Leistungstest: Arten, Übungen, Tipps zur Vorbereitung

Der Leistungstest spielt bei der Personalauswahl oder beim Sport eine große Rolle. Im Gegensatz zu einem Persönlichkeitstest werden hierbei vorhandene Fähigkeiten und deren Ausmaß geprüft. Um ihre Leistungsfähigkeit zu testen, erhalten Bewerber Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen, die sie – meist unter Zeitdruck – lösen müssen. Wir zeigen, mit welchen Tests und Übungen sich rechnen sollten und wie Sie sich darauf perfekt vorbereiten, um den Leistungstest zu meistern…

Leistungstest: Arten, Übungen, Tipps zur Vorbereitung

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Was prüft ein Leistungstest?

Der Leistungstest ist ein diagnostisches Verfahren bei der Auswahl von Bewerbern oder Sportlern. Er kommt aber auch in der Verkehrspsychologie, bei Lernschwierigkeiten oder in der klinischen Diagnostik vor. Getestet werden unterschiedliche Leistungsmerkmale – physische, psychische und kognitive Fähigkeiten. Ein Leistungstest misst vor allem das Ausmaß und Leistungsvermögen vorhandener (!) Fähigkeiten. Im Gegensatz dazu prüfen beispielsweise Persönlichkeitstests, ob bestimmte Soft Skills überhaupt vorhanden sind.

Leistungstests gibt es in drei wesentlichen Arten:

  1. Physischer Leistungstest
    Hierbei wird die individuelle Leistungsfähigkeit zum Beispiel bei Ausdauer- oder Leistungssportlern ermittelt („Sporttest“).
  2. Psychischer Leistungstest
    In der Psychologie verfolgen Leistungstests unterschiedliche Ziele. Mal soll die grundsätzliche Leistungsfähigkeit oder psychologische Tauglichkeit festgestellt werden (z.B. bei der Fahrerlaubnis), mal geht es um allgemeine Belastbarkeit oder Aufmerksamkeit.
  3. Kognitiver Leistungstest
    Er ist artverwandt mit Eignungstests, Einstellungstests und Intelligenztests. In diesen Prüfungen und Übungen werden meist Konzentrations- und Merkfähigkeit, logisches oder räumliches Denken sowie mathematische und sprachliche Kompetenzen geprüft.

Für Bewerber lässt sich nicht immer vorhersagen, auf welche Variante Sie in Bewerbung beziehungsweise im Vorstellungsgespräch treffen. Nicht zuletzt hängt dies vom angestrebten Job, den späteren Aufgaben und der vorhandenen Qualifikation oder Berufserfahrung ab.

Kognitiver Leistungstest: Aufgabenbereiche

Durch den Leistungstest wollen sich Personaler ein besseres Bild von der Breite und dem Niveau der Kompetenzen eines Kandidaten verschaffen. Dazu kommen die Aufgaben aus unterschiedlichen Themen- und Leistungsbereichen:

Nach der Auswertung des Leistungstests können Personalverantwortliche ihre Einschätzung von Bewerbern verfeinern und anpassen – positiv wie negativ. Sehen Sie das sportlich: Es ist auch eine gute Chance, um sich von anderen Kandidaten abzuheben und durch eine besonders gute Leistung aufzufallen sowie im Gedächtnis zu bleiben.


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Was macht man bei einem Leistungstest?

Bei einem Leistungstest müssen die Teilnehmer in der Regel mehrere konkrete Aufgaben in einer vorgegebenen Zeit bewältigen. Schnelligkeit spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle wie die Anzahl der Fehler. Gerade im Bereich Allgemeinbildung sowie bei Mathe-Aufgaben gibt es ein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“.

Leistungstests können allerdings auch Aufgaben und Tests beinhalten, bei denen es um das Vorgehen oder Verhalten von Kandidaten geht. Zum Beispiel unter Stress. Oder bei scheinbar unlösbaren Schätzfragen, wie: „Wie viele Klavierstimmer hat Chicago? (siehe: Fermi-Fragen).

In diesen Fällen ist der Lösungsweg wichtiger als die (richtige) Lösung selbst. Personaler beobachten die Bewerber dabei ganz genau. Im Zentrum stehen dabei Fragen, wie:

  • Beginnt der Bewerber sofort – oder macht er erst einen Plan?
  • Werden Fehler in Kauf genommen, um viel zu schaffen?
  • Wie verhält sich ein Kandidat unter Druck?
  • Wann lässt die Konzentration nach?
  • Wie reagiert der Teilnehmer auf Ablenkungen?

Vorbereiten können sich Bewerber darauf am besten, indem Sie das Anforderungsprofil aus der Stellenanzeige genau studieren. Es verrät oft einiges über spätere Herausforderungen und welche Qualifikationen deshalb getestet werden.

Beim Leistungstest geht es nicht nur um Leistung

Lassen Sie sich von dem Begriff „Leistungstest“ nicht in die Irre führen. Zwar wird dabei generell Ihre Leistung in unterschiedlich relevanten Bereichen geprüft. Der Test gibt aber indirekt immer auch Einblick in die Persönlichkeit und Arbeitsweise von Teilnehmern. Auf Subebene spielen ebenso der Cultural Fit sowie Wertesysteme mit.

Um herauszufinden, ob Sie ins Team passen, werden im Leistungstest häufig Fragen eingebaut, die so gar nicht nach Leistung klingen. Zum Beispiel: „Beschreiben Sie sich in drei Worten!“ Oder: „Welche Rolle übernehmen Sie in einem Team?“ Oder: „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ Oder: „Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie selbstständig arbeiten Sie?“ Wann immer Sie solche Fragen entdecken, sollten Sie hellhörig werden. Um reine Leistung geht es jetzt nicht mehr.

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Konzentrationstest: Viele Aufgaben, wenig Zeit

Innerhalb eines Leistungstests steckt häufig ein sogenannter Konzentrationstest. Der Aufbau ist fast immer gleich: Sie bekommen eine Vielzahl von Aufgaben gestellt, die in einem festen zeitlichen Rahmen erledigt werden müssen. Das Zeitlimit ist dabei bewusst zu eng gesetzt. Heißt: Sie können unmöglich alle Aufgaben in der Zeit lösen.

Der Zeitdruck soll nicht nur den Stress steigern. Er erhöht auch die Fehleranfälligkeit. Vor allem zum Ende hin. Das wissen Personaler und achten daher besonders auf einsetzende Konzentrationsschwächen.

Konzentrationstest Beispiel + Übung

Eine andere Variante des Konzentrations- und Leistungstests sind lange Reihen von Symbolen, Figuren oder Buchstaben. Als Bewerber müssen Sie darin die gesuchten Zeichen finden und markieren. Zum Beispiel: Finden und zählen Sie jeden Buchstaben „p“ in der folgenden Liste – in 30 Sekunden!

Leistungstest Konzentration Uebung Test Beispiel

Die Aufgabe ist in dieser Zeit nicht zu schaffen – jedenfalls nicht mit einem gewissenhaft, geprüften Ergebnis. Der Trick bei solchen Aufgaben ist: Ruhe bewahren und lieber sorgfältig arbeiten, statt die Zeitvorgabe einhalten. Wer in Panik oder Hektik verfällt, demonstriert nur, dass er oder sie weder konzentriert arbeiten noch mit dem Druck umgehen kann.

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Leistungstest vorbereiten: Tipps + Links

Ein umfangreicher Leistungstest kommt in der Regel nicht völlig unerwartet. Meist wird er angekündigt – oder Sie merken es schon an der geplanten Zeit für ein Vorstellungsgespräch. Das dauert im Schnitt 45-60 Minuten. Werden dafür 2-3 Stunden eingeplant, sollten Sie mit einem Leistungstest oder (Mini-) Assessment Center rechnen. Das wiederum lässt sich gut vorbereiten.

Die meisten Aufgaben, die in einem Leistungstest auf Sie zukommen, lassen sich trainieren. Je häufiger Sie diese üben (Links finden Sie am Ende des Artikels), desto besser werden Sie darin. Dies gilt besonders für logisches Denken, mathematische Aufgaben sowie Konzentrationstests. Zudem verringern Sie Ihre Unsicherheit, wenn Sie schon eine Vorstellung davon haben, wie der Leistungstest abläuft und mit welchen Aufgaben Sie konfrontiert werden.

Zur Vorbereitung können Sie ebenso Online-Kurse buchen oder Übungen im Internet absolvieren. Idealerweise suchen Sie zum Anforderungsprofil passende Tests und Fragen heraus und stellen eine Prüfungssituation nach – unter realem Zeitdruck. Der Aufwand macht sich bezahlt: Die meisten schneiden danach im echten Leistungstest besser ab.

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[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]

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