Nein, sagen Sie jetzt nichts… Oder vielleicht besser doch. Ansonsten wäre es schwer zu antizipieren, ob Sie dieses Thema nun interessiert oder nicht. Warnock’s Dilemma wird das Problem im Fachjargon genannt: Man postet einen Artikel im Blog, in einer Mailingliste oder in einem Forum – und kein Mensch antwortet darauf oder schreibt einen Kommentar dazu. Viele schließen daraus, dass die Menschen das Thema nicht interessiert hat. Ein Trugschluss. Denn womöglich interessierte sie es durchaus – sie konsumierten jedoch ausschließlich die Information.
Der Namensgeber des Dilemmas, Bryan Warnock, bot dazu selbst folgende fünf Interpretationen an:
- Der Beitrag ist korrekt und gut geschrieben, so dass er keiner weiteren Ergänzung oder Kommentierung bedarf. Und ein “Klasse Artikel” ist ja auch irgendwie nichtssagend.
- Der Beitrag ist totaler Unfug. Deshalb investiert kein Mensch weitere Energie, um dem Autor das auch noch mitzuteilen, Motto: sowas ignoriere ich nicht einmal.
- Es hat tatsächlich keiner den Beitrag gelesen – aus welchen Gründen auch immer.
- Es hat niemand den Beitrag verstanden oder was der Autor damit sagen wollte. Allerdings will es auch keiner herausfinden – aus welchen Gründen auch immer.
- Der Beitrag ist schlicht belanglos. Ebenfalls aus welchen Gründen auch immer.







Jakob Adler
Klasse Artikel
Jochen Mai
@Jakob: Es gibt Kommentare, auf die kann man Wetten abschließen… :)
Andreas Buschmeier
Ach … zu langsam. Ich dachte, ich könnte Herrn Mai vor dem bösen Warnock retten.
Jochen Mai
@Andreas: Hier geht das Schlag auf Schlag…
Roland Kopp-Wichmann
Danke, bin erleichtert. Es passiert zwar fast nie, dass einer meiner Blogartikel nicht kommentiert wird, aber manchmal dauert es eben ein paar Tage und ich grüble herum.
Von einigen Lesern habe ich übrigens noch einen anderen Grund gehört. Gerade, wenn ein Artikel gut und fundiert geschrieben ist, traut sich mancher nicht, einen einfachen Kommentar zu verfassen, überlegt tagelang nach einer “klugen oder vertiefenden” Antwort darauf – und lässt es dann doch bleiben.
Andreas Buschmeier
@Roland: da bin ich ganz schmerzfrei ;-) …und schreibe dann doch.
Gerhard Zirkel
Das ist oft so, da schreibt man einen informativen Fachartikel, ist Stolz wie Oskar und niemand antwortet. was aber gar nicht ungewöhnlich ist, denn was soll man auch auf einen guten Fachartikel antworten außer “klasse Artikel”. Gut, manche Themen sind vielleicht auch schwer vermittelbar oder wollen vom Leser gar nicht verstanden/beachtet werden, aber das dürfte doch eher die Ausnahme sein.
Will mam viele Kommentare, muss man halt provozieren, gezielt Fragen offen lassen oder gezielt Fragen stellen – oder einen IPod verlosen :)
Gerhard Zirkel
Thomas J.
Als freier Autor bin ich gewohnt, auf meine Arbeit keine oder eine sehr indirekte Antwort zu erhalten – ich beschreibe das scherzhaft so: “ich werfe meine Artikel in ein schwarzes Loch (die Redaktion) und eventuell kommt auf der anderen Seite des Universum etwas heraus.” Das gilt auch für Blogeinträge oder Tweets. Deswegen muss man zunächst (also zuerst) für sich selber schreiben und sich selbst genügen. Ich habe gemerkt: je weniger ich darauf achte, umso eher kommt eine Reaktion. Also: Loslassen.
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