Definition: Was ist die Cornell Methode?
Die Cornell Methode (auch: Cornell Note-Taking System) ist ein strukturiertes System zum Erstellen effizienter Notizen. Entwickelt wurde sie in den 1950er-Jahren von Walter Pauk, einem Professor an der renommierten Cornell Universität in den USA.
Ziel der Methode ist, Notizen nicht nur zu sammeln, sondern aktiv zu verarbeiten. Statt seitenlanger Mitschriften entstehen mithilfe der Methode klar gegliederte Lernunterlagen, die das Wiederholen, Zusammenfassen und Verinnerlichen deutlich erleichtern. Kern der Cornell-Methode ist ein festes Seitenlayout, das jede Notizseite in drei Bereiche unterteilt:
- Notizenfeld (Hauptinhalt)
- Fragen- und Stichwortspalte
- Zusammenfassungsbereich
Diese Struktur zwingt dazu, sich aktiv mit dem Stoff auseinanderzusetzen – ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Lernen!
Wie werden Cornell-Notizen aufgebaut?
Bevor Sie mit dem Schreiben bzw. Notieren beginnen, wird jede Seite nach dem Cornell-Prinzip einheitlich vorbereitet. Dazu benötigen Sie anfangs nur einen Notizblock, Stift und ein Lineal. Dann unterteilen Sie jeder Seite nach der Cornell-Regel:
- Rechte Hauptspalte (ca. 70 % der Seite)
Für Mitschriften, Inhalte, Beispiele - Linke Spalte (ca. 30 % der Seite)
Für Fragen, Schlüsselbegriffe, Merksätze - Unterer Bereich (ca. 5–7 Zeilen)
Für eine kurze Zusammenfassung
Dieses Layout kann auf Papier oder digital (z.B. in OneNote, Notion oder GoodNotes) umgesetzt werden.
Cornell-Methode Beispiel
Wie funktioniert die Cornell-Methode? Schritt-für-Schritt-Anleitung
Im Folgenden zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Cornell-Methode nutzen und anwenden:
Schritt 1: Seite vorbereiten
Teilen Sie das Blatt wie oben beschrieben in drei Bereiche ein. Wichtig ist, dass Sie dies vor jeder Veranstaltung oder Lerneinheit erledigen, um sich später voll auf den Inhalt konzentrieren zu können.
Schritt 2: Notizen machen (Mitschrift)
Während der Vorlesung, des Meetings oder beim Lesen tragen Sie alle wichtigen Inhalte in die rechte Hauptspalte ein. Dazu gehören etwa:
- Kernaussagen
- Beispiele
- Definitionen
- Grafiken oder Skizzen
Schreiben Sie stichpunktartig, nicht wortwörtlich, auf. Verwenden Sie Abkürzungen, Symbole und Hervorhebungen, die Sie aber natürlich später noch entziffern können.
Schritt 3: Fragen und Stichworte ergänzen
Nach dem Meeting oder der Lernsession füllen Sie die linke Spalte (auch: „cue column“ oder „recall column“) aus. Formulieren Sie hierzu:
- Verständnisfragen
- Schlüsselbegriffe
- Merksätze
- Prüfungsfragen
Dieser Schritt ist entscheidend: Sie verarbeiten den Stoff aktiv und überprüfen, ob Sie ihn verstanden haben.
Schritt 4: Zusammenfassung schreiben
Am Ende der Seite fassen Sie im unteren Teil (sog. „summary box“) den Inhalt in 3-5 Sätzen zusammen:
- Worum ging es?
- Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?
- Welche Zusammenhänge bestehen?
Die Zusammenfassung hilft beim Wiederholen und gibt Ihnen später einen schnellen Überblick über das Thema.
Schritt 5: Wiederholen und Lernen
Zum Lernen decken Sie die rechte Spalte ab und beantworten mithilfe der linken Spalte die Fragen aus dem Gedächtnis. So trainieren Sie das aktive Abrufen von Wissen – und die Methode wird zu einer der effektivsten Lernstrategien!
Cornell-Methode Vorlage – Download
Wer statt eines Notizblocks lieber mit losen Zetteln arbeitet, kann hierfür gerne unsere Vorlagen nutzen. Kostenlose Cornell Notes und Vorlagen in Word oder als PDF können Sie sich gleich hier herunterladen:
Was sind die Vorteile der Cornell-Methode?
Die Cornell Methode bietet zahlreiche Vorteile, die sie besonders beliebt machen:
-
Klare Struktur
Die feste Aufteilung sorgt für Übersichtlichkeit und Ordnung – selbst bei komplexen Themen.
-
Aktives Lernen
Durch Fragen, Zusammenfassungen und Wiederholen wird der Stoff aktiv verarbeitet statt passiv konsumiert.
-
Besseres Behalten
Studien zeigen: Wer Inhalte strukturiert verarbeitet und regelmäßig wiederholt, merkt sie sich deutlich länger.
-
Effiziente Prüfungsvorbereitung
Die linke Spalte eignet sich ideal für Karteikarten-ähnliches Lernen und Selbsttests.
-
Flexibel einsetzbar
Die Methode funktioniert analog wie digital und ist für viele Lern- und Arbeitssituationen geeignet.
Was sind die Nachteile der Cornell-Methode?
So effektiv die Methode ist – sie hat auch einige Schwächen:
-
Anfangs zeitaufwendig
Das Nachbereiten der Notizen kostet Zeit und Disziplin, insbesondere zu Beginn.
-
Übung erforderlich
Wer ungeübt ist, braucht etwas Zeit, um die richtigen Fragen und Zusammenfassungen zu formulieren.
-
Nicht ideal für jede Situation
Bei sehr schnellen Vorträgen oder rein kreativen Brainstormings kann die Struktur einschränkend wirken.
Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für die Cornell-Methode?
Aufgrund der relativ einfachen Anwendung und Umsetzung eignet sich die Notiztechnik für zahlreiche Einsatzgebiete:
- Vorlesungen
- Seminare
- Prüfungsvorbereitung
- Referats- und Klausurstoff
- Meetings
- Workshops
- Schulungen
- Fachliteratur
- Selbststudium
- Online-Kurse
- Sprachen lernen
- Persönliche Weiterentwicklung
Studium und Schule
Beruf und Weiterbildung
Bücher und Fachartikel
Wie kann ich die Cornell-Methode digital nutzen?
Die Methode lässt sich zudem problemlos digital umsetzen. Beliebte Tools sind: OneNote, Notion, Evernote, GoodNotes oder Notability (Tablet). Viele Apps bieten bereits Vorlagen, die das Cornell-Layout automatisch abbilden. Auch ChatGPT kann Cornell-Notizen erstellen. Nutzen Sie hierfür zum Beispiel den Prompt:
- „Erstelle Cornell-Notizen zum Thema Cornell Methode für Studierende. Bitte mit Fragen links, Notizen rechts und einer Zusammenfassung.“
Wie mache ich mir richtig Notizen?
- Verwenden Sie eigene Worte statt Abschriften.
- Formulieren Sie prüfungsnahe Fragen.
- Wiederholen Sie die Notizen regelmäßig.
- Kombinieren Sie die Methode mit Mindmaps oder Karteikarten.
- Halten Sie jede Seite auf ein Thema beschränkt.
Die Cornell Methode ist ideal für alle, die Informationen nicht nur sammeln, sondern wirklich verstehen und behalten wollen. Besonders Studierende, Wissensarbeiter und lebenslang Lernende profitieren von der klaren Struktur und dem aktiven Lernansatz. Wer bereit ist, etwas Zeit in die Nachbereitung zu investieren, wird mit besseren Lernergebnissen, mehr Übersicht und nachhaltigem Wissen belohnt.
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