Interim Manager Interim Management Tagessätze
Lieben Sie die Abwechslung? Haben Sie eine schnelle Auffassungsgabe und scheuen keine neuen Herausforderungen? Dann ist eine berufliche Tätigkeit als Interim Manager vielleicht genau das Richtige für Sie. Gefragt sind Human Resources Führungskräfte mit Expertise in den Bereichen Change Management und Projektmanagement, die sich durch Erfahrung und Flexibilität auszeichnen. Was Sie sonst noch über Interim Manager und das Interim Management wissen sollten...

Interim Management Definition: Führung in der Übergangsphase

Der Begriff Interim Management (von lateinisch ad interim = unterdessen, einstweilen) bezeichnet eine Art der Führung, die zeitlich befristet ist. Gelegentlich wird statt Interim Management auch die Abkürzung MAZ, Management-auf-Zeit, benutzt.

Geschützt ist der Begriff allerdings nicht: während sich einerseits jeder Interim Manager nennen kann, der seine Führungsqualitäten zeitlich begrenzt in einem Unternehmen für ein Projekt zur Verfügung stellt, knüpft die Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. (DDIM) vor allem die vormalige Position an die Bezeichnung: Es gelten nur solche als Interim Manager, die zuvor auf der ersten oder zweiten Führungsebene tätig waren.

Ein Interim Manager (auch: Interimsmanager) übernimmt für die Dauer einer Problemlösung die Verantwortung in einem Unternehmen. Verglichen werden Interim Manager mit Unternehmensberatungen, die allerdings im Gegensatz zu diesen auch gleich mit anpacken.

Zu lösende Aufgaben oder Projekte können der Einsatz nach einer Unternehmensübernahme sein, die Sanierung eines Unternehmens, die Optimierung von Produktionsabläufen, die Einführung einer neuen Software oder auch eine Neuaufstellung des Personalwesens.

Da Interimsmanager zügig eingesetzt werden - die Einsatzbereitschaft liegt zwischen wenigen Tagen oder maximal Wochen - werden sie auch als "Feuerwehr" der Unternehmensleitung gesehen. Häufig obliegen ihnen auch sogenannte Dirty Jobs, also Umstrukturierungen oder gar Schließungen von Unternehmen.

Wann immer es personelle Engpässe gibt, beispielsweise durch ein Sabbatical oder eine Schwangerschaft, wird gerne auf sie zurückgegriffen. Allerdings lässt sich ebenso ein vermehrter Rückgriff auf Interim Manager aufgrund von Fachkräftemangel beobachten, so dass sich die Dauer der Beschäftigung danach richtet, wann ein geeigneter Kandidat für die Position gefunden wurde.

Anforderungen an Interim Manager

Es liegt auf der Hand, dass angesichts so einer Fülle an Aufgaben vor allem eins notwendig ist: Erfahrung. Interim Manager sind daher auch eher die Senioren unter den Arbeitnehmern, nicht selten zwischen 45 und 60 Jahre alt.

Gleichzeitig findet langsam eine Entwicklung statt; sowohl Nachwuchskräfte ab Mitte dreißig als auch zunehmend mehr Frauen arbeiten als Interim Manager.

Da der Arbeitseinsatz eines Interim Managers zwischen wenigen Wochen und einigen Jahren dauert und dann ein anderer Bereich in einem anderen Unternehmen folgt, ist der Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Wer als Interimsmanager arbeiten möchte, sollte vor allem diese Voraussetzungen mitbringen:

  • Auffassungsgabe: Sie müssen in der Lage sein, binnen vergleichbar kurzer Zeit in einem neuen Umfeld die Probleme analysieren und passende Lösungen anbieten zu können. Dazu gehören Entscheidungsfreude, aber auch Ergebnis- und Zeitorientierung.
  • Flexibilität: Ein Interim Manager sollte sowohl geistig als auch körperlich fit genug sein, um sich nach kurzer Zeit auf ein neues Projekt beziehungsweise einen neuen Aufgabenbereich einzulassen.
  • Finanzen: Da die Einnahmen eher unregelmäßig sind, sollte ein Interim Manager finanziell gut aufgestellt sein, um etwaige "Durststrecken" auffangen zu können.
  • Einsatz: Ein Interimsmanager sollte sich auf Überstunden einstellen: 10-Stunden-Tage in einer 6-Tage-Woche sind keine Seltenheit. Auch das vorübergehende Leben im Hotel, die zurückgefahrenen sozialen Kontakte müssen in Kauf genommen werden, da Projekte häufig zu weit vom Wohnort entfernt sind. Auf der Haben-Seite stehen dann allerdings durchschnittlich lediglich 140 Arbeitstage im Jahr.
  • Netzwerke: Zwischen 60 und 80 Prozent aller zukünftigen Einsatzbereiche rekrutiert ein Interim Manager über sein Netzwerk. Das Netzwerk sollte also groß und gut gepflegt sein.
  • Präsentation: Ein Interim Manager ist stark im Eigenmarketing. Er sollte ganz genau um seine Fähigkeiten und Kenntnisse wissen, sich entsprechend souverän und überzeugend verkaufen können.

Wer über eine mehrjährige Erfahrung im Management verfügt - üblicherweise mindestens fünf bis sechs Jahre - und diese Bedingungen reizvoll findet, muss sich allerdings auch bewusst machen, dass hier kein klassischer Karrierepfad beschritten wird. In diesem Bereich erfolgt keine vertikale Karriere, sondern eine horizontale; Sie arbeiten also auf derselben Ebene wie bisher oder sogar etwas darunter.

Darüber hinaus sind soziale Kompetenzen von großer Bedeutung. Ein Interim Manager muss sich immer wieder aufs Neue auf fremde Mitarbeiter einstellen können. Als Interim Manager tragen Sie hohe Verantwortung; Empathie und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, beispielsweise in schwierigen Sanierungsphasen, sind ein absolutes Muss.

Interim Management: Tagessätze eines Interim Managers

Gemäß des unternehmerischen Risikos sind die Tagessätze eines Interim Managers relativ üppig. Als Orientierung gilt knapp ein Prozent des Jahresgehaltes, das in dieser Position gezahlt würde. Letztlich sind die Tagessätze am Umfang und der Verantwortung der Tätigkeit ausgerichtet und durchaus abhängig vom Einsatzort.

Im europäischen Vergleich etwa liegt Deutschland mit einem durchschnittlichen Tagessatz von 907 Euro an der Spitze - andernorts verdient ein Interim Manager nur 566 Euro (Italien).

Je nach Qualifikation und Position (etwa auf der Geschäftsführerebene) können Tagessätze bei 1.000 bis 3.000 Euro plus Spesen, Mehrwertsteuer und gegebenenfalls Erfolgsbeteiligung liegen.

Management Jobs: Berufliche Perspektive

In Deutschland werden Interim Manager häufig in größeren mittelständischen und industriellen Unternehmen tätig. Wie bereits angemerkt, ist vor allem das eigene Netzwerk das wichtigste Kapital, denn Jobs erfolgen häufig über Empfehlung.

Es gibt allerdings auch Sozietäten wie die DDIM, die Interessenvertretung für Interim Manager, oder Interim-Management-Provider. Die Kosten dafür schlagen die meisten Interim Manager dann zusätzlich auf den Tagessatz. Zu den größten Interim-Management-Providern gehören in Deutschland Unternehmen wie Atreus, Brainforce und Management Angels.

Einsatz eines Interim Managers: Pro & Contra

Ob sich der Einsatz eines Interim Managers lohnt, lässt sich schwer pauschal sagen. Zu sehr kommt es auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens und die persönlichen Qualifikationen der Führungskraft an.

Interim Management Tagessätze Interim Management JobsDennoch gilt es einige allgemeine Vorteile zu bedenken, die Interim Management ausmachen können:

  • Flexibilität

    Ein Interim Manager ist kurzfristig abkömmlich. Somit kann ein Unternehmen sehr schnell und am Bedarf orientiert einen Engpass ausgleichen. Der Interim Manager bleibt für die Dauer der Beendigung eines Projekts oder bis die vakante Position dauerhaft besetzt ist.

  • Kompetenz

    Das Unternehmen profitiert vom langjährigen Fachwissen und der Branchenkenntnis des Interim Managers. Das kann sich positiv bemerkbar machen, wenn es etwa darum geht, sich an veränderte Bedingungen am Markt anzupassen. Dieses Wissen bleibt dem Unternehmen und dem Team nach Beendigung des Projekts erhalten.

  • Kostensicherheit

    Die Ausgaben für einen Interim Manager lassen sich fest kalkulieren, da sie zumeist nach Tagessätzen gehen (ohne Sozialabgaben oder geldwerte Vorteile). Das bedeutet auch, dass nur die tatsächlich geleisteten Tage entlohnt werden.

  • Objektivität

    Ein Interim Manager hat den Blick von außen. Seine Entscheidungen sind nicht von Persönlichkeiten im Unternehmen oder der Etikette geprägt. Auch ist er keine Konkurrenz für interne Führungskräfte.

Interim Management Tagessätze Interim Management JobsAllerdings sind natürlich auch Nachteile beziehungsweise Probleme denkbar:

  • Auffassungsgabe

    Der Interim Manager benötigt eine deutlich längere Zeit sich in die Aufgabe einzuarbeiten.

  • Zeitrahmen

    Durch neu auftretende oder unterschätzte Probleme steigen die Ausgaben, können Fristen nicht eingehalten werden.

  • Finanzen

    Die Banken stimmen Investitions- und Sanierungskonzepten nicht zu, Pläne müssen über den Haufen geworfen werden.

  • Akzeptanz

    Die vorhandene Führungsebene und die Mitarbeiter akzeptieren den Interim Manager nicht.

  • Strukturen

    Bei Umstrukturierungen erfolgt keine ausreichende Kontrolle der veränderten Bereiche, es kommt zu alten Fehlern.

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