Halten Sie Web 2.0 für einen Hype?
“Ja, das ist ein Hype, der meines Erachtens auch von den Journalisten schon wieder fallengelassen wird. Hier ist zwar ein Medium entstanden, das es ermöglicht, Communities weltweit zu vernetzen. Aber andererseits gibt es immer die Sehnsucht der Menschen nach professionell gemachtem Content. Das wurde in der letzten Zeit ein wenig zurückgedrängt und das Spieleische geriet in den Vordergrund. Aber das wird den Menschen auch zunehmend langweilig. [...] User generated Content wird professionell gemachten Content nicht verdrängen.”

Joachim Feher, Chef der MediaCom Vienna

Es stimmt, dass die Euphorie 2.0 abklingt. Aber das ist auch gut so und letztlich ein normaler Marktmechanismus: vom Monopol zum Polypol zum Oligopol. Was wir jetzt und künftig noch stärker erleben, sind die Selbstreinigungskräfte des Infomarktes. Auf die Ernüchterung, dass Blogs nicht per se seligmachend sind, sondern ein modernes Medium, das letztlich Inhalte transportiert und vernetzt, folgt die Auslese. Blogger und Blogleser konzentrieren sich weniger auf spielerische Elemente (wie Stöckchen, Nonsensbilder oder Katzencontent), sondern mehr auf professionelle Inhalte. Denn nur die stellen eine ernsthafte, mediale Ergänzung (ich sage bewusst nicht Konkurrenz) dar, die aus dem Meer der Belanglosigkeiten wohltuend herausragt. Und über diese fundierten, meinungsstarken Blogs freue ich mich sehr. Das heißt nicht, dass ich – um im Bild zu bleiben – in dem oben erwähnten Meer nicht auch mal gerne ein wenig planschen ginge. Aber auf Dauer wird so ein Badeurlaub immer langweilig.

Mir jedenfalls.