt. Je besser diese genutzt (oder ausgelastet) werden, desto produktiver wird gearbeitet. Beherrschen Sie alle Tools und Mittel, mit denen Sie im Job arbeiten! Und überlegen Sie, ob es Methoden oder Wege gibt, diese Nutzung zu vereinfachen und zu optimieren.

6. Arbeitszeitmodelle flexibilisieren

Flexible Arbeitszeiten erlauben Mitarbeitern, die Arbeitszeit ihren Lebensumständen anzupassen. Gerade Eltern mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen profitieren davon. Effekt: Sie arbeiten motivierter und effektiver.

7. Wertschätzung beweisen

Nichts motiviert Mitarbeiter mehr als Lob und aufrichtige Wertschätzung. Niemand will nur ein Rädchen im Getriebe sein. Echte Anerkennung steigert nachweislich die Produktivität von Angestellten und sorgt zudem für eine größere Loyalität und Mitarbeiterbindung. Merke: Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs.

8. Mitarbeiter weiterbilden

Je besser die Mitarbeiter ausgebildet sind, desto bessere Leistungen können sie bringen – oder desto weniger Fehler machen sie. Fachkräfte mit frischem Know-how sind zudem in der Lage, Prozesse und Produkte zu optimieren oder neue Ideen einzubringen.

9. Arbeitsplätze optimieren

Die Ergonomie am Arbeitsplatz hat einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Produktivität: Internetkonzerne wie Google, Apple oder Facebook machen es vor: In einer schönen Arbeitsatmosphäre mit gutem Essen und Freizeitangeboten arbeiten Mitarbeiter länger und leisten auch gerne Überstunden.

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10. Anreizsysteme schaffen

Nicht zuletzt können Arbeitgeber Anreizsysteme einführen, um Leistung und Motivation zu fördern. Diese können finanzielle Anreize wie Prämien oder Boni sein (wie im Vertrieb üblich). Denkbar sind aber verkürzte Arbeitszeiten oder bezahlte Sabbaticals.

Warum sinkt die Arbeitsproduktivität?

Sinkt die Arbeitsproduktivität sollten Sie Ursachenforschung betreiben. Ein Abfall der Arbeitsproduktivität kann unterschiedliche Gründe haben, oft kommen mehrere Ursachen zusammen. Die zwei häufigsten Gründe für ein Sinken der Produktivität der Arbeit sind:

  1. Langsamere Arbeit
    Wenn der Output zurückgeht, wird in derselben Zeit gearbeitet beziehungsweise geleistet. Das kann an der Motivation der Mitarbeiter liegen. Dahinter können aber ebenso ineffiziente Abläufe und Prozesse stecken. Klassische Zeitfresser sind Meetings und E-Mails. Oft lässt sich die Arbeitsproduktivität schon steigern, indem Sie solche Hemmnisse abbauen.
  2. Probleme in der Produktion
    Häufige Aussetzer oder gar der Stillstand von Maschinen sowie Probleme in der Absprache mit Kunden führen zu Verzögerungen. Das macht sich schnell in der Kennzahl bemerkbar. Gerade beim Vergleich zu anderen Zeiträumen (in denen es weniger Probleme gab) fallen solche Produktivitätskiller schnell auf.


Arbeitsproduktivität Vor- und Nachteile

Die Arbeitsproduktivität dient in erste Linie dazu, den Faktor Arbeit und dessen Wirksamkeit zu messen. Allerdings zeigt das Verhältnis von Arbeitseinsatz zu Output nur eine Teilproduktivität. Eine Steigerung muss nicht zwingend auf eine Leistungssteigerung zurückgehen. Sie kann auch Folge besserer Mittelverwendung sein. Die Kennzahl ist also nicht eindeutig zu bewerten und hat ebenso Vorteile wie Nachteile.

Arbeitsproduktivität Vorteile

  • Einfache Berechnung
  • Ideal zum Benchmarking von Zeiträumen oder Marktbegleitern
  • Vergleich von Ist- und Soll-Werten
  • Vergleich von Abteilungen und Mitarbeitern
  • Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Produktivitätssteigerungen werden sichtbar
  • Gibt Hinweise auf Verbesserungspotenziale
  • Erleichtert Entscheidungen zu Gehalt oder Beförderung

Arbeitsproduktivität Nachteile

  • Arbeitsproduktivität hängt nicht nur an Mitarbeitern
  • Qualität der Arbeit bleibt unberücksichtigt
  • Ebenso die Mitarbeiterzufriedenheit
  • Positives Ergebnis kann auch mit höheren Investitionen korrelieren
  • Fehlschlüsse möglich

Nicht gerade wenige Betriebe und Vorgesetzte nutzen die Messgröße, um einzelne Mitarbeiter unter Druck zu setzen oder vermeintlich unproduktive Kollegen loszuwerden. Dass das kontraproduktiv auf alle wirkt, wird oft vergessen.

Kritik an der Arbeitsproduktivität

Grundsätzlich gilt: Die Kennzahl sollte nicht überbewertet werden. Gleich mehrere Aspekte reduzieren deren Aussagekraft (siehe Nachteile). Die Formel für die Arbeitsproduktivität enthält weder die Lohnkosten der Mitarbeiter, noch die genutzten Maschinen, Arbeitsmittel oder Materialien. Auch fehlerfreie beziehungsweise fehlerhafte Ergebnisse bleiben gänzlich unberücksichtigt. Fehlt es an Aufträgen oder kommt es zu maschinellen Schwierigkeiten, sinkt zwar auch die Arbeitsproduktivität. Das heißt aber nicht, dass das die Schuld der Mitarbeiter wäre und diese unproduktiv arbeiten.

Eine solche Kennzahl sollte daher nur in einem vorher festgelegten Kontext sowie in Kombination mit anderen Messgrößen genutzt werden. Ein wirklich aussagekräftiges und belastbares Ergebnis zur Produktiviät der Belegschaft liefert sie nicht. Bei klaren Stückzahlen kann die Formel und Kennzahl helfen, bei Denkarbeit und kreativen Berufen ist sie tendenziell unbrauchbar.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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