Zeitkiller: Diese bitte vermeiden

Carpe diem! – Nutze den Tag. Ein schöner Appell – und zugleich ein zutiefst gerechter. Denn jedem Menschen steht dazu pro Tag dieselbe Zeit zur Verfügung: 24 Stunden. Theoretisch. Was den Unterschied macht, sind die heimlichen Zeitkiller, die eine kurze Pause von zehn Minuten in mehrere Stunden Zeitverschwendung verwandeln können. Vor allem im Job sind Zeitkiller ein Problem – etwa dann, wenn durch sie unser Pensum nicht mehr schaffen oder schlimmer: immer fauler aussehen. Umso wichtiger ist es, seine persönlichen Zeitkiller frühzeitig zu erkennen und ihren Einfluss auf den Berufsalltag zu minimieren beziehungsweise diese komplett aus dem Berufsleben zu verbannen. Deshalb: Achten Sie auf diese Zeitkiller…

Zeitkiller: Diese bitte vermeiden

Zeitkiller: Die Zeit richtig nutzen

Vor allem junge Menschen machen sich kaum Gedanken darüber, womit und wozu sie ihre Zeit verbringen – es gibt ja noch genug davon. Mit dem Alter und in der Rückschau sieht das oft ganz anders aus. So mancher bereut, seine Zeit nicht besser genutzt zu haben.

Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, Freizeit (im Wortsinn) zu genießen oder beim Müßiggang zu verdaddeln. Das süße Nichtstun ist schließlich auch hohe Kunst.

Aber spätestens im Arbeitsleben gilt es, das Beste aus seiner verfügbaren Zeit zu machen. Leider machen es einem das die Kollegen, Strukturen und Routinen nicht immer leicht: Endlos lange und sinnlose Meetings, benutzerunfreundliche SAP-Oberflächen oder Software-Ausfälle rauben kostbare Zeit oder zwingen die Beschäftigten zum Absitzen derselben. Dagegen ist wenig zu machen.

Daneben gibt es aber eben noch die selbsterschaffenen Zeitfresser. Manche davon bleiben regelmäßig unerkannt. Und am Ende fragen sich die Betroffenen: Wo ist nur die Zeit geblieben? Oder: Warum bleibt so wenig Tag am Rest der Arbeit?

Da hilft dann nur noch, sich den Tagesablauf bewusst zu machen, die Zeitkiller als solche entlarven und künftig zu vermeiden.

Die häufigsten Zeitkiller

  1. Computerspiele und Apps

    Zugegeben, manche Apps sind nützlich; auch Computerspiele können zuweilen helfen, vom Stress abzuschalten. In Maßen können Sie sogar produktiver machen. Doch das ändert nichts daran, dass oft viel Zeit mit ihnen vergeudet wird – auch während der Arbeitszeit. Neuerdings etwa, um Pokémons aufzuspüren oder anzulocken.

  2. Soziale Netzwerke

    Was machen eigentlich die vielen Menschen tagsüber in den sozialen Netzen, haben die keinen Job? Die Frage muss man sich manchmal stellen, angesichts der vielen Posts die zwischen 9 und 17 auf Facebook, Twitter oder Instagram erscheinen. Besonders verräterisch sind die vielen Beiträge, der achso erfolgreichen Berater und Coaches auf Xing & Co., die tagsüber zwar alles kommentieren, damit de facto aber nur dokumentieren, dass sie wohl gerade keine Kunden haben. Und das jeden Tag.

    Soll heißen: Es ist nicht gegen die virtuelle Pflege von Beziehungen einzuwenden. Vitamin B schadet bekanntlich nur dem, der keines hat. Doch lassen sich viele inzwischen von ihren Smartphones mehrmals pro Stunde von der Arbeit ablenken, sobald eine neue Benachrichtigung auf dem Bildschirm erscheint. Dabei wird viel kostbare Zeit einfach verdaddelt. Gesteigert wird das nur noch durch Endlos-Diskussionen mit Menschen, die uns eigentlich egal sein sollten.

  3. Tratsch und andere sinnlose Gespräche

    Nichts spricht gegen leichte Unterhaltung und Smalltalk unter Kollegen – beides stärkt die sozialen Bindungen untereinander. Zum Zeitkiller werden diese aber, wenn dabei immerzu nur um Gerüchte, Lästereien, Klatsch oder Gemecker über die Arbeit geht. Besonders sinnlos wird es, wenn solche Gespräche über Belanglosigkeiten auch noch zu handfesten Meinungsverschiedenheiten und Streit ausufern. Der kostet dann richtig viel Zeit.

  4. E-Mails

    Laut einer Umfrage nimmt das Beantworten von E-Mails bei 43,5 Prozent der Befragen eine bis zwei Stunden pro Tag in Anspruch. Auch in Deutschland verschicken Angestellte rund 600 E-Mails pro Monat, das sind rund eineinhalb Arbeitsstunden jeden Tag. Selbstverständlich gehören Anfragen und sonstiger Schriftverkehr zum Büroalltag. Es sind aber bei weitem nicht alle E-Mails wichtig – und eben die rauben dann auch die meiste Zeit.

  5. Meetings

    Es wurde oben schon angesprochen: Meetings gehören in vielen Jobs zu den größten Zeitkillern und Zeitverschwendern. Bestätigt wird das sogar durch eine Studie: Rund 15 Prozent der Arbeitszeit gehen dadurch im Schnitt pro Woche verloren, bei Topmanagern sind es sogar 50 Prozent. Tatsächlich finden viele Meetings nicht mal aus Notwendigkeit statt, sondern aus Gewohnheit.

  6. Prokrastination

    Das Aufschieben von unangenehmen und zeitraubenden Aufgaben mag Ihnen zunächst als Zeitersparnis vorkommen. Es ist aber einer der häufigsten Zeitkiller im Alltag. Durch die Prokrastination verschwindet die Aufgabe nicht, im Gegenteil: Sie werden sich stattdessen andere Aufgaben suchen, die scheinbar wichtiger sind und eben dadurch unnötige Zeit verschwenden. Sicher, manchmal erledigt sich die unangenehme Aufgabe so von selbst, häufiger aber verwandelt sich das Aufschieben zu einem Aufgabenberg, der stetig wächst.

  7. Ungeliebter Job

    Dies ist vermutlich der größte Zeitkiller – er kann im schlimmsten Fall Jahre oder Jahrzehnte kosten, ohne – abgesehen von der Bezahlung – einen wirklichen Nutzen für die Zukunft zu bringen. Stattdessen folgen nur Frust, Krankheiten, Reue oder gar einen Burnout. Dennoch zwingen sich zahlreiche Menschen jeden Tag in ein Büro und in eine Arbeit, die ihnen überhaupt keine Freud (mehr) macht. Die Gründe für den Veränderungsunwillen: Angst, Bequemlichkeit, Schwäche, fehlende Ziele.

    Sind Sie aber durchaus in der Lage, die Situation zu verändern. Vielleicht nicht sofort, aber mit der Zeit. Ein Hobby zum Beruf zu machen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, den Arbeitsplatz zu wechseln oder eine Umschulung zu absolvieren – die Liste der Möglichkeiten ist lang. Am wichtigsten ist es, den ersten Schritt zu machen.

[Bildnachweis: Bashigo by Shutterstock.com]
27. Juli 2016 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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