Intelligenztest: Was ist Intelligenz?
Intelligenz lässt sich schwer greifen. Sind Sie schon intelligent, weil Sie über eine gute räumliche Vorstellungskraft verfügen oder weil Sie eine schnelle Auffassungsgabe haben? Sind Sie intelligent, weil Sie sich besonders gut in andere Menschen hinein versetzen können? Oder vielleicht weil Sie über ein besonders großes Allgemeinwissen verfügen? Selbst die Wissenschaft weiß hierauf keine einheitliche und akzeptierte Antwort. Dennoch haben drei tschechische Wissenschaftler von der Karls-Universität in Prag untersucht, ob man den Menschen womöglich schon ansehen kann, wie schlau sie sind - mit verblüffendem Ergebnis...

Intelligenztest: Was ist eigentlich Intelligenz?

Schon seit Jahrhunderten widmen sich Forscher der Frage: Was ist eigentlich Intelligenz? Bisher ohne eine einheitliche Antwort darauf zu finden, die das Phänomen wirklich erklärt.

Intelligenz wird gemeinhin als Fähigkeit verstanden, sich in neuen Situationen durch das schnelle Erfassen und Kombinieren von Beziehungen zurechtzufinden. Intelligenten Menschen wird nachgesagt, sie hätten eine hohe Auffassungsgabe oder einen Hang zum logischen Denken.

Ebenso wird davon ausgegangen, dass sich die Intelligenz eines Menschen in Teilen anhand des Intelligenzquotienten (IQ) messen lässt. Dieser drückt das intellektuelle Leistungsvermögen eines Menschen aus, beispielsweise die Fähigkeit komplexe Aufgaben zu lösen.

Die meisten Menschen haben einen IQ im Bereich von 85 bis 115 Punkten. Ab einem IQ-Wert von 130 Punkten gilt man in Deutschland als hochbegabt.

Der Psychologe Charles Spearman nahm verschiedene Intelligenztests als Ausgangspunkt seines Intelligenzbegriffes und verglich sie miteinander. Er fand heraus, dass zwischen fast allen Abschnitten solcher Test, eine positive Wechselbeziehung besteht. Heißt: Eine Person, die beispielsweise gut im Bereich für logisches Denken abschneidet, tut dies auch im Bereich für räumliche Vorstellungskraft. Spearman kam daher zu dem Schluss, dass es einen bereichsübergreifenden Faktor, er nannte diesen Generalfaktor-g, geben müsse. Dieser beschreibt, wie schlau jemand ist. Doch seine These ist umstritten.

Die 9 Arten der Intelligenz

Aber ist jemand, der ein schlechtes Zahlenverständnis hat, weniger intelligent als ein guter Mathematiker? Nicht unbedingt, sagt Howard Gardner. Gardner ist Professor für Wahrnehmung und Bildung an der Harvard Graduate School of Education und wählte für sein Intelligenzmodell deshalb einen anderen Ansatz. Er unterscheidet beim Menschen insgesamt neun Arten der Intelligenz. Damit erweitert er das Verständnis von Intelligenz und klassischen Intelligenztests enorm, die sich ansonsten stark auf logische Zusammenhänge, mathematische Kenntnisse und sprachliche Fähigkeiten beschränken.

Zu diesen neun Arten der Intelligenz gehören:

  1. Sprachliche Intelligenz.

    Auch Gardner sieht in der sprachlichen Begabung eine Art der Intelligenz. Eine stark ausgeprägte sprachliche Intelligenz verleiht Ihnen gute rhetorische Fähigkeiten und die Gabe, Ihre Gedanken in die passenden Worte zu fassen und Ihren Standpunkt zu kommunizieren, ohne Missverständnisse hervorzurufen. Diese Gabe ist natürlich für beispielsweise Redner oder Autoren unverzichtbar, aber auch für Führungspersönlichkeiten relevant, die Ihren Mitarbeitern die Ziele deutlich machen müssen und für deren Motivation sorgen wollen.

  2. Logisch-Mathematische Intelligenz.

    Ein guter Umgang mit Zahlen, eine schnelle Auffassungsgabe und das Talent, logische Zusammenhänge zu erfassen, zeichnen diese Art der Intelligenz aus. Die logisch-mathematische Intelligenz ist auch erforderlich, um Hypothesen aufzustellen und deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Eine große Rolle spielt sie in mathematischen Berufen, beispielsweise in der Statistik oder auch im Controlling. Sie hilft aber auch allgemein dabei, Probleme zu erkennen und diese effizient zu lösen.

  3. Interpersonelle Intelligenz.

    Auch Empathie kann als eine Form der Intelligenz angesehen werden. Im Mittelpunkt steht bei der interpersonellen Intelligenz die Wahrnehmung anderer Menschen. Wie fühlt sich der Gesprächspartner, welche Ziele verfolgt er und was motiviert ihn? Die richtigen Fragen auf diese Antworten zu finden ist in Verhandlungen ein großer Vorteil, doch auch Führungskräfte und Projektmanager profitieren von einer ausgeprägten Empathie.

  4. Intrapersonelle Intelligenz.

    Wie Sie richtig vermuten geht es nun um die Wahrnehmung der eigenen Person. Kennen Sie Ihre eigenen Gefühle, Ängste und Träume? Können Sie diese auch verarbeiten? Dann können Sie sich über eine starke intrapersonelle Intelligenz freuen. Eine solche ist natürlich in jedem Bereich des Lebens vorteilhaft, doch besonders Gründer und Selbständige sollten darauf vertrauen können, sich selbst gut einschätzen zu können.

  5. Naturbezogene Intelligenz.

    Diese Art lässt sich wohl am besten mit dem grünen Daumen beschreiben. Über diese Art der Intelligenz verfügt, wer mit der Natur im Einklang ist. Eine starke naturbezogene Intelligenz zeigt sich in einem besonders guten Verhältnis zu Tieren, aber auch zu Pflanzen, die in Ihrer Umgebung wortwörtlich aufblühen. Von Vorteil ist dies selbstverständlich in den Berufen des Gärtners oder Tierarztes. Mit seiner Umwelt im Einklang zu schwingen, hilft auch dabei, gelassener zu werden und Stress besser zu verarbeiten.

  6. Musikalische Intelligenz.

    Auch ein Gespür für Musik, Töne, Klangfarbe und Rhytmus ist laut Howard Gardner eine Art von Intelligenz. Diese ist beispielsweise beim Spielen eines Instruments oder dem Einprägen einer Melodie erforderlich. In erster Linie profitieren von musikalischer Intelligenz natürlich Musiker aller Richtungen, doch auch in der Gesprächsführung kann es helfen, Emotionen am Klang der Stimme oder an der Sprechmelodie des Gegenübers zu erkennen.

  7. Körperlich-kinästhetische Intelligenz.

    Eine gute Koordination zwischen Körper und Geist - so könnte man die körperlich-kinästhetische Intelligenz zusammenfassen. Im Kern geht es um die bewusste Kontrolle der eigenen Bewegungen. Klingt im ersten Moment abstrakt, ist jedoch in künstlerischen Berufen von großer Bedeutung. Die Werke eines Malers oder Bildhauers können nur gelingen, wenn er seine Vorstellungen genau umsetzen kann.

  8. Räumliche Intelligenz.

    Das klassischste Beispiel für die räumliche Intelligenz ist das Einparken mit dem Auto. Für manche ein Kinderspiel, für andere ein Grund zur Verzweiflung. Wer über räumliche Intelligenz verfügt, ist dazu in der Lage, sich seine Umwelt dreidimensional vorzustellen und zu verstehen. Diese Fähigkeit ist beispielsweise in der Architektur oder im Design gefragt.

  9. Existenzielle Intelligenz.

    Warum leben und sterben wir? Sich mit diesen existenziellen Fragen auseinanderzusetzen ist Teil der neunten und letzten Art der Intelligenz nach Howard Gardner. Diese bezieht sich auf eine sehr tiefgründige Ebene, da sie sich um das Verständnis der eigenen Existenz dreht.

Jeder Mensch vereint mehrere Intelligenzen

Die neun Arten der Intelligenz dürfen allerdings nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Vielmehr ergänzen sie sich und ergeben erst in der Summe ein vollständiges Bild der Intelligenz eines Menschen. Einzig die Ausprägung der unterschiedlichen Arten ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auf diese Weise verfügt jeder über seine ganz eigene Form der Intelligenz, mit persönlichen Stärken und Schwächen in unterschiedlichen Bereichen.

Kritik an Gardner's Intelligenzmodell

Nicht jeder stimmt mit den neun Arten der Intelligenz überein. So sehen viele Kritiker in einigen der Arten eher Soft Skills, die sich jeder durch Lernen oder Übung aneignen kann. Ein viel kritisierter Punkt in diesem Zusammenhang ist die interpersonelle Intelligenz. Viele sehen hierin einen Punkt, der erst im Laufe des Lebens durch Erfahrungen entwickelt. Befürworter des Modells halten dagegen, dass es sich mit logisch-mathematischen Zusammenhängen oder sprachlichen Fähigkeiten ähnlich verhält.

Im Endeffekt bleibt es jedem selbst überlassen, ob er die Meinung von Howard Gardner und seinem Modell der 9 Arten der Intelligenz teilt. Doch auch wer der Ansicht nicht oder nur teilweise zustimmt, kann daraus lernen. Jeder hat Stärken, Talente und Fähigkeiten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, diese zu finden, auszubauen und zu nutzen.

Intelligenz Definition: Man ist sich einig uneinig zu sein

Der Psychologe Daniel Goleman wiederum prägte Ende der Neunzigerjahre den Begriff der emotionalen Intelligenz. Sie umfasst unter anderem das Erfassen und Verstehen eigener und fremder Gefühle sowie die Fähigkeit, mit diesen Gefühlen umzugehen und darauf angemessen zu reagieren. Sie ist ein Gegenentwurf zur klassischen Intelligenzforschung.

Fazit: Man ist sich heute einig, uneinig zu sein. Es gibt einfach zu unterschiedliche Definitionen von Intelligenz.

Intelligente-Menschen-Grafik

Gleichzeitig bleibt die Frage im Raum: Woran erkennt man einen intelligenten Menschen? Unabhängig von komplizierten Tests gingen die Wissenschaftler Karel Kleisner, Veronika Chvátalová und Jaroslav Flegr der These nach, dass sich hierzu Hinweise bereits im Gesicht einer Person spiegeln.

Lässt sich Intelligenz im Gesicht ablesen?

http://www.plosone.orgDas menschliche Gesicht besteht aus einer komplexen Struktur von Merkmalen. Es erfüllt zugleich wichtige Signalfunktionen. Das Gesicht gibt Aufschluss über Alter, Gesundheit, die Stimmung und auch, wie sympathisch uns ein anderer Mensch ist, machen wir unterbewusst an seinem Gesicht fest.

Bei so viel Kommunikation, die nur über das Gesicht stattfindet: Warum sollte es da nicht möglich sein, auch abzulesen, wie intelligent ein Mensch ist?

Die Studie

Die tschechischen Wissenschaftler Karel Kleisner, Veronika Chvátalová und Jaroslav Flegr führten ein Experiment durch, bei dem sie anhand von jeweils 40 Fotos männlicher und weiblicher Gesichter, die Verbindung zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Intelligenz untersuchten.

Auf den Bildern zu sehen sind 80 Biologiestudenten, die vorher klassische Intelligenztests durchliefen, um sie zunächst anhand der Ergebnisse einzustufen. Die Bilder selbst wurden nun 160 Studenten aus den Geisteswissenschaften gezeigt und von diesen beurteilt. Der Gesichtsausdruck auf den Bildern ist natürlich, keine Schminke, die ungeschönte Wahrheit, um Störfaktoren auszuschließen. Doch warum das Ganze?

In erster Linie ging es darum, eine Forschungslücke zu schließen. Es gibt zwar Studien darüber, welchen Einfluss visuelle Reize auf die wahrgenommene Intelligenz einer Person haben, doch keine, ob die Gesichtszüge selbst schon den Intelligenzgrad vermitteln. Zudem wollten die Forscher herausfinden, welche Gesichtszüge mit Intelligenz in Verbindung gebracht werden.

Die verblüffenden Ergebnisse:

  • Männer: Beide Geschlechter konnten zuverlässig die tatsächliche Intelligenz von Männern anhand der Gesichtszüge ablesen. Damit besteht bei Männern eine starke Korrelation zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Intelligenz. Man kann Männern also mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit ansehen, wie intelligent sie wirklich sind.
  • Frauen: Bei Frauen erwies sich die Beurteilung der Intelligenz als deutlich schwieriger. Alle Probanden taten sich schwer damit, ihnen anzusehen, wie intelligent sie wirklich sind.

Die Forscher konnten auch feststellen, welche Merkmale des Gesichts als intelligent wahrgenommen werden:

  • Intelligentes Gesicht: Menschen mit einem schmalen Gesicht, einem spitzen Kinn und einer langgezogenen Nase werden für klug gehalten.
  • Weniger intelligentes Gesicht: Menschen mit einem rundlichen Gesicht, einem breiten Kinn und einer kleinen Nase wird allgemein weniger Intelligenz nachgesagt.
  • Emotionen: Nicht nur die Form, sondern auch der Ausdruck ist entscheidend. Menschen, die lächeln, werden für intelligenter gehalten als Menschen, die nicht lächeln.

Es wäre vermessen zu behaupten, wer dumm aussieht, ist es automatisch auch - und vice versa. Dennoch lassen die Ergebnisse der Studie darauf schließen, dass jeder Mensch unbewusst ein bestimmtes Bild von einer intelligenten Person im Kopf hat. Männern und Frauen scheinen sich dabei relativ einig zu sein - und bei Männern stimmt dieses Bild häufig mit der realen Intelligenz überein.

Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier.

Blondinen-Mythos: Sind Blondinen tatsächlich dumm?

Blondine-echt-blond-intelligentAus der Rubrik "Studien, die man glauben kann oder auch nicht" kommt diese Erkenntnis des Ökonomen Jay Zagorsky von der Ohio State Universität. Er untersuchte die Korrelation zwischen Haarfarben und Intelligenz - vor allem, um dem Klischee der dummen Blondinen nachzugehen beziehungsweise an die Wurzel. Das Ergebnis (siehe Grafik) überraschte am Ende selbst Zagorsky: Nicht nur, dass die echten (!) Blondinen nicht nur so gar nicht dumm waren - sie waren von allen untersuchten Probandinnen sogar jene mit dem höchsten Intelligenzquotienten (IQ)

Zugegeben, die Unterschiede in den Korrelationen (PDF) sind nur marginal: Die echten (also nicht gefärbten) Blondinen schnitten gegenüber Brünetten lediglich um 0,5 IQ-Punkte besser ab. Gegenüber den "dümmeren" Schwarzhaarigen macht der Unterschied auch nur 2,7 IQ-Punkte aus...

Blondinen-dumm-intelligent-Studie-Grafik

Hinzu kommt, dass es sich dabei eben statistisch um eine besagte Korrelation und keine Kausalität handelt. Heißt: Die Haarfarbe beeinflusst keinesfalls die Intelligenz. Es ergibt sich statistisch hierbei nur ein auffälliger Zusammenhang.

Viel spannender ist daher das weniger plakative Ergebnis der Studie, was man im Grunde längst ahnte: Das Blondinen-Klischee ist grober Unfug. Ob intelligent oder nicht - mit der Haarfarbe hat das recht wenig zu tun.

Aber...

Blondinen verdienen weniger

Auch wenn das Stereotyp von der angeblich blöden Blondine nicht haltbar ist. Die Haarfarbe rächt sich an anderer Stelle: im Job und beim Gehalt. Vor allem junge blonde Frauen werden beim Einkommen offensichtlich benachteiligt, wie eine australische Studie zeigt. Als auch Evgenia Kogan Dechter von der Universität von New South Wales in Sydney den Blondinen-Mythos genauer untersuchte und damit, ob es einen Zusammenhang zwischen Haarfarbe und Einkommen gibt, stellte sie erstaunt fest: Es gibt einen - allerdings einen negativen.

Blondinen verdienen demnach deutlich weniger als Frauen mit irgendeiner anderen Haarfarbe. Für blonde Männer gilt dies allerdings nicht. Dabei konnte Dechter gleichzeitig keinerlei Relationen zwischen Haarfarbe und Kompetenzen, Erfolgen oder Attitüden feststellen. Heißt: Blondinen sind weder besser oder schlechter als andere im Job, sie haben nur hellere Haare. Also ein echtes Indiz für die Diskriminierung einer Haarfarbe.

Einzig positiv: Der Gehaltsunterschied verschwinde laut Dechter im Laufe der Jahre zunehmend. Je mehr Berufserfahrung Blondinen vorweisen könnten, desto eher gleichen sich ihre Gehälter an die ihrer Geschlechtsgenossinnen an.

Intelligenztest: Mythen rund um das Thema Intelligenz

A. and I. Kruk/shutterstock.comApropos Mythen und Intelligenz: Wie steht es mit noch anderen (ageblichen Zusammenhängen aus? Beispielsweise dem zwischen Intelligenz und Erfolg oder Intelligenz und sportlicher Betätigung? Tatsächlich ranken sich viele Mythen um solche Korrelationen und Kausalitäten, doch nicht alles, was als wahre Geschichte verbreitet wird, stimmt.

Wir haben uns ein paar typische Mythen zur Intelligenz genauer angesehen und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft...

  1. Humorvolle Menschen sind intelligenter

    Stimmt. Laut einer Studie um Gil Greengross und Geoffrey Miller von der Universität von New Mexico sowie Rod A. Martin von der Universität von Western Ontario ist Humor ein veritables Zeichen für Intelligenz. Das Forscher-Trio experimentierte (PDF) dazu mit rund 400 Probanden, die allerlei kognitive, verbale und klassische Intelligenztests absolvieren mussten, aber eben auch Humor beweisen sollten. Ergebnis: Humor erwies sich als starkes Indiz für hohe Intelligenz. Wer in der Lage war, mit Situationskomik oder Wortspielereien Späße zu machen, schnitt in den Tests deutlich besser ab. Oder anders ausgedrückt: Während der IQ im Durchschnitt der Bevölkerung (und Probanden) zwischen 90 und 110 Punkten liegt, kamen die besonders Humorvollen auf einen Wert zwischen 126 und 138 Punkten. Obendrein machte der Humor vor allem die männlichen Probanden unmittelbar attraktiver für die Frauen. "Humor dient Frauen als starkes Selektionskriterium für ihre Sexualpartner", sagt etwa Gil Greengross.

  2. Attraktive Menschen sind intelligenter

    Falsch. Attraktive Menschen sind nicht intelligenter. Die Studie der drei tschechischen Wissenschaftler legt aber zumindest nahe, dass attraktive Menschen von ihren Mitmenschen als intelligenter eingeschätzt werden - anders herum funktioniert dieser Zusammenhang jedoch nicht.

  3. Intelligenz kann man verbessern

    Unklar. Diese Aussage ist stark umstritten. Bringen Gehirnjogging und Brainteaser etwas? Genau weiß das keiner. Fest steht aber: Es ist möglich, einzelne Fähigkeiten wie beispielsweise die Merkfähigkeit, zu trainieren und zu verbessern. Schlauer wird man dadurch allerdings nicht.

  4. Intelligente Menschen sind erfolgreicher

    Jein. Es gibt eine positive Wechselbeziehung zwischen Intelligenz und beruflichem Erfolg. Allerdings ist Intelligenz nicht alles. Sie ist ein zusätzlicher Faktor, aber noch lange kein Garant für Erfolg. Man muss gewisse Fähigkeiten mitbringen, um beispielsweise Ingenieur zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass man auch automatisch Karriere macht. Es ist die Mischung aus Intelligenz, Ausstrahlung und Durchsetzungsvermögen, die zum Erfolg führt.

  5. Im Alter wird der Mensch klüger

    Nein. Das menschliche Gedächtnis verändert sich ein Leben lang. Auch im hohen Alter ist der Mensch lernfähig. Bei Aufgaben, die Geschwindigkeit erfordern, lässt sich hingegen ein Leistungsabbau im Alter feststellen. Bei Logikaufgaben indes kann der Mensch noch bis ins hohe Alter leistungsstark bleiben. Soll heißen: Im Alter ist ein Mensch reicher an Erfahrung, jedoch nicht unbedingt intelligenter.

  6. Intelligenz hängt von den Genen ab

    Teils, teils. Der IQ ist genetisch bedingt, doch die Umwelt spielt ebenso eine Rolle. Um zu messen, welchen Einfluss die Gene einerseits und die Umwelt andererseits haben, vergleichen Forscher für gewöhnlich Zwillinge. Ulman Lindenberger vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung kommt zu dem Schluss, dass ein Mensch sein genetisches Intelligenz-Potential nur entfalten kann, wenn sein Umfeld es zulässt. Stress, Verwahrlosung und Missbrauch aber wirken sich massiv und negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.

  7. Sport macht schlauer

    Stimmt. Wissenschaftler des Stanford Center on Longevity und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung hielten in einem Memorandum fest, dass regelmäßiges körperliches Ausdauertraining die Hirndurchblutung steigert und die Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellverbindungen anregt. Diese sind notwendig, damit das Gehirn leistungsfähig ist. Aufmerksamkeit und das Denkvermögen können mithilfe von Ausdauertraining gefördert werden.

  8. Chaoten sind intelligenter

    Stimmt. Die Forschung sagt: Chaos ist ein Zeichen für hohe Intelligenz. Menschen, die zum Chaos neigen, hätten demnach oft multiple Interessen, verfolgen mehrere Hobbys und sind enorm kreativ - nur leben sie dies eben häufig gleichzeitig aus. Die Folge: Chaos. Der Anthropologe Claude Lévi-Strauss nannte dieses adaptive Verhalten auch Bricolage, den Akteur Bricoleur (frz. für herumbasteln, zusammenfummeln) und sah darin vor allem eine Stärke. Tatsächlich bestätigen auch andere Studien - unter anderem von der Psychologin Kathleen Vohs von der Universität von Minnesota -, dass etwas Chaos (auf dem Schreibtisch) zu einfallsreicheren Lösungen führte und auch die Bewohner solcher Büros experimentierfreudiger und offener sind. Zwar räumen die Wissenschaftler ein, dass Chaos im Büro nicht unbedingt produktiver macht, es helfe aber dabei, Aufgaben zu vereinfachen und sich bei der Lösung auf das Wesentliche zu fokussieren.

  9. Nachteulen sind intelligenter

    Stimmt. Zumindest kamen britische Studien (PDF) unter der Leitung der London School of Economics und mittels 20.000 Probanden zu dem Ergebnis, dass intelligente Menschen dazu tendieren, nachts länger aufzubleiben. Oder anders herum: Die Wissenschaftler glauben, dass intelligente Menschen biologisch eher dazu neigen, Nachteulen zu sein als Frühaufsteher (sogenannte Lerchen). Allerdings ist das nur eine Einbahnstraßen-Korrelation. Heißt: Wer früh aufsteht, muss deswegen nicht doof sein; und wer jetzt abends länger aufbleibt, wird dadurch nicht klüger.

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