10 Probleme extrem intelligenter Menschen

Über hohe Intelligenz zu verfügen, ist für viele Menschen reizvoll, verspricht Hochbegabung doch die Lösung aller Probleme. Endlich sich mühelos wichtiges Wissen aneignen können, in der Lage sein, sämtliche Herausforderungen im Schlaf zu meistern und von dort aus erfolgreich in allen Lebenslagen durchstarten – so in etwa sieht die Vorstellung „Normalbegabter“ von extrem intelligenten Menschen aus und so würde ihr Leben an deren Stelle verlaufen. Was dabei ausgeblendet wird: So sorgenfrei und leicht ist das Leben hochintelligenter Personen nicht. Wir zeigen Ihnen 10 Probleme extrem intelligenter Menschen…

10 Probleme extrem intelligenter Menschen

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Extreme Intelligenz: Was macht sie aus?

Was Intelligenz ist und wie sie sich äußert, darüber streiten Gelehrte seit Jahrzehnten und länger. Das fängt bereits damit an, dass unklar ist, welche Kriterien als Maßstab für Intelligenz gelten sollen: Sind Menschen extrem intelligent, wenn sie über hohe Kompetenzen im mathematischen, sprachlichen, technischen oder gar musisch-künstlerischen Bereich verfügen? Oder spielt nicht doch die emotionale Intelligenz ebenfalls eine wichtige Rolle? Häufig werden Bereiche aus dem Bildungskanon herangezogen. Aber das ist ja nicht alles. Etwas platt ausgedrückt: Ein versierter Mathematiker, der fünf Fremdsprachen fließend spricht und phänomenal malen kann, muss noch lange kein guter Mensch sein.

Andere wie der Psychologe und Erziehungswissenschaftler Howard Gardner behaupten sogar, es gäbe neun verschiedene Formen von Intelligenz. Wird so argumentiert, ist klar, dass irgendwie alle Menschen intelligent sind, denn irgendeine Form wird schon zutreffen. Ebenfalls unbestritten ist jedoch, dass es abgesehen von unterschiedlicher Begabung Menschen gibt, die Herausragendes leisten. Denen scheinbar alles zufällt. Und das ist dann auch der größte gemeinsame Nenner aller Definitionsversuche: Intelligente Menschen zeichnen sich durch eine schnelle Verarbeitung von neuen Informationen und Reizen aus. Intelligenz ist die Zusammenfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit eines Menschen.

Gemessen wird diese Leistungsfähigkeit anhand von Intelligenztests, die den Intelligenzquotienten (IQ) ermitteln. Im Vordergrund steht hier die Schnelligkeit: Je schneller und korrekter komplexe Aufgaben gelöst werden können, desto intelligenter ist ein Mensch – bis hin zur Hochbegabung. Während die meisten Menschen einen IQ im Bereich von 85 bis 115 Punkten haben, gilt man ab einem IQ-Wert von 130 Punkten in Deutschland als hochbegabt.

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Extreme Intelligenz kann problematisch sein

Mit links im Sitzen einen Test zu absolvieren, ist für viele ein Traum – vor allem jene, die mit ständiger Prüfungsangst zu kämpfen haben. Solche Menschen können sich kaum vorstellen, dass es gar nicht immer so vorteilhaft ist, hochintelligent zu sein. Dass extrem intelligente Menschen auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Es kommt beispielsweise immer wieder vor, dass Menschen bereits zu Schulzeiten schlechte Schüler waren und auch im Erwachsenenalter keine nennenswerten beruflichen Erfolge vorweisen können.

Denn das ist der Trugschluss, dem viele Normalbegabte zum Opfer fallen: Nur weil jemand extrem intelligent ist, muss er nicht extrem erfolgreich sein. Im Gegenteil. Die sogenannten hochbegabten Underachiever sind in der Schule häufig durch störendes Verhalten aufgefallen. Sie langweilten sich im Unterricht, hatten Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und wurden nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse gefördert. Da sie auf diese Art keine oder nur mäßige Leistungsnachweise erbringen, fallen sie oft durch das Raster und schlagen sich auch später mehr schlecht als recht durchs Leben. Und das ist längst nicht alles. Nachfolgend haben wir weitere Schwierigkeiten aufgeführt. Das sind die typischen 10 Probleme extrem intelligenter Menschen…

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Sie hassen Smalltalk

10 Probleme Smalltalk

[Bildnachweis: sirtravelalot by Shutterstock.com]



Während andere sich stundenlang über das Wetter, den letzten Urlaub oder andere Belanglosigkeiten unterhalten können, ist Smalltalk für extrem intelligente eine einzige Qual. Nicht nur, dass sie solche Themen langweilig finden, sie wissen nicht, was sie dazu beitragen sollen. Ihnen fallen unzählige drängende Probleme auf dieser Welt ein, die sich zu diskutieren lohnen würden. Dabei geht es nicht nur Probleme wälzen. Hochintelligente Menschen tauschen sich gerne über vielfältige und komplexe Themen aus. Ewig lange könnten sie sich über Kunst und Philosophie und wirklich relevante Dinge austauschen. Allein: Es fehlt der Gesprächspartner. Das lässt sie bei anderen als seltsam, teilweise sogar unhöflich gelten.

Mehr dazu lesen Sie hier: Smalltalk-Tipps: Besser plaudern lernen

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Sie wirken auf andere arrogant

10 Probleme Arroganz

[Bildnachweis: Mark Nazhby Shutterstock.com]



Wer extrem intelligent ist, ist in der Lage Dinge zu vollbringen, die andere selbst in doppelt so viel Zeit nicht schaffen würden. Dabei geht es nicht um irgendwelche Kreuzworträtsel, sondern hochkomplexe Tätigkeiten, die komplizierte Lösungswege erfordern. Während das Team vielleicht schon seit einer Woche an einer Problemlösung arbeitet, guckt der Hochbegabte kurz drauf und sagt beiläufig, worin der bisherige Fehler bestand. Kommt sowas einmal vor, könnte man noch einen Glückstreffer vermuten. Passiert das regelmäßig, weiß man, dass man einem Crack gegenübersteht. Richtig unangenehm wird es, wenn diese Person dann ihre Leistungen herunterspielt und so tut, als wäre das nichts, obwohl die in Wirklichkeit phänomenal sind. Wenn Sie so jemand sind, dann handeln Sie vermutlich aus einer Bescheidenheit heraus. Andere, die sich jedoch ständig abmühen, sind neidisch und halten Sie schnell für arrogant.

Mehr dazu lesen Sie hier: Arroganz: Wie Hochmut schadet

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Sie langweilen sich schnell

10 Probleme Langeweile

[Bildnachweis: Rostislav_Sedlacekby Shutterstock.com]



Wer extrem intelligent ist, langweilt sich schnell – nicht nur in oberflächlichen Gesprächen mit anderen, sondern auch im Job. Denn das ist ja zentrales Merkmal von Hochbegabung: Neue Informationen und Tätigkeiten werden schnell erfasst und umgesetzt. Das heißt aber auch, dass extrem intelligente Menschen immer wieder neues Futter für ihr Hirn brauchen. Sie wollen beschäftigt werden, sich kreativ austoben. Normale Tätigkeiten, die sie bereits aus dem Effeff beherrschen, können das nicht leisten. Das führt dazu, dass ein eigentlich ganz normaler, angemessener Job plötzlich sterbenslangweilig wird und Sie als Betroffener sich fragen, ob Sie noch im richtigen Job arbeiten

Mehr dazu lesen Sie hier: Langeweile im Büro: Der Eintönigkeit entkommen

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Sie sind Perfektionisten

10 Probleme Perfektionist

[Bildnachweis: igorstevanovic by Shutterstock.com]



Andere geben sich schnell damit zufrieden, wenn eine Aufgabe erledigt ist und gehen zu neuen Tätigkeiten über. Ihnen ist so etwas ein Gräuel: Sie sehen, dass die vermeintlich abgeschlossene Aufgabe noch nicht ganz rund ist. Da geht noch was! Sie geben jeden Tag 100 Prozent – nicht weil Sie müssen, sondern weil Sie es können. Und weil Sie immer noch einen Makel erkennen. Erfahrungsgemäß reichen oft auch 80 Prozent, zumal dieser oft überzogene Perfektionismus häufig dazu führt, dass Deadlines nur mit Müh und Not oder auch gar nicht eingehalten werden können.

Mehr dazu lesen Sie hier: Perfektionismus: So befreien Sie sich von dem Zwang

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Sie sind Ihr schärfster Kritiker

10 Probleme Selbstkritik

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]



Wie bereits angesprochen, empfinden viele Hochbegabte ihr Können und ihr Wissen als gar nichts so Besonderes. Sie schließen umgekehrt sogar leicht von sich auf andere und vermuten, dass doch jeder so handeln würde und könnte. Dazu kommt, dass sie immer noch Beispiele von anderen Menschen sehen, die etwas können, was sie bewundern. Extrem intelligente Menschen stellen ihr Licht nicht nur unter den Scheffel, sondern monieren immer noch, dass sie dafür in Bereich XYZ aber nicht Spitzenklasse sind, also muss alles andere auch eher mäßig sein.

Mehr dazu lesen Sie hier: Selbstkritik: Die Kunst, sich konstruktiv zu kritisieren

Sie haben zwischenmenschliche Probleme

10 Probleme Zwischenmenschliche Probleme

[Bildnachweis: MilanMarkovic78 by Shutterstock.com]



Nicht selten kommt es bei extrem intelligenten Menschen zu zwischenmenschlichen Problemen. Sie meinen es gar nicht böse. Aber sie wissen es eben besser – fast immer. Und es bluten ihnen die Ohren, wenn sie mitbekommen, wie eine Person etwas nachweislich Falsches von sich gibt. Die Konsequenzen dieses Fehlers werden aus Sicht des Hochintelligenten immens eingeschätzt und das führt zu einem Verhalten, das leider andere Folgen nach sich zieht: es wird verbessert. Leider ist nicht jeder einsichtig und wenn sich Menschen vorgeführt fühlen, trägt das nicht gerade zu einem harmonischen Verhältnis bei. Besonders dramatisch ist es, wenn Hochintelligente Freunde korrigieren – so manche Freundschaft löst sich in Wohlgefallen auf, wenn das häufiger passiert. Negativ wirkt sich so ein Verhalten natürlich auch auf die Arbeitsatmosphäre aus, denn wer will schon einen Kollegen, der einen ständig korrigiert?

Mehr dazu lesen Sie hier: Freundschaft: Was zeichnet wahre Freunde aus?

Sie haben Schwierigkeiten sich zu entscheiden

10 Probleme Entscheidungen Treffen

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]



Extrem intelligente Menschen haben Schwierigkeiten sich zu entscheiden. Das liegt schlichtweg daran, dass Sie überanalysieren. In ihrem Kopf malen sie sich für alle Lebensfragen sämtliche Szenarios aus. Es wird abgewägt, gegrübelt, verworfen. Das Für und das Wider einer Sache wird zur existenziellen Entscheidung, der Blick fürs Ganze, aber auch für Relationen geht verloren. Nicht jede Frage ist kriegsentscheidend – für Hochintelligente leider schon. Das führt zu Verzögerungen im Handlungsablauf. Auch Antworten im Gespräch können länger auf sich warten lassen, weil so eine Person nie bloßes Schwarz-Weiß sieht, sondern sämtliche Grauschattierungen berücksichtigt.

Mehr dazu lesen Sie hier: Entscheidungen treffen: 12 überraschende Fakten

Sie neigen zu Chaos

10 Probleme Chaos

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Es ist etwas dran an dem Spruch „Das Genie beherrscht das Chaos.“ Zumindest sind extrem intelligente Menschen häufig sehr chaotisch. Das liegt schlichtweg daran, dass Sie so viele Interessen haben. Aus Angst etwas zu vergessen, werden zahlreiche Notizzettel, Zeitungsausschnitte und Ähnliches aufbewahrt. Damit nicht genug, nicht selten sind Studienabbrecher unter ihnen: Das eine Studium ist zwar sehr interessant, aber dann wird die Neigung zu einem anderen Studienfach entdeckt und das verspricht ebenso spannend zu sein. Es fällt ihnen schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren und zu fokussieren, stattdessen verzetteln sie sich immer wieder in verschiedenen Bereichen.

Mehr dazu lesen Sie hier: Unordnung: Ein bisschen Chaos macht kreativ

Sie werden häufiger gekündigt

10 Probleme Kuendigung

[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]



Manche Dinge sollte man für sich behalten, zum Beispiel, dass Sie hochintelligent sind. Denn gar nicht so wenige Menschen können mit so einer Information nicht gut umgehen. Neid und Missgunst beschränken sich allerdings nicht nur auf Kollegen, sondern können auch in der Chefetage dann ein Problem darstellen. Dann nämlich, wenn Ihnen Ihre ständigen Optimierungsversuche von Arbeitsabläufen zum Verhängnis werden. Konkurrenzdenken ist auf vielen Arbeitsstellen verbreitet und wenn beispielsweise Ihr Chef das Gefühl haben sollte, dass an seinem Stuhl gesägt wird, endet das häufig in einer Kündigung.

Mehr dazu lesen Sie hier: Kündigung Arbeitsvertrag: Gekündigt – und jetzt?

Sie sind Freigeister

10 Probleme Freigeist Selbstaendig

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Hochintelligente Menschen hassen vorgefertigte Strukturen, Schema F. Diese Abneigung zieht sich durch alle Bereiche und so wundert es wenig, dass extrem intelligente Menschen nicht besonders gut mit Hierarchien zurecht kommen. Komplizierte Dienstwege einzuhalten, während auf dem kurzen Dienstweg Probleme viel leichter zu lösen wären, liegt Ihnen nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Hierarchie nur um der Hierarchie willen eingehalten werden muss, um die Eitelkeit hochrangiger Vorgesetzter zu befriedigen. Statt vorgegebener Muster und Regeln ziehen Sie es vor, innovative neue Wege zu finden – und ecken damit bei Vorgesetzten an. Nicht selten machen sich Hochintelligente auch aus dem Frust heraus selbständig.

Mehr dazu lesen Sie hier: Selbstständig machen: Voraussetzungen, Schritte, Selbsttest

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[Bildnachweis: MakeStory Studio by Shutterstock.com]
23. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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