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Arbeitsproduktivität: Berechnen, Formel + wie steigern?

Die Arbeitsproduktivität ist in Deutschland ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg – von Unternehmen und Mitarbeitern. Indem Sie die Arbeitsproduktivität berechnen, ermitteln Sie das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis und erkennen, wie wirtschaftlich gearbeitet wird oder können Leistungsträger identifizieren. Wie erklären die einfache Formel zur Berechnung, die Vor- und Nachteile der Kennzahl – und wie Sie die Arbeitsproduktivität steigern können…



Arbeitsproduktivität: Berechnen, Formel + wie steigern?

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Definition: Was ist Arbeitsproduktivität?

Die Arbeitsproduktivität ist eine wichtige Kennzahl für Unternehmen. Sie beschreibt die Arbeitsleistung von Mitarbeitern innerhalb eines Zeitraums. Mit der Formel lässt sich das Verhältnis zwischen dem Arbeitseinsatz (Input) und dem Ergebnis (Output) berechnen.

Mithilfe der Leistungskennzahl können Unternehmen erkennen, wie produktiv Mitarbeiter arbeiten oder Ressourcen eingesetzt werden. Sie ist allerdings nur ein Teil der Gesamtproduktivität. Zu beachten oder optimieren sind zum Beispiel auch die Maschinenproduktivität.

Laut Statistik lag die Arbeitsproduktivität in Deutschland zuletzt im Schnitt bei 101,5 Punkten (Indexwert) pro Erwerbstätigen. Steigern lässt sich diese Entwicklung unter anderem durch technischen Fortschritt und die Digitalisierung. Hierdurch wurden bereits viele Prozesse automatisiert.

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Arbeitsproduktivität Formel: Wie wird sie berechnet?

Für die Berechnung der Arbeitsproduktivität (von Beschäftigten) reicht eine simple Formel. Sie teilt das Arbeitsergebnis (Output) durch den Arbeitseinsatz (Input) – zum Beispiel geleistete Arbeitsstunden oder verwendetes Material. Konkret sieht die Arbeitsproduktivität Formel so aus:

Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz

Oder als mathematischer Bruch:

Arbeitsproduktivität Formel Berechnen Input Output

Ein einfaches Beispiel:

Ein Möbelbauer hat 100 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wurden 10.000 Schränke produziert. Die Produktivität je Mitarbeiter beträgt somit 100 Schränke pro Jahr.

Mit der Formel lässt sich genauso die Arbeitsproduktivität pro Stunde, pro Arbeitstag oder pro Arbeitnehmer für einen festen Zeitraum berechnen.

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Arbeitsproduktivität Beispiele zur Berechnung

Die Arbeitsproduktivität Formel funktioniert allerdings nur für messbare (quantifizierbare) Werte und Ergebnisse. Bei Zielen wie zum Beispiel Kundenzufriedenheit, Image oder Qualität der Ergebnisse wird die Berechnung schwierig.

Dafür können Sie beim Messen der Produktivität nach den (messbaren) Formen des Outputs unterscheiden. Einige Beispiele:

Arbeitsproduktivität Formel Beispiele Berechnen einfach erklärt

  • Arbeitsproduktivität in Stückzahlen

    Ermitteln Sie mit der Formel, welche Stückzahlen ein Arbeitnehmer (oder ein Team) in der vorgegebenen Zeit herstellt. Bei Akkordarbeit ist die Arbeitsproduktivität oft an die Bezahlung gekoppelt.

  • Arbeitsproduktivität in Gewicht

    Ebenso lässt sich der Output der Mitarbeiter nach Gewicht (Kilo, Tonnen) berechnen und vergleichen. Zum Beispiel bei der Ernte und Erntehelfern.

  • Arbeitsproduktivität in Umsatz

    Gerade im Vertrieb ist die Berechnung der Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit interessant – also das Verhältnis von erzieltem Umsatz und eingesetzter Arbeitszeit besonders interessant.

Genutzt wird die Kennzahl vor allem im Controlling – um Schwachstellen zu erkennen oder Prozesse zu optimieren. Vorgesetzte können sie ebenso zum Vergleich und zur Kontrolle der Arbeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter einsetzen.

Arbeitsproduktivität Beispiele: Branchen

Beispiele für den Einsatz der Arbeitsproduktivität-Kennzahl gibt es in zahlreichen Branchen und Geschäftsbereichen:

  • Fertigung von Produkten
    Klassisch wird in der Fertigungsindustrie das Verhältnis der hergestellten Waren zur Anzahl der eingesetzten Arbeitsstunden oder Mitarbeiter gemessen.
  • Zustellung von Paketen
    Im Zustellungsdienst wird so das Verhältnis der gelieferten Pakete zur Anzahl der eingesetzten Lieferfahrzeuge oder Mitarbeiter abgebildet. Das zeigt, wie effizient ein Zusteller ist.
  • Bearbeitung von Ackerfläche
    In der Landwirtschaft zeigt das Verhältnis der produzierten landwirtschaftlichen Produkte zur Anzahl der eingesetzten Arbeitskräfte oder Maschinen, wie produktiv gewirtschaftet wird.
  • Fläche im Handel
    Im Einzelhandel misst man zum Beispiel das Verhältnis der verkauften Waren zur Fläche des Geschäfts. Dies gibt Aufschluss darüber, wie effizient die Fläche genutzt wird, um Umsatz zu erzielen.
  • Betreuung von Gästen
    In der Hotellerie oder im Tourismus kann die Arbeitsproduktivität helfen, um zu erkennen, wie ausgelastet die Hotelbetten sind und wie viele Mitarbeiter dafür benötigt werden.
  • Pflege von Patienten
    Im Gesundheitswesen lassen sich mithilfe der Formel die erbrachten medizinischen Leistungen zur Anzahl der Mitarbeiter oder der Betten ins Verhältnis setzen.

Die Beispiele zeigen: Die Berechnung der Arbeitsproduktivität ist ein wichtiges Werkzeug zur strategischen Unternehmensführung, um die Effizienz der Ressourcennutzung zu bewerten und zu verbessern.

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Wie lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern?

Egal, ob Führungskraft oder Mitarbeiter: In der Regel wollen beide ihre Arbeitsproduktivität steigern. Chefs wünschen sich gute Leistungen mit entsprechend hohem Output; Mitarbeiter können sich so von anderen abheben, den eigenen Mehrwert beweisen und eine Gehaltserhöhung durchsetzen.

Wie aber lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern? Ein paar Tipps…

1. Ablenkungen vermeiden

Ablenkungen und unkonzentriertes Arbeiten senken die Produktivität. Schalten Sie entsprechende Störquellen oder Zeitfresser, wie Lärm oder E-Mails während der Arbeit aus. Ganz wichtig: Widmen Sie sich stets voll und ganz der Aufgabe und vergessen Sie Multitasking – funktioniert nicht!

2. Pausen machen

Klingt widersprüchlich, erklärt sich aber durch das sogenannte Pausen-Paradox: Wer öfter Pausen macht, schafft mehr. Alle 90 Minuten braucht das Gehirn eine Pause. Dabei können wir uns regenerieren und arbeiten danach umso effektiver.

3. Prioritäten setzen

Prioritäten sorgen für mehr Arbeitsproduktivität, weil sie ebenfalls Ablenkungen und unnötige Zeitverschwendung verhindert. Etablieren Sie ein System oder eine Selbstmanagement-Methode, um für unterschiedliche Arbeitsintervalle sinnvolle Prioritäten zu setzen (siehe: Pomodoro-Technik).

4. Routinen schaffen

Wiederkehrende Abläufe beschleunigen die Arbeit und steigern so die Produktivität. Eine gute Technik dafür ist das sogenannte Batching: Hierbei werden gleichartige Aufgaben gebündelt und am Tag in einem Block zusammengelegt. Das erzeugt Mini-Routinen, die die Effektivität deutlich steigern.

5. Einsatz verbessern

Die Arbeitsproduktivität lässt sich ebenfalls steigern durch einen besseren Einsatz der Betriebsmittel. Egal, ob Werkzeuge, Maschinen oder Laptop: Je besser Sie diese Tools beherrschen und nutzen, desto produktiver arbeiten Sie. Unsere Empfehlung sind zum Beispiel sog. Shortcuts (Tastenkombinationen) für etwaige Software lernen und zu nutzen.

6. Wertschätzung beweisen

Nichts motiviert Mitarbeiter mehr als aufrichtige Wertschätzung. Anerkennung steigert nachweislich die Produktivität und sorgt für größere Loyalität. Merke: „Mitarbeiter kommen für den Job und gehen wegen des Chefs.“ Motivierte Mitarbeiter erbringen nicht nur bessere Leistungen, sie sind auch seltener krank.

7. Mitarbeiter weiterbilden

Bildung lohnt sich – doppelt: Je besser Mitarbeiter ausgebildet sind, desto bessere Leistungen können sie erbringen – oder desto weniger Fehler machen sie. Fachkräfte mit frischem Know-how sind zudem in der Lage, Prozesse zu optimieren. Die gezielte Weiterbildung von Mitarbeitern fördert die Produktivität nachhaltig. Das kann durch interne Schulungen, Workshops oder externe Seminare geschehen.

8. Arbeitsplätze optimieren

Die Ergonomie am Arbeitsplatz hat einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Arbeitsproduktivität. Konzerne wie Google, Apple oder Facebook machen es vor: In einem optimierten Büro arbeiten Mitarbeiter länger und leisten auch gerne Überstunden.

Arbeitsproduktivität steigern, Ergonomie am Arbeitsplatz, Tipps

9. Anreizsysteme schaffen

Auch Leistungsanreize können die Arbeitsproduktivität steigern. Das können finanzielle Anreize wie Prämien oder Boni sein – oder verkürzte Arbeitszeiten und bezahlte Sabbaticals. Allerdings handelt es sich dabei um extrinsische Motivatoren, die oft nur kurzfristig wirken. Besser ist immer, die intrinsische Motivation der Mitarbeiter zu fördern.

Warum sinkt die Arbeitsproduktivität?

Sinkt die Arbeitsproduktivität sollten Sie Ursachenforschung betreiben. Oft kommen mehrere Ursachen zusammen. Die zwei häufigsten Gründe für ein Sinken der Produktivität sind:

  1. Langsamere Arbeit
    Geht der Output bei gleicher Arbeitszeit zurück, kann das an abnehmender Motivation der Mitarbeiter liegen oder an zunehmender Bürokratie und ineffizienten Abläufen. Klassische Zeitkiller sind Meetings oder E-Mails. Oft lässt sich die Arbeitsproduktivität steigern, indem Sie solche Hemmnisse abbauen.
  2. Probleme in der Produktion
    Häufige Aussetzer oder gar der Stillstand von Maschinen sowie schlechte Absprachen mit Kunden führen ebenfalls zu Verzögerungen und sind Produktivitätskiller. Vermeiden lassen sich dies durch regelmäßige Wartung und Prozesskontrollen.


Arbeitsproduktivität Vor- und Nachteile

Wie jede Kennzahl hat auch die Arbeitsproduktivität ihre Stärken und Schwächen. Bevor Sie die Methode einsetzen, sollten Sie sich die spezifischen Vor- und Nachteile bewusst machen:

Vorteile der Arbeitsproduktivität

  • Effizienzsteigerung
    Das Messen ermöglicht es Unternehmen, ihre Ressourcen effizienter zu nutzen, was zu Kosteneinsparungen und verbesserten Geschäftsergebnissen führt.
  • Wettbewerbsvorteil
    Unternehmen mit hoher Arbeitsproduktivität können sich von der Konkurrenz abheben und einen Wettbewerbsvorteil erzielen.
  • Optimierung
    Die Arbeitsproduktivität kann einfach berechnet werden. Durch die Messung ermitteln Unternehmen Unterschiede zwischen Soll- und Ist-Werten und damit Optimierungspotenziale.
  • Entscheidungsgrundlage
    Die Arbeitsproduktivität ist eine quantifizierbare Grundlage für Entscheidungen, mit der sich zudem die Wirksamkeit unterschiedlicher Maßnahmen beurteilen lässt.

Nachteile der Arbeitsproduktivität

  • Überfokussierung
    Die Betonung der Arbeitsproduktivität kann dazu führen, dass andere wichtige Aspekte wie Mitarbeiterzufriedenheit, Qualität der Arbeit und Innovation vernachlässigt werden.
  • Fehlinterpretation
    Ist die Arbeitsproduktivität der einzige Maßstab für die Leistung von Mitarbeitern, kann das Mitarbeiter unter Druck setzen und sogar demotivieren.
  • Messbarkeit
    In vielen kreativen Branchen ist der Output kaum quantitativ zu beschreiben. Arbeitseinsatz und Arbeitsergebnis lassen sich nicht so einfach ins Verhältnis setzen. Die Arbeitsproduktivität ist eben nur eine Teilproduktivität.

Nicht wenige Betriebe und Vorgesetzte nutzen die Messgröße auch, um einzelne Mitarbeiter unter Druck zu setzen oder vermeintlich unproduktive Kollegen loszuwerden. Das ist kontraproduktiv und wirkt negativ auf das Betriebsklima.

Kritik an der Arbeitsproduktivität

Grundsätzlich gilt: Die Kennzahl sollte nicht überbewertet werden. Gleich mehrere Aspekte reduzieren deren Aussagekraft. Die Formel für die Arbeitsproduktivität enthält weder die Lohnkosten der Mitarbeiter, noch die genutzten Maschinen, Arbeitsmittel oder Materialien. Auch fehlerfreie bzw. fehlerhafte Ergebnisse bleiben unberücksichtigt. Fehlt es an Aufträgen oder kommt es zu maschinellen Schwierigkeiten, sinkt zwar die Arbeitsproduktivität. Das heißt aber nicht, dass das die Schuld der Mitarbeiter wäre und diese unproduktiv arbeiten.

Die Kennzahl sollte daher nur in einem vorher festgelegten Kontext sowie in Kombination mit anderen Messgrößen genutzt werden. Ein wirklich aussagekräftiges und belastbares Ergebnis zur Produktivität der Belegschaft liefert sie nicht. Bei klaren Stückzahlen kann die Formel und Kennzahl helfen, bei Denkarbeit und kreativen Berufen ist sie tendenziell unbrauchbar.


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