Berufe mit Tieren: Jobs mit Ausbildung & Studium + Gehalt

15 bis 20 Prozent der Menschen können sich einen Beruf mit Tieren vorstellen – bei Jugendlichen sind es sogar bis zu 30 Prozent. Wenn Sie diese Begeisterung teilen, stehen Ihnen zahlreiche Jobs mit Tieren offen. Wir zeigen Berufe im Überblick und erklären die Voraussetzungen für die Arbeit mit Tieren sowie die Gehälter in dieser Branche…

Berufe Mit Tieren Studium Ausbildung Gehalt Voraussetzungen Jobs Liste Uebersicht

Schnellcheck: Berufe mit Tieren

  • Berufe mit Tieren sind ein vielseitiges Arbeitsfeld mit Tätigkeiten in Pflege, Medizin, Landwirtschaft, Forschung und Naturschutz.
  • Der Einstieg gelingt entweder über eine berufliche Ausbildung oder ein Studium.
  • Zusätzliche Voraussetzungen sind Tierliebe, Verantwortungsbewusstsein, körperliche Belastbarkeit, Geduld und guter Umgang mit Stresssituationen.
  • Die Nachfrage nach Fachkräften steigt in vielen Bereichen und bietet gute Jobchancen für die Zukunft.
  • Die Branche bietet die Chance, die eigene Leidenschaft für den Umgang mit Tieren zum Beruf zu machen.

Die tägliche Arbeit mit Tieren klingt für viele nach einem absoluten Traumjob. Es handelt sich jedoch auch um anstrengende Berufe mit entsprechenden Voraussetzungen.

Anzeige

Liste: Passende Berufe mit Tieren

Sie wollen mit Tieren arbeiten, suchen aber noch den passenden Job? Hier finden Sie eine Auswahl an Berufen mit Tieren mit Ausbildung oder mit Studium:

    Berufe mit Studium

    Ein akademischer Abschluss ist oft eine Voraussetzung für hohe Verantwortung und wissenschaftliche Arbeit.

  • Tierarzt/Tierärztin
    Dies ist wohl bekannteste Beruf mit Tieren. Sie diagnostizieren Krankheiten, führen Operationen durch und beraten Halter. Das Studium ist hart und zulassungsbeschränkt (NC), bietet aber die größte fachliche Tiefe.
  • Zoologe/Zoologin
    Die Zoologie ist ein Teilbereich der Biologie. Als Zoologe erforschen Sie die Physiologie, das Verhalten und die Evolution von Tieren. Oft arbeiten Sie in Museen, Zoos oder Forschungsinstituten.
  • Agraringenieur/in
    Sie optimieren die Tierhaltung in der modernen Landwirtschaft unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und des Tierwohls.
  • Meeresbiologe/Meeresbiologin
    Der Fokus liegt auf den Bewohnern der Ozeane. Dies erfordert oft Spezialisierungen in Ökologie oder Ozeanografie.
  • Verhaltensbiologe
    Sie untersuchen, warum Tiere sich so verhalten, wie sie es tun. Diese Expertise ist oft in der Tierhaltung (Zoos) oder im Training gefragt.
  • Berufe ohne Studium (Ausbildung)

    Diese Wege führen über die klassische duale Ausbildung und sind oft der direkte Weg in die Praxis. Sie steigen schneller ein und arbeiten im engeren, weniger wissenschaftlichen Kontakt mit Tieren:

  • Tierpfleger/in
    Es gibt drei Fachrichtungen: Zoo, Tierheim/Tierpension sowie Forschung/Klinik. Sie sind die engsten Bezugspersonen der Tiere.
  • Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TFA)
    Sie sind die rechte Hand des Tierarztes. Sie assistieren bei Behandlungen, managen die Anmeldung und führen Laboruntersuchungen durch.
  • Pferdewirt/in
    Ob Zucht, Haltung oder Reitausbildung – hier dreht sich alles um den Partner Pferd. Ein körperlich sehr anstrengender Beruf mit langen Arbeitszeiten, aber viel Nähe zu den Tieren.
  • Tierwirt/in
    Fokus auf Nutztierhaltung (Rinder, Schweine, Geflügel, Bienen). Sie sorgen für gesunde Bestände und hochwertige Produkte.
  • Hufschmied/in
    Ein handwerklich anspruchsvoller Beruf, der tiefes Wissen über die Anatomie der Pferdebeine und Hufe benötigt.
  • Fischwirt/in
    Sie arbeiten in der Aquakultur oder Fischerei und kümmern sich um die Zucht und den Schutz von Fischbeständen.
  • Weitere Berufe mit Tieren in der Übersicht

  • Entomologe/in
  • Falkner/in
  • Ornithologe/in
  • Reitlehrer/in
  • Tierfotograf/in
  • Tiergestützte/r Therapeut/in
  • Tierheilpraktiker/in
  • Tierpsychologe/in
  • Tierschutzbeauftragte/r
  • Wildhüter/in

Verschiedene Bereiche: Wo Sie mit Tieren arbeiten können

Bevor Sie sich für einen konkreten Job entscheiden, sollten Sie verstehen, dass die Arbeit mit Tieren in unterschiedliche Bereiche unterteilt ist. Jede dieser Sparten hat ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Herausforderungen:

    1. Medizin und Gesundheit

    Hier steht das Heilen und die Prävention im Vordergrund. Sie arbeiten oft in Praxen, Kliniken oder Laboren. Es geht um Anatomie, Pharmakologie und chirurgische Präzision.

  • Beispiele: Tierarzt, Tiermedizinischer Fachangestellter
  • Charakter: Wissenschaftlich fundiert, hohe Verantwortung, oft emotional belastend durch kranke Tiere.
  • 2. Tierpflege und Betreuung

    In diesem Sektor kümmern Sie sich um das tägliche Wohlbefinden. Das reicht vom Füttern und Ausmisten bis hin zur geistigen Beschäftigung der Schützlinge.

  • Beispiele: Tierpfleger, Pferdewirt, Tierwirt
  • Charakter: Praktisch, körperlich fordernd, enger täglicher Kontakt zum Tier.
  • 3. Landwirtschaft und Zucht

    Tiere werden hier oft als Nutztiere betrachtet. Es geht um nachhaltige Produktion, Genetik und Bestandsmanagement.

  • Beispiele: Fischwirt, Landwirt
  • Charakter: Starker Fokus auf Ökonomie und Ökologie, oft harte körperliche Arbeit im Freien.
  • 4. Forschung und Artenschutz

    Sie untersuchen Verhaltensweisen, schützen bedrohte Lebensräume oder arbeiten an wissenschaftlichen Studien zur Biodiversität.

  • Beispiele: Zoologe, Meeresbiologe, Ornithologe
  • Charakter: Analytisch, oft projektbezogen, Reisetätigkeit möglich.
  • 5. Training und Therapie

    Die Interaktion zwischen Mensch und Tier bildet hier den Kern. Sie trainieren Tiere für spezifische Aufgaben oder nutzen Tiere als als therapeutische Begleiter für Menschen.

  • Beispiele: Tiergestützte Therapeuten, Tiertrainer
  • Charakter: Pädagogisch-psychologisch geprägt, erfordert viel Geduld und Erfahrung im Umgang mit den Tieren.
Anzeige

Voraussetzungen: Was brauchen Sie für die Arbeit mit Tieren?

Wer professionell mit Tieren arbeiten will, benötigt mehr als ein Herz für Vierbeiner. Die Anforderungen sind oft spezifisch und sollten nicht unterschätzt werden:

  • Physische und psychische Belastbarkeit

    Tiere kennen weder Wochenende noch einen pünktlichen Feierabend. In der Tierpflege oder Landwirtschaft sind 40-Stunden-Wochen eher selten, besonders in Stoßzeiten. Zudem müssen Sie körperlich fit sein, um beispielsweise Futtersäcke zu schleppen oder große Tiere zu bändigen. Psychisch belastend ist primär die Konfrontation mit Krankheit, Leid oder auch Euthanasie, die professionell verarbeitet werden müssen.

  • Fachliche Disziplin und Beobachtungsgabe

    Ein Tier sagt nicht direkt, was es braucht, wo Probleme liegen oder ob es Schmerzen hat. Eine ausgeprägte Beobachtungsgabe ist notwendig, um kleinste Verhaltensänderungen als Symptome zu deuten und richtige Maßnahmen zu ergreifen. In medizinischen Berufen kommt ein hohes Maß an naturwissenschaftlichem Verständnis (Biologie, Chemie) hinzu.

  • Rechtliches und Bürokratisches

    Der Tierschutz in Deutschland ist streng geregelt. Ob Seuchenschutzverordnung, Arzneimittelgesetz oder das Tierschutzgesetz selbst – als Profi müssen Sie sich auch rechtlich auskennen. Ohne ein erweitertes Führungszeugnis und oft auch spezifische Sachkundenachweise (z.B. nach § 11 Tierschutzgesetz) geht in vielen Bereichen nichts.

Warum sind Berufe mit Tieren so beliebt?

Viele Menschen träumen von der Arbeit mit Tieren. Kein langweiliger Bürojob, sondern eine spannende Tätigkeit mit unterschiedlichsten Lebewesen. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Emotionale Bindung
    Die Arbeit mit Tieren ist besonders erfüllend, weil Sie direkt sehen, wie Ihre Unterstützung wirkt. Im Job bauen Sie emotionale Bindungen zu den Tieren auf.
  • Sinnstiftende Tätigkeit
    Viele Berufe tragen aktiv zum Tierschutz oder zur Versorgung von Nutztieren bei. Sie leisten eine sinnstiftende Arbeit.
  • Abwechslungsreiche Aufgaben
    Kein Arbeitstag gleicht dem anderen. Mit Tieren ist Abwechslung garantiert und es wird nie langweilig.
Anzeige

Gehalt: Was verdient man in der Tierwelt?

Die Bezahlung in Berufen mit Tieren variiert extrem. Während einige Nischen hoch dotiert sind, gilt die allgemeine Tierpflege oft als Berufsbild im unteren bis mittleren Lohnsektor. Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick über das Gehalt in der Arbeit mit Tieren:

Beruf

Einstieg (Ø brutto)

Mit Erfahrung (Ø brutto)

Tierarzt (angestellt) 3.500-4.500 Euro 5.500-6.500 Euro
Zoologe 3.200-4.000 Euro 4.800-6.000 Euro
Tierpfleger 2.200-2.600 Euro 3.000-3.900 Euro
TFA 2.500-3.000 Euro 3.500-4.300 Euro
Hufschmied 2.550-3.100 Euro 3.700-4.200 Euro

Chancen für Quereinsteiger: So gelingt der Wechsel

Sie arbeiten aktuell im Büro und wollen in einen Job mit Tieren wechseln? Der Quereinstieg ist möglich, erfordert aber einen klaren Plan.

  • Umschulung zur Fachkraft

    Dies ist der sicherste Weg. Eine Umschulung zum Tierpfleger oder TFA wird oft von der Agentur für Arbeit gefördert. Sie dauert in der Regel 2 Jahre und endet mit einer staatlich anerkannten Prüfung.

  • Private Ausbildungsinstitute (Heilberufe)

    Berufe wie Tierheilpraktiker, Hundephysiotherapeut oder Hundetrainer sind in Deutschland nicht staatlich geschützt. Das bedeutet: Sie können diese Kenntnisse an privaten Schulen erwerben. Achten Sie auf seriöse Anbieter mit hohem Praxisanteil. Nur ein Zertifikat macht Sie noch nicht zum Experten – hier zählt die Reputation in der Szene.

  • Nischen für Spezialisten

    Sie sind IT-Experte? Jede große Tierklinik benötigt IT-Infrastruktur. Sie sind Marketing-Profi? Große Futtermittelhersteller suchen Menschen, die Tiere lieben und verkaufen können. Sie arbeiten zwar nicht im direkten Kontakt mit Tieren, kommen aber in die Branche. Zudem ist das oft der lukrativste Quereinstieg: Sie nehmen Ihre Expertise mit in den neuen Bereich.

  • Ehrenamt

    Ist (noch) kein kompletter beruflicher Wechsel möglich, engagieren Sie sich ehrenamtlich im örtlichen Tierheim oder bei Tierschutzorganisationen. So bauen Sie ein Netzwerk auf, sammeln Praxisstunden und finden heraus, ob die Arbeit mit Tieren wirklich Ihr Wunsch ist.

FAQ: Häufige Fragen zu Berufen mit Tieren

Unsere Leser stellen regelmäßig Fragen zu verschiedenen Berufen mit Tieren. Die häufigsten haben wir herausgesucht und in unserem FAQ für Sie beantwortet:

Kann man ohne Ausbildung mit Tieren arbeiten?

Ein Einstieg in die Arbeit mit Tieren ist ohne Ausbildung in Helfertätigkeiten durchaus möglich. Langfristig empfehlen wir aber eine berufliche Ausbildung. Hier lernen Sie die notwendigen Kompetenzen, steigern Ihre Jobchancen und auch Ihre Gehaltsaussichten.

Gibt es Teilzeitmöglichkeiten für die Arbeit mit Tieren?

Viele Berufe sind auch in Teilzeit möglich. Arbeitgeber bieten entsprechende Modelle an und teilen die Arbeit auf mehrere Mitarbeiter in Teilzeit auf.

Welche Berufe mit Tieren haben die besten Zukunftsaussichten?

Besonders gute Perspektiven bieten Tiermedizin, Tierpflege, Landwirtschaft sowie Naturschutz- und Umweltberufe. Der Bedarf steigt, weil die Haustierhaltung zunimmt und gleichzeitig der Tierschutz an Bedeutung gewinnt. Auch Fachkräfte in der Nutztierhaltung werden dringend gesucht. Zusätzlich entstehen durch Umwelt- und Artenschutz neue Berufsfelder.

Gibt es Berufe mit Tieren, die man im Homeoffice ausüben kann?

Direkte Tierarbeit erfordert Präsenz, aber es gibt indirekte Tätigkeiten mit Homeoffice-Anteilen. Dazu gehören etwa Tierberatung, Online-Training, wissenschaftliche Forschung oder Tierjournalismus. Auch Verwaltung und Organisation im Tierschutz können teilweise remote erfolgen. Dennoch bleibt ein gewisser Praxisbezug oft notwendig.

Wie hoch ist die Konkurrenz in Berufen mit Tieren?

In beliebten Bereichen wie Tierpflege im Zoo oder Tiermedizin ist die Konkurrenz groß. Viele Menschen möchten mit Tieren arbeiten, wodurch Ausbildungsplätze begrenzt sind. Gute Noten, Praktika und Engagement erhöhen Ihre Chancen deutlich. In weniger bekannten Bereichen wie Fischzucht ist die Konkurrenz meist geringer.

Ist ein Beruf mit Tieren das Richtige für mich?

Machen Sie ein Praktikum und schauen Sie sich den Arbeitsalltag möglichst genau an. So erleben Sie Arbeitsbedingungen, Belastung und Aufgaben direkt. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten im Tierheim helfen bei der Orientierung. Diese Erfahrungen sind zudem ein Vorteil bei Bewerbungen.


Was andere dazu gelesen haben