Wochenendzuschlag: Muss der Arbeitgeber mehr zahlen?

Der Wochenendzuschlag liegt in der Regel zwischen 25 und 50 % und wird zusätzlich zum Grundlohn für Arbeit am Samstag oder Sonntag gezahlt. Auf den finanziellen Bonus gibt es keinen gesetzlichen Anspruch, trotzdem bekommen Millionen Arbeitnehmer die Extrazahlung durch Regelungen im Arbeits- und Tarifvertrag. Wir erklären, wann Sie Anspruch auf den Aufschlag zum Gehalt haben – mit Steuervorteilen, Höhe und rechtlicher Grundlage…

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Key Facts

  • Definition: Ein Wochenendzuschlag ist ein finanzieller Aufschlag auf den normalen Lohn für Arbeit am Samstag oder Sonntag.
  • Anspruch: Ein gesetzlicher Anspruch auf einen finanziellen Wochenendzuschlag existiert in Deutschland weder für Samstage noch für Sonntage.
  • Grundlage: Sie bekommen am Wochenende nur Extra-Geld, wenn dies explizit im Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt ist.
  • Höhe: Die Höhe der Zulagen variiert stark, liegt aber durchschnittlich zwischen 25-50 % des Grundlohns. Höhere Zuschläge (bis zu 150 %) gibt es bei Feiertagsarbeit am Wochenende.
  • Steuern: Zuschläge für Sonntagsarbeit können bis zu einer Höhe von 50 % des Grundlohns steuerfrei bleiben. Das gilt bis zu einer Bezahlung von 50 € pro Stunde.
  • Unterschied: Der Samstag gilt rechtlich als normaler Werktag. Hier sind Zuschläge deshalb seltener und fallen (wenn vereinbart) geringer aus. Zudem wird Samstagsarbeit nicht steuerlich begünstigt.

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes arbeiten 15,7 % der Arbeitnehmer in Deutschland regelmäßig samstags, für 8,5 % der Beschäftigten gehört Sonntagsarbeit dazu. Ob Sie dafür besser bezahlt werden, hängt vor allem von der Branche ab. Der öffentliche Dienst und Industriebetriebe zahlen fast immer an beiden Tagen einen Zuschlag, im Einzelhandel ist Samstagsarbeit Standard, wird aber nicht extra vergütet.

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Was ist ein Wochenendzuschlag genau?

Der Wochenendzuschlag ist eine zusätzliche Vergütung, die Arbeitnehmer für Arbeit an Samstagen oder Sonntagen erhalten. Es ist ein finanzieller Ausgleich für die besondere Belastung durch Arbeit am Wochenende und die Einschränkungen im sozialen Leben. Anders als der Grundlohn wird der Zuschlag prozentual berechnet und zusätzlich zum regulären Stundenlohn gezahlt. Für die geleistete Arbeitszeit am Wochenende bekommen Sie somit mehr als für dieselbe Stundenzahl unter der Woche.

Wer hat Anspruch auf den Zuschlag?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt keinen generellen Anspruch auf einen Wochenendzuschlag. Es schreibt lediglich vor, dass Arbeitnehmer an Sonntagen nicht beschäftigt werden dürfen (§ 9 ArbZG) – davon gibt es aber zahlreiche Ausnahmen. Einen finanziellen Bonus für Arbeit am Wochenende müssen Arbeitgeber aber nicht zwingend zahlen. Gesetzlich fixiert ist lediglich der Ersatzruhetag: Wer am Sonntag arbeitet, muss innerhalb von 2 Wochen einen freien Tag als Ausgleich erhalten.

Woher kommt dann der Zuschlag?

Auch ohne gesetzlichen Anspruch wird in vielen Branchen und Jobs ein Wochenendzuschlag gezahlt. Geregelt wird dieser Anspruch durch:

  1. Tarifvertrag

    Zuschläge sind etwa in der Metall- oder Elektroindustrie fest vereinbart und stehen tarifgebundenen Arbeitnehmern zu.

  2. Betriebsvereinbarung

    In den Abmachungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber kann der Anspruch für den gesamten Betrieb vereinbart werden.

  3. Arbeitsvertrag

    Sie können im individuellen Arbeitsvertrag die Zahlung eines Wochenendzuschlags mit Ihrem Chef vereinbaren und festhalten.

  4. Betriebliche Übung

    Wenn Ihr Chef jahrelang ohne Vorbehalt Zuschläge gezahlt hat, darf er diese nicht plötzlich streichen.

Auch für Feiertagsarbeit ist der Zuschlag nicht allgemein gesetzlich geregelt. Wie beim Wochenendzuschlag greifen aber auch hier Tarifverträge.

Gilt der Wochenendzuschlag auch bei Teilzeitbeschäftigung?

Teilzeitkräfte können denselben Anspruch auf Wochenendzuschläge haben wie Vollzeitbeschäftigte. Entscheidend ist nicht die Arbeitszeit, sondern ob im Arbeits- oder Tarifvertrag Zuschläge für Wochenendarbeit vorgesehen sind. Eine Schlechterstellung von Teilzeitkräften ist in vielen Fällen unzulässig. Das gilt auch für Minijobber: Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf Zuschläge. Aber Vorsicht: Diese zählen zur 603-Euro-Grenze, es sei denn, sie sind steuerfrei nach § 3b EStG.

Ausnahme: Wann ist ein Wochenendzuschlag Pflicht?

Müssen Sie am Wochenende eine Nachtschicht machen, dann steht Ihnen dafür eine höhere Bezahlung zu. Dies ist jedoch eigentlich kein richtiger Wochenendzuschlag, sondern ein Nachtzuschlag. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 6 ArbZG) oder der Arbeitgeber muss während der Nachtzeit geleistete Arbeitsstunden durch bezahlte freie Tage ausgleichen.

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Höhe: Wie hoch ist ein Wochenendzuschlag?

Ohne gesetzlichen Anspruch gibt es auch keine vorgegebene Höhe für die Zahlung eines Wochenendzuschlags. Entsprechend variieren die Beträge je nach Branche. Die folgenden Werte dienen zur Orientierung, können in der Praxis aber abweichen:

Zuschlag

Höhe

Arbeit am Samstag 10-25 %
Arbeit am Sonntag 25-50 %
Feiertagsarbeit am Wochenende 125-150 %

Welche Branchen zahlen einen Wochenendzuschlag?

In manchen Branchen und Jobs ist ein Wochenendzuschlag typisch und wird tariflich geregelt. Besonders verbreitet ist der Aufschlag in diesen Bereichen:

  • Gesundheitswesen
  • Gastronomie und Hotellerie
  • Logistik und Transport
  • Industrie und Produktion
  • Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste
  • Sicherheitsdienste
  • Nah- und Fernverkehr
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Wochenendzuschlag berechnen: Beispiele

Der Wochenendzuschlag wird zusätzlich zum normalen Grundlohn gezahlt. Die Berechnung erfolgt prozentual auf Basis des regulären Stundenlohns. Dabei gelten die folgenden Grundformeln:

  • Zuschlag = Stundenlohn × Zuschlagsprozentsatz
  • Gesamtlohn = Stundenlohn + Zuschlag

Rechenbeispiel

Ein Arbeitnehmer verdient 18 Euro pro Stunde und erhält 30 % Wochenendzuschlag. Daraus ergibt sich für die Arbeitszeit am Wochenende folgende Bezahlung:

  • Zuschlag: 18 × 0,30 = 5,40 Euro
  • Gesamtlohn: 18 + 5,40 = 23,40 Euro

Für einen Arbeitstag von 8 Stunden mit Wochenendzuschlag verdient der Arbeitnehmer somit 187,20 Euro (8 Stunden × 23,40 Euro). Ohne den Aufschlag liegt das Gehalt für einen Tag nur bei 144 Euro.

Wann bleibt Wochenendzuschlag steuerfrei?

Ein großer Vorteil von Sonntagszuschlägen ist die steuerliche Begünstigung gemäß § 3b Einkommensteuergesetz. Zuschläge für tatsächliche Sonntagsarbeit sind steuerfrei, wenn sie 50 % des Grundlohns nicht übersteigen. Es gibt aber eine Grenze beim Grundlohn: Der steuerfreie Anteil ist auf einen Grundstundenlohn von maximal 50 Euro begrenzt. Alles darüber muss versteuert werden. Wichtig ist zudem die Unterscheidung zur Sozialversicherung: Hier bleibt der Zuschlag nur beitragsfrei, wenn der Grundlohn 25 Euro pro Stunde nicht überschreitet.

Aspekt

Samstag

Sonntag

Feiertag

Aufschlag (Pflicht) Nein Nein Nein
Freizeit-Ausgleich Nein Ja (in 2 Wochen) Ja (in 8 Wochen)
Steuerfrei Nein bis 50 % bis 125 %
Höhe 10-25% 25-50% 125-150%

Bekomme ich den Zuschlag auch im Urlaub oder bei Krankheit?

Hier gilt das Entgeltfortzahlungsprinzip. Wenn Sie normalerweise an Sonntagen gearbeitet hätten und dadurch Zuschläge erzielt hätten, müssen diese (in der Regel als Durchschnittsberechnung) auch während des Urlaubs oder im Krankheitsfall weitergezahlt werden – allerdings sind sie in diesem Fall steuerpflichtig. Steuerfrei ist ein Wochenendszuschlag für Arbeit am Sonntag nur bei tatsächlich geleisteter Arbeit.

Lohnt sich ein Wochenendzuschlag?

Für Arbeitnehmer scheint der Wochenendzuschlag ein klarer Pluspunkt zu sein. Aus unserer Erfahrung und vielen Gesprächen mit Arbeitnehmern wissen wir aber auch: Das Konzept hat nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Sie müssen beide kennen, um zu entscheiden, ob sich der Zuschlag für Sie lohnt:

Vorteile von Wochenendzuschlägen

  • Höheres Einkommen

    Der wichtigste Vorteil ist die zusätzliche Vergütung. Sie verdienen mehr Geld für die gleiche Arbeitszeit.

  • Finanzielle Motivation

    Ein solcher finanzieller Anreiz sorgt für Motivation. Mitarbeiter sind eher bereit, Wochenenddienste zu übernehmen.

  • Steuerliche Vorteile

    Der Zuschlag kommt innerhalb der Grenzen komplett netto bei Ihnen an. So bleibt noch mehr auf dem Konto übrig.

Nachteile der Wochenendarbeit trotz Zuschlägen

  • Weniger Privatleben

    Arbeit am Wochenende bedeutet weniger Zeit mit der Familie und eine eingeschränkte Freizeitplanung.

  • Gesundheitliche Belastung

    Gerade Schichtarbeit am Wochenende ist eine gesundheitliche Belastung. Oft kommen Schlafprobleme und Stress hinzu.

  • Soziale Isolation

    Sie arbeiten, wenn viele andere freihaben. Regelmäßige Wochenendarbeit kann zu Isolation und Einsamkeit führen.

Kann ich Wochenendarbeit ohne Zuschlag ablehnen?

Wenn Wochenendarbeit im Arbeitsvertrag geregelt oder in der Branche üblich ist, müssen Sie diese leisten. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber keinen Zuschlag zahlt. Gibt es keine tarifliche Regelung, können Sie mit dem Arbeitgeber bei der Vertragsverhandlung darüber diskutieren.


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