Love it, leave it or change it: Die Wahl haben Sie immer

Sie kennen vielleicht das Bonmot Love it, leave it or change it. Auf den ersten Blick klingt das nach typischem Zen-Geschwurbel, nach einem Simplify-your-brain-Tipp aus dem Abreißkalender vom Donnerstag. Aber 1988. Doch es stimmt. Egal, was einem stinkt – im Beruf, im Privatleben: Es bleiben nur diese drei Alternativen. Ändern Sie Ursachen (oder Sie sich selbst); lernen Sie die Sache zu lieben – oder ziehen Sie weiter. So oder so: Treffen Sie eine Entscheidung! Denn das ist das eigentliche Geheimnis des Glücklichseins…

Love it, leave it or change it: Die Wahl haben Sie immer

Der Weg aus dem Tal des Jammerns

Jeder ist seines Glückes Schmied – so lautet eine alte Volksweisheit, die uns schon in der Schule eingetrichtert wird. Dort allerdings auf dem Hintergrund, dass wir nur gründlich aufpassen und fleißig lernen müssen und schon klappt es mit dem beruflichen Erfolg – und damit letzten Endes auch mit dem privaten.

Dass diese einfache Gleichung jedoch nicht immer aufgeht, zeigen Studien und Untersuchungen: Laut Angaben von Statista.de bezeichnet sich nur ungefähr jeder vierte Deutsche als rundum glücklich und auch im Ranking der Länder mit den glücklichsten Einwohnern hat es Deutschland in den vergangenen Jahren nie in der Top Ten geschafft.

Woran liegt das?

Psychologen gehen davon aus, dass eine selbstgewählte Opferrolle entscheidend dabei ist, ob wir glücklich werden und bleiben. Denn das Leben in der Opferrolle ist einfach:

Ich würde ja gerne etwas an meinem Job ändern, aber heutzutage muss man froh sein, wenn man überhaupt einen Job bekommt.

So oder so ähnlich lauten die Ausflüchte, die wir uns gerne einreden, statt aktiv zu werden. Genau davor bewahrt uns ja die Rolle als Opfer der äußeren Umstände.

Die Love it, leave it or change it-Methode soll daran etwas ändern, indem sie uns Wege aufzeigt, wie wir aus einer scheinbar verfahrenen Lebenssituation wieder herausfinden. Und das geht so…

Love it, leave it or change it: So treffen Sie die Entscheidung

Love it, change it or leave it – das geht im Grunde ganz einfach. In der Theorie. In der Praxis – zugegeben – kostet uns das deutlich mehr Anstrengung. Jede der drei Entscheidungen führt uns letztlich aus der eigenen Komfortzone heraus – oder zwingt uns, dem Jammern Taten folgen zu lassen.

Flussdiagramm love it leave it change it Grafik

So sieht das im Einzelnen aus…

Love it

Die Methode startet mit Selbstreflexion. Im ersten Schritt geht es darum, die aktuelle Situation zu evaluieren: Ist sie wirklich so schlecht wie Sie denken oder nehmen Sie sie nur so wahr, weil Sie sich schon so sehr an die Opferrolle gewöhnt haben?

Folgende Fragen sollen dabei helfen, die Situation zu bewerten:

  • Welche positiven Seiten gibt es in der betreffenden Situation für mich?
  • Wann langweile ich mich besonders?
  • In welcher Situation mache ich die meisten Fehler?
  • Hat die Situation einen Lerneffekt für mich?
  • Würde mir etwas fehlen, wenn ich die Situation ändern oder verlassen würde?
  • Kann ich die Situation vermeiden?
  • Hätte das negative Folgen für mich?

Love it bedeutet aber auch, dass Sie Dinge, die Sie nicht ändern können, hinnehmen müssen. Um daran nicht zu verzweifeln, müssen Sie diese auch schätzen lernen – oder wenigstens lernen, die guten Seiten an der Situation zu erkennen und anzunehmen. Und das kann so funktionieren:

  • Kann ich einen Weg finden, besser mit der Situation umzugehen?
  • Was fehlt mir, damit ich die Situation besser meistern kann?
  • Gibt es einen Weg, um sie für mich erträglicher zu machen?

Kommen Sie nach der Beantwortung dieser Fragen zu dem Ergebnis, dass es bei näherer Betrachtung doch gar nicht so schlimm ist, wie Sie ursprünglich dachten, hat sich Ihr Problem zum Großteil erledigt. Dann müssen Sie gar nichts an der Situation an sich, sondern lediglich an Ihrer Betrachtungsweise ändern.

Leave it

Zeigen die Antworten auf die oben genannten Fragen allerdings, dass Sie nicht glücklich werden können mit den aktuellen Gegebenheiten, sollten Sie nicht länger daran festhalten, sondern sie verlassen.

Eins ist nämlich sicher: Eine Situation, die Sie auf Dauer belastet, schadet nicht nur Ihrer Laune, sondern auch Ihrer Gesundheit. Ein Job oder eine Beziehung, die uns nicht mehr erfüllt, sondern hauptsächlich belastet, löst in uns den ungesunden Distress aus. Und der kann gewaltige Folgen für unsere Gesundheit haben. Angefangen bei Schlafstörungen, über einen veränderten Hormonhaushalt bis schließlich zum Burnout.

Ob Sie bereit sind, die Initiative zu ergreifen und die derzeitige Situation zu ändern, kann Ihnen die Antwort auf die folgenden Fragen verraten:

  • Bin ich bereit dazu, die Situation zu verlassen?
  • Welche Schritte muss ich dazu unternehmen?
  • Was muss ich dafür in Kauf nehmen?
  • Gibt es Risiken, die auf mich zukommen, wenn ich die Situation verlasse?
  • Wann möchte ich aus der aktuellen Situation heraus?
  • Gibt es einen Weg, in Zukunft nicht mehr in diese Situation zu kommen?

Change it

Sie sind noch nicht bereit dazu, die aktuelle Situation zu verlassen (leave), können aber auch keine Begeisterung (love) dafür aufbringen? Dann gibt es noch einen dritten Weg, den Sie ausprobieren können.

  • Will ich etwas an der Situation ändern?
  • Was genau soll das sein?
  • Was stört mich an der Situation?
  • Gibt es äußere Umstände, die sich ebenfalls ändern müssten?
  • Wie soll das Endergebnis aussehen?
  • Kann ich mich selbst verändern?
  • Wie könnte das aussehen?
  • Gibt es etwas, das ich dazu lernen muss?
  • Möchte ich etwas Neues lernen?
  • Wie kann ich das Ziel erreichen?
  • Kann mir Jemand dabei helfen?
  • Bis wann soll die Veränderung abgeschlossen sein?

Die 4 Phasen jedes Veränderungsprozesses

Meist teilt sich der Veränderungsprozess in vier verschiedene Phasen auf:

  1. Euphorie

    Sie sind guter Dinge, dass sich die Situation schnell ändert und diese Vorfreude beflügelt Sie sehr stark.

  2. Desillusionierung

    Nach einiger Zeit stellen Sie fest, dass es doch nicht so schnell geht, wie Sie anfangs gehofft haben. Diese Phase ist ziemlich gefährlich. Häufiges Hinterfragen führt nämlich in vielen Fällen dazu, dass das Experiment abgebrochen wird.

  3. Lernen

    Wenn Sie die zweite Phase durchgestanden haben, wird es besser. Sie merken, dass Sie Fortschritte machen und mit Durchsetzungskraft vieles möglich ist.

  4. Leistung

    Sie haben es geschafft! Die Veränderungen sind geglückt und Sie können Ihr neues Wissen oder Ihre neu gelernten Verhaltensweisen ausprobieren und täglich anwenden.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
4. März 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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