Vine-Art-Tipps
Nur 6 Sekunden??? Da geht noch nichts rein! Doch! Rund eineinhalb Jahre ist das her, dass Twitter seinen eigenen Video-Dienst mit dem klangvollen Namen Vine aus der Taufe gehoben hat. Mehr als 6 Sekunden am Stück lassen sich damit zwar noch immer nicht aufnehmen und im Netz teilen - aber was ging und geht da seitdem nicht alles rein! Mini-Videos sind einer der Trends im Social Web, wenn auch in Deutschland noch nicht ganz angekommen. Kleine Kunstwerke sind dabei schon entstanden: Imagefilme, Comedy, Ratgeber, Tipps für Bewerbungsfotos, selbst Bewerbungen und Stellenanzeigen gibt es bereits in Vine-Form. Hier und heute zeigen wir Ihnen alle wichtigen Kniffe, um selbst solche Miniclips zu machen - und was zu gewinnen gibt es auch...

In Vine Veritas: Wie funktioniert ein Vine Video?

Um überhaupt ein Vine-Video aufnehmen zu können, benötigen Sie ein Smartphone - und die Vine-App, die es für iOS, Android und Windows gibt. Entweder akkreditieren Sie sich danach mit Ihrem bereits vorhandenen Twitter-Account oder melden ein neues Profil an.

Anschließend öffnen Sie die App und tippen oben rechts auf das Kamerasymbol. Durch drücken auf den Bildschirm lässt sich nun ein maximal 6-sekündiges Video aufnehmen und sofort danach twittern. Und weil es nur sechs Sekunden sind, frisst das nicht einmal viel Datenvolumen.

Das Besondere an Vine ist aber nicht nur, dass die Clips hernach in einer Art Endlosschleife laufen. Es ist die Aufnahmetechnik selbst: Es gibt keinen direkten Aufnahmeknopf in der App, der ganze Bildschirm ist ein Aufnahmeschalter. Und diese läuft auch nur solange, wie man den Finger auf dem Bildschirm Lässt - maximal sechs Sekunden oder auch nur einen kurzen Tipper lang.

Ein grüner Balken über dem Aufnahmebildschirm zeigt, wie viele Sekunden bereits aufgenommen wurden. Ist er voll, wird die Aufnahme automatisch beendet und der fertige Film startet zur Vorschau.

Durch geschicktes Antippen lassen sich so verschiedenen Sequenzen hintereinander zu einem Film oder einer Kamerafahrt zusammenfügen oder eben sogenannte Stop-Motion-Filme aufnehmen.

Das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen:

Wer mit dem Ergebnis zufrieden ist, tippt einfach auf den grünen Haken und kann jetzt noch Text, Hashtags und einen Link dem Clip hinzufügen, bevor dieser wahlweise und zuschaltbar auf Vine und/oder Twitter gepostet wird...

Vine-Ratgeber: Alle Tipps und Tricks

Im folgenden Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie noch mehr aus Vine herausholen können und wo sich noch eher unbekannte Funktionen in der App verbergen...

Tipps für die Aufnahme: Coole Funktionen

Im Aufnahmemodus erscheinen unten in der App 5 Funktionssymbole. Das steckt dahinter:

  • Kamerawechsel

    Mit dem ersten Symbol (links) können Sie während der Aufnahme zwischen der Kamera auf der Rückseite des Smartphones und der Frontkamera (neuerdings auch Selfie-Kamera genannt) wechseln.

  • Aufnahmeraster

    Zudem können Sie jederzeit ein Raster einblenden lassen (im Film ist es natürlich unsichtbar), um so etwa den Horizont exakt waagerecht auszurichten oder genau zu kontrollieren, dass bestimmte Objekte während der einzelnen Sequenzen im selben Quadranten bleiben.

    Vine-Tipps-Rasterfunktion

  • Fadenkreuzfunktion

    Hiermit lassen sich die Schärfe und Lichtverhältnisse vor der Aufnahme festlegen. Andernfalls passt sich die Kamera diesen gerne mal automatisch an und das kann eine Stop-Motion-Sequenz ruinieren. Um diese zu fixieren, einfach das Fadenkreuz antippen und danach mit dem Finger kurz auf den Bereich tippen, um den es geht. Nun stellt sich die Kamera darauf scharf und passt sich den Lichtverhältnissen in diesem Bereich an. Als Feedback erscheint ein kleiner Kreis. Wenn Sie danach erneut auf den Bildschirm tippen, startet die Aufnahme.

  • Geisterbild

    Die sogenannte Ghost-Funktion (Geistersymbol) ist enorm praktisch, wenn Anschlussfehler vermieden werden sollen. Einmal aktiviert wird immer das letzte Bild der vorherigen Sequenz leicht durchscheinend eingeblendet. So kann man wirklich sicher gehen, dass auch die nächste Aufnahme exakt darüber liegt.

    Vine-Tipps-Ghostfunktion

  • Sessions

    Tatsächlich müssen Sie Ihre Vines nicht am Stück aufnehmen oder sofort veröffentlichen. Mit der Funktionstaste ganz rechts, lassen sich bisherige Aufnahmen (auch unfertige Teile) verwerfen, also löschen, oder eben "für später speichern". In dem Fall zeigt ihnen eine kleine Zahl in der Mitte des Symbols wie viele Stücke beziehungsweise Sessions Sie schon gespeichert haben.

    Vine-Tipps-Sessions

  • Vines bearbeiten

    Diese Funktion gehört eher zu den versteckten oder besser gesagt: kaum bekannten. Vine Clips lassen sind in Teilen nachträglich und vor dem Publizieren bearbeiten. Diese Funktion nennt sich im Fachjargon "Time Travel". Nachdem die Aufnahme fertig ist, erscheint oben rechts ganz klein der Schriftzug "bearbeiten". Wer hierauf tippt, bekommt anschließend sein Video in Einzelsequenzen gezeigt, die nebeneinander aufgereiht sind. Diese Sequenzen lassen sich nun mit dem Finger antippen, verschieben, aber auch einzeln löschen, sodass eine einmal versaute Sequenz komplett neu aufgenommen werden kann, ohne dass der gesamte Clip neu gefilmt werden muss. Ungemein praktisch!

    Vine-Tipps-Time-Travel

Vine Audio: Ton ist eine Kunst für sich

Vine-Videos sind natürlich keine Stummfilme. Während der Aufnahme läuft das Mikrofon des Smartphones immer mit. Und das ist ein kleines Problem: Nicht nur, dass Sie während der Aufnahme Störgeräusche und laute Kommentare vermeiden sollen - es lässt sich so nichts nachvertonen. Etwaige Sounds oder Musik muss also genau so abgestimmt werden, dass sich hinterher ein Gesamtklangbild ergibt. Das ist eine Kunst für sich, das schaffen auch nur sehr wenige Videos.

Tipps für die Reichweite: Vines posten

Vine-Ratgeber-postenVine-Videos müssen übrigens keine sechs Sekunden lang sein. Wenn es mal wieder schneller gehen muss, reichen auch zwei Sekunden. Ab ungefähr einem Drittel der möglichen Aufnahmezeit erscheint oben rechts im grünen Fortschrittsbalken ein Pfeilsymbol. Wenn Sie darauf tippen, beenden Sie die Aufnahme sofort und können das Video direkt online teilen.

Zuvor allerdings sollten Sie noch folgende Funktionen nutzen:

  • Text hinzufügen.

    Dem Video selbst können Sie nach der Aufnahme noch eine Beschriftung hinzufügen. Das kann eine Überschrift sein, ein oder mehrere #Hashtags oder gar ein Link zu einem weiterführenden Artikel. Wenn Sie den aber nicht einzeln eingeben wollen empfiehlt es sich, die entsprechende Seite vorher im Browser aufzurufen, anschließend die Browser-URL in die Zwischenablage zu kopieren und nur bei Vine wieder einzufügen. Das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen:

  • Standort hinzufügen.

    Gerade ortsbasierte Anbieter - Ladenlokale, Hotels, Restaurants, Bars - sollten dem Vine einen Standort hinzufügen, sodass die Clips auch darunter gefunden werden können. Schließlich können so potenzielle Kunden angelockt werden.

  • Einen Kanal hinzufügen.

    Da Vines zunehmend in Mode kommen, ist es für die Reichweite hilfreich, diese einem der hauseigenen Kanäle zuzuordnen. Darunter finden sich bisher die Themenbereiche: Kunst, Do-it-yourself, Familie, Essen, Musik & Tanz, Nachrichten, Orte, Wissenschaft & Technik, Sport und Stil.

  • Auf Twitter, Vine posten.

    Anschließend haben Sie die Wahl, Ihr Video auf Vine und/oder Twitter zeitgleich zu publizieren. Beides ist empfehlenswert. Da sich Twitter und Facebook bekanntermaßen nicht sonderlich mögen, können Sie die Clips zwar auch dort teilen. Sie werden auf Facebook aber nicht schön eingebunden. Da präferiert das Netzwerk eben seine eigene App Instagram, mit der sich gleich 15-sekündige Mini-Aufnahmen machen lassen.

Social Media Marketing Report 2014: Vines auf Platz 12

Laut dem jüngsten Social Media Marketing Report steigt nicht nur die Bedeutung von Social Media insgesamt. Auch die Kurzvideos werden immer wichtiger. Aktuell liegen Sie auf Rang 12 der wichtigsten eingesetzten Werkzeuge:

  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Corporate Blogs
  • Google+
  • Pinterest
  • Instagram
  • Bewertungsplattformen
  • Foren
  • Location Based Services (z.B. Foursquare)
  • Social Bookmarking Dienste
  • Kurzvideo Plattformen (z.B. Vine)
  • Podcasts
  • Snapchat

Das ist umso bemerkenswerter, da Unternehmen hier besonders kreativ werden müssen. Im Gegensatz zu klassischem Content Marketing bei dem die Werbebotschaft per Push-Mechanik verbreitet werden, müssen die Vine-Accounts aktiv von den Nutzer ausgewählt und angesteuert werden (Pull-Mechanik). Es spricht aber auch für die teilweise hohe Qualität der kleinen Kunstwerke.

Und Sie machen ja auch einfach Spaß...

[Bildnachweis: karrierebibel.de, vine]